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Neugestaltung der Bolongarostraße: Konzeptprüfung und Verkehrsuntersuchung

Vorlagentyp: B
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Bericht des Magistrats vom 30.10.2009, B 912

Betreff:

Neugestaltung der Bolongarostraße: Konzeptprüfung und Verkehrsuntersuchung

Vorgang:

Beschl. d. Stv.-V. vom 25.09.2008, § 4616

- NR 947 CDU/GRÜNE, B 202/09 -

Zu Ziffer 1:

Es ist beabsichtigt die verkehrliche Vorplanung zur Bolongarostraße im Abschnitt zwischen Leverkuserstraße und Am Mainberg der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis und Zustimmung in Kürze vorzulegen. Im Anschluss wird die weiterführende Gestaltungsplanung in Abstimmung mit dem Ortsbeirat erarbeitet.

Zu Ziffer 2a:

Am Dienstag, den 17.03.2009 wurde in der Bolongarostraße, zwischen Leverkuser Straße und Antoniterstraße (in Höhe des Brüningparks) eine Befragung der Verkehrsteilnehmer/-innen durchgeführt. Die Befragung fand von 06:00 bis 10.00 und 16:00 bis 19.00 Uhr statt. Gleichzeitig wurde, an der gleichen Stelle, eine Zählung der Verkehrsmengen über 24 Std. (00:00 bis 24.00 Uhr) durchgeführt. Da die Bolongarostraße Einbahnstraße in West-Ost-Richtung ist, wurden die Befragung und die Zählung nur in die zulässige Fahrtrichtung durchgeführt.

Insgesamt wurden an diesem Tag - in 24 Std. - rd. 5.300 Kfz gezählt. Davon waren rd. 6 % Schwerverkehr (SV), d. h. Lkw mit mehr als 3,5 to zulässigem Gesamtgewicht. Darin enthalten ist auch der Linienbusverkehr, der aber nicht befragt wurde.

Für die Befragung wurden die Fahrzeuge von der Stadtpolizei angehalten. Wegen der engen räumlichen Verhältnisse konnten die zu befragenden Fahrzeuge von den nachfolgenden Fahrzeugen nicht überholt werden. Um den fließenden Verkehr und vor allem den Linienbusverkehr nicht zu sehr zu beeinträchtigen konnten deshalb nicht alle Verkehrsteilnehmer/-innen befragt werden. Insgesamt konnten während der 7-stündigen Befragung aber rd. 80 % der in diesem Zeitraum gezählten Fahrzeuge befragt werden.

Die Ergebnisse der Verkehrszählung und der Anteil der davon befragten Verkehrsteilnehmer/-innen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Erfassungs-zeitraum

Pkw

Lkw

Linien-busse

Kfz gesamt

SV-Anteil

davon befragt

Befragungs-quote

06:00 bis 10.00 Uhr

911

32

52

995

8,4 %

834

83,8 %

16:00 bis 19.00 Uhr

1.055

2

43

1.100

4,1 %

839

76,3 %

Summe in 7 Std.

1.966

34

95

2.095

6,2 %

1.673

79,9 %

Die Ortsangaben der befragten Verkehrsteilnehmer/-innen wurden, getrennt nach Quelle und Ziel der jeweiligen Fahrt, 8 verschiedenen Verkehrszellen (Quell- und Zielgebieten) zugeordnet:

Zelle 1: Altstadt HöchstZelle 2: Industriepark Höchst

Zelle 3: Sindlingen, Zeilsheim

Zelle 4: Unterliederbach und Höchst nordwestl. der Bahnlinie von / nach Bad Soden

Zelle 5: Sossenheim, Nied und Griesheim, sowie die restlichen Bereiche von Höchst

Der Zielverkehr in die Zelle 5 wurde nochmals getrennt für jeden einzelnen Stadtteil ausgewertet, da diese teilweise nur über die Bolongarostraße, teilweise aber auch über die Südumgehung Höchst erreichbar sind.

Zelle 6: Schwanheim und Goldstein

Zelle 7. das restliche Stadtgebiet von Frankfurt am Main

Zelle 8: das Frankfurter Umland

Die genaue Lage und Abgrenzung der Verkehrszellen 1 – 6 ist der Anlage 1 zu entnehmen.

Die Angaben der befragten Verkehrsteilnehmer/-innen wurden anschließend auf die Gesamtzahl der in den 7 Stunden gezählten Fahrzeuge hochgerechnet, sodass sich die folgende Auswertung des Quell-, Ziel- und Durchgangsverkehrs immer auf die in den 7 Stunden gezählte Gesamtverkehrsmenge bezieht.

