Die Abhängigkeit unserer Stadt von Erdgas ist groß und könnte ein Problem werden. Nicht gut wäre es, wenn Fernwärme in F
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Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt plant, die Abhängigkeit von Erdgas zu reduzieren und eine nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten. Dies soll durch Investitionen in erneuerbare Energien und die Umstellung des Heizkraftwerks West von Kohle auf Erdgas erreicht werden. Das erwartete Ergebnis ist eine zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung für die Bürgerinnen und Bürger.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
Die Abhängigkeit unserer Stadt von Erdgas ist groß und könnte ein Problem werden. Nicht gut wäre es, wenn Fernwärme in Frankfurt deutlich teurer werden könnte, Menschen womöglich frieren müssten oder kein warmes Wasser aus der Leitung bekämen. Die Stadt plant zudem künftig bekanntlich, auch ohne (Stein-)Kohle auszukommen. Ich frage den Magistrat, wie und ab wann es künftig, womöglich auch sehr bald, in Frankfurt ohne auskömmliche beziehungsweise ohne günstige Gaslieferungen gut weiter gehen soll.
Antwort des Magistrats
Die aktuelle Marktsituation auf dem Energiemarkt ist außergewöhnlich und sorgt für hohe Energiepreise. Dies hat unterschiedliche Gründe, die in den vergangenen Wochen zu hohen Einkaufspreisen geführt haben.
Die Beschaffungsstrategie der Mainova AG mit einer breiten Partnerbasis zahlt sich hier aus. Durch die langfristige Planung kann sich Mainova als zuverlässiger Partner in turbulenten Zeiten auszeichnen. Versorgungsengpässe bei der Gaslieferung sieht die Mainova AG für ihre Kundinnen und Kunden daher nicht. Richtig ist, dass sich die Abhängigkeit unserer Energieversorgung von Erdgas noch verstärken wird, wenn Mainova das Heizkraftwerk West von Kohle auf Erdgas umstellen wird. Anderseits werden dadurch auch circa 400.000 Tonnen CO 2 eingespart. Dazu setzt Mainova die Diversifizierung und Dekarbonisierung ihrer Erzeugungslandschaft fort. Das Ziel ist eine nachhaltige Energieversorgung, die bezahlbar und zuverlässig ist. In den nächsten Jahren plant Mainova hohe Investitionen in den Netzausbau, die sichere Versorgung, die Digitalisierung und umweltschonende Erzeugung. Leuchttürme sind hier der Umbau des Heizkraftwerks West von Kohle auf Gas. Die beiden Steinkohleblöcke werden dabei auf Erdgas umgerüstet und sobald möglich mit klimaneutralem Wasserstoff betrieben. Bis Ende 2026 wird diese Umrüstung abgeschlossen sein. Darüber hinaus plant Mainova die Nutzung von Abwärmepotenzialen aus Rechenzentren, wie etwa beim Neubauprojekt "Westville" in der Kleyerstraße. Bei diesem Projekt werden mindestens 60 Prozent der Gebäudewärme durch die Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums erzeugt. Der übrige Anteil der Gebäudewärme wird durch die klimaschonende Fernwärme der Mainova bereitgestellt. Die Kombination aus der sonst ungenutzten Abwärme des Rechenzentrums sowie der umweltschonenden Mainova-Fernwärme zur Abdeckung von Spitzenlasten spart im Vergleich zu konventioneller Wärmeerzeugung rund 400 Tonnen CO 2 im Jahr ein.
Insgesamt soll die zuverlässige und umweltschonende Versorgung mit Fernwärme weiter ausgebaut und das Fernwärmenetz erweitert werden. Ein Schwerpunkt dieses Ausbaus liegt auf der Leistungserweiterung im Frankfurter Osten. Das Fernwärmesystem wird allen relevanten Primärenergien zugänglich sein: Wärmeerzeugung durch Erdgas, Wasserstoff, Biomasse, Strom und Abwärme, zum Beispiel auch aus der thermischen Abfallbehandlung.
Zwei Milliarden Euro geben die Frankfurterinnen und Frankfurter pro Jahr für Energie aus. Das hat das Fraunhofer Institut bei Masterplan 100 % Klimaschutz berechnet. Und dieses Geld trägt nicht zur Wertschöpfung in der Region bei. Angesichts der Preisentwicklung wird die Summe noch erheblich ansteigen, wenn wir nicht in die Energieeffizienz der Gebäude, Anlagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien oder in Anlagen zur Nutzung von Abwärme investieren. Nur dann kann der Prozess umgekehrt werden und die Wertschöpfung hier vor Ort stattfinden, bei lokalen Handwerkern und Unternehmen. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern kann in gleichem Maße reduziert werden.
"Die Sonne schickt uns keine Rechnung" - um mit Franz Alt zu sprechen. Das gilt natürlich auch für den Wind, die Abwärme und die Energie, die wir erst gar nicht brauchen. Wann das sein wird? So schnell wie möglich. Sofort. Womöglich schneller als wir uns bei der Wärmewende erhoffen - weil wir uns die Abhängigkeit von den Energielieferländern nicht mehr leisten wollen und können. Nach den Zielen der alten Bundesregierung wird das 2045 sein. Nach den Zielen unserer Koalition schon deutlich früher.
Der Masterplan Industrie der Stadt Frankfurt vom Januar 2016 misst der Zuverlässigkeit und der Bezahlbarkeit der Stromversorgung eine überragende Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main bei und sieht die Energiepolitik als einen wirtschaftlichen Kernbereich und Eckpfeiler eines erfolgreichen, zukunftsfähigen und nachhaltigen Wirtschafts- und Industriestandorts - Werkstattberichte im Rahmen des Masterplans Industrie, Arbeitsgruppe Energie. Angesichts der großen Bedeutung von Energie in Form von Wärme und der wirtschaftsstrukturellen Besonderheiten durch Industriepark Höchst, Flughafen und Rechenzentrumsbranche empfiehlt der Masterplan Industrie zudem, diesen Energieversorgungssektor für alle Verbrauchersegmente unter Beiziehung aller technischen Möglichkeiten gezielt auszubauen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 17. Februar 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.