Produktbereich: 19 Gesundheit, Produktgruppe: 19.02 Medizinische Dienste und Hygiene Finanzierung der KoGi-Lots*innen absichern
Zusammenfassung
Der Antrag sieht vor, für die KoGi-Lots*innen im Haushaltsplan 2024/25 insgesamt 100.000 Euro bereitzustellen, um eine kultursensible Gesundheitsaufklärung zu gewährleisten. Dies ist notwendig, da das Projekt bereits seit über 10 Jahren erfolgreich arbeitet und vor allem vulnerable Gruppen erreicht.
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E-Mail-Abo einrichtenAntrag
Für die Absicherung des Projekts der KoGi-Lots*innen (Kommunale Gesundheitsinitiativen - interkulturell, Trägerverein: Kinder im Zentrum Gallus e. V.) werden in den Haushaltsplan 2024/25 in das Haushaltsjahr 2024 50.000 Euro und in das Haushaltsjahr 2025 50.000 Euro eingestellt. Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in den Haushaltsjahren 2024/2025 erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig. Über die Ausführung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushalts 2024/2025 regelmäßig halbjährlich in einer zusammengefassten Übersicht.
Begründung
Seit mittlerweile über 10 Jahren besteht das Projekt der KoGi-Lots*innen, das in Kooperation des Gesundheitsdezernats mit dem Verein "Kinder im Zentrum Gallus e.V." durchgeführt wird. Der Verein selbst wurde 1975 als Migrantenselbstorganisation gegründet und ist derzeit an zwei Standorten aktiv: Im Mehrgenerationenhaus der Idsteiner Str. 91, wo sich Einrichtungen und Projekte für alle Altersklassen finden und in der Friedrich-Ebert-Siedlung, wo sich die Schwerpunkte Ganztagsbetreuung und Familienbildung befinden. Zurzeit werden 150 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Darunter Gesundheitswissenschaftler*innen, Ernährungswissenschaftler*innen, Psycholog*innen und Hebammen. Das Ziel der KoGi-Lots*innen ist es kultursensible, mehrsprachige Gesundheitsaufklärung zu leisten. Nach abgeschlossener dreimonatiger Schulung gehen die ehrenamtlichen KoGi-Lots*innen, die hauptberuflich aus der Altenpflege, Sozialarbeit oder der Erziehungswissenschaft kommen, z.B. in Frauenhäuser, Moscheevereine, Kirchengemeinden, Kulturzentren, Selbsthilfegruppen, Familienzentren, Schulen, Kindertagesstätten, Gemeinschaftsunterkünfte und vieles mehr. Die Angebote wurden systematisch erweitert und weitere vulnerable Personengruppen erschlossen, u.a. wohnungslose und geflüchtete Menschen. Der Verein entwickelt Angebote dort, wo offensichtliche Bedarfe und Versorgungslücken für Menschen in besonderer Lebenslage entstanden sind. Ziel ist immer, Zugang zur Gesundheitsvorsorge und Gesundheitswissen zu erleichtern, selbstverantwortliches Gesundheitsverhalten zu aktivieren und eigene hochwertige Gesundheitsangebote bereitzustellen. Ein besonderer Blick besteht auf die mit Migration zusammenhängenden gesundheitlichen Risiken, strukturellen Benachteiligungen aber auch vorhandenen Ressourcen. Gerade in der Pandemie leisteten die KoGi-Lots*innen einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitskommunikation mit eigenen Impfaktionen. 2022 konnten über 200 Veranstaltungen durchgeführt werden und man hat 1.800 Menschen erreicht. Seit Januar 2023 gehören auch aufsuchende Einsätze dazu. Im Angebot befinden sich mehr als 30 verschiedene Sprachen. Viele Frankfurter Einrichtungen arbeiten seit Jahren mit den Gesundheitslots*innen zusammen. Die Einsätze sind für diese kostenlos. Durch das Sprechen in der jeweiligen Muttersprache wird ein besonderes Vertrauensverhältnis geschaffen und Zugänge zum Gesundheitssystem vermittelt. Schon im Koalitionsvertrag hat sich die aktuelle Koalition aus GRÜNEN, SPD, FDP und Volt zu dem Projekt der KoGi-Lots*innen bekannt. Der Betrag, der beantragt wird, soll die zur Verfügung stehenden 47.000 Euro kommunalisierten Landesmittel und die 30.000 Euro, die bereits im Haushalt des Gesundheitsdezernats eingestellt sind, ergänzen und Planungssicherheit geben. Damit kann die Qualität verbessert, die Verbindlichkeit und Zufriedenheit aller gesteigert und die Themen migrantischer Gesundheitsbelastungen und -anliegen stärker eingebracht werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 6. Juni 2024 brachten GRÜNE, SPD, FDP, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
19.02 Medizinische Dienste und Hygiene
Ausgaben 2025: 5 Mio € · im Antragsjahr 2024 5 Mio € — preisbereinigt +2 % bis heute
Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke und Volt gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) und AfD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme) BFF-BIG (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Linke gegen BFF und Die Partei (= Zurückweisung)