Erfahrungsbericht der Koordinierungsstelle Kinder zur Lebenssituation Frankfurter Kinder
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Bericht des Magistrats vom 22.08.2008, B 536
Betreff:
Erfahrungsbericht der Koordinierungsstelle Kinder zur Lebenssituation Frankfurter Kinder
Vorgang:
Beschl. d. Stv.-V. vom 22.03.1990, § 2966
- E 78 SPD und GRÜNE, l. B 183/08 -
Erfahrungsbericht der
Koordinierungsstelle Kinder "Frankfurter Kinderbüro“
zur Lebenssituation
Frankfurter Kinder
Schwerpunkt:
Mögliche Auswirkungen von Armut
Juli 2008
INDEX
Übersicht
Seite
Vorwort 3
Vorbemerkungen zur Kinderumfrage 4
Thema Kinderarmut im Spiegel der
Arbeit des Frankfurter Kinderbüros 5
Soziodemographie der Kinder und
Familien in den Frankfurter Stadtteilen 2007 14
Zusammenfassung der Kinderumfrage Frankfurt a.M. 17
Stimmungen, Meinungen, Trends
von Kindern in Frankfurt –
Schwerpunkt: Auswirkungen von Armut
aus der Sicht von Kindern
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
Frankfurt am Main ist eine familienfreundliche Stadt. Bildung und Betreuung haben nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ einen hohen Stellenwert. Unser Leitmotiv heißt: Bildung von Anfang an. Begabungen und Talente müssen frühzeitig entdeckt und gefördert, Schwierigkeiten früh erkannt und angegangen werden. Ein Kind ist bildungshungrig, neugierig, es will lernen und gestalten. Dabei geht es nicht um das bloße Aneignen von Wissen, sondern um die Förderung und Entwicklung von Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, kommunikative, soziale und interkulturelle Kompetenzen, Kreativität, logisches Denken und eigenständiges, selbstbewusstes Handeln.
Dies setzt voraus, dass das Kind Wertschätzung erfährt und die zahlreichen und vielfältigen Angebote der Betreuung, der Schulen, der Kultur- und Freizeiteinrichtungen wahrnehmen kann. Armut führt häufig zu einem Mangel an Kommunikation, zu Isolation und verringert die Möglichkeiten und die Qualität von Bildung für das betroffene Kind. Der Begriff der Kinderarmut ist heute in allen Diskussionen und in den Medien präsent. Doch was ist Armut? Von Armut wird dann gesprochen, wenn das Einkommen der Familie des Kindes bei maximal 50% des deutschen Durchschnittseinkommens liegt. Laut einer Studie von Unicef hat sich die Zahl der von relativer Armut betroffenen Kinder in Deutschland seit 1990 mehr als verdoppelt. Auch wenn die Sicherung des Überlebensnotwendigen durch staatliche Transferleistungen gewährleistet wird, so bedeutet diese relative Armut für Kinder, dass sie in ihren Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Dies nicht dadurch, dass sie ihre materiellen Wünsche etwa nach den viel zitierten "Markenklamotten“ oder Spielsachen nicht erfüllt bekommen, sondern durch die Tatsache, dass ihre Eltern die Mittel für besondere Ereignisse nicht aufbringen können.
In der vorliegenden Studie wurden 250 Frankfurter Kinder befragt, aus verschieden sozialen Schichten, darunter auch solche mit einem vermuteten Armutshintergrund. Die Auswahl ist nicht repräsentativ, gibt uns aber wichtige Auskünfte über das Befinden der befragten Kinder. Erfreulicherweise erfahren wir, dass die befragten Kinder ein überwiegend positives Lebensgefühl haben und dass die meisten von ihnen mit Zuversicht in die Zukunft schauen.
Wir erhalten aber auch Einblicke in alltägliche Konflikte, die weniger geprägt sind durch den unmittelbaren Mangel an Geld, sondern von Einsamkeitsgefühlen und Ausgegrenztheit. Die Vermutung, dass hier ein Zusammenhang besteht, ist sicherlich zulässig. Das Wichtigste für alle Kinder ist die Teilhabe an gemeinsamen Unternehmungen mit Familie und mit Freundinnen und Freunden. Wir stellen fest, dass eine freundliche Atmosphäre in Familie und Schule das Wohlbefinden der Kinder steigert. Überzeugender kann die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Betreuungs- und Bildungsinstitutionen kaum belegt werden. Es geht darum, die Familien in allen Lebenslagen zu unterstützen: starke Familien, starke und glückliche Kinder.
Jutta Ebeling
Bürgermeisterin
INDEX
Erfahrungsbericht der Koordinierungsstelle Kinder "Frankfurter Kinderbüro“ (2008)
Vorbemerkungen:
Das Frankfurter Kinderbüro gibt alle zwei Jahre einen Erfahrungsbericht zur Lebenssituation von Kindern heraus. Schon beim letzten Erfahrungsbericht haben wir durch eine repräsentative Umfrage die Sichtweisen von Kindern in den Vordergrund gestellt. Wie denken sie über ihr Leben, wie beurteilen sie ihr Wohlbefinden, Befürchtungen oder Ängste?
Unser diesjähriger Erfahrungsbericht mit dem thematischen Schwerpunkt Armut von Kindern besteht aus zwei Teilen. Beide Teile sind unabhängig voneinander zu sehen, zeigen jedoch viele Übereinstimmungen bezüglich der direkten Auswirkungen auf die Lebenswelt der von Armut bedrohten Kinder.
- Thema Kinderarmut im Spiegel der täglichen Arbeit des Kinderbüros
Wir haben im ersten Teil Erfahrungen aus unserer Arbeit zusammengestellt, die sich auf den Bereich Kinderarmut beziehen. Der gesamte Arbeitsbereich des Kinderbüros wird nicht dargestellt, wir beziehen uns explizit auf Erfahrungen aus unseren Projekten wie Kindernotfond, Patenschaften, sowie tägliche Anfragen von Kindern und Familien und Frankfurter BürgerInnen und Institutionen zum Thema Kinderarmut.
Also eine Sicht auf "Kinderarmut“ aus der Perspektive von Erwachsenen.
- Kinderumfrage
Der zweite Teil umfasst eine aktuelle Befragung von Frankfurter Kindern mit dem Focus auf das Thema Armut. Er gibt die Sichtweisen von Kindern wieder – also "Kinderarmut“ aus der Perspektive von Kindern.
Die Befragung umfasste sowohl Antwortbögen zum Ankreuzen /offene Fragen als auch face-to-face-Interviews. An der schriftlichen Befragung nahmen insgesamt 228 Kinder im Alter zwischen 9 und 13 Jahren in 37 unterschiedlichen Frankfurter Kindereinrichtungen teil. Ergänzend dazu wurden qualitative face-to-face-Interviews durchgeführt, deren Schwerpunkt darauf lag, Einsicht in die Armutsbetroffenheit jüngerer Kinder in Frankfurt zu erhalten. Es wurden daher Kinder im Alter zwischen 7 und 9 Jahren befragt, wobei bewusst Kinder ausgewählt wurden, die vermutlich von Armut betroffen sind. Durch die Kombination der beiden Datenerhebungsmethoden ergänzen sich die jeweiligen Vorteile der Methoden sehr gut. Die Kinder wurden dabei als ExpertInnen für ihre eigene Lebenswelt gesehen. Durch die Schwerpunktsetzung "Armut“ liegt somit eine Untersuchung vor, die sich aus Kindersicht mit den Auswirkungen von Armut auf ihre Lebenswelt beschäftigt.
