Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Frankfurt am Main sowie kommunale Maßnahmen zur Stabilisierung des Wirtschaftsstandorts
Zusammenfassung
Die Anfrage behandelt die steigende Zahl von Unternehmensinsolvenzen in Frankfurt und die Herausforderungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage wird der Magistrat um Bewertung und Maßnahmen zur Stabilisierung des Wirtschaftsstandorts gebeten.
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Antwort überfällig
Der Magistrat hätte bis zum 01.09.2026 antworten müssen. Seit 15 Tagen liegt nichts vor.Warum?
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Thema Wirtschaft und Tourismus verfolgenFragen an den Magistrat
Die wirtschaftliche Lage zahlreicher Unternehmen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft. Bundesweit steigt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen seit dem Jahr 2022 wieder deutlich an. In der FAS am 24.05.2026 wird allgemein von einer rollenden Pleitewelle geschrieben und die FAZ berichtet am 26.05.2026 von einer schlechten Stimmung in hessischen Betrieben. Nach Einschätzung der IHK Frankfurt am Main befindet sich insbesondere der Mittelstand zunehmend unter strukturellem Druck. Die IHK verweist hierbei unter anderem auf hohe Energiepreise, steigende Zinsen, Investitionszurückhaltung, bürokratische Belastungen, langwierige Genehmigungsprozesse sowie erhebliche Unsicherheiten im Bereich der Bau- und Immobilienwirtschaft. Gleichzeitig wurde seitens der IHK zuletzt auf ein "Zehnjahreshoch" bei Unternehmensinsolvenzen hingewiesen. Aufgrund seiner Wirtschaftsstruktur ist Frankfurt in besonderer Weise von diesen Entwicklungen betroffen. Als international bedeutender Finanz-, Immobilien- und Dienstleistungsstandort weist die Stadt eine hohe Dichte kleiner und mittelständischer Unternehmen auf, deren Geschäftsmodelle häufig stark von Finanzierungsbedingungen, Projektentwicklungen, Konsumverhalten sowie von internationalen Kapital- und Wirtschaftsentwicklungen abhängig sind. Hinzu kommen überdurchschnittlich hohe Gewerbe- und Mietkosten sowie ein erheblicher Wettbewerbs- und Kostendruck. Die auf der Plattform - neu.insolvenzbekanntmachungen.de - veröffentlichten Insolvenzverfahren sowie daraus abgeleitete statistische Auswertungen deuten darauf hin, dass Frankfurt bundesweit weiterhin zu den Städten mit einer besonders hohen Anzahl an Unternehmensinsolvenzen zählt. Besonders betroffen erscheinen hierbei unter anderem: · die Bau- und Immobilienwirtschaft, · Gastronomie und Einzelhandel, · projektbezogene Dienstleistungsunternehmen, · Logistikunternehmen, · kleinere Beratungs- und Serviceunternehmen. Die Entwicklung steigender Unternehmensinsolvenzen hat erhebliche Auswirkungen auf Beschäftigungsverhältnisse, Gewerbesteuereinnahmen, Investitionen, Innenstadtentwicklung sowie die langfristige wirtschaftliche Stabilität des Standorts Frankfurt am Main. Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:
- Wie bewertet der Magistrat derzeit die aktuelle wirtschaftliche Lage kleiner und mittelständischer Unternehmen in Frankfurt?
- Wie hat sich die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Frankfurt seit 2022 entwickelt?
- Welche Erkenntnisse liegen dem Magistrat hinsichtlich der auf neu.insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlichten Insolvenzverfahren für Frankfurt am Main vor?
- a)Werden diese Daten seitens der Stadtverwaltung ausgewertet oder beobachtet?
- b)Welche Trends lassen sich daraus nach Einschätzung des Magistrats ableiten?
- c)Welche Rückschlüsse zieht der Magistrat hieraus für die wirtschaftliche Entwicklung Frankfurts?
- Inwiefern verfolgt die Stadt konkrete Maßnahmen zur Unterstützung wirtschaftlich belasteter Unternehmen oder Branchen?
- Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat insbesondere zur:
- a)Entlastung von Gewerbetreibenden,
- b)Beschleunigung von Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren,
- c)Reduzierung bürokratischer Belastungen,
- d)Verbesserung kommunaler Beratungsangebote,
- e)Unterstützung von Innenstadtgewerben,
- f)sowie Förderung von Transformations- und Digitalisierungsvorhaben?
- In welchem Umfang befindet sich der Magistrat hierzu im Austausch mit:
- a)der IHK Frankfurt am Main,
- b)Wirtschaftsverbänden,
- c)Vertreterinnen und Vertretern des Mittelstands,
- d)Kreditinstituten,
- e)sowie Insolvenzverwaltern?
- Sieht der Magistrat angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung zusätzlichen kommunalen Handlungsbedarf zur Stabilisierung des Wirtschaftsstandorts?
- Welche mittel- und langfristigen Strategien verfolgt der Magistrat zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Krisenresistenz des Wirtschaftsstandorts Frankfurt?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate
Der Weg dieser Vorlage
Am 3. Juni 2026 brachte AfD diese Anfrage in die Stadtverordnetenversammlung ein.