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Im Bericht B 158 vom Mai 2019 zur Gewalt im Amateurfußball hat der Magistrat darüber berichtet, dass er seitens des Fußb

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Frage vom 19.09.2019, F 2079 Im Bericht B 158 vom Mai 2019 zur Gewalt im Amateurfußball hat der Magistrat darüber berichtet, dass er seitens des Fußballverbandes unmittelbar über signifikante Ereignisse auf den Frankfurter Fußballplätzen in Richtung Gewalt, Diskriminierung oder ähnliches informiert wird. Was die Anzahl gewalttätiger Vorfälle im Frankfurter Amateurfußball betrifft, gab es in den letzten Jahren bezüglich der Kammerurteile keinen tendenziellen Anstieg. Vor ein paar Wochen ist nun die neue Saison 2019/2020 gestartet.

Ich frage den Magistrat: Liegen dem Magistrat aktuelle Erkenntnisse vor?

Antwort des Magistrats: Stadtrat Markus Frank: Herr Vorsteher, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte vielleicht ein paar Worte, bevor ich auf die konkreten Fälle zu sprechen komme, dazu sagen, wie wichtig uns der Fußball ist, denn der Fußball begeistert eben eine ganze Reihe von Menschen in der Stadt. Es sind 100 Frankfurter Fußballvereine, die wir haben, ungefähr 35.000 aktive Mitglieder und davon 15.000 Kinder und Jugendliche. Der Fußball hilft uns, das internationale Frankfurt, die Werte, die wir haben, weiterzubringen, viele Menschen an Spielregeln zu gewöhnen, zu beteiligen sowie Mannschafts- und Teamgeist voranzubringen. Deshalb nehmen wir Gewalt im Amateurfußball sehr ernst. Immer wenn wir Hinweise bekommen, unterstützen wir zum Beispiel den DFB und die Verbände sowie den Kreisfußballverband. Deshalb darf ich Ihnen mitteilen, Frau Kauder, dass wir an jedem Wochenende zwischen 300 und 330 Spiele auf unseren Fußballplätzen haben. Bei drei Begegnungen in dieser Saison gab es Spielabbrüche. Im Erwachsenenbereich gab es einen Vorfall, der auch vor das Sportgericht geht. Ich will es aber noch einmal zusammenfassen: Vier bekannte Fälle an einem Wochenende mit bis zu 330 Begegnungen nehmen wir trotzdem sehr ernst. Jeder Fall ist einer zu viel. Wir sind gemeinsam mit dem Präventionsrat und auch mit dem Sportkreis dabei, unsere Sportvereine weiterhin zu unterstützen, damit das weniger wird. Danke schön!

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Vielen Dank! Die erste Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Dr. Schulz von der FDP-Fraktion. Bitte! Stadtverordneter Dr. Uwe Schulz, FDP: (Zusatzfrage) Herr Frank, haben Sie auch Erkenntnisse über antisemitische Vorfälle im Amateurfußball, weil man vonseiten Makkabi hier öfters entsprechende Hinweise bekommt? Stadtrat Markus Frank: (fortfahrend) Ja, wir sind mit Makkabi im Gespräch. Makkabi hat uns berichtet, dass die Stimmung rauer geworden wäre, und wir sind da im engen Austausch. Genau das wollen wir nicht. Fußball ist eine wunderbare Möglichkeit, Menschen mit unseren Werten in Verbindung zu bringen und unsere Werte weiterzubringen, deshalb wollen wir eben nicht zulassen, dass Gewalt oder auch antisemitische Auswüchse im Fußball eine Möglichkeit haben. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Reschke von der AfD-Fraktion. Bitte! Stadtverordneter Horst Reschke, AfD: (Zusatzfrage) Herr Dezernent, ist Ihnen auch bekannt, dass inzwischen viele Schiedsrichter die Spielverläufe, die sie in einer Niederschrift festhalten, dahin gehend beschönigen, dass sie verbale und sogar körperliche Ausschreitungen nicht nach oben melden, weil man eben Sorge hat, dass es doch nicht ganz so friedlich auf den Plätzen zugeht, wie Sie es eben geschildert haben? Stadtrat Markus Frank: (fortfahrend) Sie sagen, dass die Schiedsrichter Spielberichte anders ausführen würden, als die Spiele tatsächlich stattgefunden haben, habe ich das richtig verstanden? Wir sind natürlich auch im Austausch mit den Schiedsrichtern. Die berichten uns auch, dass es Spielverläufe gibt, die sehr unglücklich sind, wo zum Beispiel bei Jugendspielen Eltern plötzlich Schiedsrichter angreifen, aber dass Schiedsrichter jetzt wissentlich Spielberichte verändern, kann ich nicht bestätigen. Das wäre auch kontraproduktiv, weil wir natürlich auch mit dem Schiedsrichterverband in Verbindung stehen. Wenn wir uns an die eigene Nase fassen, wenn wir im Waldstadion sind, sind wir auch nicht immer mit der Qualität der Arbeit der Schiedsrichter uneingeschränkt einverstanden, insbesondere wenn es gegen unsere Mannschaft geht. Schiedsrichter sein ist also ein schwieriger Job. Wir wollen, dass es Schiedsrichter gibt. Die Schiedsrichter sind die Grundlage dafür, dass überhaupt Spiele stattfinden können. Insofern macht es überhaupt keinen Sinn, Spielberichte falsch abzugeben, sondern ganz im Gegenteil, man muss mitteilen, was schiefgelaufen ist, damit auch wir, zum Beispiel als Präventionsrat, helfen können. Wir haben ein ganz breites Maßnahmenpaket mit dem Fußballverband auf den Weg gebracht. Wir können natürlich nur dort helfen, wo wir die Mitteilung bekommen, dass etwas schiefgelaufen ist.