Das von den Kindern geäußerte Wohlbefinden zeigt ein positives Bild des Aufwachsens in ihren Familien in Frankfurt. Es zeigt auch, wie sehr sich viele Eltern bemühen "gute Eltern“ zu sein und dass der Besuch von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen (es wurden Kinder in Horten/Kinderhäusern befragt) das Wohlbefinden von Kindern stärken kann.
Bei den Auswirkungen von Armut aus Sicht der Kinder gilt es, das Netz der "Schutzfaktoren“ (Familie / Schule / Wohnumfeld) zu stärken. Wie Kinder selbst dies einschätzen – dazu gibt die Kinderumfrage des Kinderbüros detailliert Auskunft.
(Die komplette INDEX Kinderumfrage Frankfurt am Main; Stimmungen, Meinungen, Trends von Kindern in Frankfurt; Schwerpunkt: Auswirkungen von Armut, kann über das Frankfurter Kinderbüro angefordert werden).
Thema Kinderarmut im Spiegel der täglichen Arbeit des Kinderbüros
Seit den vergangenen drei Jahren verstärken sich die Anfragen im Frankfurter Kinderbüro zur "Armutssituation“ von Kindern. BürgerInnen, Firmen, Stiftungen wollen wissen, wie sie "hungernden“ oder "armen“ Kindern helfen können. Besonderes Interesse gilt dabei der Mittagstischversorgung in Einrichtungen und Schulen. Die Anfragen spiegeln das Bild in den Medien wider – sie beziehen sich häufig auf das Projekt der " Arche“ in Berlin oder die Essensversorgung durch Lebensmittelspenden der "Tafel“ in den Großstädten. Die Anrufer möchten etwas tun und fragen nach geeigneten, unterstützenswerten Projekten.
Wenn in den Medien von "den hungernden Kindern“ berichtet wird – einem Bild, dass wir in dieser Dimension aufgrund unserer Erfahrungen nicht bestätigen können - sind viele BürgerInnen beunruhigt - der weniger sichtbare "Hunger“ nach persönlicher Zuwendung, Chancengleichheit und Bildung ist wesentlich umfassender.
Darüber hinaus haben die Nachfragen von Eltern und MitarbeiterInnen von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen nach finanzieller Unterstützung durch den Kindernotfonds des Kinderbüros derart stark zugenommen, dass unser Spendenbudget immer schneller ausgeschöpft ist. Es fehlt an finanziellen Mitteln für Schulausstattung, Kleidung, Ausflüge/Fahrten des Kindergartens/Hortes, Ferienfreizeiten, ebenso wie für die Teilnahme an Musikunterricht, Sportverein, Hausaufgabenhilfe.
Der Mangel an finanziellen Ressourcen der Familien birgt auch die Gefahr der Vernachlässigung von Kindern durch Überforderung der Eltern. Parallel zur Nachfrage nach finanzieller Unterstützung, suchen immer mehr Eltern nach Orientierungshilfe für die Bewältigung des Familienalltags - Elternkurse, Müttertreffen, Beratungen etc.
Schuldzuweisungen an Eltern helfen Kindern nicht. Kinder lieben ihre Eltern, sie sind gern in ihrer Familie, die ihnen über alles geht. Dass Kinder sich wohlfühlen und oft gar nicht mitbekommen, wie Lebensbedingungen trotz Mangelsituationen geregelt werden, spiegelt sich in unserer Kinderumfrage wider und spricht für die Eltern.
Integration von Beihilfen in die Grundsicherung –
Das Geld kommt (immer öfter) nicht bei den Kindern an.
Durch das Wegfallen eines großen Teils der im BSHG gewährleisteten Beihilfen ist auch die soziale Teilhabe von Kindern gefährdet Diese früher zusätzlich geleisteten Beihilfen für Fahrten, ein neues Bett, Kinderkleidung, etc. fallen weg und sind jetzt in den Gesamtbetrag des Regelsatzes (ALG II) integriert. Eltern sollen über das Jahr ansparen und entsprechende Rücklagen bilden. Der Gesamtbetrag ist aber heute aufgrund der Preissteigerungen (für den gesamten Haushaltsbereich) bezüglich der Kaufkraft nicht mehr so hoch wie früher. Außerdem wird bundesweit kritisiert, dass der Betrag des Regelsatzes für Kinder ("Warenkorb“) zu gering angesetzt wurde und dringend nachgebessert werden müsste.
Diese Veränderungen erleben besonders die Menschen hautnah, die täglich mit Kindern arbeiten: in Schulen, Kitas, Horten, Sport- und anderen Vereinen, Kinder- und Jugendhäuser, Einrichtungen kultureller Bildung. Sie versuchen auf unterschiedlichste Weise das entstandene "Loch“ zu stopfen. Darüber hinaus wurde in Frankfurt schnell reagiert und das Essen für bedürftige Kinder bezuschusst, so dass sie in Schulen nur 1 € pro Mahlzeit bezahlen müssen. Die Landesregierung in Wiesbaden plant durch einen "Härtefonds“ die gleiche Regelung zur Teilnahme am Mittagstisch in Kinder- u. Jugendhäusern, Sportvereinen und Nachbarschaftszentren zu sichern.
Gesucht werden "unbürokratische, unmittelbare Direkthilfen für bedürftige Kinder“. Das Spektrum der oft "spontan“ organisierten Hilfen ist sehr vielfältig:
-Kindernotfonds des Kinderbüros
-bezuschusstes Essen in Schulen, Kinderhäusern, Stadtteileinrichtungen
-Einrichtung von Fördervereinen in Schulen, Kindereinrichtungen etc.
-Möbel /Kleidungsausgabe (Familienmarkt/Kleiderkammer)
-Förderpatenschaften ( Gebühren für Nachhilfe, Sportverein etc.)
-geplante Kulturkarte
-Stiftungen organisieren und finanzieren vielfältige Projekte (Stipendien/ Deutschsommer/ Mittagstisch / Frühförderungsprojekte etc.)
Bisher gibt es keine genauen Recherchen darüber, wie viele Kinder zum Beispiel in Sportvereinen aufgenommen werden, obwohl sie die Teilnehmergebühr nicht bezahlen können. Wie viele Kinder nicht mit auf Freizeiten fahren können, bzw. über welche finanziellen "Zusatzquellen“ (Spenden / Fördervereine) Einrichtungen verfügen, um Kindern trotzdem die Teilnahme zu ermöglichen ist nicht bekannt – oder reden sie nicht darüber und fahren weniger oft weg? Wer kann sich welche Ferienfreizeit für Kinder leisten, wenn die Teilnahmegebühren zwischen 300€ und 500€ liegen? Hier wären genauere Recherchen sinnvoll um das mögliche "Wegbrechen“ von kultureller Teilhabe und mangelnder Partizipation an Bildungsangeboten aller Kinder möglichst frühzeitig wahrzunehmen.
"Förderressourcen“ (Chancengleichheit) sind zunehmend gefährdet bzw. drohen wegzubrechen
Viele engagierte Frankfurter BürgerInnen und Institutionen versuchen in Projekten oder durch Spenden bedürftigen Kindern unmittelbare Direkthilfe zukommen zu lassen. Das ist gut für eine "community“ und gut für das Zusammenleben in einer Großstadt, in der sich viele BürgerInnen sozial verantwortlich fühlen – im Sinne "eines ganzen Dorfes, das Kinder zum Aufwachsen benötigen“. Familienfreundlichkeit zeigt sich in Frankfurt durch diese starke Bereitschaft zum persönlichen Engagement – dies erleben wir täglich im Kinderbüro. Singles, junge und alte Menschen möchten etwas tun, sich ehrenamtlich engagieren und immer mehr tun dies auch.
