Oft haben Zuwanderer nach der Beendigung ihres Deutschkurses wenig Training im Alltag. Die hart erlernten Sprachkenntnis
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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenInhalt
Frage vom 15.03.2018, F 1109 Oft haben Zuwanderer nach der Beendigung ihres Deutschkurses wenig Training im Alltag. Die hart erlernten Sprachkenntnisse drohen dadurch in Teilen wieder verloren zu gehen. In vielen Städten Deutschlands kommt daher ein niedrigschwelliges Konversationsangebot für Migrantinnen und Migranten in Stadtteilbibliotheken zum Einsatz, das in Hamburg entwickelt wurde und unter dem Namen "Dialog in Deutsch" bekannt ist. Dies vorangestellt, frage ich den Magistrat: Welche Möglichkeiten sieht er, dieses erfolgreiche Angebot auch in Frankfurter Bibliotheken einzuführen?
Antwort des Magistrats: Das Integrations- und Diversitätskonzept stellt fest: Sprachen müssen gesprochen werden. Niedrigschwellige und alltagsnahe Konversationsangebote bieten eine wichtige Ergänzung und Fortführung zu Deutschkursen. Sie leisten zudem eine wichtige Brückenfunktion zwischen Fortbildungsangeboten. Sie bieten die Möglichkeit, erworbene Deutschkenntnisse in informeller Atmosphäre praktisch anzuwenden, sich über Themen aller Art auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Gesprächsgruppen können damit die alltägliche Lebensbewältigung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer maßgeblich unterstützen und bieten gleichzeitig Raum für Begegnungen. Deswegen hat das Amt für multikulturelle Angelegenheiten seit letztem Jahr das eingeführte Programm "Mama lernt Deutsch" um ein Anschlussmodul ergänzt "Mama spricht Deutsch". In Frankfurt am Main gibt es bereits ein breites Netzwerk ehrenamtlicher Initiativen für niedrigschwellige Konversationsangebote. Dazu zählen z.B. die Sprach- und Begegnungscafés in zahlreichen Frankfurter Stadtteilen, in denen Menschen zusammenkommen, sich austauschen und ihre Sprachkenntnisse anwenden können; solche Formate tragen über den Nutzen der Sprachpraxis hinaus auch dazu bei, nachbarschaftliche Beziehungen zu fördern. Diese Angebotsdichte ist vor einer Konzeption weiterer Maßnahmen zu erheben und zu bewerten. Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten ist aktuell mit einer solchen Erhebung befasst, die bis zur Jahresmitte abgeschlossen sein soll. Das Projekt "Dialog in Deutsch" der Hamburger Bücherhallen beschäftigt rund 270 Ehrenamtliche, die Gesprächsgruppen für Deutsch Lernende leiten. Die Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration finanziert der Bibliothek dafür eineinhalb hauptamtliche Projektmitarbeiter*innen. Sie betreuen die Ehrenamtlichen und sichern die Qualität des Angebots. Eine solche Struktur steht in der Stadtbücherei Frankfurt am Main derzeit nicht zur Verfügung. Die Stadtbücherei bietet jedoch Deutsch Lernenden andere niedrigschwellige Services: - Geflüchtete und Frankfurt-Pass-Inhaber*innen erhalten einen kostenlosen Bibliotheksausweis. - In den Bibliotheken können Internet und Wifi/WLAN kostenlos genutzt werden. - Es gibt ein breites Angebot an Medien zum Deutsch lernen. - Die Stadtbücherei unterstützt das Deutsch lernen im Internet, etwa durch -- die Empfehlung geeigneter Adressen -- spezielle PC-Lernstudios im Bibliothekszentrum Sachsenhausen und in der Stadtteilbibliothek Gallus. - In mehreren Bibliotheken werden Kinder beim Lernen individuell unterstützt (Lesetraining oder Hausaufgabenhilfe). - Die Stadtbücherei bietet gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Kooperationspartnern (zweisprachige) Vorleseveranstaltungen in unterschiedlichen Herkunftssprachen an. - Für Familien werden, etwa gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Informationstage zur Nutzung der Bibliotheksangebote durchgeführt. - Lernende können allein oder in Gruppen die Bibliotheksräume nutzen. - Über die Nutzung von einfacher deutscher Sprache in Werbemitteln und auf der Homepage, bei Bibliothekseinführungen und Beratungen werden die Angebote zielgruppengerecht erschlossen. Der Magistrat erarbeitet derzeit ein Konzept, wie die bereits vorhandenen Multiplikatoren- und Lotsenprogramme besser verzahnt werden können. Dabei kann das Hamburger Projekt "Dialog in Deutsch" als Anregung mit aufgenommen werden. Antragstellende Person(en): Stadtv. Thomas Kirchner
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 15. März 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.