Demnach ergibt sich, bezogen auf den an der Befragungsstelle erfaßten Verkehr aus der Verkehrszelle 1, die folgende Zusammensetzung nach Verkehrsarten (s. Anlage 2)

Erfassungs-zeitraum

Binnen-verkehr

Quell- verkehr

Durchgangs- verkehr

Ziel-

verkehr

Gesamt- verkehr

06:00 bis 10.00 Uhr

41 Kfz

4,1 %

117 Kfz

11,8 %

337 Kfz

33,9 %

500 Kfz

50,2 %

995 Kfz

100 %

16:00 bis 19.00 Uhr

43 Kfz

3,9 %

186 Kfz

16,9 %

425 Kfz

38,7 %

446 Kfz

40,5 %

1.100 Kfz

100 %

Summe in 7 Std.

84 Kfz

4,0 %

303 Kfz

14,5 %

762 Kfz

36,4 %

946 Kfz

45,1 %

2.095 Kfz

100 %

Durch die gewählte Erhebungsmethode, die Befragung der Verkehrteilnehmer/-innen, lässt sich nicht nur die absolute Menge des Durchgangsverkehrs ermitteln, sondern es können auch Aussagen zu den Herkunfts- und Zielgebieten dieses Durchgangsverkehrs getroffen werden. Daraus lässt sich erkennen, ob es sich bei dem Durchgangsverkehr um kleinräumigen oder weiträumigen Durchgangsverkehr handelt. Diese Erkenntnisse liefern wiederum Hinweise, ob und inwieweit der Durchgangsverkehr durch verkehrsplanerische Maßnahmen möglicherweise auf alternative Routen, in diesem Fall die Südumgehung Höchst verlagert werden könnte.

Da es sich bei der zu betrachtenden Straße um eine Einbahnstraße in West–Ost-Richtung handelt, kommt der Durchgangsverkehr zu fast 90 % aus den angrenzenden westlichen Stadtteilen (Verkehrsbezirke 2+3, Industriepark, Sindlingen, Zeilsheim, Unterliederbach) und dem westlichen Umland (Verkehrsbezirk 4). Aufgrund der Verkehrsführung in Höchst kamen aber auch vereinzelt Fahrzeuge aus den östlich von Höchst gelegenen Gebieten an der Befragungsstelle vorbei.

Die Ziele des Durchgangsverkehrs liegen dagegen, ebenfalls zu fast 90 %, in den östlich von Höchst gelegenen Stadtteilen (Verkehrszellen 5+6, Sossenheim, Nied, Griesheim, Schwanheim) sowie im restlichen Frankfurter Stadtgebiet (Verkehrszelle 7). Die Verteilung des Gesamtverkehrs auf die Verkehrsarten, sowie Herkunft und Ziele des Durchgangsverkehrs ist der Anlage 3 zu entnehmen. Demnach liegen die Quellen und Ziele des Durchgangsverkehrs in Höchst zum größten Teil in den unmittelbar angrenzenden Stadtteilen, d. h. es handelt sich hierbei um "Kurzstreckenverkehr“ zwischen benachbarten Stadtteilen.

Bei der Frage der Verlagerbarkeit von Durchgangsverkehr müssen die Verkehre, die ihr Ziel in Verkehrzelle 5 (Sossenheim, Nied, Griesheim) haben allerdings noch differenzierter betrachtet werden. Aufgrund der bestehenden Verkehrsführung sind diese Stadtteile zum Teil nur durch Höchst, zum Teil aber auch über die B 40 erreichbar.

Wie aus Anlage 4 erkennbar ist, fahren von den insgesamt 497 Kfz / 7 Std., die ihr Ziel in Verkehrszelle 5 haben, 437 Kfz / 7 Std.), d. h. rd. 88 % nach Nied oder Griesheim. Der Verkehr nach Griesheim, sowie mindestens ein Teil des Verkehrs nach Nied, könnte als Alternative zur Bolongarostraße auch die B40 (Südumgehung Höchst) benutzen.

Vom gesamten Durchgangsverkehr in der Bolongarostraße könnte demnach mindestens der Verkehr mit Ziel Griesheim, Schwanheim, in weiter entfernt liegende Stadtteile, sowie ins Umland (Verkehrszellen 6, 7 und 8, sowie ein Teil von 5), das entspricht ca. der Hälfte des Durchgangsverkehrs, über die B 40 abgewickelt werden.

Zu Ziffer 2b:

Im Rahmen der Umgestaltung der Bolongarostraße sollen Parkstände entsprechend des Bedarfs der Wohnbevölkerung der Geschäfte/ Gaststätten bereitgestellt werden. Ortsfremde Dauerparker (insbesondere Arbeitspendler) sollen in der umgestalteten Bolongarostraße nicht parken. Durch eine Parkraumuntersuchung sollte das heutige Parkverhalten in der Bolongarostraße ermittelt werden.