Die vielen Einzelhilfen/Projekte der Nachbarschaftshilfe, der Ermöglichung von best-practice Modellen, der Patenschaften, Stiftungsprojekte etc, sollten weiterhin bestehen und kreativ weiterentwickelt werden. Sie allein können jedoch langfristig keine grundsätzliche Lösung für ein strukturelles Problem sein.
Zu groß ist die Gefahr der Beliebigkeit, dass
- ich zufällig an einer Schule bin, die einen aktiven Förderverein hat
- ich vom Notfonds des Kinderbüros weiß
- mein Sportverein gerade eine Spende erhalten hat.
Kinderarmut hat viele Facetten und umfasst mehr als den Mangel an Geld. Ob Eltern mit ihren Kindern lesen, sie beim Aufwachsen liebevoll unterstützen, ihre Vertrauenspersonen sind, ist nicht nur eine Frage des Geldbeutels. Aber sich den Beitrag für Vereine, die Sportausstattung, die Teilnahmegebühr für eine Ferienfahrt auch leisten zu können ist eine wichtige Voraussetzung dafür.
In der Familienpolitik darf die gezielte Förderung für Kinder nicht vergessen werden.
"Ein deutlicher Kurswechsel zur höheren Gewichtung der Kinderpolitik lässt sich bestens begründen. Die gesamte interdisziplinäre Forschung von der Entwicklungspsychologie über die Sozialisationsforschung bis zur Gesundheits- und Hirnforschung spricht ebenso wie die internationale Vergleichsforschung zum Kindeswohl dafür, die knappen Gelder in den Ausbau der familienergänzenden öffentlichen Betreuungs- und Erziehungseinrichtungen zu lenken“ (Klaus Hurrelmann). Ganztagsbetreuung mit integriertem Mittagstisch, Sportangebote und viele kulturelle Angebote sollten auch allen bedürftigen Kindern zugänglich sein.
Die Stadt Frankfurt hat sich auf den Weg gemacht eine familienfreundliche Stadt zu sein – und sie tut viel dafür. Bundesweit kann sich das Frankfurter Betreuungs- und Bildungsangebot, sowie der geplante Ausbau sehen lassen.
Achten wir darauf, dass Kinderarmut nicht zunimmt, Kinderrechte ernst genommen werden und kein Kind aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen von der Teilhabe ausgeschlossen wird.
Gabriele Mankau
Leiterin des Frankfurter Kinderbüros
Teilhabe von Kindern an freizeitpädagogischen, sportlichen und kulturellen Angeboten
Erfahrungen, Berichte und Empfehlungen
Ferienfreizeiten für Frankfurter Kinder
Ein wichtiges Ergebnis der Kinderumfrage ist die Bedeutung der Atmosphäre in den Familien und ihr Beitrag zu einer verminderten negativen Wahrnehmung materieller Mangelsituationen.
Hierbei erhält die Teilhabe an kulturellen und freizeitpädagogischen Angeboten eine zunehmende Bedeutung. Diese Angebote sollten sich an die ganze Familie wenden und ausdrücklich gemeinsam Familien aus unterschiedlichen sozialen Schichten ansprechen.
Darüber hinaus besteht weiterhin die Notwendigkeit von individuellen Angeboten in den Ferienzeiten für Kinder und Jugendliche, die über Tagesangebote und Kurzzeitmaßnahmen hinausgehen und für alle Frankfurter Familien finanzierbar sind.
Derartige Ferienfreizeiten dienen der Erholung, der sozialen Eingliederung und stärken Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.
Für viele Kinder ist dies oft die einzige Gelegenheit, aus ihrem prekären Umfeld zumindest zeitweise herauszukommen.
Ebenso gewinnt diese Art der betreuten Freizeitgestaltung insbesondere für berufstätige Eltern bzw. Alleinerziehende zunehmend an Bedeutung.
Hier hat sich in den vergangenen Jahren eine gravierende Verschlechterung für Familien mit geringem Einkommen ergeben.
Wurde früher im Rahmen der 'INDEX laufenden Hilfen zum Lebensunterhalt’ Kindern alle zwei Jahre (in der Praxis oft jährlich) die Teilnahme an einer Ferienfreizeit eines anerkannten Trägers der Jugendhilfe durch die Sozialrathäuser finanziert, wird dies heute den Familien in 'INDEX Hartz IV’ verweigert, da diese Kosten anteilig in den Regelsatz (seit 2007 = 208,-€ für den kompletten Lebensbedarf eines unter 14-jährigen Kindes) mit eingerechnet sind. Lediglich für Kinder in 'INDEX Hilfeplänen des Jugendamtes’ werden diese Kosten übernommen. Weiterhin gab es im Jugend- und Sozialamt eine 'INDEX Sozialstaffel’, die Familien mit geringem Einkommen, aber über 'INDEX Sozialhilfeniveau’, eine stufenweise Bezuschussung ermöglichte.
Im Zuge der Haushaltskonsolidierung wurde vor 4 Jahren die Durchführung der städtischen Ferienfreizeiten (u.a. sehr beliebte Angebote wie die Integrative Freizeit in Kooperation mit der Sportjugend Hessen und die Freizeiten in das städtische Erlebnishaus am Spitzingsee) und damit auch die Anwendung der 'INDEX Sozialstaffel’ eingestellt.
Dies zusammen genommen hat nach Aussagen verschiedener Anbieter von Ferienfreizeiten in Frankfurt zur Folge, dass zunehmend Kinder aus dem Kreis der 'INDEX Hartz IV’ Familien nicht mehr an diesen Fahrten teilnehmen.
Ebenso entspricht dies den Erfahrungen mit dem 'INDEX Notfonds’ des Kinderbüros, wo zunehmend eine Unterstützung der Finanzierung derartiger Maßnahmen nachgefragt wird.
Eine Umfrage bezüglich der Angebote, Reisepreise und Zuschussmöglichkeiten bei größeren Trägern von Ferienfreizeitmaßnahmen in Frankfurt ergab folgendes Bild:
- Evangelisches Stadtjugendpfarramt,
10-15-tägige Freizeiten
Reisepreis zwischen 425,-€ und 599,-€
Zuschussmöglichkeiten bis 50% des Reisepreises je nach Einkommen, Begrenzung der Gesamtfördersumme
- Sportjugend Hessen,
11-17-tägige Freizeiten
Reisepreis zwischen 330,-€ und 620,-€ (ohne intern. Begegnungen)
keine Zuschussmöglichkeiten
- Schullandheim Wegscheide
18-tägige Freizeiten
Reisepreis 415,-€
nur Geschwisterermäßigung möglich
- Ferienkarussell des Jugend- und Sozialamtes
hier werden lediglich Kurzfreizeiten angeboten (teilweise auch bei anderen Trägern), die ebenso wie die Tages- und Familienangebote keine Zuschussmöglichkeiten bieten, da die Teilnehmerbeiträge bereits generell subventioniert sind. Kurzfreizeiten verfolgen, was den gesundheitlichen als auch den pädagogischen Aspekt anbelangt, andere Intentionen als klassische Ferienfreizeiten mit mindestens 10 Reisetagen
5-tägige Kurzfreizeiten
Reisepreis 65,-€
nur Geschwisterermäßigung möglich
Bezüglich der Reisepreise muss berücksichtigt werden, dass in diesen reinen Fahrt- und Unterbringungskosten noch kein Taschengeld und keine eigens für die Fahrt notwendigen Anschaffungen (z.B. Wanderschuhe, Reiterhelm, Kulturbeutel etc.) enthalten sind.
