Die KAV vertritt in ihrem Antrag K 79 die Auffassung, allen Schülerinnen und Schülern sollte die Fahrt zu einer Gedenkst
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Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Frage vom 14.06.2018, F 1349 Die KAV vertritt in ihrem Antrag K 79 die Auffassung, allen Schülerinnen und Schülern sollte die Fahrt zu einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus ermöglicht werden, um sie für die vernichtenden Folgen von Antisemitismus und Rassismus zu sensibilisieren. Dieser Appell ist sehr zu begrüßen. Gedenkfahrten dieser Art sind jedoch eigentlich verpflichtend in den Schulcurricula aller Bildungsgänge vorgesehen und sollten daher regelmäßig an allen Schulen stattfinden. Daher frage ich den Magistrat: An welchen Frankfurter Schulen werden keine Bildungsfahrten zu Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus angeboten, und welche Gründe gibt es dafür?
Antwort des Magistrats: Der Magistrat hat ein doppeltes Interesse an einer zeitgenössischen Erinnerungskultur. Zum einen dienen gemeinsame Identifikationspunkte in der Geschichte dem guten Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft. Zum anderen ist die Vermittlung einer Erinnerungskultur, die auch in einer immer heterogeneren Schülerinnen- und Schülerschaft anschlussfähig ist und ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für die Geschichte und die Bewahrung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung erzeugt, ein zentrales integrations- und bildungspolitisches Ziel der Stadt Frankfurt. Ein gelungenes Beispiel für ein zeitgenössisches Erinnern und Gedenken ist der nun schon zum zweiten Mal veranstaltete Anne Frank-Tag, mit dem die Stadt Frankfurt an Anne Frank erinnert und die Botschaft ihres weltberühmten Tagebuchs ins Zentrum des Gedenkens und des Engagements stellt. Neben der wichtigen Vermittlung von historischem Faktenwissen verfolgt der Magistrat dabei insbesondere zwei Ziele: einerseits geht es um das Gedenken an Anne Frank als Opfer der Shoa und andererseits soll die Bedeutung Anne Franks, ihr Leben und die Botschaft in ihrem Tagebuch nicht auf diesen Aspekt allein reduziert. Der Magistrat vertritt die Auffassung, dass die Aneignung von und die Auseinandersetzung mit Geschichte besonders dann gut gelingen kann, wenn sie mit den aktuellen Lebensrealitäten der Menschen in unserer Gesellschaft verknüpft wird. Es gibt zahlreiche Projekte in Frankfurt, die dieses Ziel in vorbildlicher Weise umsetzen. Darunter auch das Bildungsprogramm "AntiAnti - Museum Goes School" am Jüdischen Museum der Stadt Frankfurt. Aber auch der Anne Frank-Tag spricht mit verschiedenen Formaten und Veranstaltungen gerade junge Menschen an. Weitere Projekte sind der Frankfurter Schulpreis oder das neu eröffnete Lernlabor der Bildungsstätte Anne Frank. Bildungsfahrten zu Gedenkstätten sind ein weiterer, zentraler Baustein in der Gedenkkultur und ein selbstverständlicher Bestandteil der Unterrichtsgestaltung von Schulen. Diese werden eigenverantwortlich von den Lehrkräften vorgenommen. Der Magistrat erhält dazu keine Informationen. Antragstellende Person(en): Stadtv. Thomas Kirchner
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 14. Juni 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.