Die Auswertung der Erhebung zeigt, dass das Parkraumangebot in der Bolongarostraße derzeit gut bemessen ist. Zwischen 10.00 Uhr und 23.00 Uhr ist die Parkraumauslastung durchgängig hoch (ca. 85 – nahezu 100%). Einerseits sind in der nachfragestarken Zeit zwischen 10.00 und 23.00 Uhr ca. 10 – 20% der vorhandenen Parkstände verfügbar. Andererseits werden in nicht unbeträchtlichem Maße Fahrzeuge außerhalb der ausgewiesenen Parkstände abgestellt (ca. 5 – 10% der erfassten Fahrzeuge).

Maßgebend für die Bemessung des Parkraumangebots ist die maximale gemeinsame Parkraumnachfrage der Nutzergruppen "Bewohner“ und "Besucher/ Kunden“. In der Zeit zwischen 20.00 und 22.00 Uhr werden durch diese beiden Nutzergruppen bis zu 126 der insgesamt 134 Parkstände (94 %) belegt. Sofern es für diese beiden Nutzergruppen keine Einschränkungen geben soll, kann das bestehende Parkraumangebot nicht reduziert werden.

Gleichwohl wäre es wünschenswert im Bereich der Höchster Altstadt Gestaltungsspielräume zu gewinnen. In diesem Bereich zwischen Burggraben und Storchgasse ist die Dichte an öffentlichen Parkständen bedingt durch das beidseitige Parken am größten. Hier wird der enge Straßenraum maßgeblich durch den ruhenden Verkehr geprägt, während andere Nutzungsansprüche in den Hintergrund gedrängt werden. Daher sollte geprüft werden, ob ein Teil der Parkstände aus diesem Bereich in die weiter östlich gelegenen Abschnitte der Bolongarostraße (Abschnitt zwischen Königsteinerstraße und Ludwig-Scriba-Straße) verlagert werden kann. Die durch die entfallenen Parkstände gewonnenen Flächen könnten anderen Nutzungen zugeführt werden.

Die aktuelle verkehrliche Vorplanung entspricht den oben genannten Empfehlungen. Im Abschnitt zwischen Leverkuserstraße und Kranengasse werden 75 Stellplätze vorgehalten (gegenüber 85 Stellplätze im Bestand). Um Flächen für eine Gehwegverbreiterung zu erhalten wird ein Teil der Stellplätze aus dem Altstadtbereich in den Abschnitt Am Mainberg bis Kranengasse verlegt (29 Stellplätze gegenüber 13 Stellplätze im Bestand).

Im Zuge der Umgestaltung und Neukonzeption des Bolongaropalastes wird die verkehrliche Vorplanung für den Abschnitt Kranengasse bis Amtsgasse noch überprüft.

In der derzeitigen Vorplanung werden in diesem Abschnitt zwischen Kranengasse und Amtsgasse 7 zusätzliche Stellplätze eingerichtet.

Die ausführliche Parkraumuntersuchung für Frankfurt-Höchst Bolongarostraße ist in der Anlage 5 einzusehen.

Zu Ziffer 3: Siehe Zwischenbericht des Magistrats B 202 vom 03.04.2009

Anlage 1_Verkehrzellen&n bsp; (ca. 537 KB) Anlage 2_Verkehrsarten&n bsp; (ca. 197 KB) Anlage 3_Quell_Zielg ebiete (ca. 29 KB) Anlage 4_Aufteilung (ca. 13 KB) Anlage 5_Parkraum untersuchung (ca. 2,2 MB)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar. Nach der letzten Antwort wurde das Thema erneut aufgegriffen.

  1. 9. Juni 2008NRNR 947Neugestaltung der Bolongarostraße: Konzeptprüfung und VerkehrsuntersuchungSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
  2. 3. April 2009BB 202Neugestaltung der Bolongarostraße: Konzeptprüfung und VerkehrsuntersuchungMagistratsbericht
  3. 30. Oktober 2009Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 73 Wochen
    BB 912Neugestaltung der Bolongarostraße: Konzeptprüfung und Verkehrsuntersuchung
    Magistratsbericht
  4. 6. April 2010MM 62Vorplanung zur Umgestaltung der Bolongarostraße im Rahmen der Umsetzung des Stadtteilverkehrsplanes HöchstMagistratsvortrag

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf3 Beratungen
OBR 6
Sitzung 38 · 24.11.2009
TO I, TOP 29
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 912 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

Ausschusses für Planung, Bau und Wohnungsbau
Sitzung 37 · 18.01.2010
TO I, TOP 32
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 912 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneLinkeFDPFAGFreie Wähler
Sonstige:
NPD (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und Freie Wähler Sonstige Voten/Protokollerklärung: NPD (= Kenntnis)

Verkehrsausschusses
Sitzung 37 · 19.01.2010
TO I, TOP 27
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 912 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPFAGFreie Wähler
Ablehnung:
Linke
Sonstige:
NPD (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG und Freie Wähler gegen LINKE. (= Kenntnis als Zwischenbericht) Sonstige Voten/Protokollerklärung: NPD (= Kenntnis)

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