Da die Bedeutung einer regelmäßigen Teilnahme an Ferienfreizeiten insbesondere für Kinder aus einem sozial schwachen Umfeld unstrittig ist, muss nach Lösungen gesucht werden, diesen Kindern eine angemessene Teilhabe an derartigen Maßnahmen zu ermöglichen.
Der Kindernotfonds des Frankfurter Kinderbüros
Ein Projekt im Bereich der Hilfen für Familien, Kinder und Jugendliche in Notsituationen ist der "Kindernotfonds“, der es ermöglicht, schnell und unbürokratisch finanzielle Unterstützung zu leisten. Er ist aus der Beratungsarbeit des Frankfurter Kinderbüros entstanden. Denn besonders in Krisen und Konfliktsituationen ist manchmal auch eine finanzielle Unterstützung notwendig und wichtig, um den bestehenden Druck aus diesen Situationen zu nehmen und mit den Betroffenen Lösungen für anstehende Probleme finden zu können.
Der "Kindernotfonds“ wird ausschließlich über private Spenden finanziert. Die Unterstützung ist in der Regel nicht dauerhaft, sondern bezogen auf akute Notsituationen. Die zur Verfügung stehenden Spendenmittel werden in Beträgen von 20 – ca. 150 Euro an die Betroffenen ausgezahlt.
Die Anfragen nach finanzieller Unterstützung beziehen sich häufig auf Lebensmittel, Kleidung, Fahrkarten oder Schulbedarf. Meist melden sich die Familien selbst und kommen persönlich in das Frankfurter Kinderbüro. Es wird aber auch von MitarbeiterInnen aus Kindertagesstätten, von FamilienhelferInnen oder MitarbeiterInnen des Jugendamtes nach finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten für Familien aus dem "Kindernotfonds“ angefragt. Folgende Beispiele können exemplarisch dazu angeführt werden:
- Eine neunköpfige Familie wendet sich an das Kinderbüro, weil ihre Drillinge eingeschult werden und ihre finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die notwendigen Schulmaterialien, wie Ranzen, Mäppchen, Stifte, Hefter usw. einzukaufen. Die Familie ist in Besitz eines Frankfurt-Passes.
- Eine junge Mutter (21 Jahre) fragt gegen Ende des Monats nach finanzieller Unterstützung für Babynahrung und Windeln. Sie hat einen Sohn (1 1/2 Jahre) und ist wieder im 8. Monat schwanger. Sie lebt von Arbeitslosengeld II und ist alleinerziehend.
- Ein 9-jähriger Junge möchte gerne in einen Fußballverein. Seine Eltern beziehen Arbeitslosengeld II. Sowohl den Jahresbeitrag, als auch die dafür notwendige Sportausrüstung können sie sich zurzeit nicht leisten. Der Jahresbeitrag wird von den "Förderpatenschaften“ übernommen, die Sportausrüstung aus dem "Kindernotfonds“.
Den Spendern und uns ist es natürlich wichtig, dass die finanzielle Unterstützung direkt bei den Kindern und Jugendlichen ankommt. Deshalb begleiten wir in einigen Fällen auch die Familien, z.B. beim Einkauf oder zahlen das Geld an FamilienhelferInnen aus.
Hierzu wiederum zwei exemplarische Beispiele:
- Einer alleinerziehenden Mutter wurde für ihre zwei Kinder (8 und 10 Jahre) das Sorgerecht entzogen. Sie ist drogenabhängig und zurzeit im Methadonprogramm. Die Kinder leben bei der Großmutter außerhalb von Frankfurt und dürfen mittlerweile ihre Mutter wieder zu Hause besuchen. Der Mutter fällt es noch schwer, mit dem ihr zur Verfügung stehenden Geld umzugehen. Als ein Besuchswochenende anstand, hatte sie nicht mehr genug, um Lebensmittel einzukaufen. Zusammen mit der Mutter haben wir die notwendigen Einkäufe erledigt.
- Eine Familienhelferin spricht mit einer jungen Mutter (21 Jahre) vor. Sie hat einen 3 Monate alten Säugling und lebt zusammen mit ihrem Lebensgefährten bei dessen Eltern. Die junge Frau gerät immer wieder in die Situation, dass sie für die gesamte Familie (auch für die Eltern des Lebensgefährten) sorgen soll. Dies führt dazu, dass hin und wieder am Ende des Monats kein Geld mehr zur Verfügung steht. Um den Druck von der jungen Frau zu nehmen, wird die finanzielle Unterstützung an die Familienhelferin ausgezahlt, die dafür Sorge trägt, dass alles Notwendige für das Baby auch am Ende des Monats noch vorhanden ist.
Die Beratung und Arbeit mit diesen Familien macht es auch notwendig, mit anderen Stellen zu kooperieren. In den Gesprächen wird oft schnell deutlich, dass die Familien in einigen Fällen über die finanzielle Unterstützung hinaus weitere Hilfe benötigen, z.B. eine Schuldnerberatung oder Hilfemaßnahmen über das Jugendamt. Durch die persönlichen Gespräche und die unbürokratische Hilfe entsteht oft ein ausreichendes Vertrauensverhältnis, so dass die Familien bereitwillig weitere Unterstützungsangebote annehmen.
Obwohl von Seiten des Frankfurter Kinderbüros keine große Werbung für das Projekt "Kindernotfonds“ betrieben wird, haben in den letzten drei Jahren die Anfragen zugenommen.
Im Jahr 2005 gab es 108 Anfragen bezüglich finanzieller Unterstützung, 2006 waren es 131 und 137 im Jahr 2007. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 sind es bereits 150 Anfragen.
Der sprunghafte Anstieg insbesondere im Jahr 2008 kann darauf zurückgeführt werden, dass der "Kindernotfonds“ bei Familien und Institutionen bekannter geworden ist. Es kann aber ebenso eine Langzeitfolge der Einführung von Hartz IV sein. Konnten Familien bei der Einführung im Jahr 2005 noch auf finanzielle Reserven oder intakte Geräte und Möbel zurückgreifen, sind diese mittlerweile aufgebraucht. Dies bedeutet für die Familien heute, dass z.B. eine kaputte Waschmaschine über den Regelsatz finanziert werden muss. Kann dies nicht geleistet werden, wird ein Darlehen gewährt, welches wiederum monatlich über den Regelsatz getilgt wird. Dies führt wiederum dazu, dass die finanziellen Mittel, die der Familie für die notwendigen Lebensunterhalt zur Verfügung stehen, noch knapper werden.
Trotz der deutlichen Zunahme an Anfragen scheinen die Eltern ihre Kinder vor finanziellen Sorgen abzuschirmen, da ein Großteil der befragten Kinder subjektiv keine Einschränkungen in der materiellen Versorgung empfindet (Umfrage Punkt 14). Dennoch weisen bei den face-to-face-Interviews einige Aussagen darauf hin, dass die Kinder Armut und Geldmangel deutlich spüren. Ein Kind berichtete, "…es müsste den ganzen Tag Nudeln essen, wenn nicht mehr genügend Geld übrig sei.“ (Umfrage Teil B) Dies deckt sich mit den Erfahrungen des "Kindernotfonds“ insofern, dass am Ende des Monats, Anfragen bezüglich finanzieller Unterstützung beim Lebensmitteleinkauf zunehmen.
