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Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt?

Vorlagentyp: B
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Inhalt

Bericht des Magistrats vom 15.04.2005, B 310

Betreff:

Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt?

Vorgang:

l. Beschl. d. Stv.-V. vom 29.08.2002, § 3459

- NR 756 SPD, NR 645 CDU und GRÜNE, B 984/03 -

  1. Impulsveranstaltungen für die politische Ebene

Nachdem bereits im Jahr 2002 eine Informationsveranstaltung für den Magistrat stattgefunden hat, fanden im Zeitraum zwischen März und November 2004 zwei zentrale Informationsveranstaltungen für die Stadtverordneten sowie Impulsveranstaltungen in 10 verschiedenen Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung in öffentlicher Sitzung statt:

Frauenausschuss,

Gesundheitsausschuss,

Ausschuss für Immigration und Integration, Ausschuss für Jugend, Soziales, Seniorinnen und Senioren, Ausschuss für Verwaltungsreform, Personal- und Organisationsangelegenheiten, Ausschuss für Recht und Sicherheit,

Schulausschuss, Ausschuss für Umwelt, Energie, Brandschutz und Stadtgrün, Wirtschaftsausschuss,

Ausschuss für Wohnungsbau und Wohnen Ausgehend vom Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 29. August 2002, wonach Gender Mainstreaming (GM) in allen Bereichen und auf allen Ebenen der Stadt Frankfurt umgesetzt werden soll, wurden im Rahmen der beiden zentralen Informationsveranstaltungen vorrangig die Methoden zur Umsetzung von Gender Mainstreaming und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Arbeit der Stadtverordneten thematisiert. Angestrebtes Ziel war es, die Stadtverordneten in die Lage zu versetzen, die Methoden des Gender Mainstreaming in der regulären Ausschussarbeit anzuwenden.

Die beiden zentralen Veranstaltungen wurden vom Gender-Team der Stadt sowie einem gemischtgeschlechtlichen externen Expertenteam durchgeführt.

An den beiden jeweils zweistündigen Einführungsveranstaltungen haben insgesamt 36 Personen, davon 26 Stadtverordnete (15 Männer, 11 Frauen) teilgenommen.

Nach Auswertung und unter Berücksichtigung der Diskussionen und Erfahrungen in den beiden zentralen Informationsveranstaltungen wurden die Ziele für die darauf folgenden Veranstaltungen in den Fachausschüssen des Stadtparlamentes neu definiert:

Die politischen und gesellschaftlichen Zielsetzungen, die - über die Förderung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit hinaus - mit der Umsetzung von Gender Mainstreaming verbunden sind, wurden in den Mittelpunkt der jeweiligen Einführungsvorträge gerückt und mit aktuellen gesellschaftlichen Problemkonstellationen in Bezug gesetzt. Darüber hinaus wurde u. a. insbesondere auch auf die Vorteile hingewiesen, die die Einführung von Gender Mainstreaming bezüglich der Zielgenauigkeit und Effektivität städtischer Maßnahmen und Services mit sich bringt. Im Rahmen des jeweils zweiten Referats der Impulsveranstaltungen wurde an Hand von Beispielen und Themen aus den Fachgebieten der jeweiligen Ausschüsse die Wirkungsweise von Gender Mainstreaming erläutert. Durch die Vorträge sollte das Bewusstsein für die Genderfrage in den verschiedenen Fachgebieten geschärft und insgesamt die politische Akzeptanz für die Methode und das Prinzip GM unter den Stadtverordneten erhöht werden.

Termine und Inhalte der Veranstaltungen wurden vorher mit den jeweiligen Ausschussvorsitzenden abgestimmt. Das Referenten-Team für die jeweiligen Veranstaltungen in den Fachausschüssen wurde verkleinert und die Veranstaltungen jeweils von einem gemischtgeschlechtlichen Team, bestehend je aus der Amtsleiterin des Frauenreferates bzw. dem Referenten für Prozesse des Gender Mainstreaming des Frauenreferates sowie einer externen Expertin bzw. einem externen Experten durchgeführt.

An den Impulsveranstaltungen in den Fachausschüssen haben bis zum November 2004 80 Stadtverordnete teilgenommen, davon 33 Frauen und 47 Männer. Da manche Stadtverordneten Mitglied in mehreren Ausschüssen sind oder an bestimmten Ausschusssitzungen in Vertretung teilgenommen haben, haben 33 Stadtverordnete einmal, 35 zweimal, 9 dreimal und 3 Stadtverordnete viermal an einer Einführung zu GM in den Ausschüssen teilgenommen. Berücksichtigt man die Teilnahme an den allgemeinen Einführungsveranstaltungen erhöht sich die Quote derjenigen, die mehrmals an einer Veranstaltung zu Gender Main-streaming teilgenommen haben: 23 Stadtverordnete, die an den beiden Einführungsveranstaltungen teilgenommen haben, nahmen ebenfalls an den Impulsveranstaltungen in den Ausschüssen teil. 3 Stadtverordnete haben ausschließlich an den Einführungsveranstaltungen teilgenommen und 10 Stadtverordnete haben keine der angebotenen Veranstaltungen wahrgenommen. Durch die größtmögliche Anpassung der Vorträge an die jeweiligen Fachgebiete der Ausschüsse wurde weitgehend verhindert, dass gleiche Inhalte und Informationen doppelt oder in manchen Fällen mehrfach vermittelt wurden.

