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Die Wildschweinplage in den waldnahen Gebieten Goldsteins hat sich weiter verschärft, Anwohnerinnen und Anwohner bericht

Vorlagentyp: F
Beantwortet

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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgen

Inhalt

Frage vom 11.11.2016, F 257 Die Wildschweinplage in den waldnahen Gebieten Goldsteins hat sich weiter verschärft, Anwohnerinnen und Anwohner berichten von gefährlichen Begegnungen mit den Wildtieren und erheblichen Sachschäden, die diese vor allem in Gärten, auf Freiflächen und Spielplätzen verursachen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Quartiere fühlen sich in ihrer Sicherheit beeinträchtigt. Daher frage ich: Was unternimmt der Magistrat, um hier Abhilfe zu schaffen?

Antwort des Magistrats: Stadträtin Rosemarie Heilig: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Frau Busch und Herr Podstatny, sehr geehrter Herr Lange! Der benannte Abschuss von 521 Wild-schweinen im Jahr 2008 resultierte aus dem damaligen massiven Anstieg der Wildschweinpopulation. Diese Populationsgrößen wurde in Frankfurt seither nicht wieder erreicht. Im Jahr 2015 beliefen sich die Abschusszahlen auf 362 Tiere. Dass sich Wildschweine verstärkt in den Grünanlagen und in der Nähe von Wohnsiedlungen aufhalten, lässt sich allerdings nicht ausschließlich mit der Populationsentwicklung begründen. Es liegt unter anderem auch darin begründet, dass die Tiere aufgrund des diesjährigen großen Angebots an Eicheln und Bucheckern auf der Suche nach eiweißhaltiger Nahrungsergänzung, wie zum Beispiel Engerlingen, die um diese Jahreszeit auf den Wiesen zu finden ist, in dem gesamten Bereich auf Nahrungssuche sind. Der Magistrat hat auf den erneuten witterungsbedingten Anstieg der Population in diesem Jahr bereits reagiert und die Anzahl der Jagden erhöht. Aktuell finden wöchentlich ein bis zwei Jagden statt. Hierfür wurden Hochsitze im Stadtwald platziert. In den besonders betroffenen Forstrevieren Schwanheim und Goldstein werden in diesem Jahr darüber hinaus drei große Jagden mit über 50 Schützen durchgeführt. Zum Vergleich: In den Vorjahren gab es nur eine Jagd dieser Größenordnung. Die Untere Jagdbehörde hat im Zusammenwirken mit dem städtischen Forst zwei zusätzliche städtische Jäger mit der Jagd innerhalb der Wohngebiete beauftragt. Um das Schussfeld für die Jäger zu verbessern und sogenannte Deckungsbereiche für die Wildschweine zu reduzieren, führt das Grünflächenamt in regelmäßigen Abständen Rückschnittmaßnahmen in den Grünanlagen durch. Derzeit prüft die Untere Jagdbehörde die Ausstattung der Stadtjäger mit künstlichen Lichtquellen, um die Abschussquote im innerstädtischen Bereich nach Möglichkeit noch weiter zu erhöhen. Neben der Bejagung der Tiere ist die Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger eine weitere wichtige Maßnahme zur Problemvermeidung. Mit Informationen, die wir zurzeit in den Briefkästen in den Wohngebieten verteilen, versuchen wir, neben Pressemitteilungen über das allgemeine Verhalten der Tiere und dem Verhalten bei etwaigen Begegnungen mit Wildschweinen zu informieren. Wichtig dabei ist, dass Wildschweine in der Regel Menschen nicht aktiv angreifen. Sie haben sich an die Nähe der Menschen gewöhnt. Berichte aus der Vergangenheit über Wildschweine, die in Gebäude eingebrochen sind, waren alle darauf zurückzuführen, dass diese Tiere verletzt und in Panik waren. Darüber hinaus prüft der Magistrat derzeit, ob eine Zaunziehung zwischen Wald und den betroffenen Grünflächen und dem Siedlungsbereich effektiv ist und die Wildschweine auf diese Weise aus den betroffenen Flächen ferngehalten werden können.

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Vielen Dank, Frau Stadträtin Heilig! Ich habe vier Zusatzfragen. Die erste kommt von Herrn Podstatny. Bitte! Stadtverordneter Roger Podstatny, SPD: (Zusatzfrage) Vielen Dank, Frau Heilig, für die Antwort. Der Magistrat ist sehr engagiert, und ich hoffe, dass es an der Stelle auch zu einem Ergebnis führt. Mir liegt eine E-Mail eines städtischen Mitarbeiters vor, der selbst ausgebildeter Jäger ist und außerhalb Frankfurts Jagden durchführt. Er würde dort nun auch gerne als Jäger tätig sein, um die Stadt an der Stelle zu unterstützen. Er hat am 26. Oktober eine E-Mail geschrieben, aber leider bis heute keine Antwort erhalten. Können Sie sich bemühen, dass er zumindest eine Antwort bekommt? Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Ja. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Lange von der CDU-Fraktion. Bitte! Stadtverordneter Robert Lange, CDU: (Zusatzfrage) Die Prüfung hinsichtlich des Zaunes zieht sich schon einigermaßen lange hin. Ich hätte eine positive Antwort erwartet. Meine Frage lautet: Wie genau hat sich in den letzten vier Jahren der Bestand der Wildschweine verändert? Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Das kann ich Ihnen hier und jetzt nicht beantworten, aber ich reiche die Antwort gerne schriftlich nach. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die dritte Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Bäppler-Wolf von der SPD-Fraktion. Bitte! Dir läuft bei dem Thema auch das Wasser im Mund zusammen, nicht wahr?

(Heiterkeit) Stadtverordneter Thomas Bäppler-Wolf, SPD: (Zusatzfrage)

Ja, eben. Ich wollte nämlich die Frage stellen, ob es vielleicht die Möglichkeit gäbe, durch Wildschweinspezialitäten bei den städtischen Kantinen dafür zu sorgen, dass die Population weniger wird.

(Heiterkeit) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Wir helfen dabei gerne. Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Auch das kann ich prüfen lassen. Bitte die nächste Frage. (Beifall, Heiterkeit) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die vierte und letzte Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Ochs. Bitte! Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Nee.

(Heiterkeit) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Doch. Stadtverordneter Bernhard E. Ochs, FRANKFURTER: (Zusatzfrage) Frau Stadträtin, wir haben jetzt eine Lärmschutzbeauftragte, sogar eine Stabsstelle, die beim Oberbürgermeister angesiedelt ist. Wären Sie dafür, dass wir vielleicht eine Stabsstelle Wildschwein hätten? Ich hätte auch schon einen Beauftragten, und zwar den Stadtrat a. D. und Oberst a. D. Stein. (Beifall, Heiterkeit) Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Sie meinen nicht im Ernst, dass ich diese Frage beantworte. Ich danke Ihnen! Antragstellende Person(en): Stadtv. Ursula Busch

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 11. November 2016 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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