Es bereitet vielen Familien Schwierigkeiten, dass in den Regelsatz jetzt der gesamte Bedarf des notwendigen Lebensunterhalts eingerechnet ist. Kommen unvorhergesehene Ereignisse, können sie diese oft nicht bewältigen. Ein Beispiel hierzu:
- Einer jungen Mutter (25 Jahre) wurde der Kinderwagen gestohlen. Sie hat eine Anzeige bei der Polizei gemacht. Mit diesen Unterlagen spricht sie im Frankfurter Kinderbüro vor. Wir vereinbaren, dass sie sich einen gebrauchten Kinderwagen besorgt und wir nach Vorlage der Quittung die Kosten übernehmen.
Besonders auffällig ist, dass es immer mehr Anfragen bezüglich einer Kostenübernahme bzw. Zuschusses für die Teilnahme von Kindern an Ferienfreizeiten von freien Trägern und Kindereinrichtungen gibt. Die Kosten für Klassenfahrten werden dagegen anteilig vom Rhein-Main-Jobcenter übernommen. Bei normalen Klassenfahrten werden Fahrt-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten in Höhe von bis zu 150,- Euro anerkannt, für Abschlussfahrten bis zu einer Höhe von 225,- Euro. Ebenso können auch beim Stadtschulamt maximale Zuschüsse in Höhe von 75,- Euro bzw. 113,- Euro beantragt werden. Diese Mittel sind jedoch begrenzt. Für den Bereich der Ferienfreizeiten gibt es keine entsprechende Regelung, es sei denn, die Kinder befinden sich in einer Jugendhilfemaßnahme. Im Jahr 2005 gab es Anfragen für 3 Kinder, im Jahr 2006 waren es 19 und im Jahr 2007 bereits für 60 Kinder. Auch hier ist bereits im
- Halbjahr 2008 ein sehr großer Zuwachs zu verzeichnen, es wurde für 85 Kinder angefragt. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die Kindereinrichtungen sich austauschen und die Eltern über die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung informieren.
Teilnahme an Sportangeboten
Sport in seinen vielfältigen Facetten und Ausübungsmöglichkeiten stärkt sowohl körperliche, psychische als auch soziale Schutzfaktoren von Kindern und Jugendlichen.
Vor allem Sportvereine besitzen in dieser Hinsicht eine besondere Chance. Sie schaffen es wie keine andere freiwillige Organisation, Kinder und Jugendliche an sich zu binden, so dass ein Großteil der Heranwachsenden dort erreicht werden kann.
Sport im Verein führt die gesundheitlichen und die sozialen Aspekte in der Förderung von Kindern und Jugendlichen auf ideale Art und Weise zusammen, da hier neben dem Erreichen sportlicher Ziele auch Lernprozesse wie Selbstbehauptung und Integrationsfähigkeit eine wesentliche Rolle spielen.
Diese integrative Arbeit wird insbesondere in Stadtteilsportvereinen geleistet, die mit großem ehrenamtlichem Engagement die soziale Stabilisierung ihres lokalen Gemeinwesens positiv beeinflussen.
Als ein Ergebnis der Kinderumfrage zu diesem Thema fällt auf, dass in der allgemeinen Befragung ein akzeptabler Anteil der Kinder (74%) Sport im Verein betreibt, während die Kinder mit vermutetem Armutshintergrund dies lediglich zu einem Drittel tun.
Dies lässt darauf schließen, dass es den Familien zum Teil nicht möglich ist, den jährlichen Vereinsbeitrag zu leisten. Dies bestätigt die Erfahrung aus dem Patenschaftsprojekt des Kinderbüros, wo ein zunehmender Bedarf an der Übernahme dieser Kosten festzustellen ist, was wiederum ein Interesse der Familien am Vereinssport belegt.
Nun gibt es für die Sportvereine in Frankfurt verschiedene Fördermöglichkeiten, die sich zum Teil auch gezielt an Vereine wenden, die in sozial schwierigem Umfeld tätig sind und/oder beispielsweise unter hohen Hallenmieten zu leiden haben. Wie wir von Vertretern in Sportvereinen erfahren haben, steigt dort allerdings die Nachfrage nach Beitragsfreistellungen, was durch die Zuschüsse nicht mehr zu kompensieren ist.
Um diese Kinder nicht für den Vereinssport mit seinen gesundheits-präventiven und sozialen Kompetenzen zu verlieren, sollten mögliche Bedarfe im Breitensport recherchiert und ggf. zielgerichtete Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden.
Modellprojekt Förderpatenschaften
Seit 1999 finanziert das Kinderbüro aus Spendenmitteln Kindern aus sozial schwachen Familien (Sozialhilfe bzw. ALG II Bezug) die Mitgliedschaft in Sportvereinen. Daraus entstand im Jahr 2005 das Projekt "Förderpatenschaften“,
das auch die Mitgliedschaft in anderen Vereinen, in Musikschulen oder aber auch Nachhilfe ermöglicht.
Viele Kinder haben Spaß an Spiel und Sport, begeistern sich für Musik oder malen für ihr Leben gern, haben jedoch keine Chance, ihre Begabungen und Interessen zu entwickeln und auszuleben. Denn in manchen Familien fehlen schlicht die finanziellen Mittel, um den Musikunterricht oder das Fußballtraining zu ermöglichen. Hier greifen die Förderpatenschaften, die die Beiträge und auch in manchen Fällen eine Erstausstattung wie z. B. Fußballschuhe übernehmen.
Die Förderpatenschaften finanzieren sich komplett aus Spendengeldern, daher ist auch nicht vorhersagbar, wie viele Fördermittel in Zukunft zur Verfügung stehen werden.
Seit 2005 wurden ca. 450 Kinder gefördert, wobei die Zahl der Anfragen stetig gestiegen ist. Zu Beginn des Projektes haben wir mit Flyern für das Projekt in den Sozialrathäusern, Schulen, Kitas etc. geworben, Eltern, aber auch ErzieherInnen und LehrerInnen, konnten sich darüber informieren. Im Laufe der Zeit wurde die Fördermöglichkeit natürlich bekannter, andererseits konnten wir aber auch eine größere Nachfrage nach der Einführung von ALG II verzeichnen.
Beispiel einer Förderpatenschaft:
- Eine alleinerziehende Mutter aus Russland hat ihre Tochter zum Eiskunstlaufen angemeldet. Bereits seit zwei Jahren trainiert die 9jährige sehr erfolgreich. Bislang hat die Familie die Kosten selber getragen. Nun ist der Vater zurück nach Russland gegangen, hat eine neue Familie gegründet und zahlt nur unregelmäßig Unterhalt. Mutter und Tochter leben seitdem von ALG II.
Betrachtet man die vorliegende Kinderumfrage, fällt auf, dass zwar dreiviertel der Kinder einen Sportverein besuchen, dies aber nur auf ein Drittel der Kinder, die im Rahmen der face-to-face-Interviews befragt wurden (Kinder mit vermutetem Armutshintergrund) zutrifft. Ebenfalls fällt bei den Letztgenannten auf, dass sie viel seltener eine Musikschule besuchen. Wir können hier nur vermuten, dass die Gründe dafür finanzieller Art sind.
