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Kurz vor Fertigstellung des Bauvorhabens FOUR sollen in der Großen Gallusstraße zwölf Silberlinden gefällt werden. Als B

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Im Rahmen des Bauvorhabens FOUR sollen zwölf Silberlinden in der Großen Gallusstraße gefällt werden, da ihre Restlebenserwartungen als nicht erhaltenswert eingestuft wurden. Der Magistrat plant, die gefällten Bäume durch klimaaffine Baumarten in größeren Baumgruben zu ersetzen, um zukunftsträchtige Standorte zu schaffen.

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Frage an den Magistrat

Kurz vor Fertigstellung des Bauvorhabens FOUR sollen in der Großen Gallusstraße zwölf Silberlinden gefällt werden. Als Begründung wird eine merkwürdige Mischung aus Schäden durch Bauarbeiten und Klimawandel genannt. Größenwahn, also man kann schließlich alles wegschmeißen und neu kaufen, wenn man es sich nur leisten kann, wird nicht genannt. Auch die Bäume zu erhalten und zusätzliche Bäume zu setzen, wo es dringlicher ist, wird nicht in Erwägung gezogen.

Ich frage den Magistrat:

Einige Bäume bekommen den Bewertungszustand gut, warum sollen die gefällt werden? Insbesondere das Prachtexemplar Nr.16 mit 135 cm Stammumfang schreit geradezu danach, erhalten zu werden. Nur ein Baum erhält die Note "mangelhaft". Die meisten erhalten die Note "befriedigend" .

Antwort des Magistrats

Stadträtin Rosemarie Heilig:

Liebe Stadtverordnetenvorsteherin,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Schwichtenberg!

Der Magistrat legt bei der Beurteilung, ob Baumfällungen genehmigt werden können, einen strengen Maßstab an. Das will ich erst einmal vorausschicken. Dies gilt auch bei dem vorliegenden Vorhaben, umso mehr, weil es sich um Baumfällungen in der verdichteten und klimatisch aufgeheizten Innenstadt handelt.

Die Notwendigkeit der Baumfällungen im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben FOUR ergibt sich jedoch aus dem vorliegenden fachtechnischen Baumgutachten. Das wurde auch im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz besprochen.

Herr Schwichtenberg, wenn Sie nicht wollen, dass ich antworte, kann ich auch einfach aufhören.

Dieses bestätigt, dass die Restlebenserwartungen der betroffenen Bäume "nicht erhaltenswert" beziehungsweise "bedingt erhaltenswert" sind, was ich sehr bedaure. Die Vitalität der einzelnen Bäume wurde in den unterschiedlichen Jahreszeiten seit August 2020 im belaubten und unbelaubten Zustand in Baumgutachten dokumentiert. Auch die fachliche Expertise des Grünflächenamtes bestätigt leider die Notwendigkeit der Fällung und die Chancen für eine nachhaltige Neupflanzung. Die Bäume haben am Standort keine weitere Entwicklungsmöglichkeit. An den aktuellen Baumstandorten ist das Wurzelvolumen leider erschöpft. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt wachsen die Wurzeln direkt unter dem Pflasterbelag oder in den Fugen des Pflasters. Die Bäume versuchen, am Standort zu überleben. Die Baumgruben entsprechen nicht dem heutigen Standard und Wissensstand.

Durch die Umgestaltung der Freiflächen bietet sich allerdings die Möglichkeit, zukunftsträchtige, klimaaffine und nachhaltige Baumstandorte zu schaffen. Im Rahmen des Projekts wird die Möglichkeit genutzt, den abgängigen Baumbestand mit klimarelevanten Baumarten in neuen, großen Baumgruben, die untereinander verbunden sind, zu ersetzen. Die neuen Bäume erhalten somit einen deutlich größeren und qualitativ verbesserten Lebensraum. In dem Zusammenhang ist es mir wichtig, auch noch einmal darauf hinzuweisen, Sie haben das vielleicht auch schon bemerkt, es vergeht eigentlich leider fast kein Tag, an dem wir in den städtischen Pressemeldungen nicht sagen: "Baumfällarbeiten im gesamten Stadtgebiet". Da ist natürlich auch der Klimawandel der Verursacher. Dieser jetzt hier explizit angesprochene Baumstandort ist nur ein Beispiel, wie schlecht es unseren Stadtbäumen geht, die natürlich an allen Standorten extrem leiden, mal ganz abgesehen vom Stadtwald. Für uns ist es sehr wichtig, auf der einen Seite klimaaffine Bäume zu pflanzen, aber auch wirklich Standorte zu schaffen, wo man heute nicht mehr nur einen Ersatz macht, sondern wirklich eine Größe aushebt, damit ein Baum in der Stadt im Straßenbereich überhaupt überlebensfähig ist. Das ist eine wahnsinnig große Herausforderung für die Stadt Frankfurt.

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Es gibt eine Zusatzfrage von Herrn Schwichtenberg. Bitte!

Stadtverordneter Tilo Schwichtenberg, Gartenpartei:

(Zusatzfrage)

Das ist eine Unterstellung. Wir haben nicht im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz gesprochen. Sie haben nichts dazu gesagt, deswegen jetzt hier.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Ihre Frage bitte!

(Zurufe)

Stadtverordneter Tilo Schwichtenberg, Gartenpartei:

(fortfahrend)

Er hat etwas gesagt, das war unter aller Kanone.

