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Produktbereich: 22 Umwelt Produktgruppe: 22.01 Umweltplanung und Umweltservice

Vorlagentyp: EGRÜNESPDFDPVolt
1 SitzungAngenommen

Zusammenfassung

Der Etatantrag sieht die Bereitstellung von 20.000 Euro für die Förderung der Biodiversität in Frankfurt vor. Ziel ist es, durch Beratungsarbeit in Kleingartenanlagen und Privatgärten wissenschaftlich geprüfte Empfehlungen zur biodiversitätsfreundlichen Gestaltung zu vermitteln. Dies soll zur Erhaltung und Entwicklung der Biodiversität in der Stadt beitragen.

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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Zur Finanzierung aufsuchender Beratungsarbeit für mehr Biodiversität in der Stadt werden in den Haushaltsplan 2024/25 in das Haushaltsjahr 2024 20.000 Euro und in das Haushaltsjahr 2025 2 0.000 Euro eingestellt. Die Beratungen sollen von dem Verein "GemüseheldInnen e. V." und dem Kooperationsprojekt "SLInBio - Städtische Lebensstile und die Inwertsetzung von Biodiversität: Libellen, Heuschrecken, Hummeln und Co." unabhängig voneinander in einem finanziellen Rahmen von jeweils bis zu 10.000 Euro durchgeführt werden.

Ziel der Beratungsarbeit soll sein, in daran interessierten Kleingartenanlagen und in geeigneten Privatgärten wissenschaftlich geprüfte Empfehlungen zur biodiversitätsfreundlichen Gestaltung und Bewirtschaftung von Gärten in Frankfurt bekannter zu machen und möglichst viele Gärten in Folge aktiv zur Erhaltung und Entwicklung der Biodiversität im Stadtgebiet gewinnen zu können.

Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in den Haushaltsjahren 2024/2025 erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.

Über die Ausführung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushalts 2024/2025 regelmäßig halbjährlich in einer zusammengefassten Übersicht.