(Beifall) Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 2079 Stadtverordnete Natascha Kauder, GRÜNE: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist nicht oft genug zu betonen: Frankfurt ist die Sportstadt. Das Verbindende und Integrative gilt neben Fußball - ob im Amateur- oder im professionellen Bereich - in allen Sportarten. Gerade diese Woche setzen wir mit der Europäischen Woche des Sports "be active" die Stadt in Bewegung. Von Wassergymnastik, Yoga, Zumba, Tennis, "aktive Schulkids" bis zu gesunder Ernährung gibt es mehr als 120 Angebote. Das alles wird sehr friedlich, fair, bunt und mit viel Spaß stattfinden. So, wie über 99 Prozent der Sportveranstaltungen, ob im professionellen oder nicht professionellen Bereich. Die Zahlen bestätigen das. In der vergangenen Saison gab es vereinzelte Fälle von Formen von Gewalt im oder nach dem Sport. In der aktuellen Saison gab es vier Vorfälle. Dass es hier in Frankfurt so wenige Vorfälle gibt und sich alle auf die Spiele fokussieren, hat auch sehr viel damit zu tun, dass wir sehr viele präventive Maßnahmen anbieten. Wir kooperieren mit dem Fußballkreis Frankfurt, dem Hessischen Fußballverband bis hin zum DFB. Wie in meiner Rede zum Sport im Juni gesagt, ist es uns sehr wichtig, dass sich Frankfurt für einen Sport ohne jede Form von Diskriminierung, Rassismus, Homophobie, Antisemitismus und Geschlechterdiskriminierung einsetzt. Die Meldungen, die aktuell bundesweit aufkommen, über verbale und tätliche Angriffe auf Gegenspieler und Schiedsrichterinnen, auch im Jugendfußball, sind erschreckend und müssen reduziert werden. Am Samstag im Spiel Eintracht Frankfurt gegen Dortmund hat Max Baum vom TuS Makkabi zum Beispiel von verbalen Bedrohungen erzählt. Jeder Vorfall, jede Bedrohung ist eine zu viel.

(Beifall) Die Strafen des Hessischen Fußballverbandes sind differenziert ausgestaltet und orientieren sich am jeweiligen Vorfall. Dabei kommen Geldstrafen, Spielsperren ebenso zum Tragen wie das Verbot einer Ausübung oder einer Platzsperre. Manche der Vorfälle sind aber so leise, so subtil und doch so verletzend. Hier muss mehr Hilfe für die Betroffenen und die Vereine angeboten werden. Hier kann die Stadt, das Sportamt und der engagierte Dezernent Markus Frank nicht alleine gelassen werden. Wenn wir keinen Anstieg von vielfältigen Formen der Gewalt erleben wollen, muss auch in Frankfurt mehr investiert werden. Gerade der Fußball boomt, bei Jungs wie bei Mädchen. Bei den Vereinen in Bornheim, Ginnheim, in der gesamten Stadt gibt es Warteplätze für sportbegeisterte Kinder, Kinder aus vielfältigen Familien und Kinder aus vielfältigen Kulturen. Die Frankfurter Erklärung, eine Initiative des Fußballkreises Frankfurt gegen Gewalt, gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf den Sportplätzen, fordert dazu besser ausgebildete Trainer, Trainerinnen und mehr Betreuungspersonal sowie Kampagnen für mehr Respekt, auch von Eltern und Zuschauern gegenüber der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Demokratieförderung, Integration, Konfliktkompetenz, Konfliktprävention, ... Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Frau Kauder. Stadtverordnete Natascha Kauder, GRÜNE: (fortfahrend) Einen Moment. ... Mediation und Konflikttraining. (Heiterkeit) Der Abbau von Vorurteilen und Chancengleichheit soll für alle ein Ziel sein.