Ich habe den Eindruck, Sie sprechen von 100 Prozent aller Stadtbäume. Denen geht es allen nicht gut, aber wir können die nicht alle fällen. Warum hat diese Baumfällvorlage keine Fotos von den Bäumen? Baumfällvorlagen haben immer Fotos und man kann sich die Bäume anschauen. Warum ist das in diesem Fall hier nicht so und ich soll Ihnen blind glauben? Wollen wir die Bäume gemeinsam anschauen gehen? Das wäre es doch.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Die Frage ist angekommen.

Stadträtin Rosemarie Heilig:

(fortfahrend)

Mir ist nicht bekannt, dass es bei jeder Baumfällvorlage solche Fotos geben muss. Es gibt dafür keine Verpflichtung. Ich glaube, dass das, was ich vorgetragen habe, Ihre Frage erschöpfend beantwortet hat.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Die zweite Zusatzfrage kommt von Frau Momsen von den GRÜNEN. Bitte!

Stadtverordnete Sylvia Momsen, GRÜNE:

(Zusatzfrage)

Frau Stadträtin, mich würde einmal interessieren: Die Baumscheiben sind relativ klein in Frankfurt, besteht denn die Möglichkeit, diese zu vergrößern, Wiesbaden hat eine fast doppelte Größe, sodass die zukünftigen Bäume dann stabiler stehen könnten?

Stadträtin Rosemarie Heilig:

(fortfahrend)

Das habe ich versucht, auszuführen. Das ist so. Wir haben heute einen ganz anderen Wissensstand und auch einen anderen Standard. Aber dadurch wird die Nachpflanzung nicht leichter, weil viele meinen, der gesunde Menschenverstand reicht hier auch. Man nimmt einen Baum an einer Stelle weg und setzt einfach einen gleich großen wieder dahin. Heute wissen wir, dass wir ganz andere Bedingungen schaffen müssen für die Bäume, damit sie entwicklungsfähig sind. Das heißt, dass wir heute wesentlich größere Pflanzlöcher machen und dass auch der Standard ganz anders sein wird. Das wollen wir an dieser Stelle auch realisieren: kommunizierende Röhren geben und auch eine viel bessere Wasserversorgung an der Stelle.

(Beifall)

Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 2137

Stadtverordneter Tilo Schwichtenberg, Gartenpartei:

Liebe Klimaaktivisten auf der Welt, da draußen am Stream und natürlich hier drinnen, sollte es welche geben!

Zwölf Silberlinden sollen weggeschmissen und neu gekauft werden. Das juckt hier keinen. Ich gehe jede Wette ein, die wichtigen Leute hier sehen das als lächerlich und langweilig an und wollen sich nicht damit beschäftigen. Aber sie müssen, die Gartenpartei macht es möglich. Durch Ihr Wegschauen gab es solche krassen Fehlentwicklungen wie die, die Grüne Lunge zu bebauen, Stichwort Günthersburghöfe. Sie wissen, Sie haben dadurch den Steuerzahler stark belastet, ohne jeglichen Nutzen. Die wichtigen Leute hier haben sich massiv verschätzt, sind blind immer weitergegangen. In diesem Fall ist es so absurd, dass gut bewertete Bäume in der Großen Gallusstraße ersetzt werden sollen. Der Stammumfang beträgt 1,35 Meter, so etwas wächst in 40 Jahren nicht. Wichtige Fragen sollen vor der Fällung nicht beantwortet werden. Das will niemand anderes als Sie hier drinnen, die sich unfassbar ignorant gegenüber dem Frankfurter Ökosystem verhalten und nichts wissen wollen, blind bleiben wollen. Ich könnte jetzt die Fragen vorlesen und Argumente nennen, doch ich erzähle lieber den Menschen da draußen von Ihrer Arroganz hier drinnen, Herr Pürsün, von Ihrem Verhalten, von Ihrem größenwahnsinnigen Verhalten. Man kann doch heutzutage alles wegschmeißen und neu kaufen. Denn nichts anderes bedeuten diese sinnlosen Fällungen. Als Grund für die Fällung wird eine Mischung aus Schäden durch die Bauarbeiten und den Klimawandel genannt. Wie passt das zu der eigenen Bewertung, einige der Bäume seien in einem guten Zustand? Gar nicht, genau. Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Hier in der Großen Gallusstraße sollen jetzt, wo die Baustelle fast fertig ist, alle Bäume weggeschmissen werden - völlig überraschend.

Schauen wir nach Zeilsheim. Im Welschgraben sollen die hundertjährigen Kastanien erhalten werden - hört, hört -, obwohl das Haus nur vier Meter entfernt entstehen soll. Dies hat man nun vorher vereinbart. Wer das glaubt, ist nicht bei Trost. Am Ende wird doch weggeschmissen und neu gekauft, wie in der Großen Gallusstraße. Aber wie naiv muss man sein? Lassen sich hundertjährige Kastanien einfach so wegschmeißen? Also, Moment, ja, das geht. Wegschmeißen geht wirklich, das hat man im Biergarten Drosselbart gesehen. Wegschmeißen geht. Aber wie naiv muss man sein, wenn man eine hundertjährige Kastanie einfach so neu kaufen will? Ich glaube, dieser Saal ist voll von diesen naiven Leuten, die glauben, man könnte sie einfach neu kaufen.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Kommen Sie bitte zum Schluss!

Stadtverordneter Tilo Schwichtenberg, Gartenpartei:

(fortfahrend)

Also, ich zähle auf die Leute da draußen am Internetstream, der leider immer noch nicht aufgezeichnet wird und niemals aufgezeichnet werden wird. Die Leute hier drinnen sind immer noch nicht so weit.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Ihre Redezeit ist abgelaufen.

Stadtverordneter Tilo Schwichtenberg, Gartenpartei:

(fortfahrend)

Irgendwas läuft hier immer schief.

Bis später!

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 25. Januar 2024 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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