Begründung

Die "GemüseheldInnen e. V." fördern in ihren Gemeinschaftsgärten die Artenvielfalt und vermitteln das Wissen darüber in ihrer Community und der Stadtbevölkerung u.a. durch folgende Ansätze: - Anlage von Biotopen für Insekten (z.B. Käferkeller, Wildbienenhotels, Totholz, Sandarium) - Schutz von Kleintieren (wie Igel, Gartenschläfer, Vögel, Eichhörnchen, Eidechsen) z.B. durch die Schaffung von unangetasteten Unterschlupfmöglichkeiten (Wildniszonen, Totholzecken, Laub-, Steinhaufen) und die Absicherung von Regentonnen - Schaffung verschiedener Lebensräume im Garten, in denen eigene kleine Ökosysteme entstehen (z.B. Feuchtbiotope, Magerwiesen, Benjeshecken) - Naturnaher Gemüseanbau (z. B. Mischkulturen, samenfestes Saatgut und alte Sorten, Blühpflanzen in den Beeten, Anbau mehrjähriger Gemüse- und Obstsorten, Ansiedelung von heimischen Wildpflanzen über selbst gesammeltes Saatgut, Sensibilisierung für die Verwendung von heimischen Wildkräutern und Wildgemüse in der Küche, Blühen lassen von Kohl- und Salatpflanzen, sodass sie im Frühjahr Nahrung für Insekten bieten). So verfügen die "GemüseheldInnen e. V." über vielfältige Expertise zu unterschiedlichsten Gartentypen, die in der Stadt möglich sind (z.B. sonnige Flächen mit Nutzgartenflächen, schattige Flächen mit Waldcharakter, Naturgärten mit Fokus auf Biodiversität). Für jeden Garten-Standort wurde ein ganzheitliches Konzept unter Berücksichtigung und Beobachtung der jeweiligen Besonderheiten der Fläche entwickelt. Eine Biologin und eine Diplom-Pädagogin sind seit 2023 im Bildungsbereich des GemüseheldInnen e. V. angestellt und stehen zur Verfügung, um Biodiversitätsberatungen für die Stadt Frankfurt anbieten. Auf Anfrage wurden bereits Beratungen für Kleingarten-Vereine und Garten- und Projekt-Vorhaben durchgeführt und mehrere Frankfurter Schulen beim Aufbau von naturnahen Schulgärten begleitet. Der Verein "GemüseheldInnen e. V." bekommt regelmäßig Anfragen nach Beratung zur Anlage von Biodiversitätsprojekten, naturnahen Gemüsegärten und Gemeinschaftsgärten von Einzelpersonen und Gruppen. Bisher ist die Bezahlung von Workshops und Beratungen für diese Zielgruppen eine Hürde. Das Verbundprojekt "SLInBio - Städtische Lebensstile und die Inwertsetzung von Biodiversität: Libellen, Heuschrecken, Hummeln und Co." untersucht in Frankfurt am Main, wie die Wahrnehmung und Wertschätzung von Insekten erhöht werden kann und welchen Beitrag Städte zum Erhalt der Insektendiversität leisten können. Dafür werden sozial-ökologische Wirkungszusammenhänge zwischen den Lebensstilen und Alltagspraktiken von Stadtbewohner*innen und der städtischen Insektenvielfalt analysiert. Dafür werden über einen längeren Zeitraum in repräsentativ ausgewählten Kleingärten in Frankfurt Daten über die Insektenvielfalt erhoben und Interviews über die Gartennutzung und die Wahrnehmung von Insekten im Garten geführt. Dadurch lassen sich wichtige Erkenntnisse gewinnen, wie Kleingärten ganz praktisch zur Erhaltung und zur Entwicklung der Insektenvielfalt in der Stadt beitragen können. Im Rahmen dieses Projekts kooperiert das Institut für Sozial-Ökologische Entwicklung (ISOE) mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main, dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt sowie dem NABU Frankfurt am Main e. V. Als Praxispartner sind weitere zentrale Akteur*innen in Frankfurt eingebunden: BioFrankfurt - Das Netzwerk für Biodiversität e. V., Palmengarten der Stadt Frankfurt am Main, Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main und das MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstzentrum e. V. Das aktuelle Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Fördermaßnahme "BiodiWert - Wertschätzung und Sicherung von Biodiversität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft" als Teil der BMBF-Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) gefördert. Beratungsarbeit kann bisher im Rahmen des Projekts "SLInBio" nicht geleistet werden. Durch die Bereitstellung der Mittel könnte die Umsetzung der theoretischen Ergebnisse der bisher geleisteten Forschung in praktische Umsetzung zur Förderung der Insektenvielfalt in Frankfurter Gärten gewährleistet werden. Das Wissen über die Bedeutung von Kleingartenanlagen und anderer Gärten für die Biodiversität in der Stadt und über konkrete, leicht umsetzbare Maßnahmen, wie zahlreichen Arten geholfen werden kann, könnte deutlich verbessert werden. Die unterschiedlichen Schwerpunkte der beiden Projektträger*innen wären ideal geeignet, um ein breites Spektrum an interessierten Menschen anzusprechen und jeweils passende Ergebnisse zur Förderung der Biodiversität in Frankfurter Gärten zu bewirken. Alle Menschen, die an einer solchen Beratung teilgenommen haben, sind dann zumindest in der Lage, Anregungen auch an andere weiter zu geben, so dass sich die Informationen nach und nach weiterverbreiten können, wenn erst einmal die "Initialzündung" gegeben wurde.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

EEtatantrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.

  1. 1Fraktion bringt Etatantrag ein
  2. 2Haushaltsberatungen
  3. 3Plenum beschließt den Haushalt

Der Weg dieser Vorlage

Am 6. Juni 2024 brachten GRÜNE, SPD, FDP, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 27.06.2024 im Ausschusses für Klima- und Umweltschutz angenommen.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Haushaltstopf dieses Antrags
Zur Haushaltsanalyse

22.01 Umweltplanung und Umweltservice

Ausgaben 2025: 13 Mio € · im Antragsjahr 2024 11 Mio € — preisbereinigt +12 % bis heute

Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.

Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Klima- und Umweltschutz
Sitzung 28 · 27.06.2024
TO I, TOP 8
Angenommen
Der Vorlage E 191 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPLinkeVoltFRAKTIONBFF-BIGÖkoLinX-ELF
Ablehnung:
CDUAfDGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke, Volt, FRAKTION und BFF-BIG gegen CDU und AfD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF (= Annahme) Gartenpartei (= Ablehnung)

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