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Damit sind Sie am Ende. (Beifall, Heiterkeit) Das Klingelsignal kam aus der eigenen Fraktion, nicht von mir. Die nächste Wortmeldung ist von Herrn Klingelhöfer von der SPD-Fraktion. Bitte! Stadtverordneter Jan Klingelhöfer, SPD: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst einmal finde ich es schwierig, jetzt zu diesem Thema zu sprechen, das auf eine Anfrage der AfD beruht, denen es nicht um das Thema Gewalt im Fußball an sich ging, um dort Probleme zu beheben, sondern sie haben ihre Fragen ja deszendent nach den besonderen Gruppen gestellt, die diese Gewalt ausüben, um dann hier wieder gegen Minderheiten zu stänkern und zu hetzen.

(Beifall) Deshalb von mir nur einige wenige Gedanken zu dem Thema. Gewalt gegen Spieler, Trainer und Zuschauer haben auf dem Fußballplatz nichts zu suchen. Punkt. Den Vorfällen muss nachgegangen werden, und sie müssen hart bestraft werden. Antisemitismus, Homophobie, rassistische Äußerungen aufgrund des Geschlechts, der Hautfarbe, sexueller oder religiöser Orientierung haben auf dem Fußballplatz nichts zu suchen. Punkt.

(Beifall) Hier wäre vielleicht eine Aktion oder eine Kampagne analog der Kampagne des Sport- und Ordnungsdezernenten Markus Frank, mehr Respekt gegenüber Polizisten, Feuerwehrleuten und Hilfskräften, Respekt gegenüber den Mitspielern, dem Schiedsrichter und den Zuschauern. Ein letzter Punkt. Ein großes Zeichen vom DFB wäre es auch, was es bereits in anderen Ländern gibt, bei antisemitischen oder rassistischen Äußerungen von Zuschauern oder von Spielern das Spiel einfach zu unterbrechen und erst dann fortzusetzen, wenn die Lage sich wieder beruhigt hat. Das wäre ein Zeichen, dass wir Antisemitismus und Rassismus in unseren Stadien nicht dulden. Danke!

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Vielen Dank, Herr Klingelhöfer! Die nächste Wortmeldung kommt von Herrn Dr. Schmitt von der CDU-Fraktion. Bitte schön! Stadtverordneter Dr. Christoph Schmitt, CDU: Herr Vorsteher, meine Damen und Herren! Die CDU-Fraktion ist selbstverständlich auch der Meinung, dass Gewalt im Sport keinen Platz hat. Gleichwohl sind wir aber der Meinung, wir müssen das Passende in das Verhältnis setzen. Wir haben in Frankfurt 100 Fußballvereine, 35.000 aktive Fußballerinnen und Fußballer aus 150 Nationen. Es finden pro Wochenende 330 Spiele statt. Es hat diese Saison bisher vier, wenn auch sehr bedauerliche Vorfälle gegeben. Das heißt im Ergebnis, dass der weitaus größte Teil des Fußballs in Frankfurt fair und gewaltfrei stattfindet. Selbstverständlich hat Fußball aber in unserer Stadt eine integrative Aufgabe. Diese integrative Aufgabe wird nicht funktionieren, wenn die Spiele nicht gewaltfrei und fair ablaufen. Deswegen ist es gut, dass der Magistrat einen runden Tisch eingerichtet hat, an dem unter anderem der Frankfurter Fußballkreis und der Präventionsrat teilnehmen, der sich mit Gewaltprävention und Prävention vor Diskriminierung im Frankfurter Fußball regelmäßig beschäftigt. Ich bedanke mich bei Herrn Stadtrat Frank, dass er das hier noch einmal klargestellt hat, dass Gewalt im Frankfurter Fußball keinen Platz hat. Auch Frau Kauder bin ich dankbar für die Anmeldung dieser Aktuellen Stunde, die uns Gelegenheit gibt, darüber zu sprechen. Wir müssen aber auch feststellen, dass die Gewalt, die im Fußball stattfindet, letzten Endes nichts anderes ist, als der Spiegel unserer Gesellschaft. Sie ist auch Ausdruck einer allgemeinen Tendenz zu mehr Gewalt, leider auch zu Diskriminierung und zu anderen unerfreulichen Erscheinungen, die nicht nur innerhalb des Sports oder des Fußballs behandelt werden können, sondern die eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellen. Dieser müssen wir uns stellen mit den uns bekannten Mitteln der Integration, der Bildung, der Jugendarbeit, dem sozialen Ausgleich und leider in letzter Konsequenz auch außerhalb der Sportgerichtsbarkeit notfalls mit den Mitteln des Strafrechts. Wir sind der Meinung, dass Frankfurt insgesamt eine sehr lebendige und sehr gute Fußballlandschaft hat, aber wir wollen mit Ihnen weiter daran arbeiten, dass es noch besser wird und insbesondere Gewalt keine Rolle mehr spielt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

(Beifall) Antragstellende Person(en): Stadtv. Natascha Kauder

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 19. September 2019 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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