Viele Eltern wollen ihre Kinder fördern, sei es durch den Zugang zu guten Bildungsangeboten, sei es durch Teilhabe an gemeinsamen Aktivitäten mit der Schule oder der Kindereinrichtung oder eben auch durch die Mitgliedschaft in einem Verein oder ähnlichem. Hier aber wird deutlich, dass eben diese Teilhabe nicht gelingt, wenn das Kind aus einer sozial schwachen bzw. finanziell schlecht gestellten Familie kommt.
Die Feststellung der PISA- Studie, dass in keinem anderen Land die soziale Herkunft eines Kindes so sehr über die späteren Bildungschancen entscheidet, findet hier seine Gültigkeit. Die Förderpatenschaften können einzelne Kinder unterstützen, stellen aber in ihrer Quantität keine Lösung dar.
Seit 2007 fördern wir aufgrund der großen Nachfrage auch Nachhilfeunterricht. Im ersten Halbjahr 2008 waren es 26 Kinder, denen Nachhilfe finanziert wurde – Tendenz steigend.
Auffallend dabei ist, dass vermehrt für Grundschulkinder nachgefragt wird. In Telefonaten mit LehrerInnen bemängeln diese – dass neben dem mangelndem Wissen – auch zunehmend mangelnde Konzentrationsfähigkeit, aber auch eine schlechte Ausstattung der Kinder mit Schulmaterialien Gründe sind für schlechte Leistungen.
Überforderung und Vernachlässigung von Kindern
Bei manchen Familien geht es allerdings um mehr als "finanzielle Armut“. Es geht auch um Überforderung, um Vernachlässigung; es geht darum, den Blickwinkel zu ändern, den des Kindes einzunehmen, um seine grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen. Eltern kennen ihre Kinder am besten, viele brauchen jedoch eine Orientierung im "Dschungel des Förderns und Forderns“. Diese Orientierung können ihnen Fachkräfte am besten dort geben, wo Familien sind, es gilt nicht für sondern mit den Eltern zu arbeiten.
Auf der einen Seite gibt es interessierte und motivierte Eltern, die alles perfekt machen wollen, damit aber auch oft ihre Kinder überfordern. Für belastete und eher hilflose Eltern ist es nicht leicht, Hilfen in Anspruch zu nehmen – oft aus Angst vor Ablehnung und Vorwürfen. Daher ist ein früher und niedrigschwelliger Zugang zu unterschiedlichen Unterstützungssystemen notwendig, bei denen auch das Potential der Familien genutzt wird.
Hier geht es auch um die Zukunft der Kinder, die von Armut betroffen sind. Die Kinderumfrage ergibt, dass diese Kinder weniger von der Zukunft erwarten als solche, die keine Armut erleben. Dies zeigt ganz deutlich, dass noch mehr Engagement in die Prävention investiert werden muss, Prävention, die Schutz und Hilfe bietet.
Geborgenheit, Sicherheit und Unterstützung in der Familie sowie im Umfeld erhöhen das Wohlbefinden der Kinder und beeinflussen die Zukunftserwartungen positiv.
Soziodemographie der Kinder und Familien in den Frankfurter Stadtteilen 2007
Seit dem Jahre 2005 ist die Grundsicherung für Arbeitssuchende das Fürsorgesystem zur Sicherung des Existenzminimums. Die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe hat im Verlauf der letzten Jahre die Lage der
einkommensschwachen bzw. auf Transferleistungen angewiesenen Personen und Haushalte verstärkt in den Blickpunkt gerückt. Viele Arbeitslosenhilfe-Empfänger standen sich mit der Einführung des ALG II schlechter, da der Arbeitslosenhilfe-Anspruch oft erheblich über dem Sozialhilfeanspruch lag. Die Reduzierung der Arbeitslosenhilfe auf die Bedarfsberechnung der Sozialhilfe sowie die wirtschaftliche Ausgangslage haben zu einer – bis heute – beträchtlichen Erhöhung der Leistungsempfänger geführt. Durch den Wegfall der unterschiedlichen Beihilfen im BSHG (Beihilfen bei Einschulung, Schulwechsel in höhere Schule, bei Konfirmation oder für Bekleidung) ist es vor allem für Familien mit Kindern schwieriger als früher, von den Regelsatzzahlungen die Mindest-Bedürfnisse ihrer Kinder abzudecken.
Allerdings hat die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten beiden Jahren auch in Frankfurt zu einem Rückgang der Bedürftigkeit geführt. Von Dezember 2006 bis Dezember 2007 ging die Zahl der Leistungsbezieher um 9,4 % zurück. Diese, auf den ersten Blick hohe Rückgangsquote, schlägt sich jedoch nicht bei der Bedürftigkeit der 0 bis 15-Jährigen nieder. Hier sind nur 5,8% weniger Kinder von den Transferleistungen abhängig. Daraus kann geschlossen werden, dass Familien mit Kindern nicht im gleichen Maße wie Einzelpersonen an der Prosperität der Wirtschaft partizipieren.
Ein großer Teil der Haushalte mit minderjährigen Kindern sind in Frankfurt Alleinerziehenden-Haushalte. Dies spiegelt sich auch im Leistungsbezug des ALG II wider. Hier sind 53,1 % aller Haushalte mit minderjährigen Kindern Alleinerziehenden Haushalte.
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Verteilung der Sozialgeld-Empfänger. (ALG II für nicht erwerbsfähige Leistungsbezieher) in den einzelnen Stadtteilen. Dies sind zu 98 % Kinder im Alter von 0 bis unter 15 Jahren (Zahlen bereinigt). Da nach den statistischen Angaben der Bundesagentur für Arbeit 42 % aller erwerbsfähiger ALG II-Empfänger Nichtdeutsche sind, ist es interessant, die Verteilung der Kinder in den einzelnen Stadtteilen näher zu betrachten.
In den Stadtteilen, in denen überdurchschnittlich viele ausländische Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund leben, sind die Anteile an den Sozialgeldempfängern relativ hoch. Nicht in allen Stadtteilen, in denen ein hoher Migranten-Anteil besteht, kann davon ausgegangen werden, dass sich apriori Migrationshintergrund und Leistungsbezieher im SGB II ergänzen. Jedoch besteht ein Zusammenhang zwischen Migranten und Arbeitslosigkeit und Leistungsbezieher. Dies zeigt der hohe Anteil der Nicht-deutschen an den erwerbsfähigen Personen (15 bis unter 65 Jahren), die Transferleistungen erhalten (eine Aufteilung nach Stadtteilen liegt von der Bundesagentur für Arbeit noch nicht vor). Ca. 50% der Leistungsbezieher im Alter von 15 bis unter 65 Jahren (erwerbsfähige Personen) sind Nichtdeutsche. Die Gründe für den hohen Anteil der Nichtdeutschen an den ALG II-Leistungsbeziehern und somit ihren Kindern liegen oft in einer gering qualifizierten Schul- und Berufsausbildung und somit innerhalb der unteren Einkommensgruppen.
