Fluglärmmessstationen
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Thema Öffentlicher Nahverkehr und neue Mobilität verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 13.05.2011, B 241
Betreff: Fluglärmmessstationen Mit dem nachfolgenden Bericht informiert der Magistrat über den Betrieb der sechs städtischen Fluglärmmessstationen im Jahr 2010. Die Fluglärmüberwachung hat sich hierbei als sehr zuverlässig erwiesen und bietet den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern eine wichtige Informationsquelle zur Fluglärmbelastung. Betriebsstabilität und Messgenauigkeit der städtischen Fluglärmmessstationen Seit Inbetriebnahme der sechs städtischen Fluglärm-Messstationen Anfang 2008 bewiesen die Geräte eine gute Betriebsstabilität, die durch den robusten Aufbau und das Fehlen beweglicher Teile [z.B. Festplatten] begründet ist. Dennoch hat es Störungen der Systeme mit dem Verlust von Messdaten gegeben. So wurden bei den Stationen Goldstein 2 und Niederrad die Mikrofone von Stürmen aus der Halterung geweht oder von Vögeln beschädigt. In Bergen-Enkheim drang Wasser in ein Mikrofon ein und verfälschte Messwerte. Als Konsequenz wurden die Mikrofone in Niederrad und Goldstein in neuen modifizierten Halterungen montiert und defekte Mikrofone ausgetauscht. Die durch diese Ereignisse verfälschten Messwerte wurden aus den statistischen Auswertungen gelöscht. Im Rahmen von Wartungsterminen erfolgt jeweils eine Kalibrierung der Messstationen mit einem geeichten Schallkalibrator durch den Hersteller der Schallpegel-Monitore. Die Ergebnisse zeigen auch im Langzeitbetrieb nur minimale Abweichungen von unter 1 dB[A] von der zertifizierten Anfangskalibrierung bei Inbetriebnahme der Stationen. Die Dauermessgenauigkeit der Systeme ist daher bewiesen, eine erneute Zertifizierung durch den Deutschen Kalibrierdienst kann in längeren Zeitintervallen erfolgen. Qualität der Überflugerfassung und Schallpegelmessung Ein Vergleich mit der Statistik der von den Fluglärmmessstationen erkannten Überflüge aus dem Jahr 2008 zeigt, dass die Erkennungsquote stark vom Standort der Station und ihrer Entfernung von der Flugroute abhängig ist. Während fünf Stationen eine gute Überflugerkennung aufweisen, werden bei der Fluglärmmessstation "Goldstein 2" deutlich weniger Überflüge erkannt. Grund hierfür ist die mit knapp 3 km relative große Entfernung des Standorts von der Flugroute. Die Auswertungsergebnisse für die Jahre 2009-2010 stimmen entsprechend überein. Für die Station "Goldstein 2" wird daher eine Verlagerung des Standortes hin zu den Flugrouten diskutiert. Die gute Funktion der Überflugerfassung wurde auch bei einem im Jahr 2008 durchgeführten Vergleich der städtischen Station Oberrad 2 mit der von der Fraport AG betriebenen Fluglärmmessstation 45 am gleichen Standort bewiesen. Ein Vergleich zwischen Stationen der Stadt Frankfurt am Main und der Fraport AG ist nur an diesem Standort möglich, da hier beide Stationen nebeneinander am selben Gebäude montiert sind. Bei der Berechnung von Überflügen handelt es sich um ein mathematisches Verfahren, welches die Lärmkurven interpretiert. Dieses Verfahren wird niemals 100% aller Überflüge korrekt erkennen. Im Jahr 2010 hat der Deutsche Fluglärmdienst [DFLD] - der die städtischen Messwerte aufbereitet - daher ein ergänzendes Verfahren eingeführt, welches die Flugspuren zur Verifizierung der Überflugerkennung verwendet. Die Überflugerkennung