„Auch wenn für Außenstehende manches im Dunkeln bleibt, deutet viel darauf hin, dass die Verantwortung für die Verzögeru
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Zusammenfassung
Der Magistrat plant, den Kulturcampus im Sinne einer gemeinwohlorientierten Stadt- und Quartiersentwicklung zu realisieren. Ziel ist es, die Planungen zur Nutzung des Kulturcampus voranzubringen und dabei bestehende Gebäude zu erhalten sowie neue kulturelle Einrichtungen zu integrieren.
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Thema Wohnen verfolgenFrage an den Magistrat
Auch wenn für Außenstehende manches im Dunkeln bleibt, deutet viel darauf hin, dass die Verantwortung für die Verzögerungen vor allem bei der Stadt liegt", schreibt die überregionale FAZ am 20.11.2023 zu den inzwischen Jahre dauernden Verhandlungen zum Kulturcampus. Da fraktionsübergreifend dort vor allem der Standort für die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst gesichert werden soll, frage ich den Magistrat: Welche Kompromissmöglichkeiten wird er an die künftige Landesregierung herantragen?
Antwort des Magistrats
Der Magistrat möchte den Kulturcampus im Sinne einer gemeinwohlorientierten Stadt- und Quartiersentwicklung realisieren.
Die Planungen zum Kulturcampus laufen inzwischen seit über 20 Jahren. Das Areal sollte ursprünglich 2014 einer neuen Nutzung zugeführt werden. Aufgrund steigender Studierendenzahlen und Zeitverzögerungen beim Bau der neuen Universitätsgebäude auf dem Campus Westend konnte dieser Zeitplan nicht eingehalten werden. Nach derzeitigen Informationen soll die universitäre Nutzung des Kulturcampus bis 2028 aufgegeben werden. Eine stufenweise Übergabe von Gebäuden wird derzeit zwischen Land, Stadt und Universität besprochen.
In den vergangenen 20 Jahren haben sich planerische Ansätze und fachliche Erkenntnisse weiterentwickelt. Ursprünglich basierte das Projekt Kulturcampus auf einer Art "Flächensanierung", bei der der alte Campus weitestgehend abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden sollte. Inzwischen besteht in der Fachwelt und auch im politischen Raum ein breiter Konsens, dass dieser Ansatz nicht mehr zeitgemäß ist.
Im Sinne einer Um- und Weiterbaukultur ist die Vorstellung von reinem Abriss und Neubau nicht sinnvoll, weshalb die Zeitverzögerung auch als Chance genutzt werden kann, den Kulturcampus stattdessen bestandserhaltend im Sinne einer behutsamen Stadterneuerung weiter zu entwickeln. Dies war auch Gegenstand der öffentlichen Diskussionen und der Forderungen aus den Stadtteilen Bockenheim und Westend, wo Diskurse und Sensibilitäten in Bezug auf den Bestandserhalt von Gebäuden eine starke ortsgeschichtliche Tradition haben.
Das Ziel bleibt also bestehen, den Kulturcampus hier gemeinwohlorientiert und mit kulturellem Schwerpunkt zu entwickeln. Deshalb ist die Vereinbarkeit von neuen, größeren Kulturbausteinen wie dem Max Planck Institut oder der HfMDK sowie die Umnutzung bestehender Gebäude, beispielsweise für kleinteiligere Kulturinitiativen wie das Offene Haus der Kulturen derzeit Gegenstand laufender Gespräche mit allen Beteiligten, darunter auch das Land, die Universität, das Max Planck Institut und die HfMDK. Gespräche wurden und werden darüber hinaus mit zivilgesellschaftlichen Initiativen, dem ASTA, der Druckerei und dem Verein "Offenes Haus der Kulturen" geführt.
Die künftige Nutzungsverteilung des Kulturcampus wurde mit dem sogenannten "Konsensplan" festgelegt, der bis 2012 im Rahmen einer umfassenden Beteiligung und Mitwirkung zahlreicher Akteure, insbesondere aus dem Stadtteil, erarbeitet wurde. Dieser Konsensplan stellt die Arbeitsgrundlage für die Umsetzung des Kulturcampus durch das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und künftige Nutzer dar.
Zur HfMDK: Die Hochschule sollte ursprünglich auf dem Areal der Dondorfschen Druckerei, der Universitätsbibliothek und dem sogenannten Tortengrundstück realisiert werden. Der 2016 in Kraft getretene Bebauungsplan enthält die entsprechenden Festsetzungen.
Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt vereinbarten im Herbst 2015, dass die HfMDK nicht auf dem ursprünglich angedachten Areal, sondern südlich der Bockenheimer Landstraße im Bereich des Juridicums errichtet werden soll. Der Konsensplan sieht für diesen Bereich ein Mischgebiet vor, wo Kultur, Bildung, Wohnen, Einzelhandel, Verwaltung und Gastronomie neben- und übereinander entstehen sollen.
Der Magistrat hat 2023 mit dem Land Hessen verschiedene Optionen besprochen. Die Stadt Frankfurt hat beispielsweise angeboten, auch die "Neue Mensa" und das "Tortengrundstück" in die HfMDK-Planungen einzubeziehen. Für die Einbeziehung der Neuen Mensa wäre eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich gewesen. Das Land Hessen hat betont, dass der Bebauungsplan nicht geändert werden soll, sondern das vorhandene Planungsrecht genutzt werden soll.
Der Magistrat prüft derzeit, wie die HfMDK unter Berücksichtigung des bestehenden Planungsrechts und bei Erhalt des Juridicums sowie der weiteren Integration des Frankfurt LAB und von Wohnen im Bereich südlich der Bockenheimer Warte angeordnet werden kann. Diese Abstimmungen sind aufgrund der erforderlichen Raumbedarfe und planungsrechtlichen Rahmenbedingungen komplex.
Der Magistrat wird zeitnah auf die neue Landesregierung zugehen, um die Planungen zur Realisierung des Kulturcampus im Sinne einer behutsamen Stadterneuerung voranzubringen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 7. Dezember 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.