Stadtteil
Anteil der Kinder mit Migrationshin-tergrund und nichtdt. Nationali-tät in % an allen unter 15-Jährigen 2007
Anteil in % der Sozialgeldempfänger an allen unter 15-Jährigen (SGB II-Quote) 2007
Anteil der Alleinerziehenden in % an allen Haushalten mit Minderjährigen 2007
Gutleutviertel
52,6
41
29
Fechenheim
55,4
40
30
Riederwald
40,3
38
35
Höchst
53,7
37
28
Sossenheim
49,3
37
27
Gallusviertel
59,7
36
32
Griesheim
55,1
35
24
Eckenheim
46,4
35
32
Sindlingen
40,0
33
29
Bonames
33,9
32
26
Ginnheim
42,9
32
28
Oberrad
43,1
29
30
Schwanheim
40,1
29
25
Nieder-Eschbach
32,7
29
26
Nied
48,2
29
25
Hausen
53,2
28
21
Zeilsheim
41,5
28
25
Rödelheim
44,3
28
30
Heddernheim
38,4
28
30
Praunheim
39,7
27
28
Altstadt
43,0
27
34
Bahnhofsviertel
42,5
27
23
Berkersheim
30,6
24
23
Preungesheim
41,3
24
26
Unterliederbach
41,5
24
26
Innenstadt
55,2
24
32
Niederrad
47,2
23
28
Ostend
42,9
23
32
Bornheim
36,6
22
36
Frankfurter Berg
35,9
21
19
Niederursel
45,3
21
24
Bockenheim
42,5
21
31
Seckbach
30,4
20
29
Westend-Nord
41,8
19
25
Sachsenhausen-N.
33,1
17
29
Eschersheim
28,2
16
30
Nordend-Ost
29,8
16
37
Dornbusch
29,4
14
28
Sachsenhausen-S.
29,7
12
28
Bergen-Enkheim
25,3
11
26
Nordend-West
24,5
8
31
Kalbach-Riedberg
23,1
8
16
Harheim
16,1
5
22
Nieder-Erlenbach
15,4
4
22
Westend-Süd
32,7
3
22
Gesamtstadt
41,3
24,4
28,2
Quelle: Bürgeramt, Statistik und Wahlen, eigene Berechnungen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg; Dez. 2006 und Dez. 2007 /Erläuterung:Mit Migrationshintergrund = ausländische Staatsangehörige plus Deutsche mit Migrationshintergrund
Jugend- und Sozialamt/ 51.F11 /S. Pongratz
Zusammenfassung der Kinderumfrage Frankfurt a.M.
Stimmungen, Meinungen, Trends von Kindern in Frankfurt
Schwerpunkt: Auswirkungen von Armut aus der Sicht von Kindern
Im Februar und März 2008 wurden Frankfurter Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren in 37 unterschiedlichen Frankfurter Einrichtungen (Kindertagesstätten sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen) sowohl schriftlich (228 Kinder) als auch in Face-to-Face-Interviews (22 Kinder) zu verschiedenen Lebensbereichen befragt. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf den Auswirkungen von Armut auf verschiedene Lebensbereiche von Kindern (s.u.).
Stichprobenbeschreibung
In der Gruppe der Frankfurter Kinder, die schriftlich befragt wurden, waren 20% 9 Jahre alt, weitere 37% 10 Jahre, 22% 11 Jahre, 16% 12 Jahre und 6% 13 Jahre alt. Das Durchschnittsalter lag bei 10,5 Jahren. Fast gleich viele Jungen und Mädchen wurden befragt. Die Mehrheit der Kinder besuchte die Grundschule. Nur gut jedes zehnte Kind in der untersuchten Altersgruppe wächst als Einzelkind auf, ein Drittel hat ein Geschwisterkind, ein Fünftel sogar mehr als drei Geschwister. 73% der befragten Frankfurter Kinder haben einen Migrationshintergrund, d.h. mindestens sie selbst oder ein Elternteil wurde nicht in Deutschland geboren. Fast drei Viertel der Kinder leben mit ihren beiden leiblichen Eltern zusammen, ein Fünftel bei einer alleinerziehenden Mutter. Alleinerziehende Väter sind in Frankfurt (wie auch bundesweit) sehr selten. Die meisten Kinder erleben, dass beide Elternteile erwerbstätig sind, allerdings hat auch fast ein Fünftel der Kinder mindestens einen arbeitslosen Elternteil. Besonders betroffen von der Arbeitslosigkeit der Eltern sind Kinder mit Migrationshintergrund.
Das Wohlbefinden der befragten Kinder
Die meisten Kinder haben sowohl ein deutlich positives allgemeines Wohlbefinden als auch ein gutes Wohlbefinden in der Schule, in der Familie, im Freundeskreis und im Wohnumfeld. Am wohlsten fühlen sich die Kinder in ihrem Freundeskreis, darauf folgen die Lebensbereiche Wohnumfeld und Familie. Das allgemeine Wohlbefinden und das Wohlbefinden in der Schule erreichen die niedrigsten Werte, allerdings liegen auch diese noch deutlich im positiven Bereich. Eine kleine Gruppe von Kindern fühlt sich nicht wohl ("sehr schlecht“, schlecht“ oder "eher schlecht“ auf der Barometerskala), mit 7% ist dieser Anteil in der Schule am höchsten.
Krankheit, Körperempfindung und Bewegung
Die Kinder fühlen sich im Durchschnitt selten bis manchmal krank, wobei sich Mädchen etwas häufiger krank fühlen als Jungen. Ebenfalls selten bis manchmal schätzen sie die Krankheitshäufigkeit sowie das Ausmaß der Überforderung ihrer Eltern ein, beides beeinflusst das Wohlbefinden der Kinder negativ. Ihr Körpergewicht finden drei Viertel der befragten Kinder genau richtig. Wenn die Kinder ihr Gewicht nicht richtig finden, dann fühlen sie sich eher zu dick, dies ist bei Mädchen und älteren Kindern häufiger der Fall als bei Jungen und jüngeren Kindern. Die Hälfte der Kinder treibt oft oder sehr oft Sport im Verein, allerdings ist der Anteil der Jungen hier höher als der der Mädchen. Noch mehr Kinder machen Sport zum Spaß (z.B. Fahrrad fahren, Skaten). Die Kinder unternehmen häufiger mit Freunden als alleine etwas draußen, dies geschieht zwischen manchmal und oft und beeinflusst deutlich das Wohlbefinden der Kinder, v.a. das allgemeine, das familiale sowie das Wohlbefinden im Freundeskreis. Mit ihren Eltern sind die Kinder für gemeinsame Unternehmungen selten bis manchmal draußen, etwa ebenso häufig treiben sie mit ihnen zusammen Sport. Wenn dies der Fall ist, ist das Wohlbefinden der Kinder erhöht.
Ernährung
In den Ernährungsgewohnheiten der Kinder fällt zusammenfassend auf, dass bestimmte gesunde Lebensmittel von einem Teil der Kinder nie oder nur selten gegessen werden (24% der Kinder essen nie/selten Gemüse, weitere 24% nie/selten Vollkornbrot). Umgekehrt isst über ein Viertel der Kinder oft oder sogar sehr oft Chips (26%) und 28% der Kinder geben an, oft oder sehr oft Süßigkeiten bzw. Schokoriegel zu essen. Sogar 31% der Kinder geben an, oft oder sehr oft Fast Food zu konsumieren. Zudem lassen sich bestimmte Unterschiede in den unterschiedlichen Teilgruppen feststellen. So zeigt die Untersuchung, dass sich Kinder mit zunehmendem Alter ungesünder ernähren, indem sie häufiger Süßigkeiten/Schokoriegel, Chips, Fast Food und Limonade konsumieren. Auch Kinder mit Migrationshintergrund geben ein ungesünderes Ernährungsverhalten an, da sie ebenfalls häufiger Chips und Fast Food konsumieren.
