Das Thema Einsamkeit wird in den letzten Jahren immer relevanter. Sie betrifft alle Altersgruppen und hat während der Co
Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt plant verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung von Einsamkeit, die durch die Coronapandemie verstärkt wurde. Dazu gehören Programme zur aktiven Nachbarschaft, Familiennetzwerke und digitale Teilhabeangebote. Ziel ist es, die sozialen Kontakte zu fördern und die Lebensqualität der Bürger*innen zu verbessern.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenFrage an den Magistrat
Einsamkeit wird in den letzten Jahren immer relevanter. Sie betrifft alle Altersgruppen und hat während der Coronapandemie stark zugenommen: Menschen haben in dieser Zeit Angehörige verloren, Universitäten und Schulen waren geschlossen, Kontaktbeschränkungen und Homeoffice durchziehen bis heute unseren Alltag. Ich frage den Magistrat: Welche Angebote hat und plant die Stadt vor diesem Hintergrund zur Unterstützung der Bürger*innen Frankfurts, die unter Einsamkeit leiden?
Antwort des Magistrats
Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin, sehr geehrte Stadtverordnete, sehr geehrte Frau Wollkopf! Vielen Dank für Ihre Frage. Sie sprechen einen wichtigen Aspekt des Zusammenlebens in unserer Stadt an. Gerade in der Pandemie hat sich gezeigt, dass neben den Angeboten, die von der Stadt initiiert oder finanziert werden, eine breite Palette privater Initiativen bestand und besteht. Ich konnte das letzten Freitag ganz beeindruckend erleben bei der Verleihung des Frankfurter Nachbarschaftspreises. Lassen Sie mich jetzt auf die aus den Dezernaten heraus bestehenden und auch generierten Angebote eingehen. Mit dem Frankfurter Programm "Aktive Nachbarschaft", das niedrigschwellige und partizipative Angebote zur sozialen Stadtentwicklung bereithält, werden alle Menschen in den jeweiligen Stadtteilen erreicht. Das Programm trägt in 16 Stadtteilen wesentlich zur Schaffung lebendiger und integrativer Quartiere bei. Die Stadtteile mit Quartiersmanagement haben gezeigt, dass sie mit tragfähigen, belastbaren Netzwerken die Folgen der Pandemie auffangen und auch abmildern konnten. Der Magistrat plant dieses effektive Programm weiter auszubauen und damit in noch mehr Stadtteilen diese Netzwerke aufzubauen, die gegen die Einsamkeit wirken. Ein weiterer Punkt sind Familiennetzwerke der sozialräumlichen Familienbildung, diese fördern die Begegnung und Vernetzung von Familien mit kleinen Kindern, die sich gegenseitig unterstützen. Bisher wurden in Frankfurt 13 Familiennetzwerke etabliert, in 2022 werden wir sechs weitere schaffen. Bereits zu Beginn des ersten Lockdowns entstand durch viele private Initiativen ein Zusammenschluss von Hilfenetzen, um zum Beispiel Einkaufshilfen, Botengänge zu Ärzten und Apotheken, Vorlesen am Telefon und das Ausführen von Hunden für ältere Menschen und Risikogruppen zu organisieren. Damit wurde auch sichergestellt, dass kein Mensch, der Hilfe brauchte und nicht über entsprechende Unterstützungssysteme verfügte, ohne Versorgung blieb. Die Fachstelle Aktive Nachbarschaft hat in Kooperation mit den Sozialrathäusern und den Besonderen Diensten Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten aus den Stadtteilen zusammengestellt. Die Angebote der Jugendhilfe, also erzieherische Hilfen und Eingliederungshilfen für junge Menschen, wurden auch während der Pandemiezeiten kontinuierlich erbracht. Den Trägern wurde es durch neue vertragliche Absprachen ermöglicht, die Leistungen in gewandelter und kreativer, der Situation angepasster Form zu erbringen. Kontakte über elektronische Medien spielten eine große Rolle, ebenso neue Formate der Begegnung im Freien. Die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit konnten über lange Zeiträume geöffnet bleiben. Die aufsuchende Arbeit in den Stadtteilen wurde aufgestockt. In den Stadtteilen wurde ein großes Sommerferienprogramm in Kooperation mit den Trägern der Jugendhilfe und Sportvereinen finanziell gefördert. Die Förderung wird in den Herbstferien fortgesetzt. Minderjährige Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen haben unbürokratisch einen Kinderfreizeitbonus von 100 Euro je Kind erhalten. Das Aktionsprogramm des Bundes "Aufholen nach Corona" für Kinder und Jugendliche hat das ermöglicht. Wir haben das unbürokratisch umgesetzt. Der Bonus kann individuell für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden. Damit werden Familien unterstützt, die Angebote zur Freizeitgestaltung wahrzunehmen und Versäumtes an der gesellschaftlichen Teilhabe nachzuholen. Während der Coronapandemie wurde die digitale Teilhabe als Möglichkeit der gesellschaftlichen Interaktion wesentlich gefördert. Verschiedene Zielgruppen haben ein Rundum-Paket von der Ausstattung, über Beratungsangebote bis hin zu Schulungen, Fortbildungen und Reflektionsangeboten erhalten. Die Medienkompetenz wurde hier deutlich verbessert. Diese Angebote sollen auch künftig online noch sichtbarer werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse aus der Pandemie, der Einbeziehung der Zielgruppen sowie unter Nutzung von Studienergebnissen wird der Magistrat das breite Angebot weiterentwickeln. Für die wachsende Gruppe der Seniorinnen und Senioren werden zusätzlich wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Pandemie, ergänzt um eine örtliche Erhebung, bei der Fortentwicklung der Unterstützungsangebote herangezogen. Führt Einsamkeit zu einem dringenden Unterstützungsbedarf, hält der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes ein umfangreiches und kostenloses Beratungs- und Vermittlungsangebot vor. Das umfasst die Bewältigung von seelischen Krisen, die Organisation ambulanter Hilfestellungen, die Bewältigung von Problemen bei schulischer und beruflicher Wiedereingliederung und Fragen zur Alltags- und Lebensgestaltung. Der Sozialpsychiatrische Dienst ist telefonisch, per Mail oder an seinen dezentralen vier Standorten während der Sprechzeiten oder mit Terminvereinbarung erreichbar.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 16. September 2021 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.