240. Vergleichende Prüfung "Gesundheitswesen - Kliniken II"
Zusammenfassung
Der Bericht des Magistrats befasst sich mit der Umsetzung der Empfehlungen des Hessischen Rechnungshofs zur 240. Vergleichenden Prüfung im Gesundheitswesen. Es wird vorgeschlagen, verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Personalaufwandsquote, der ambulanten Erlöse und der Verweildauer in den Kliniken zu ergreifen. Ziel ist es, die Effizienz und Qualität der Gesundheitsversorgung in Frankfurt am Main zu steigern.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenBericht
240. Vergleichende Prüfung "Gesundheitswesen - Kliniken II"
Mit Schreiben des Präsidenten des Hessischen Rechnungshofs vom 22.05.2024 wurde dem Magistrat der Schlussbericht über die 240. Vergleichende Prüfung "Gesundheitswesen - Kliniken II" übersandt. Dieser wird - entsprechend der Bitte des Landesrechnungshofs - hiermit der Stadtverordnetenversammlung und den Fraktionen zugeleitet.
Darüber hinaus bat der Präsident des Hessischen Rechnungshofs bis zum 20.12.2024 zu berichten, inwieweit seitens der Stadt Frankfurt am Main beabsichtigt ist, die Empfehlungen des Schlussberichtes umzusetzen.
Der Magistrat nimmt gegenüber dem Hessischen Rechnungshof zu den Prüfungsfeststellungen und Empfehlungen des Schlussberichtes wie folgt Stellung: Stellungnahme zu den Empfehlungen aus dem Schlussbericht - Stadt Frankfurt am Main der 240. Vergleichenden Prüfung "Gesundheitswesen - Kliniken II" im Auftrag des Hessischen Rechnungshofs; eingegangen bei der Stadt Frankfurt am Main am 23.05.2024.
| In der nachfolgenden Stellungnahme wird auf die wesentlichen Empfehlungen des Berichtes eingegangen, die die Stadt Frankfurt am Main betreffen: Feststellungen / Empfehlungen des Hessischen Rechnungshofs: | Maßnahmen: | Status der Umsetzung: |
| Die Richtlinie guter Unternehmensführung "Public Corporate Governance Kodex" galt zum Zeitpunkt der Prüfung nicht für das Klinikum Frankfurt Höchst. | Für die | |
| Beteiligungsgesellschaften des MTK & Stadt Frankfurt gelten die jeweiligen Kodizes. | Zum aktuellen Zeitpunkt | |
| keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Das Klinikum Frankfurt Höchst wies im Jahr 2022 eine Personalaufwandsquote von 68 Prozent auf und wies damit im Vergleichsring die höchste Personalaufwandsquote in diesem Jahr auf. | Im Rahmen des | |
| Restrukturierungsprojekts wird mit Realisierung von Synergien (Vereinheitlichung v. Prozessen & Abteilungen, Zentralisierungen) in den primär, sekundär und tertiären Bereichen die Personalaufwandsquote verbundweit gesenkt werden. | Laufender Prozess | |
| Im Jahr 2022 betrug der Anteil der ambulanten Erlöse an den Gesamterträgen sieben Prozent. | Es ist darauf hinzuweisen, dass das GJ 2022 für die | |
| Krankenhäuser ein "Corona-Jahr" darstellte und somit insbesondere im ambulanten Bereich weniger frequentiert wurde. Ungeachtet dessen wird das Ziel verfolgt, die amb. Fallzahl/ Erlöse durch Schaffung der strukturellen Voraussetzungen (Umbaumaßnahmen), d.h. Implementierung kurzzeitstationärer Einrichtungen einschl. OP-Zentrum -auch im Kontext mit der bevorstehenden Krankenhausreform- zu steigern. | Laufender Prozess | |
| Reduzierung der Forderungsreichweite auf 40 Tage. | Zum einen ist die | |
| gesetzliche Zahlfrist an Stelle von 30 Tagen mittlerweile auf 5 Tage fixiert. Darüber hinaus wurde das Management der Anfragen des Medizinischen Dienstes (MD) der Krankenkassen reorganisiert (fallbegleitende Kodierung, Erstellung fachspezifischer Berichtswesen, externe Kodierprüfung), so dass der Fall mittlerweile deutlich häufiger bei den Kostenträgern im regulären Abrechnungsprozess verbleibt und keinen Anlass für die Prüfung durch den MD bietet, welcher den Zahlungszeitpunkt verzögern würde. | Erfolgt | |
