Die Frankfurter Lokalpresse beschäftigte in jüngster Vergangenheit immer wieder das Thema der möglichen Eigenständigkeit
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Frage vom 14.06.2018, F 1309 Die Frankfurter Lokalpresse beschäftigte in jüngster Vergangenheit immer wieder das Thema der möglichen Eigenständigkeit des beliebten Caricatura Museums. Zahlreiche Akteure bekundeten hierfür Sympathien. Innerhalb der Regierungskoalition soll gar ein entsprechender Antrag seitens der GRÜNEN hierzu eingebracht werden. Eine eigene Position des Magistrats hingegen wurde bisher nicht kundgetan. Daher frage ich den Magistrat: Wie steht der Magistrat zu einer möglichen Eigenständigkeit des Caricatura Museums?
Antwort des Magistrats: Stadträtin Dr. Ina Hartwig: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Stadtverordneter Wehnemann, lieber Nico! Das Caricatura Museum wurde 2008 eröffnet und wird seither verwaltungstechnisch als Abteilung des Historischen Museums geführt. Der stetig steigende Publikumszuspruch belegt die hohe Qualität der Ausstellungen und die hohe Akzeptanz der Besucherinnen und Besucher, worüber ich mich als Kulturdezernentin natürlich sehr freue. Im Übrigen operiert das Caricatura Museum inhaltlich wie ein eigenständiges Museum. Dabei profitiert es administrativ in hohem Maße von der Infrastruktur des Historischen Museums. Es wird von den Verwaltungsaufgaben entlastet. Dadurch können die Kosten hierfür in beiden Häusern begrenzt werden. Eine Loslösung vom Historischen Museum wird deshalb derzeit von mir nicht befürwortet. Was hier über ein Jahrzehnt lang erfolgreich praktiziert worden ist, erlaubt Freiheiten in den künstlerisch-inhaltlichen Abläufen mit umfassendem Gestaltungsspielraum bei administrativer Abwicklung über die Verwaltung des Historischen Museums, welches, nebenbei bemerkt, auch das Junge Museum Frankfurt und das Kronberger Haus als eigenständige Dependancen mitverwaltet. Es handelt sich mithin um eine beidseitig ressourcenschonende Konstruktion. Sollten dem Magistrat Prüfaufträge der Stadtverordnetenversammlung zugehen, werden diese selbstverständlich intensiv geprüft und mit entsprechenden wirtschaftlichen Auswertungen hinterlegt.
(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die erste Zusatzfrage kommt von Herrn Wehnemann von der FRAKTION. Bitte! Stadtverordneter Nico Wehnemann, FRAKTION: (Zusatzfrage) Vielen Dank, das ist schon einmal schön zu hören. Ich habe heute in der Presse gelesen, dass die SPD einen Vorstoß der GRÜNEN blockiert. Wir haben einen Prüfen-und-berichten-Antrag in den Geschäftsgang gegeben. Geben Sie der SPD-Fraktion also den Auftrag mit, diesen Antrag positiv zu beschließen, damit wir das endlich einmal prüfen und berichten lassen können, ob die Eigenständigkeit dieses Museums Sinn ergibt? Stadträtin Dr. Ina Hartwig: (fortfahrend) Das verstehe ich nicht. (Beifall, Heiterkeit) Stadtverordneter Nico Wehnemann, FRAKTION: (fortfahrend) Würden Sie der SPD-Fraktion empfehlen, unserem Antrag zuzustimmen? Das habe ich zumindest so herausgehört. Das könnten Sie der SPD-Fraktion noch einmal sagen. Kennen Sie diesen Antrag überhaupt? Stadträtin Dr. Ina Hartwig: (fortfahrend) Welchen Antrag? Stadtverordneter Nico Wehnemann, FRAKTION: (fortfahrend) Wir haben einen Prüfen-und-berichten-Antrag gestellt, ob es Sinn ergibt, die Eigenständigkeit des Caricatura Museums zu forcieren und das einmal durchrechnen zu lassen. Stadträtin Dr. Ina Hartwig: (fortfahrend) Lieber Nico Wehnemann, ich habe doch eben selbst gesagt, dass Prüfaufträge selbstverständlich intensiv geprüft und mit entsprechenden wirtschaftlichen Auswertungen hinterlegt werden. Was wollen Sie denn mehr? Stadtverordneter Nico Wehnemann, FRAKTION: (fortfahrend) Herzlichen Dank! Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die zweite Zusatzfrage kommt von Frau Dr. Wolter-Brandecker von der SPD-Fraktion. Bitte! Stadtverordnete Dr. Renate Wolter-Brandecker, SPD: (Zusatzfrage) Herr Wehnemann, Sie haben offensichtlich noch nicht verstanden, dass der Magistrat den Stadtverordneten keine Aufträge erteilt.
(Beifall) Aber nun zu meiner Frage. Es wird in der Presse und teilweise auch von Stadtverordneten suggeriert, dass das Caricatura Museum ganz erhebliche Einnahmen akquiriert und dass ein großer Teil dieser Einnahmen dann in das Mutterhaus, in das Historische Museum, fließen und damit das Mutterhaus finanziell unterstützt wird. Können Sie sagen, in welcher Summe denn Gelder des Caricatura Museums in das Historische Museum fließen? Stadträtin Dr. Ina Hartwig: (fortfahrend) Danke für die Nachfrage. Das ermöglicht mir, die Debatte ein wenig zu versachlichen und die Fake News in Bezug auf die Finanzierung, die hier und da in der Berichterstattung zu lesen waren, zu korrigieren. Es handelt sich darum, dass das Caricatura Museum ein Budget innerhalb des Budgets des Historischen Museums hat, das die Stadtverordnetenversammlung einst festgelegt hat, und dieses Budget reicht nicht aus, um die Personalkosten, den Betrieb und den Unterhalt zu decken, sodass das Historische Museum hier regelmäßig die Defizite im Betrieb ausgleicht. Diese Defizite beliefen sich in den Jahren 2009 bis 2017 auf 1,89 Millionen Euro, die vom Historischen Museum in Richtung Caricatura Museum geflossen sind. (Beifall, Zurufe) Antragstellende Person(en): Stadtv. Nico Wehnemann
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 14. Juni 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.