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Angesichts des pandemiebedingten großen Nachholbedarfs an Sprachförderung bei Kindern und Jugendlichen hat die Bundesreg

Vorlagentyp: F
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Zusammenfassung

Die Stadt Frankfurt plant, das Modellprojekt "Sprachentdecker" zur alltagsintegrierten Sprachförderung an Kitas und Grundschulen fortzusetzen und auszubauen. Dies ist notwendig, um den pandemiebedingten Nachholbedarf an Sprachförderung zu decken und die Sprachkompetenz von Kindern aus bildungsfernen Familien zu stärken. Ziel ist es, die Sprachförderung flächendeckend zu verbessern und die Integration von mehrsprachigen Kindern zu unterstützen.

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Frage an den Magistrat

Angesichts des pandemiebedingten großen Nachholbedarfs an Sprachförderung bei Kindern und Jugendlichen hat die Bundesregierung ein zwei Milliarden starkes Aufholpaket beschlossen. In Frankfurt wird erfolgreiche alltagsintegrierte Sprachförderung etwa durch das Modellprojekt "Sprachentdecker", einer Initiative des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten, der BHF Bank Stiftung, der Goethe-Universität und des Integrations- und Bildungsdezernates, betrieben. Ich frage den Magistrat: Wird das erfolgreiche Modellprojekt "Sprachentdecker - Alltagsintegrierte Sprachförderung an Kitas und Grundschulen in Frankfurt" auch in Zukunft fortgesetzt, und welche weiteren Schritte plant die Stadt Frankfurt, um die Sprachförderung an Kitas und Grundschulen zu verstärken?