| Im Zeitraum von 2018 bis 2022 Rückgang der stationären Fallzahlen um 15,1 Prozent. | Der Rückgang der | |
| Fallzahlen ist Corona bedingt (bundesweites Phänomen). Zur Stärkung der Markposition ist eine verbundweite Medizinstrategie erarbeitet und kontinuierlich weiterentwickelt. Diese zielt - auch im Hinblick auf die neue Finanzierungssystematik über Leistungsgruppen und eine Vorhaltefinanzierung - auf eine standortbezogene Bündelung spezieller medizinischer Leistungen in Verbindung mit dem Ausbau zertifizierter medizinischer Schwerpunktzentren ab. | Laufender Prozess | |
| Die durchschnittliche Verweildauer in der Neurologie (138 Prozent) und der Allgemeinchirurgie (126 Prozent) liegt am weitesten über der mittleren Verweildauer. | Ein Case-Management wurde eingeführt, Regelmäßige | |
| Fallbesprechungen zwischen Ärztlichem Dienst, Casemanagement und Sozialdienst werden zur strukturierten Steuerung des Entlassmanagements durchgeführt. Im Zuge der Implementierung eines neuen internen Berichtwesens des Medizincontrollings wurden Zielvorgaben für die Reduzierung der durchschnittlichen Verweildauer (VWD) festgelegt. In diesem Zusammenhang wird die VWD im Bereich der Neurologie sukzessive von 7,9 Tagen auf 6,3 Tage (InEK) reduziert. Im Bereich der Chirurgie ist die Zielvorgabe, die durchschnittlichen VWD von 10,9 auf 8,1 Tagen (InEK) zu reduzieren. | Laufender Prozess | |
| Das Klinikum Frankfurt Höchst legte keine verschriftlichte strategische Planung vor. | Der Prüfbericht erstreckt sich über die GJ bis |
| 2022. Ein Konzept zur Medizinstrategie wurde gemeinsam mit KPMG in 2023 erarbeitet und wird sukzessive umgesetzt und weiterentwickelt. | Erfolgt |
| Dem Klinikum Frankfurt Höchst ist zu empfehlen, eine Nachhaltigkeitsstrategie mit mess- und erreichbaren Zielen zu entwickeln und umzusetzen. Dazu gehört beispielsweise die Berücksichtigung der Lieferkette im Sinne des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG). | Varisano arbeitet |
| insbesondere mit der Sana-Einkaufsgemeinschaft zusammen, welche für sich bereits Risikobewertungen im Sinne des LkSG durchgeführt hat. Darüber hinaus hat varisano die Vorgaben des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (Grundsatzerklärung und anonymes Meldeportal zu Menschenrechtsverletzungen, Verstöße gegen Umweltabkommen) erfüllt. Eine erste automatisierte Lieferantenbewertung ist erfolgt und ein Meldeportal auf der varisano-Homepage wurde eingerichtet: (prod.osapiens.cloud/portal/portal/webbundle/supplier-os-hub/supplier-os-hub/pub lic-access-app/complaint.html#/public/hub/klinikenfmt/DEFAULT/complaint/new) | Erfolgt |
| Das Klinikum Frankfurt Höchst sollte eine organisatorische Zuständigkeit für das Thema Nachhaltigkeit schaffen, beispielsweise in Form eines Nachhaltigkeitsbeauftragten. | Eine Stellenbeschreibung für den |
| Nachhaltigkeitsbeauftragten / Menschenrechtsbeauftragten ist erstellt. Gesetzlich ist erstmalig für das Geschäftsjahr 2025 ein Nachhaltigkeitsbericht über die Aktivitäten in den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) (ESG) zu erstellen. Die Besetzung der Funktion ist in Planung. | Laufender Prozess |
| Während die Empfehlung zur verstärkten Prüfung von intern zu beschaffenden Dienstleistungen erfüllt wurde, konnte die Empfehlung zur Erstellung eines umfassenden Compliance-Management-Systems nicht umgesetzt werden. | Ein verbundweites |
