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Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme "Am Riedberg" hier: Erstellung einer alternativen Bebauungskonzeption für den Riedberg auf der Grundlage der Planungsskizze…

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Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme "Am Riedberg" hier: Erstellung einer alternativen Bebauungskonzeption für den Riedberg auf der Grundlage der Planungsskizze des Ortsbeirates 12 Bericht des Magistrats vom 25.05.1998, M 92

Vorlagentyp: OA
2 Stationen im Verfahren4 Sitzungen

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Inhalt

OBR-Anregung vom 04.09.1998, OA 620 entstanden aus Vorlage: OBR-Fraktionsantrag vom 21.08.1998, OF 45 /12

Betreff: Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme "Am Riedberg" hier: Erstellung einer alternativen Bebauungskonzeption für den Riedberg auf der Grundlage der Planungsskizze des Ortsbeirates 12 Bericht des Magistrats vom 25.05.1998, M 92 Tenor: Seit dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 12.09.1996 zur Festlegung der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen "Am Riedberg" haben sich grundlegende Rahmenbedingungen, die als Negativfaktoren einer Großsiedlungsausweisung entgegenstehen, entgegen damaliger Prognosen verstärkt. Die wichtigsten sind im folgenden kurz skizziert: - Die negative Bevölkerungsentwicklung Frankfurts verstärkt sich. Wesentliche Wanderungsgewinne aus anderen Regionen bleiben aus. Der statistisch belegte Überhang an 30.000 Haushalten gegenüber den Wohnungseinheiten hat sich spätestens mit 20.000 nicht zustellbaren Wahlbenachrichtigungsunterlagen zur Europawahl als Melderegisterflop herausgestellt. Die Einwohnerzahlen Frankfurts sind damit zwingend weiter nach unten zu korrigieren. - Am Wohnungsmarkt haben sich Geschoßwohnungen zu einem schlecht absetzbaren Artikel entwickelt. Ein wesentlicher Nachfragebedarf besteht lediglich noch bei Einfamilienhäusern, vorrangig in verdichteter Form, soweit sie nicht in übermäßig großen Arealen und vorzugsweise in stabilen Nachbarschaften mit hohen Wohnumfeldqualitäten liegen. - In der Bevorzugung der Stadtrandlagen und besonders des Frankfurter Nordens durch junge Familien, sowie der ungebrochenen Abwanderung aus Innenstadtlagen ins Umland zeigt sich die zunehmende Stadtflucht infolge hoher Umweltbelastungen (Lärm, Abgase) der Citylagen und der als zu beengend empfundenen urbanen Dichte. Die Bebauungskonzeption für den Riedberg wird durch ihre übermäßige Siedlungsgröße und dem angestrebten städtebaulichen Charakter von weitgehend geschlossenen Straßenrandbebauungen innenstadtnaher Wohngebiete der Gründerzeit, nicht den Wohnbedürfnissen junger Familien entsprechen. Es verstärkt sich die Gefahr, daß trotz städtischer Steuerungsversuche die Siedlungsentwicklung eine Eigendynamik entfaltet und sich die typischen negativen Erscheinungen einer Retortenstadt wiederholen. - Die politische Akzeptanz der Wohnungsbauprojekte durch die Bevölkerung ist überall dort ausgeblieben, wo durch eine überzogene Dichte, eine unüberschaubare Größe und einer Vernachlässigung störender Umwelteinwirkungen aus dem Bebauungsumfeld stadtplanerische Entscheidungen ohne Mitwirkung der Bevölkerung getroffen wurden. Die daraus entstandene Politikverdrossenheit der Bevölkerung begrenzt sich nicht auf den Wahlbezirk Kalbach, sondern geht weit über den Frankfurter Norden hinaus in all die Stadtteile, in denen unter Vernachlässigung einer breiten Bürgermitwirkung Fakten geschaffen wurden. - Die finanzielle Rahmenplanung des Riedbergprojektes ist durch den sich aus der Entwicklungsmaßnahme ergebenden Zwang zur schnellen Umsetzung der Gesamtmaßnahme gefährdet. Der Immobilienmarkt kann die rasche Veräußerung der vorgesehenen großen Kapazitäten an Wohnungen und Geschäfts- und Büroflächen im geplanten Zeitraum nicht leisten. Der positiv kalkulierte Endverkaufspreis vom 790,- DM/qm Grundstücksfläche ist schon jetzt ohne Berücksichtigung der sich aus den zeitlichen Verzögerungen ergebenden Erhöhungen nicht geeignet, um mit den Preisen und den höheren Wohnwerten des Umlandes zu konkurrieren. Die Heranziehung der Stellplatzablösemittel zur Finanzierung der öffentlichen Nahverkehrserschließung des Gebietes spricht nicht für eine solide Finanzierungsgrundlage. Der Finanzverlust der Mainufer-Projektgesellschaft und die großen Fehlinvestitionen des Umlandverbandes im Abfallbereich zeigen die Prognoserisiken der finanziellen Auswirkungen politischer Entscheidungen und lassen ahnen, daß die Milliardeninvestition für die Riedbergbebauung nicht wie in Aussicht gestellt, ohne Folgewirkung für den städtischen Haushalt bleiben wird. Vor diesem Hintergrund bitten wir die Stadtverordnetenversammlung zu beschließen:

