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Die KAV unternimmt in Eigenregie Fahrten mit Geflüchteten, aber auch mit schon länger hier lebenden Migranten und Migran

Vorlagentyp: F
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Inhalt

Frage vom 20.09.2018, F 1432 Die KAV unternimmt in Eigenregie Fahrten mit Geflüchteten, aber auch mit schon länger hier lebenden Migranten und Migrantinnen in das Haus der Deutschen Geschichte in Bonn. Diese Fahrten stießen nicht nur auf besonders großes Interesse; auch die dabei gewonnenen Informationen und Eindrücke schufen ein neues Verständnis und eine stärkere Verbundenheit zu dem Land, das für viele der Teilnehmer zur neuen Heimat geworden ist. Ich frage den Magistrat, welche Möglichkeiten er sieht, das Angebot an solchen Fahrten, an denen aufgrund der eingeschränkten Ressourcen bisher nicht alle Interessierten teilnehmen konnten, zu erweitern oder ein ähnliches Angebot durch den Besuch von Frankfurter Museen, etwa dem Historischen Museum, anzubieten.

Antwort des Magistrats: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen und Herren, sehr geehrter Herr Stadtverordneter Kirchner! Der Besuch von Kultureinrichtungen und Museen, die sich mit historischen und kulturellen Fragestellungen zu Frankfurt oder Deutschland befassen, ist uneingeschränkt zu empfehlen. Neben dem Wissenserwerb zur Geschichte versetzen die Besuche in die Lage, das kulturelle Gedächtnis mitzuprägen. Auch entsteht durch die Besuche eine Reflexionsebene, die eine Annäherung aller hier lebender Menschen an die immer schon vielfältige deutsche Kultur und Geschichte, mit samt ihren Krisen und Erneuerungen ermöglicht. Dabei ist die intensive Vermittlungsarbeit, die in den Frankfurter Museen für Geflüchtete stattfindet, besonders hervorzuheben. In Frankfurt gibt es bereits mehrere Ansätze, die niederschwellig und zugleich mehrsprachig Zugänge zu Museen ermöglichen. Das Programm "Places to see" des Kulturdezernats in Kooperation mit Frankfurter Museen, dem Palmengarten und dem Zoo lädt seit 2015 Geflüchtete zu einem Kulturbesuch mit Führungen, basierend auf einer migrationssensiblen Konzeption, ein. Das inklusive Kulturprogramm wird von Ehrenamtlichen begleitet, erste Teilnehmer sind mittlerweile selbst ehrenamtlich als Multiplikatoren in dem Programm aktiv. Das Willkommensprogramm für Bewohner von Notunterkünften hat sich zu einem inklusiven Begegnungsprogramm mit Initiativen aus Stadtteilen, der Flüchtlingshilfe, Sprach- und Integrationskursen sowie interkulturellen Gruppierungen weiterentwickelt. Im Kunstprogramm You&Eye des Kulturdezernats nehmen 80 Frankfurter Schülerinnen und Schüler der Klasse sieben bis neun an acht unterschiedlichen Kunstprojekten teil, die wöchentlich stattfinden und in Teilen Museumsbesuche beinhalten. Gefördert werden Jugendliche, deren persönlicher Werdegang und Biografie auch die gesellschaftliche Diversität Frankfurts abbilden. Da kulturelle Teilhabe häufig vom sozialen Hintergrund der Eltern abhängt, richtet sich das Programm im Sinne von Bildungsgerechtigkeit insbesondere an Jugendliche aus Einwanderer- oder einkommensschwachen Familien. Ausgangspunkt des Programms ist ein ressourcenorientiertes Verständnis. Eingeladen sind Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung, mit Wurzeln in vielen Ländern und Kulturen sowie Alteingesessene. Die Zielgruppe ist damit ein heterogener Personenkreis mit verschiedenen Familiensprachen, Bildungsständen, religiöser Zugehörigkeit und Werten. Der Reichtum an Erfahrungen, unterschiedlichen Biografien und individuellen Fähigkeiten ist eine Stärke, aus der Neues entstehen kann. Das Bindeglied aller Teilnehmer, sowohl der Jugendlichen als auch der Künstler, ist ihr Wohnort, Frankfurt am Main als Heimatstadt. Die Kunst schafft dabei den Freiraum zum kreativen Arbeiten in einem geschützten Raum und dient der Reflexion und der Begegnung. Phantasie und Freude stehen im Mittelpunkt. Über Kunst können die jungen Teilnehmer sich entdecken, ihre eigene Stimme finden und lernen, sich individuell auszudrücken. Das Kunstprogramm wird professionell durch das Anna-Freud-Institut begleitet, welches auf analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie spezialisiert ist. Zudem bietet das AmkA das Programm "Kulturöffner: Museum" an, bei dem unterschiedliche Gruppen an ausgewählten Museums-Workshops teilnehmen können und von AmkA-Multiplikatoren mehrsprachig begleitet werden. Die Programme finden viel Anklang und könnten ausgeweitet werden. Das Angebot wird durch eigenständige Vermittlungsprogramme der städtischen Museen erweitert. So werden beispielsweise im Historischen Museum unter dem Titel "Sammlungen divers. Neusichtung historischer Objekte" Objekte der Frankfurter Stadtgeschichte aus persönlichen und transkulturellen Perspektiven neu erzählt. Im Rahmen des Förderprogramms "360° - Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft" der Kulturstiftung des Bundes konnte das Historische Museum Frankfurt eine Kuratorenstelle für Diversität und Migration befristet auf vier Jahre einrichten. In diesem Rahmen wird sich das Museum mit der über 800-jährigen Zuwanderungsgeschichte der Stadt sowie der hochgradig vielfältigen Stadtgesellschaft Frankfurts auseinandersetzen. Das Weltkulturen Museum bietet Stadtrundgänge für Geflüchtete an: die Stadt näherzubringen, praktische Hinweise zu geben, Orientierung zu bieten sind dabei die Ziele. So geben Paulskirche, Römerberg und Dom Einblicke in die Entwicklung der deutschen Demokratie, in die Geschichte der internationalen Handelsstadt Frankfurt und in deren religiöse Tradition. Das Weltkulturen Museum verbindet das mit dem Blick auch auf nicht-europäische Kulturen und Vorstellungswelten. Die Kleinmarkthalle mit ihren kulinarischen Angeboten spiegelt den internationalen Charakter der Stadt. Stadtbibliothek, Museen und kostenloses WLAN bieten Möglichkeiten, in Kontakt zu kommen, sich zu informieren, Zeitschriften zu lesen oder Bücher sowie Sprachkurse auszuleihen. Durch eine einfache deutsche Sprache und eine schriftliche Übersetzung der Schlüsselworte in Arabisch, Paschtu und Tigrinya fördern die gemeinsamen Stadtrundgänge die Sprachkompetenz der neuen Mitbürger. Antragstellende Person(en): Stadtv. Thomas Kirchner

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 20. September 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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