| Risikomeldeportal wurde in das Intranet integriert. Eine Handbuchdokumentation liegt vor. Eine verbundweit zuständige Stelle für den Bereich Recht- und Compliance wurde geschaffen. Diese ist mit der Implementierung eines umfassenden Compliance-Management-Systems, welches den Anforderungen des Prüfstandards IDW PS 980 entspricht, mittelfristig beauftragt. Nach der Implementierung werden Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft werden. | Laufender Prozess |
| Eine weitere Absenkung des Energieverbrauchs im Kontext mit der Nachhaltigkeit ist zu erwarten. | Krankenhausneubau wurde in Betrieb genommen. Ein |
| Energieaudit nach DIN EN 16247-1 ist unter Berücksichtigung der Anforderungen der ISO 50001 in Vorbereitung. Ziele sind: a) die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen des Energiedienstleistungsgesetztes / Energieeffizienzgesetztes und b) mit Energieeffizienzmaßnahmen einen Beitrag zum Klimaschutzmanagement und zur Kostenreduktion zu leisten. | Laufender Prozess |
| Als Empfehlung aus der markt- und wettbewerbsanalytischen Betrachtung ergibt sich, dass trotz des intensiven Wettbewerbs im Ballungsraum Frankfurt Marktanteile auf Basis einer von der Klinik durchführbaren Erweiterung beziehungsweise Detailanalyse des Leistungsspektrums realisiert werden können. Weiterhin sollte versucht werden, die derzeitig durchschnittlichen bis guten Marktanteile in der Stadt Frankfurt sowie im Main-Taunus-Kreis zu erhöhen. Hierbei ist insbesondere eine regionale Vernetzung bzw. Die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Einrichtungen und Ärzten essenziell. | Eine varisano-weite |
| Medizinstrategie wurde in 2023 entwickelt und wird derzeit hinsichtlich der neuen Finanzierungsreform auf Leistungsgruppen reevaluiert. Die Strategie beinhaltet eine standortbezogene Bündelung spezieller medizinischer Leistungen und den Ausbau medizinischer Schwerpunktzentren innerhalb des Verbunds. Darüber hinaus werden trägerübergreifende Kooperationen sondiert. Im Hinblick auf eine patientenorientierte Medizin werden Einweiserveranstaltungen von den medizinischen Leistungserbringern (amb./stat.) zur Einweiserloyalisierung und Stärkung/ Ausbau des medizinischen Netzwerkes durchgeführt. Der Internetauftritt des varisano-Verbundes wurde vollständig überarbeitet. Das Leistungsspektrum der medizinischen Fachabteilungen und der nach den Statuten der medizinischen Fachgesellschaften zertifizierten Schwerpunktzentrum ist im Sinne einer vertrauensbildenden Maßnahme fachlich entsprechend dargestellt. | Laufender Prozess |
| Wir empfehlen die grundsätzliche Überprüfung der derzeitigen Medizinstrategie sowie der gesamten Prozesse zur optimalen Verweildauersteuerung. | Eine Medizinstrategie |
| wurde erstellt (s.o.). Darüber hinaus wurde vom Medizinischen Controlling ein neues internes Berichtwesen, u. a. zur Verweildauersteuerung, erarbeitet und im März 2024 implementiert. Das Berichtswesen beinhaltet eine 1-2malige wöchentliche Auswertung (und Besprechung mit den jeweils zuständigen Ärzten) aller stationären Behandlungsfälle. | Erfolgt |
| Der hohe Altersdurchschnitt im Verwaltungsdienst birgt das Risiko zusätzlicher Ausfälle und sollte durch eine gezielte Nachfolgeplanung gesenkt werden. | Derzeit laufen die |
| Initiativen der varisano-weiten Verwaltungszentralisierungen. Dies auch im Hinblick auf die Reorganisation von Prozessen mit Bündelung der fachlichen Kompetenzen, aber auch, um Vertretungen künftig adäquater sicherzustellen (Urlaub, Krankheit, Fluktuation). | Laufender Prozess |
