Die Bombennacht des 22. März 1944, die nicht nur unzählige Tote, Verletzte sowie Obdachlose, sondern auch die fast volls
Zusammenfassung
Der Magistrat plant anlässlich des 80. Jahrestages der Bombennacht vom 22. März 1944 eine Gedenkveranstaltung in der Frankfurter Altstadt. Diese soll die Erinnerung an die Opfer des Bombenkriegs und die Zerstörung der Altstadt wachhalten und wird von verschiedenen städtischen Institutionen unterstützt, die zusätzliche Veranstaltungen und Ausstellungen organisieren.
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Thema Kultur verfolgenFrage an den Magistrat
Die Bombennacht des 22. März 1944, die nicht nur unzählige Tote, Verletzte sowie Obdachlose, sondern auch die fast vollständige Zerstörung der Frankfurter Altstadt zur Folge hatte, jährt sich in diesem Jahr zum achtzigsten Mal. Mit Beschlussausfertigung § 6673 vom 10.09.2009 hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, zu solch besonderen Jahrestagen der Zerstörung eine größere Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer stattfinden zu lassen.
Ich frage den Magistrat:
In welcher Form wird der Magistrat das Gedenken an diesem besonderen Jahrestag begehen , und welche konkreten Planungen für eine von der Stadt Frankfurt ausgerichteten Gedenkveranstaltung liegen bereits vor?
Antwort des Magistrats
Stadträtin Dr. Ina Hartwig:
Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
sehr geehrter Herr Stadtverordneter Pfeiffer,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
wie Sie wissen, wurde bereits im letzten Jahr die Bodengedenkplatte vor dem Haus "Goldene Waage", die seit den 1970er-Jahren vor dem Technischen Rathaus an die Zerstörung der Altstadt erinnerte, neu verlegt. Da sich die Inschrift der bronzenen Tafel bislang allein auf die Zerstörung der Altstadt und die damit verbundenen Opfer beschränkte, wurde sie um einen kontextualisierenden Ring ergänzt, der an das Leid des Bombenkriegs in ganz Europa erinnert und folgende Inschrift trägt: "Von Deutschland ging seit September 1939 ein globaler Vernichtungskrieg aus. Alle Opfer dieses Krieges mahnen uns zu Frieden, Versöhnung und Demokratie."
Die Erinnerung an die Opfer der Frankfurter Bombennächte und die Zerstörung der historischen Altstadt als ein gravierendes Kapitel unserer Stadtgeschichte darf nicht aus dem öffentlichen Bewusstsein geraten. Gleiches gilt für die historische Ursache der Bombardierung.
(Beifall)
Die alleinige Konzentration auf Kriegszerstörungen und die Opfer in Frankfurt ist aus heutiger Perspektive einseitig und verschweigt einen wichtigen Teil der Geschichte.
(Beifall)
Zum Jahrestag der schwersten Bombardierung plant der Magistrat entsprechend dem zitierten Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eine würdevolle Gedenkstunde in einem diesen Aspekten angemessenen Rahmen in der Altstadt. Der Oberbürgermeister wird für den Magistrat sprechen. Sie werden rechtzeitig eine Einladung zu dieser Gedenkstunde erhalten.
Darüber hinaus wird der
80. Jahrestag des schweren Bombardements Frankfurts 1944 im Mittelpunkt mehrerer Gedenkveranstaltungen in städtischen Museen und Institutionen stehen. So plant das Institut für Stadtgeschichte am 18. März 2024 einen Themenabend "Frankfurt im Luftkrieg vor 80 Jahren". Dabei werden zunächst zeitgenössische Filmaufnahmen gezeigt, welche die immense Zerstörung der Stadt verdeutlichen. Die beiden Historiker Dr. Thomas Bauer und Tobias Picard werden die Filme kommentieren und wissenschaftlich einordnen. Im Anschluss plant das Institut eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Christoph Cornelißen, Historiker, Goethe-Universität Frankfurt, Frau Dr. Nicole Kramer, Historikerin, Universität Köln, Dr. Niklas Schörnig, Politikwissenschaftler, Peace Research Institute Frankfurt, sowie Dr. Bernd Heidenreich, Stadtrat und Historiker. Die Moderation übernimmt Dr. Matthias Alexander, FAZ.
Auch das Archäologische Museum Frankfurt wird an die Ereignisse des 18. März 1944 erinnern und bereitet anlässlich der Zerstörung der Frankfurter Innenstadt eine kleine Ausstellung vor, die am 18. März - nach der Veranstaltung des Instituts für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster - gegen 20 Uhr in der Kaiserpfalz franconofurd, also im Herzen der Altstadt, wo noch Fundamente von 1944 zerstörten Häusern zu sehen sind, eröffnet wird. Die Ausstellung wird den Titel tragen: "18. März 1944 - Zerstörung eines Museums".
Thematisiert wird die Zerstörung des damaligen Museums für heimische Vor- und Frühgeschichte im ehemaligen Dominikanerkloster, die zum Verlust zahlreicher wertvoller Objekte der Sammlung des Museums sowie der Bibliothek führte. Die Ausstellung befasst sich außerdem mit der Zerstörung des Karmeliterklosters, des heutigen Standortes des Archäologischen Museums, beim Angriff vom 22.03.1944.
Bereits jetzt zu sehen ist in der Kaiserpfalz die am
19. Januar eröffnete und sehr sehenswerte Ausstellung "Spuren der Steine", die Werke des Bildhauers Friedhelm Welge aus Spolien von Innenstadthäusern mit Brandspuren der Bombennächte versammelt.
(Beifall)
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Es gibt eine Zusatzfrage vom Fragesteller Herrn Stadtverordneten Pfeiffer von der BFF-BIG-Fraktion. Bitte!
Stadtverordneter Mathias Pfeiffer, BFF-BIG:
(Zusatzfrage)
Frau Dr. Hartwig, vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort! Es freut mich, dass einiges geplant ist. Ich habe nur eine kleine Zusatzfrage, weil Sie darauf auch noch einmal eingegangen sind. Die Kontextualisierung dieses Ereignisses ist ja bereits in der Beschlussausfertigung, die ich in meiner Frage zitiere, enthalten. Ist Ihnen bekannt, dass die Länge der Fragen auf 700 Zeichen begrenzt ist?
Stadträtin Dr. Ina Hartwig:
(fortfahrend)
Kein Kommentar.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 25. Januar 2024 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.