  1. Die Beauftragung eines Entwicklungsträgers für die Durchführung der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme "Am Riedberg" wird zurückgestellt. Der Magistrat wird beauftragt, unter den zuvor genannten veränderten Rahmenbedingungen eine alternative Bebauungskonzeption für den Riedberg auf der Grundlage der Planungsskizze des Ortsbeirates 12 vom Mai 1996 als städtebauliche Reparatur- und Arrondierungsmaßnahme des Mertonviertels und des Uniareals zu entwickeln. In die alternative Bebauungskonzeption sind die nachfolgenden Vorgaben (Punkte 2 bis 5) aufzunehmen.
  2. Ohne das Instrumentarium der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme sind unter Beteiligung und Einbindung der Grundstückseigentümer unter Verzicht auf innenstadtgemäße dichte Baublöcke, Bebauungsareale als kleinräumige überschaubare Nachbarschaftseinheiten mit Hausformen des Types Stadtrandsiedlung zu konzipieren.
  3. Die Reduzierung des Gebietsumfanges und der Bebauungsdichte auf einen deutlich unter der bisher geplanten Zahl von 15.000 Einwohnern liegenden Wert sichert durchaus einen eigenständigen "lebensfähigen" Stadtteil. Mit der Erhaltung klimarelevanter Flächen und wohnungsnaher Grünareale mit hohem Freizeitwert ist der Frankfurter Stadtrand in seinen, von einem Teil der Frankfurter Bevölkerung bevorzugten Siedlungsformen zu festigen und aufzuwerten.
  4. Die Bebauungsareale und das Erschließungssystem (Straßen und ÖPNV) sind für eine abschnittweise räumliche und zeitliche Entwicklung auszulegen. Dabei ist sicherzustellen, daß auch nach Fertigstellung von Teilabschnitten die Funktionsfähigkeit der Siedlungsareale gewährleistet ist. Die bisherige Mißachtung der Geländetopografie, die zu stark geneigten und teueren Straßen und U-Bahntrassen führt, ist zu korrigieren.
  5. Der regionale Grünzug zwischen Kalbach und dem Riedberg wird in der Breite des ersten Entwurfes des Regionalen Raumordnungsplanes (Fassung Januar 1993) von jeglicher Bebauung freigehalten und entsprechend den Zielsetzungen der Grüngürtel- und Regionalparkkonzeption entwickelt. Die Aussiedlerhöfe am Riedberg sind zu erhalten und in einem für den Grünzug auszustellenden Landschaftsplan mit Erweiterungsmöglichkeiten als Areale für Landwirtschaft, Freizeit und Erholung festzusetzen. Antragstellender Ortsbeirat: Ortsbeirat 12Hauptvorlage: Vortrag des Magistrats vom 25.05.1998, M 92 Zuständige Ausschüsse: Ausschuss für Planen und Bauen Ausschuss für Umwelt, Energie, Brandschutz und Stadtgrün Haupt- und Finanzausschuss Versandpaket: 08.09.1998