erfolgt nun zweistufig: Die Überflugerkennung wird zunächst von einem asynchronen Prozess (alle 5 min) im Hintergrund ausgeführt. Daher dauert es immer einige Zeit, bis die Überflüge berechnet wurden. Die Überflüge werden auf der Lärmspitze durch ein "O" für die vorläufige Erkennung markiert. Im zweiten Schritt erfolgt die Korrelation mit den Flugspuren, welche jedoch aufgrund des hohen Rechenaufwandes erst bis zu 2 Tage später als Endergebnis dargestellt wird. Die Überflüge werden dann auf der Lärmspitze durch ein "X" für die endgültige Erkennung gekennzeichnet. Flugfreie Zeit aufgrund Vulkanausbruch Eyjafjallajökull Basis der Berechnungen des Magistrats sind die Daten der 6 Fluglärm-Messstationen der Stadt Frankfurt am Main. Die Messwerte des Gesamtlärms während der 4 weitgehend flugfreien Tage vom 17.04. bis 20.04.2010 wurden mit Daten gleicher Wochentage und Betriebsrichtung im Monat April verglichen (10./11.04.+ 26./27.04.2010). Während des genannten Zeitraums herrschte an den ersten beiden Tagen vorwiegend Ostbetrieb, an den letzten beiden Tagen vorwiegend Westbetrieb. In der nachfolgenden Grafik werden die gemittelten Differenzwerte (Tage mit und ohne Flugbetrieb) des Gesamtlärms für den Leq, den äquivalenten Dauerschallpegel, angegeben. Die wenigen Flüge während der flugbetriebsfreien Tage erfolgten unter abweichenden Bedingungen, so dass Maschinen im Sichtflug oft aus Richtungen anflogen, die nicht in dem Erfassungsbereich der städtischen Fluglärm-Messstationen lagen. Weitere Informationen zum Thema sind in der Analyse "Fluglärmmessung ohne Fluglärm" des Deutschen Fluglärmdienstes e.V. zu finden. Diese Auswertung berücksichtigt 17 Fluglärm-Messstationen in einem Areal von 50 x 30 km um den Flughafen Frankfurt am Main und ist unter folgender Internetadresse abrufbar. http://www.dfld.de/Downloads/DFLD_100505_VulkanAnalys e(Ger).pdf Übersichten und Tendenzen Der Vergleich der Jahresmittelwerte der Stationen über die bisherigen drei Betriebsjahre zeigt, dass sich sowohl die Mittelwerte als auch die Belastungsverteilung der Stadtteile in vergleichbaren Größenordnungen bewegen. Auch dies bestätigt die Langzeitstabilität des Messsystems. Der scheinbare Belastungsrückgang für Goldstein und Niederrad für das Jahr 2010 ist zu relativieren, da aufgrund witterungsbedingter Ausfälle dort an einigen Tagen keine Messwerte erfasst werden konnten. Bei der Interpretation ist ferner zu beachten, dass aufgrund des logarithmischen dB[A]-Wertes bei einer Steigerung von 10 dB[A] eine Verdoppelung der wahrgenommenen Lautstärke vorliegt. Im Stadtteil Oberrad wurde neben der streng normgerecht errichteten Station Oberrad 2 die Station Oberrad 3 mitten im Wohngebiet auf einem Gebäudedach errichtet. Beide Stationen haben in etwa denselben Abstand zur Flugroute 07 N-lang und liegen etwa 400 m voneinander entfernt. Der Vergleich der Jahresmittelwerte beider Stationen über drei Jahre zeigt nun lediglich eine Differenz von max. 1 dB[A]. Zumindest für diesen Standort und die freie Dachmontage auf einem kurzen Mast (1 m) scheinen Reflexionen keine signifikante Rolle zu spielen.Zuständige Ausschüsse: Ausschuss für Umwelt und Sport Beratung im Ortsbeirat: 5, 6, 16 Versandpaket: 18.05.2011
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Mai 2011 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. In 4 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und FREIE WÄHLER gegen Bunte (= Zurückweisung)