Mit der Vorlage NR 1010 aus dem Jahre 2003 hat die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung die Umbenennung des Bahnhofs
Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt plant die Entfernung des Schriftzugs "Sportfeld" von einem Gebäude, um die nationalsozialistische Vergangenheit nicht zu reproduzieren. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer und dem Eintracht Frankfurt Museum. Ziel ist es, den Schriftzug zu entfernen und stattdessen ein Banner anzubringen.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
Mit der Vorlage NR 1010 aus dem Jahre 2003 hat die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung die Umbenennung des Bahnhofs "Sportfeld" in Bahnhof "Stadion" angenommen, hier im Vorfeld der WM
2006. Das ehemalige Empfangsgebäude am Bahnhof von 1879 gilt als Kulturdenkmal und steht unter Denkmalschutz. Auf dem Dach des Gebäudes ist weiterhin groß "Sportfeld" zu lesen, was bereits zu Beschwerden von Bürger*innen geführt hat. Das Kulturamt war schon im Gespräch mit den Eigentümern des Gebäudes.
Ich frage den Magistrat:
Wann wird auch hier das Wort "Sportfeld" aus der Zeit der Nazi-Diktatur entfernt, um so die Namensgebung von 1935 nicht zu reproduzieren?
Antwort des Magistrats
Sehr geehrte Frau Stadtverordnete Kauder!
In den vergangenen Jahren unternahm die Stadt Frankfurt intensive Bemühungen, gemeinsam mit dem Eigentümer eines Gebäudes, an dessen Fassade der nationalsozialistisch konnotierte Begriff "Sportfeld" zu lesen ist, eine Entfernung des Schriftzugs zu veranlassen. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz. Es handelt sich hierbei nicht um das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs.
Über mehrere Jahrzehnte war der Schriftzug am betroffenen Gebäude zunächst nicht sichtbar und daher auch nicht bekannt. Dies änderte sich, nachdem Baumbewuchs auf dem Gelände entfernt worden war, und die Gebäudefassade somit von der S-Bahnstation aus ersichtlich wurde.
Das Kulturdezernat und das Kulturamt ergriffen daraufhin Maßnahmen: Letzteres nahm Kontakt zum Eigentümer auf und bot an, die Kosten für die Entfernung des Schriftzugs zu übernehmen. Ortstermine fanden statt. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit eruiert, den entfernten Schriftzug im nahegelegenen Eintracht Frankfurt Museum als Zeitdokument auszustellen. An der Fassade
sollte stattdessen ein Banner mit dem Logo des Eintracht Frankfurt Museums und des Museumsufers angebracht werden. Der Eigentümer bekundete seine Bereitschaft für die Entfernung.
Diese Schritte wurden zwischen dem Gebäudeeigentümer, dem Direktor des Eintracht Frankfurt Museums und dem Kulturamt abgestimmt. Das Kulturamt ließ einen Grafikentwurf für das Banner zur Freigabe anfertigen und erklärte seine Bereitschaft, die Kosten zu übernehmen.
Trotz vielversprechender Gespräche, die in den Jahren 2019 und 2020 stattfanden, konnte die im Zuge ohnehin stattfindender Bauarbeiten angedachte Maßnahme bislang noch nicht vollzogen werden. Das Kulturamt beabsichtigt daher eine weitere Kontaktaufnahme, um erneut auf die Problematik des NS-Begriffs "Sportfeld", dessen Einführung 1935 unter Oberbürgermeister Friedrich Krebs im Zuge der sogenannten "Arisierung" erfolgte, hinzuweisen und um möglichst die Entfernung des Schriftzugs zu erreichen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 12. September 2024 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.