Die von der Stadt verfügte Verpflichtung für Frankfurter Schülerinnen und Schüler, auch während des Unterrichts eine Mun
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Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt hat eine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts eingeführt, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 zu verlangsamen. Die Maßnahme soll sowohl die physische als auch psychische Belastung der Schüler und Lehrer berücksichtigen. Es wird angestrebt, die Schulen offen zu halten und Infektionen zu vermeiden.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenFrage an den Magistrat
Die von der Stadt verfügte Verpflichtung für Frankfurter Schülerinnen und Schüler, auch während des Unterrichts eine Mund-Nasen-Schutzmaske zu tragen, stellt für diese sowohl eine hohe physische wie psychische Belastung dar, ebenso natürlich auch für die Pädagogen. Ich frage den Magistrat: Wie umfassend sind diese Belastungen sowie deren Auswirkungen auf die Schulkinder geprüft worden, und wie wurden die entsprechenden Ergebnisse dokumentiert?
Antwort des Magistrats
Stadtrat Stefan Majer: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen und Herren, Herr Stadtverordneter von Wangenheim, Herr Stadtverordneter Budenz! Ich beantworte die Fragen wie folgt: Das regelmäßige Lüften nicht nur dieses Tagungsortes, sondern auch eines Klassenraums, ist - unabhängig von Corona - seit Jahren ein wichtiges Thema, bei dem das Gesundheitsamt, das Amt für Bau und Immobilien und das Stadtschulamt konstruktiv und erfolgreich kooperieren. Auch das Faltblatt "Frische Luft für frisches Denken" ist ein gemeinsames Produkt, in welchem Tipps für das richtige Lüften zu finden sind und dass ich auch dieser Stadtverordnetenversammlung und diesem Magistrat durchaus ans Herz legen möchte: "Frische Luft für frisches Denken". Für SARS-CoV-2 nennt das Robert-Koch-Institut als Hauptübertragungsweg die respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen. Eine möglichst hohe Frischluftzufuhr ist eine der wirksamsten Methoden, potenziell virushaltige Aerosole aus Innenräumen zu entfernen. Im Sinne des Infektionsschutzes sollten Innenräume somit mit einem möglichst hohen Luftaustausch und Frischluftanteil versorgt werden. Dies gilt gleichermaßen für freies Lüften über Fenster wie beim Einsatz von raumlufttechnischen Anlagen oder Geräten, die wir in Frankfurt in den Schulgebäuden mit dem von Ihnen so heißgeliebten Passivhausstandard verbaut haben. Raumlufttechnische Anlagen sollen frische Luft unabhängig von Nutzereinflüssen von außen den Räumen zuführen und die verbrauchte Luft aus den Räumen nach draußen befördern. Bereits jetzt sollen die Lüftungsanlagen so eingestellt sein, dass vor dem Nutzungsbeginn und nach dem Nutzungsende eine Vor- und Nachspülung stattfindet, um Schadstoffe und Gerüche abzuführen. Dies kann natürlich bei Bedarf noch über eine zusätzliche Fensterlüftung ergänzt werden. In einem gemeinsamen Termin mit dem Gesundheitsamt am 24. August dieses Jahres bestand Einvernehmen, dass von diesen Anlagen keine Gefahren im Zusammenhang mit Covid-19 ausgehen. Im Gegenteil zeigen die Messungen der Vergangenheit, dass in der Heizperiode in aller Regel nur in Schulen mit ausreichend dimensionierter Lüftungsanlage befriedigende Raumluftqualitäten erreicht werden konnten. Zur Kontrolle sowohl der Fensterlüftung als auch der mechanischen Lüftung können CO2-Ampeln helfen, die Lüftungsnotwendigkeit je nach Jahreszeit und örtlichen Bedingungen rasch zu erkennen und das Lüftungsverhalten zu optimieren. Kohlendioxid gilt seit Langem als guter Indikator für den Luftwechsel, eine CO2-Konzentration von höchstens 0,1 Volumenprozenten zeigt unter normalen Bedingungen einen hygienisch ausreichenden Luftwechsel an. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass zentrale Lüftungsanlagen regelmäßig durch Fachpersonal gewartet und hinsichtlich ihrer korrekten Funktion überprüft werden. Ebenso ist die freie Lüftung über ausreichend dimensionierte, funktionstüchtige Fenster im Rahmen des Gebäudemanagements sicherzustellen. In den Schulen, die ausschließlich über Fensterlüftung verfügen, müsste spätestens nach 20 Minuten während des Unterrichtsbetriebes intensiv stoßgelüftet werden. Daher muss vor dem Hintergrund von Covid-19 vor allem in den Nichtpassivhausschulen im Winter auf eine intensivere Stoßlüftung während des Unterrichtsbetriebes geachtet werden. Man könnte also sagen, das Problem besteht insbesondere dort, sehr geehrter Herr von Wangenheim. Aber ich habe noch eine gute Nachricht: Es ist wissenschaftlich belegt, dass das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung die Freisetzung infektiöser Aerosole und Tröpfchen reduziert. Die konsequente Verwendung von Mund-Nase-Bedeckungen ist Bestandteil einer Strategie, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verlangsamen. Die konsequente Belüftung der Innenräume ist grundsätzlich immer geboten und kann helfen, potenziell infektiöse Aerosole in der Raumluft zu eliminieren. Frische Luft schadet nie, auch für eine frische Debatte in diesem Haus. (Beifall) Sehr geehrter Herr Stadtverordneter Budenz, steigende Infektionszahlen kurz vor Schulbeginn, Unsicherheit bei Eltern und Schulpersonal, Reiserückkehrer, diese Situationen haben die Stadt Frankfurt dazu veranlasst, das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes während des Unterrichtes als präventiv wirksame Maßnahme zu verordnen. Unser Ziel als Stadt war und ist es, Infektionen nach Möglichkeit zu vermeiden beziehungsweise zu verhindern, dass sich diese weiter ausbreiten, und zugleich das Infektionsmanagement so zu gestalten, dass die Schulen geöffnet bleiben können. Untersuchungen über eine mögliche psychische Belastung durch die Verpflichtung, Masken zu tragen, existieren bislang nicht.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 27. August 2020 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.