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 25. Mai 1998MM 92Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme "Am Riedberg" Beauftragung der HLT Gesellschaft für Forschung Planung Entwicklung mbH als treuhänderischen Entwicklungsträger für die Durchführung der städtebaulichen EntwicklungsmaßnahmeMagistratsvortrag
  2. 4. September 1998Sie sind hier
    OAOA 620Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme "Am Riedberg" hier: Erstellung einer alternativen Bebauungskonzeption für den Riedberg auf der Grundlage der Planungsskizze des Ortsbeirates 12 Bericht des Magistrats vom 25.05.1998, M 92
    Anregung

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

OAAnregung an die Stadtverordnetenversammlung

Der lange Weg: ein beschlossener Ortsbeiratsantrag, der über die Stadtverordnetenversammlung läuft. Die Stadtverordnetenvorsteherin verteilt ihn an Ausschüsse, die beraten und eine Empfehlung geben. Das Plenum entscheidet, danach setzt der Magistrat um.

  1. 1Ortsbeirat beschließt OF
  2. 2Anregung an die Stadtverordnetenversammlung
  3. 3Ausschüsse beraten & empfehlen
  4. 4Plenum entscheidet
  5. 5Magistrat setzt um

Frist: 12 Wochen bei Überweisung zur Prüfung und Berichterstattung

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf4 Beratungen
Ausschusses für Planen und Bauen
Sitzung 15 · 07.09.1998
TO I, TOP 10
Beraten
Abstimmung: zu 1. CDU, GRÜNE und F.D.P. gegen SPD und REP (= Ablehnung der Zurückstellung) zu 2. CDU, GRÜNE und F.D.P. gegen SPD und REP (= Ablehnung der Zurückstellung)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
CDUGrüne
Ablehnung:
SPDREP
zu 2)
Zustimmung:
CDUGrüne
Ablehnung:
SPDREP
Abstimmung im Original

Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.

Abstimmung: zu 1. CDU, GRÜNE und F.D.P. gegen SPD und REP (= Ablehnung der Zurückstellung) zu 2. CDU, GRÜNE und F.D.P. gegen SPD und REP (= Ablehnung der Zurückstellung)

Ausschusses für Umwelt, Energie, Brandschutz und Stadtgrün
Sitzung 14 · 10.09.1998
TO I, TOP 8
Beraten
1. Die Beratung der Vorlage M 92 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. 2. Die Beratung der Vorlage OA 620 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
Alle
zu 2)
Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme zu 2. Einstimmige Annahme

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 14 · 15.09.1998
TO I, TOP 41
Beraten
1. Der Vorlage M 92 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. 2. Die Vorlage OA 620 wird abgelehnt. 3. Der Beschluß des Ausschusses für Umwelt, Energie, Brandschutz und Stadtgrün und des Ausschusses für Planen und Bauen, die Beratung der Vorlagen M 92 und OA 620 bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückzustellen, wird aufgehoben.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
CDUSPDREP
Ablehnung:
Grüne
zu 2)
Zustimmung:
CDUSPDREP
Ablehnung:
Grüne
zu 3)
Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.

Abstimmung: zu 1. CDU, SPD und REP gegen GRÜNE (= Ablehnung); F.D.P. (= Votum im Plenum) zu 2. CDU, SPD und REP gegen GRÜNE (= Prüfung und Berichterstattung); F.D.P. (= Votum im Plenum) zu 3.: Einstimmige Annahme

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 15 · 17.09.1998
TO I, TOP 8
Beraten
Abstimmung: zu 2. zu a) CDU, SPD und REP gegen GRÜNE (= Prüfung und Berichterstattung) und F.D.P. (= Annahme)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 2 / a)
Zustimmung:
CDUSPDREP
Ablehnung:
Grüne
Abstimmung im Original

Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.

Abstimmung: zu 2. zu a) CDU, SPD und REP gegen GRÜNE (= Prüfung und Berichterstattung) und F.D.P. (= Annahme)

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