Ein Drittel der Kinder hat bereits eine Diät gemacht. Darüber hinaus zeigt sich, dass zwei Fünftel der Kinder nie oder selten vor der Schule frühstücken. Dies betrifft in verstärktem Maße Kinder mit Migrationshintergrund sowie ältere Kinder. Der überwiegende Teil der Kinder bekommt täglich eine warme Mahlzeit, für ein Viertel der Kinder ist dies aber nie oder selten der Fall. Vier Fünftel der Eltern achten in einem hohen Maße auf eine gesunde Ernährung ihrer Kinder.
Schönste Erlebnisse und größte aktuelle Angst
Ausflüge, Urlaub und besondere Erlebnisse, wie z. B. Fahrten in Freizeitparks, stehen bei den Kindern ganz oben auf der Liste der schönsten Erlebnisse. Es ist klar ersichtlich, dass Unterbrechungen des normalen Alltags, etwas gemeinsam unternehmen, für die Kinder ein besonderes Highlight darstellen und eine Erinnerung sind, von der die Kinder in der folgenden Zeit noch zehren. Nach Ausflügen und Urlaub ist die am zweithäufigsten genannte Kategorie "gute Noten“. Weitere positive Erlebnisse stellen Feste, Geschenke, Fußball und die Geburt von Verwandten dar. Während für Jungen häufiger Fußball zu den schönsten Ereignissen zählt, sind es für die Mädchen stärker Reiten und gute Noten.
Die Angst, in der Schule zu versagen, ist eindeutig die stärkste aktuelle Angst der Kinder. Etwas mehr als ein Viertel ist davon betroffen. Etwa ein Fünftel der Kinder sagt, es habe aktuell gar keine Ängste. Die Angst vor dem Tod oder schwerer Krankheit von Familienangehörigen belegt den dritten Platz der Rangliste.
Familiäres und soziales Umfeld
Insgesamt zeichnen die Kinder ein positives Bild des Klimas in ihrer Familie, welches einen deutlichen Einfluss auf das kindliche Wohlbefinden hat. Mehr als drei Viertel aller befragten Kinder fahren zumindest manchmal mit der Familie in Urlaub, Ausflüge am Wochenende oder in den Ferien sind durchschnittlich etwas seltener, beides wirkt sich positiv auf das familiale Wohlbefinden der Kinder aus.
Fast alle Kinder verfügen über jemanden, mit dem sie wirklich gut reden können, an vorderster Stelle steht die Mutter, gefolgt von Freunden im gleichen Alter und dem Vater. Im Durchschnitt haben die Kinder vier bis fünf Vertrauenspersonen.
Schule
Eine Atmosphäre der Geborgenheit in der Schule, zumindest das Wohlbefinden in der Klassengemeinschaft, hilft den Kindern, sich Wissen anzueignen, weil sie sich eher trauen, bei Verständnisfragen im Unterricht bei LehrerInnen nachzufragen und ist somit für das Fortkommen der Kinder wichtig. Destruktiv wirkt es, in der Opfer-Täter-Dynamik des Bullying (Mobbing in der Schule) verfangen zu sein, da diese mit anderen Aspekten von Schule zusammenhängt, die für eine gute Lernatmosphäre und somit Erfolg in der Schule wichtig sind. Bullying stellt sich somit nicht als harmlose Plänkelei zwischen Kindern dar, sondern hat massive Auswirkungen auf das Lernen in der Schule insgesamt.
Freunde
Die Hälfte der Kinder hat ziemlich oder sehr den Eindruck, sich auf seine Freunde bei Problemen in der Familie verlassen zu können, ein Fünftel erlebt hier allerdings auch keinen Rückhalt. Etwas positiver fallen die Antworten für den Rückhalt durch die Freunde bei schulischen Problemen aus. Darüber hinaus machen sich vier Fünftel der befragten Frankfurter Kinder keine oder wenig Sorgen darum, eventuell von den Freunden bzw. anderen Kindern ausgegrenzt zu werden.
Nutzung von Freizeitangeboten
Am häufigsten nutzen die Kinder das Kino, die Bücherei oder sie gehen Shoppen. Relativ selten werden das Theater oder die Musikschule besucht. 57% der Kinder sind Mitglied in einem Verein, Jungen häufiger als Mädchen, da Jungen häufiger Mitglied in Sportvereinen sind. In welchem Verein die Kinder Mitglied sind, ist je nach Geschlecht und Alter unterschiedlich.
Alte und neue Medien
Drei Viertel der befragten Frankfurter Kinder lesen gerne, allerdings sinkt die Leselust, je älter die Kinder werden. Am häufigsten lesen die Kinder ein Buch, das Internet wird aber mit steigendem Alter der Kinder beliebter. Drei Viertel der Kinder besitzen ein Handy. Die Hälfte der Kinder gibt an, täglich etwa eine Stunde Fernsehen, Computer, Spielkonsole oder Internet zu nutzen, ein Fünftel zwei Stunden. Ein Zehntel nutzt diese Medien täglich fünf Stunden und mehr. Ältere Kinder verbringen dabei mehr Zeit vor Fernseher und Computer als jüngere Kinder. Etwa die Hälfte der Kinder verfügt für sich allein über ein Radio oder einen MP3-Player, fast ein Viertel über einen Fernseher oder einen Computer.
Materielle Versorgung
Die befragten Frankfurter Kinder erhalten durchschnittlich 33,97 € Taschengeld. Erwartungsgemäß steigt das Taschengeld mit dem Alter der Kinder an, Kinder mit Migrationshintergrund erhalten mehr Taschengeld als Kinder ohne Migrationshintergrund. Die große Mehrheit der Kinder ist mit der Höhe des Taschengeldes zufrieden. Über die Hälfte der älteren Kinder verdient sich zu seinem Taschengeld noch etwas dazu, aber auch schon zwei Fünftel der jüngeren Kinder tun dies. Nur eine Minderheit der Kinder gibt an, bei jemandem Schulden zu haben. Ein Viertel der Kinder muss mindestens manchmal Kleidung tragen, die ihm nicht gefällt, hierbei zeigen sich Einflüsse auf das Wohlbefinden der Kinder. Für die Hälfte der Kinder gehört Markenkleidung zum Alltag, allerdings ist sie den Kindern wenig wichtig. Die Wichtigkeit von Markenkleidung steigt aber mit dem Alter an und wird von Jungen und Kindern mit Migrationshintergrund jeweils höher eingeschätzt. Fast alle befragten Kinder sind im Besitz eines Fahrrades.
Wohnung und Wohnumfeld
60% aller befragten Kinder haben ein eigenes Zimmer, bei Kindern mit Migrationshintergrund ist dies seltener der Fall. Positiv auf das Wohlbefinden der Kinder wirkt es sich aus, wenn sie ihr Zimmer groß genug finden. Fast ein Fünftel der Kinder hat keine Rückzugsmöglichkeiten in der elterlichen Wohnung.
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Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Der Weg dieser Vorlage
Am 22. August 2008 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. In 21 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
Beratungsverlauf21 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Annahme bei Enthaltung LINKE.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, 2 SPD und GRÜNE gegen 1 SPD, FDP und LINKE. (= Zurückweisung) bei Enthaltung 1 SPD
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: Annahme bei Enthaltung fwf
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., REP und FDP; bei Enthaltung BFF
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE. und FDP gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und NPD (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und NPD (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.