Antwort des Magistrats

Stadträtin Sylvia Weber: Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin, sehr geehrte Frau Kunze! Das Dezernat für Integration und Bildung fördert trotz und besonders wegen der aktuellen Coronapandemie bestehende Programme der Sprachförderung weiter und baut diese aus. Vor allem Kinder aus bildungsfernen Familien sind durch die Schließungen von Kitas beziehungsweise dem Distanzunterricht in ihrem Bildungsprozess erkennbar zurückgeworfen. Im Bereich des Sprachlernens haben Kita- und Schulschließungen, Notbetreuung und digitaler Unterricht dazu geführt, dass Dialoge reduziert und persönliche Interaktionen weggebrochen sind und die sprachförderliche Gestaltung von Bildung, Betreuung und Unterricht nicht oder nur wenig greifen konnte. Das Projekt "Sprachentdecker - Alltagsintegrierte Sprachförderung an Frankfurter Kitas und Grundschulen" ist 2016 in Frankfurt gestartet. Das Projekt setzt auf eine Qualifizierung der Fach- und Lehrkräfte in der alltagsintegrierten Sprachförderung, insbesondere am Übergang Kita und Schule, und auf eine bewusste und langfristige Auseinandersetzung mit Sprache, Mehrsprachigkeit und Sprachförderung in den Teams und Kollegien. Bisher wurden im Rahmen von "Sprachentdecker" insgesamt etwa 100 Fach- und Lehrkräfte aus zwölf Kitas und acht Grundschulen fortgebildet. Eine zusätzliche Säule ist die Zusammenarbeit mit den Eltern. Das Projekt "Sprachentdecker" hat eine Laufzeit bis 2022. Aktuell wird von der Steuerungsgruppe und meinem Dezernat eine Weiterführung des Projektes empfohlen. Die Ausweitung ist ebenfalls sinnvoll, erfordert aber sowohl eine langfristige Verankerung in der städtischen Förderung als auch die Einbindung des originär zuständigen Kultusministeriums inklusive einer Kostenbeteiligung, denn die Stadt kann und will nicht auf Dauer die Aufgaben des Landes zu einhundert Prozent finanzieren. Vorlaufkurse und Intensivklassen sowie Angebote für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache allein reichen nicht aus, um Sprachdefizite zu kompensieren und bildungssprachliche Kompetenzen zu entwickeln. Vielmehr müssen alle Fach- und Lehrkräfte, alle, die Sprachvorbilder sind und den Lernprozess gestalten, für eine alltagsintegrierte Sprachbildung qualifiziert werden. Neben dem Projekt "Sprachentdecker" werden daher auch die "Sprachförderprofis" in diesem Jahr fortgesetzt und ausgeweitet. Dabei handelt es sich um eine kostenfreie Fortbildung, bei der sich Fachkräfte aus den Kitas gemeinsam mit Lehrkräften aus den Grundschulen zur Sprachförderung fortbilden können. Zudem qualifiziert die Kita Frankfurt in Kooperation mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Programms "Sprachbildung im interkulturellen Alltag" pädagogische Fachkräfte ebenfalls in der alltagsintegrierten Sprachbildung. In vielen Frankfurter Familien gehört eine mehrsprachige Kommunikation inzwischen zum Alltag. Fast 200 verschiedene Familiensprachen werden in Frankfurt gesprochen, und rund zwei Drittel aller Kinder in Frankfurt wachsen mehrsprachig auf. Das bedeutet im Übrigen auch, dass wir unsere Konzepte des Sprachenlernens umstellen müssen, wenn Kinder mehrere Sprachen gleichzeitig lernen. So brauchen wir natürlich hier auch eine andere Herangehensweise. Die Anzahl der Intensivklassen und Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger hat insbesondere in Folge der Zuwanderung 2015/2016 zugenommen. In diesem Schuljahr sind es 1.096 Schülerinnen und Schüler in 87 Klassen. Dies zeigt die hohe Integrationsleistung unserer Frankfurter Schulen und ihren wichtigen Beitrag zur Sprachförderung. Daher hat der Magistrat bereits in den vergangenen Jahren Sprachförderprojekte maßgeblich verstärkt und ausgebaut, auch außerhalb der Schulen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf Kindern im Kita- und Grundschulalter, da die Sprachförderung umso erfolgreicher ist, je früher sie beginnt. Auch im Zuge des Auffangens von pandemiebedingten Defiziten ist ein weiterer Ausbau der Sprachförderung geplant. Dazu wird derzeit in Kooperation mit dem Jugendhilfeausschuss ein Maßnahmenpaket erarbeitet, um die Kinder bei ihrer Rückkehr in die Gemeinschaft zu stärken. Dieses Maßnahmenpaket umfasst natürlich nicht nur die Sprachförderung, sondern ganz ganz viele Maßnahmen. Es wird federführend vom Stadtschulamt erarbeitet, gemeinsam mit anderen Ämtern, mit dem Sportkreis, der Musikschule, einigen Museen, dem Kinderbüro, der Stadtbücherei und den Trägern der Jugendhilfe. Die Angebote werden auf einer Internetseite eingestellt und sind dort von den Schulen