Benennung von Straßen im Ortsbezirk 3 (Nordend) als Vorankündigung und zur Beschlussfassung durch den Ortsbeirat
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Thema Verkehr und Straße verfolgenInhalt
Vortrag des Magistrats vom 08.08.2011, M 143
Betreff: Benennung von Straßen im Ortsbezirk 3 (Nordend) als Vorankündigung und zur Beschlussfassung durch den Ortsbeirat I. Straßenbenennung Ortsbezirk 3 Stadtbezirk 213 (Nordend-West) Benennung von Straßen Die im Geltungsbereich des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Nr. 868 - Gießener Straße, ehemaliges Postgelände, gelegenen öffentlichen Verkehrsflächen sollen entsprechend den planerischen Festsetzungen ausgebaut werden. Diese Erschließungsanlagen sind zu benennen. Als Vorankündigung und zur Beschlussfassung durch den Ortsbeirat wird Folgendes vorgeschlagen: Für die hinter der Liegenschaft Gießener Straße 20 verlaufende unbenannte Straße Nr. 8.560 wird eine Benennung nach der Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime, Anneliese Hoevel (1898-1942), in "Anneliese-Hoevel-Straße" vorgeschlagen. Für den Verbindungsweg zwischen der Gießener Straße und der Friedberger Landstraße, die unbenannte Straße Nr. 8.561, wird eine Benennung nach der Verfolgten des NS-Regimes und Erwachsenenpädagogin, Else Epstein (1881-1948), in "Else-Epstein-Weg" vorgeschlagen. Für die im Plangebiet ringförmig verlaufende unbenannte Straße Nr. 8.562 wird eine Benennung nach dem Mitglied einer Frankfurter Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime, Anna Beyer (1909-1991), in "Anna-Beyer-Straße" vorgeschlagen. II. Den unter der Ziffer I. vorgeschlagenen Benennung en wird zugestimmt.
Begründung: A. Zielsetzung: Die zu benennenden Straßen dienen der Erschließung der im Geltungsbereich des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Nr. 868 - Gießener Straße, ehemaliges Postgelände, gelegenen Bauflächen. Der Benennung liegt ein entsprechender Antrag des Amtes für Straßenbau und Erschließung zu Grunde. B. Alternativen: Keine. Die Straßenbenennungsmaßnahmen sind aus polizeilichen, postalischen und Orientierungsgründen erforderlich. C. Lösung: Die vorgeschlagenen Namen orientieren sich an den bei der Benennung der östlich des Plangebietes gelegenen Straßen geehrten Personen. Dies sind die Verfolgten des NS-Regimes Bernhard Becker, Valentin Senger und Dietrich Bonhoefer und der Förderer der deutsch-israelischen Verständigung, Bankier und ehrenamtlicher Stadtrat, Dr. h. c. Walter Hesselbach. Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 16.11.1989, § 1781, sollen bei der Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen die Namen bekannter und bedeutender Frauen verstärkt berücksichtigt werden. Die zur Benennung vorgeschlagenen Namen werden im Verzeichnis der zur Straßenbenennung vorgeschlagenen Namen (Vorschlagsliste) geführt. Anneliese Hoevel, geborene Fiedler, wurde am 03.10.1898 in Köln Nippes geboren und am 28.08.1942 im Strafgefängnis Frankfurt am Main-Preungesheim hingerichtet. Sie war Mitglied in der KPD und Widerstandskämpferin, wurde am 30.11.1941 in Koblenz verhaftet und am 26.06.1942 durch das Oberlandesgericht Kassel wegen Hochverrats und Rundfunkverbrechens zum Tode verurteilt. Else Epstein, geborene Beling, wurde am 22.12.1881 in Steinbach/Taunus geboren und ist am 13.12.1948 in Frankfurt am Main verstorben. Sie war von 1905 bis 1930 zusammen mit ihrem Mann, Dr. Wilhelm Epstein, in der Volksbildungsarbeit tätig und bis zur Auflösung 1933 Mitglied im Arbeitsausschuss des Verbandes für Volksbildung. Weil sie ihren jüdischen Ehemann verborgen hatte und Besuch von jüdischen Freunden empfing, wurde sie 1942/43 zehn Monate im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück interniert. Nach 1945 war sie maßgeblich am Wiederaufbau des Bundes für Volksbildung beteiligt und war Mitglied der Stadtverordnetenversammlung (CDU) vom 01.06.1946 bis 12.12.1948. Anna Beyer wurde am 02.02.1909 in Frankfurt am Main geboren, verstarb am 15.05.1991 in Frankfurt am Main und war Mitglied einer Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime. In Frankfurt am Main war sie bekannt durch die sogenannte "Kofferaktion". Sie ging mit einem speziell gefertigten Koffer, dessen Boden präpariert war, abends über den Eisernen Steg. Wenn der Koffer abgestellt wurde, "druckte" die Präparierung die Parole "Nieder mit Hitler" auf den Asphalt, die das Sonnenlicht des nächsten Tages sichtbar machte. Sie emigrierte über Frankreich nach England, kam am 02.06.1945 wieder nach Frankfurt am Main zurück und gehörte der Stadtverordnetenversammlung (SPD) vom 01.06.1946 bis 30.04.1948 an. D. Kosten: Entfällt Anlage 1 (ca. 424 KB)Beratung im Ortsbeirat: 3 Versandpaket: 10.08.2011
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine Beschlussvorlage, die der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung vorlegt — für Angelegenheiten, die deren Zustimmung brauchen. Sie wird in Ausschüssen und im Plenum beraten, dann entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.
- 1Magistrat legt Vortrag vor
- 2Ausschüsse beraten
- 3Plenum entscheidet
Der Weg dieser Vorlage
Am 8. August 2011 legte der Magistrat diesen Vortrag der Stadtverordnetenversammlung vor. In 4 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 19.01.2012 im OBR 3 angenommen.
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme