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Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Frage vom 25.01.2018, F 1034 Laut einer Publikation des Ärzteblattes werden in absehbarer Zeit überproportional viele Pflegekräfte an deutschen Kliniken in Rente gehen. Der deshalb zu befürchtende Mangel an Pflegekräften wird in der Rhein-Main-Region noch dadurch verstärkt, dass Nachwuchskräfte aufgrund hoher Lebenshaltungskosten nicht sonderlich an einer Stelle in Frankfurt interessiert sind.
Ich frage den Magistrat: Welche Maßnahmen hat er bereits getroffen oder gedenkt er zu treffen, um einem Engpass an Pflegekräften in Frankfurter Krankenhäusern entgegenzuwirken?
Antwort des Magistrats: Da die dem Fach- und Pflegekräftemangel im Gesundheitswesen zu Grunde liegenden strukturellen und letztlich politischen Problemstellungen sich dem Einfluss des Magistrats weitestgehend entziehen, sieht sich der Magistrat in dieser Frage nicht in der Rolle eines unmittelbar Handelnden. Eine Ausnahme hierbei bildet ein Politikfeld, das Ihnen allen bekannt ist und über den Gesundheitssektor hinausgeht. Ich zitiere aus dem Protokoll der zweiten Frankfurter Interhospitalkonferenz, zu der ich am 4. September 2016 eingeladen hatte: "Die Krankenhäuser berichten von einer Spirale. Die Gewinnung von Pflegekräften ist schwierig (fehlender bezahlbarer Wohnraum), somit können Stellen nicht besetzt und Betten nicht bepflegt werden. Ein großes Problem stellt da die Bepflegung von Intensivbetten dar." Mittelbar jedoch setzt sich der Magistrat intensiv mit der Problematik auseinander und macht seinen Einfluss namentlich in den Gremien der Kliniken Frankfurt Main Taunus sowie der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist geltend. Hierbei gilt es, aus den Gremien heraus sicherzustellen, dass die jeweiligen Geschäftsführungen proaktiv und intensiv in diesem Feld tätig sind. Erfreulicherweise ist dies der Fall, wie einige Beispiele nur aus dem Bereich der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist zeigen mögen: Die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist hat mit Bezug des neuen Schulgebäudes der Agnes-Karll-Krankenpflegeschule im Juni 2016 die Kapazitäten der Schule deutlich gesteigert: Die Zahl der Auszubildenden wurde von 65 im Jahr 2015 auf 175 im Jahr 2017 mit der Prognose 300 Schülerinnen und Schüler im Oktober 2018 aufgestockt. Die maximale Kapazität der Schule liegt bei 320 Plätzen. Diese Ausweitung erlaubt auch einen Blick über die Fachkraftebene hinaus, denn die zur Ausweitung der Ausbildung nötigen vier zusätzlichen Pflegepädagoginnen und -pädagogen wachsen gleichfalls nicht auf Bäumen - auch hier herrscht bundesweit ein Mangel. Die Fachhochschule Frankfurt bietet seit 2017 einen Pädagogikstudiengang für Gesundheitsberufe an, so dass der bis heute herrschende Mangel an Pflegepädagoginnen und -pädagogen im Rhein-Main-Gebiet ab 2020 deutlich abnehmen dürfte. In einem gemeinsamen Projekt mit dem Hessischen Sozialministerium und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wurden 2017 23 Krankenpflegeschülerinnen und -schüler aus Vietnam in die Ausbildung aufgenommen; das gleiche wird 2018 noch einmal so umgesetzt. Die Anwerbung von ausländischen Fachkräften und deren Anerkennung in Hessen wurde insgesamt professionalisiert, eine in der Stiftung selbst angestellte Lehrerin für "Deutsch als Fremdsprache" unterrichtet alle ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zum Niveau "Telc B1 Pflege". Die Stiftung bietet auch ambulanten Pflegediensten oder anderen Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, ausländische Kräfte hier zur Kenntnisprüfung - 26 Fälle in 2017 - aufzunehmen und zum Staatsexamen zu führen, um die Versorgung der Bevölkerung auch außerhalb des Krankenhauses zu unterstützen. Dabei will ich es bewenden lassen, ich denke es ist deutlich geworden, dass in unserer Stadt eine ganze Menge unternommen wird, um dem Fach- und Pflegekräftemangel auf der lokalen operativen Ebene zu begegnen. Seien Sie versichert: Der Magistrat wird dies weiter begleiten und unterstützen. Dabei wird er auch weiterhin darauf achten, dass es im gesunden Wettbewerb zwischen den Kliniken um das gefragte Personal nicht zu Auswüchsen wie aggressiven Abwerbungen kommt. Antragstellende Person(en): Stadtv. Thomas Kirchner
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 25. Januar 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.