Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, HLNUG, hat an seiner Messstelle für Ultrafeinstaub in Schw
Zusammenfassung
Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie hat hohe Ultrafeinstaubwerte in Frankfurt ermittelt, die die WHO-Richtwerte überschreiten. Der Magistrat plant eine mehrjährige Studie zur Untersuchung der Ursachen und Auswirkungen von Ultrafeinstaub, um Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung zu entwickeln.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenFrage an den Magistrat
Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, HLNUG, hat an seiner Messstelle für Ultrafeinstaub in Schwanheim für die ersten Monate des Jahres 2024 exorbitant hohe Werte ermittelt, die an vielen Tagen den Richtwert der WHO von 10.000 Partikeln pro Kubikzentimeter deutlich überschritten haben. An Spitzentagen erreichten einzelne Messungen mehr als 70.000 Partikel, der Negativrekord liegt bei 91.350 Partikeln pro Kubikzentimeter. Hauptsächlicher Verursacher ist der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen.
Ich frage den Magistrat:
Wie bewertet der Magistrat eine mögliche Gesundheitsgefährdung der Frankfurter Bevölkerung durch Ultrafeinstaub, und wie gedenkt er, die Belastung durch selbigen deutlich zu reduzieren?
Antwort des Magistrats
Bei lufthygienischen Messungen sind kurzzeitig hohe Spitzenkonzentrationen nicht ungewöhnlich und bei sämtlichen Luftschadstoffmessungen typisch. Aus diesem Grunde orientieren sich lufthygienische Grenzwerte immer an Konzentrationen für das Jahresmittel eines Kalenderjahres beziehungsweise an Stunden- oder Tagesschwellenwerten, welche im Kalenderjahr in einer bestimmten Anzahl überschritten werden dürfen.
Die Entstehung und Ausbreitung von ultrafeinen Partikeln, UFP, sowie die Beurteilung der Belastung einschließlich der gesundheitlichen Auswirkung sind ein sehr komplexes Thema, welches noch nicht ausreichend erforscht ist. Aus diesem Grunde existieren noch keine Grenzwertempfehlungen der WHO beziehungsweise davon abgeleitete EU-Grenzwerte für die Partikelfraktion kleiner 100 Nanometer. Der Magistrat kann dementsprechend auch keine Bewertung einer möglichen Gesundheitsgefährdung vornehmen.
Um den Fragestellungen zur Entstehung, Belastung und Wirkung von UFP nachzugehen, führt das Forum Flughafen und Region, FFR, eine großangelegte, mehrjährige Ultrafeinstaubstudie durch. Die Studie ist in zwei Teilstudien gegliedert - eine Belastungsstudie, deren Durchführung im April 2024 startete, sowie eine Wirkungsstudie, welche gerade ausgeschrieben wird. Die Belastungsstudie umfasst zahlreiche Immissions- und Emissionsmessungen, um die Relevanz und Verteilung der UFP-Emissionen einzelner Quellgruppen zu verstehen. Schließlich werden validierte Immissionskarten flächendeckend im Beobachtungsgebiet Aufschluss über die Quellanteile der Belastung geben. Gemeinsam mit den Ergebnissen aus der Wirkungs- beziehungsweise Gesundheitsstudie werden auch Minderungspotenziale und -maßnahmen erarbeitet, wofür sich der Magistrat im Rahmen seiner Mitwirkung im begleitenden Arbeitskreis einsetzt.
Sämtliche Informationen zur Studie sind unter https://www.ultrafeinstaub-studie.de/de/ ausführlich nachzulesen. Bisherige Ergebnisse und laufende UFP Messungen des für lufthygienische Messungen zuständigen Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie - zum Beispiel https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/luft/luftqualitaet/sondermessprogramme/ ufp/UFP-Bericht-4.pdf - werden selbstverständlich weitergeführt beziehungsweise in die Studien integriert.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 12. September 2024 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.