abrufbar. Das Programm soll vor den Sommerferien starten und wird bis dahin noch öffentlich vorgestellt. Es geht vor allen Dingen auch um Spiel, Spaß, Freizeit, Entspannung und einfach Kinder einmal Kinder sein lassen. Hinzu kommen die von der Bundesregierung und Landesregierung angekündigten Unterstützungsprogramme, die Sie eben genannt haben, deren Gelder jedoch voraussichtlich erst im nächsten Jahr zur Verfügung stehen. Das Projekt "ErzählZeit" des Theaterhauses Frankfurt, das kulturelle Bildung mit Spracherwerb verknüpft, wird weiterhin an Fechenheimer Kitas und Grundschulen durchgeführt. In dem Projekt wird die gesellschaftliche Teilhabe der Familien gefördert und die Kinder finden einen leichteren Zugang zur deutschen Bildungssprache, indem sie sich im Erzählen von Märchen erproben. Die positiven Auswirkungen dieses Projektes sind nicht nur sichtbar und hörbar, sie sind auch dokumentiert, sodass im Herbst dieses Jahres das Projekt auf den Stadtteil Griesheim ausgeweitet wird. Auch das mehrfach ausgezeichnete Projekt "Frankfurter Bücherkoffer" greift auf die mehrsprachigen Kenntnisse der Familien als Ressource zurück. Der Koffer, der mit zwölf mehrsprachigen Büchern ausgestattet ist und aktuell in 42 Grundschulklassen jeweils für eine Woche zu den Kindern nach Hause gegeben wird, lädt ein zum gemeinsamen Lesen. Dadurch wird die Beschäftigung mit Büchern angeregt und gleichzeitig die Mehrsprachigkeit in Familien wertgeschätzt. Das Projekt wird zum Schuljahr 2021/2022, also jetzt zum kommenden Schuljahr, an 21 Schulen durchgeführt und soll perspektivisch auf alle Frankfurter Grundschulen ausgeweitet werden. Auch die mittlerweile deutschlandweit kopierten Formate wie der Deutschsommer der Stiftung Polytechnische Gesellschaft haben sich bewährt und tragen mit den flankierenden Programmen "Endspurt" und "Diesterweg-Stipendium" maßgeblich zum erfolgreichen Spracherwerb von Grundschulkindern bei. Seit 2016 fördert der Magistrat zusätzlich für Kinder aus Intensivklassen den innerstädtischen Deutschsommer. Für ältere Kinder in weiterführenden Schulen gibt es ähnliche Ferienformate, wie beispielsweise das Kooperationsprojekt "Fit für die Zukunft - Deutsch als Bildungssprache" oder die Camps des Trägers ZuBaKa. Um die Sprachbildung in Frankfurt vom Kitakind bis zum Erwachsenen weiter zu stärken, wurde 2018 der Arbeitskreis Sprachbildung der Ämter und Betriebe meines Dezernates gegründet. Dort wurden eine Veranstaltungsreihe für Fachkräfte entwickelt und durchgeführt sowie Leitlinien der Sprachbildung in Frankfurt erarbeitet und ein gemeinsames Online-Angebot zur Sprachbildung aufgesetzt. Unter www.sprachbildung-in-frankfurt.de wird ein Überblick über die Vielfalt der Angebote gegeben und auch Fachkräften die Möglichkeit eröffnet zum Austausch. Wir haben ja auch an dieser Stelle schon ein paar Mal, ich glaube, das war der Kollege Kirchner, der da nachgefragt hatte, darüber gesprochen, wie viele Sprachangebote es tatsächlich in Frankfurt gibt, und ich habe immer gesagt, das sind 33 Seiten einer Excel-Tabelle. Wir haben sie jetzt alle sozusagen erhoben, erarbeitet und sie sind auf dieser Webseite zu finden. Für die Umsetzung der Leitlinien wird aktuell ein Konzept erarbeitet und das beinhaltet ebenfalls einen Austausch und ein Qualifizierungsangebot. Darüber hinaus ist der Aufbau von Netzwerken für die Koordinierung von Sprachbildungsangeboten zwischen Kita und Schule vorgesehen. Ziel ist die flächendeckende Abstimmung von Angeboten, sodass eine kontinuierliche und Übergänge begleitende Sprachförderung ermöglicht wird. Am Beispiel eines Stadtteils plant der Magistrat ein Projekt, mit dem Zugänge zu verschiedenen Sprachangeboten im Sozialraum und ihr Ineinandergreifen entlang der Bildungsbiografie besser verzahnt werden, sodass Sprachlernende je nach Kompetenz und je nach Altersstufe das jeweils richtige und aufeinander aufbauende Angebot vorfinden. Ziel ist die Entwicklung einer lokalen Angebotskette, deren Wirkung untersucht und auf andere Stadtteile übertragen werden kann. Sie sehen, wir sind im Bereich Sprachbildung vielfältig unterwegs, innerschulisch, außerschulisch und im Sozialraum. Das ist auch nötig, aber es ist auch gut, und ich bin sehr froh, dass wir heute von anderen Sprachkonzepten, von der Mehrsprachigkeit ausgehen, und das wird meiner Meinung nach einen guten Erfolg auch bei den Jüngeren haben genauso wie bei den Erwachsenen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 10. Juni 2021 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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