| Der Bereich Personal- und Organisationsentwicklung (OE) sollte perspektivisch weiter ausgebaut werden. | Zum 01.09.2024 wurde eine zentrale Stelle für den |
| Bereich der Personalentwicklung geschaffen und besetzt. Darüber hinaus wurde im Sinne der OE eine neue Abteilung für Digitalisierung und Innovationsmanagement etabliert, die u. a. in einem strukturierten Programm-Management Reorganisations- und kontinuierliche Verbesserungsprojekte begleitet. Eine Kongruenz zwischen OE und PE wird künftig sichergestellt werden. | Erfolgt |
| Zudem sollte angestrebt werden, die Arbeitsbedingungen und damit die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu verbessern. Dies kann dabei helfen, Personal zu halten. Mögliche Maßnahmen beinhalten menschenzentrierte Prozessverbesserungen, eine stärkere Professions- und teamübergreifende Zusammenarbeit und eine adäquate Führungskultur. | Die strukturellen |
| Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter haben sich im Zuge der Inbetriebnahme des Neubaus deutlich verbessert. Darüber hinaus liegt im Zuge der geplanten Systemzertifizierung des QM-Systems nach DIN EN ISO 9001 und auch in den Programmlinien "Prozesse" und "Digitalisierung" der Fokus auf Patientenorientierung und Prozessverbesserungen, welche auch positive Effekte auf die Mitarbeiterzufriedenheit haben (Abbau von Schnittstellenverlusten, Abgrenzung von Aufgaben- und Verantwortungsbereichen, einheitliche Standards etc.). In diesem Zusammenhang wird aktuell ein verbundweites Dokumentenmanagementsystem implementiert. Führungskultur: Mehrere Workshops zur Führungskultur im Kontext mit den Inhalten des verbundweit gültigen Leitbildes und hieraus abgeleiteter Führungsgrundsätze haben stattgefunden. Weitere sind in Planung. | Laufender Prozess |
| Im Klinikum Frankfurt Höchst wurde zum Zeitpunkt der örtlichen Erhebung ein Krankenhausinformationssystem (KIS) vom Hersteller ORBIS eingesetzt. In den Kliniken des Main-Taunus-Kreises wurde hingegen i.s.h.med, das KIS von Oracle Cerner, das an der SAP IS-H Branchenlösung für Gesundheitseinrichtungen andockt, verwendet. Es ergibt sich die Empfehlung, zeitnah eine KIS-Strategie für den varisano Verbund zu definieren, um ein neues KIS in den Kliniken des Main-Taunus-Kreises einzuführen. Um Interoperabilität im varisano Verbund sowie die Möglichkeit eines Datenaustausches zu gewährleisten, sollte möglichst ein einheitliches KIS im Klinikum Frankfurt Höchst sowie in den Kliniken des Main-Taunus- Kreises genutzt werden. | Durch die Realisierung |
| der KHZG-Projekte wird die Digitalisierung in den varisano-Einrichtungen vorangetrieben. In diesem Zusammenhang beinhaltet die IT-Strategie eine Vereinheitlichung von Software-Lösungen sowie den kontinuierlichen Ausbau der IT-Netzwerk und Server-Struktur; dies auch, um die Anforderungen an die kritischen Infrastrukturen zu erfüllen (KRITIS), u.a. wurde zum 01.07.2024 das Verwaltungswirtschaftssystem SAP-Hana konzernweit ausgerollt. Die Empfehlung, ein standortübergreifendes einheitliches KIS zu etablieren, wird auch als sinnvoll erachtet und wird in der Fortschreibung der Digitalisierungsstrategie als potenzielles Ziel seine Berücksichtigung finden, ebenso eine Interoperabilitäts-Plattform, um den strukturierten Datenaustausch mit möglichst vielen Anwendungen leichter zu ermöglichen. | Laufender Prozess |
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Der Weg dieser Vorlage
Am 7. Oktober 2024 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und BFF-BIG (= Kenntnis)