  1. Schulungen der administrativen Führungsebene

Am 9., 11. und 24 . November 2004 haben die Schulungen für die administrative Führungsebene der Stadt stattgefunden. Von den ursprünglich vier angebotenen 4-stündigen Veranstaltungen wurden drei durchgeführt.

Ziel der Schulungsveranstaltungen war es, die Amtsleiterinnen und Amtsleiter, bzw. ihre Stellvertretungen, über das Prinzip und die Methode des Gender Mainstreaming zu informieren und sie bei der Entwicklung von Vorschlägen für die Umsetzung von Modellprojekten in ihren jeweiligen Ämtern zu unterstützen.

Themenfelder im Rahmen der Veranstaltungen waren:

Gender Mainstreaming in der Stadt Frankfurt am Main: Beschlusslage und Konzeption, bisherige Schritte der Umsetzung - Ein gedanklicher Rundgang durch die kommunalen Aufgaben: Wo und wie zeigt sich exemplarisch "Gender-Relevanz“? -

Gender Mainstreaming umsetzen: Voraussetzungen und Vorgehensweisen: Gender-Daten, Gender-Analyse, Gender-Kompetenz. Methodische Vorgehensweisen. Wie initiieren und steuern Führungskräfte Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming ganz praktisch: Sammeln von konkreten Themen und Praxisbeispielen. Bearbeitung von Praxisbeispielen und Entwicklung von Vorschlägen für die Realisierung von Modellprojekten.

Die Veranstaltungen wurden gemeinsam vom städtischen Gender-Team sowie einer externen Referentin durchgeführt. Teilgenommen haben insgesamt 36 Personen, darunter 16 Frauen und 20 Männer (17 Amtsleiterinnen und Amtsleiter sowie 19 Stellvertretungen) aus 29 städtischen Ämtern und stadtnahen Betrieben.

  1. Pilotprojekte

Bezüglich der Realisierung von Modellprojekten wurden mit folgenden Ämtern bisher folgende konkreten Verabredungen getroffen und Aktionen unternommen:

Als erster Schritt für die Einführung der Genderdimension in den städtischen Haushalt hat die Kämmerei im Rahmen der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2005/ 2006 eine Erhebung unter den städtischen Ämtern durchgeführt. Bezogen auf den Bereich der öffentlichen Zuschüsse an Vereine, Verbände u. ä. wurden die Ämter gebeten, Aussagen über die Zielgruppen zu machen, denen die jeweiligen Zuschüsse in den beiden kommenden Haushaltsjahren zu Gute kommen. Die Ergebnisse dieser Befragung sind im Entwurf des Haushaltsplans 2005/ 2006 dargestellt.

Weit vorangeschritten ist die Studie "Freizeitwelten“, des Jugend- und Sozialamtes, bei der ca. 3.500 Schülerinnen und Schülern aus 15 Stadtteilen zu ihrem Freizeitverhalten befragt werden. Die Befragung läuft seit September 2004. Die Ergebnisse der geschlechtsspezifischen Befragungen sollen die Zielgenauigkeit und Effektivität zukünftiger städtischer Jugendangebote erhöhen.

Auch die Durchführung der sog. "Kita-Studie“ des Stadtschulamtes hat bereits begonnen (November 2004). In diesem Projekt wird die Motivationslage derjenigen Männer erkundet, die bereits heute in diesem Bereich beschäftigt sind, die Personalfindungsstrategien der Einrichtungen exemplarisch untersucht sowie exemplarische Interviews mit Absolventinnen und Absolventen von Institutionen der Erzieher(innen)ausbildung durchgeführt. Die Erkenntnisse werden für eine Kampagne genutzt, die zum Ziel hat, geeigneten Männern den Zugang zu diesem Tätigkeitsbereich sowie ihre Arbeit in den Einrichtungen der Kinderbetreuung zu erleichtern.

Das Hochbauamt beabsichtigt im Rahmen der Planungen für das Jungendzentrum in Preungesheim die Belange von Mädchen und Jungen je gesondert zu erkunden und die Ergebnisse bei der Planung und beim Bau des Zentrums zu berücksichtigen.

Das Bürgeramt Statistik und Wahlen untersucht und überprüft am Beispiel der Bereiche Arbeitsmarkt und Wirtschaft das vorliegende Datenmaterial hinsichtlich ihrer geschlechtsspezifischen Differenziertheit.

Eine Vielzahl von Untersuchung über die Beteiligung von Mädchen und Jungen am Sportangebot belegen, dass Mädchen und Frauen häufig andere Sportarten bevorzugen als Männer. Frauen legen tendenziell mehr Wert auf Körpererfahrung und soziales Erleben beim Sport, Männer legen eher mehr Wert auf den sportlichen Wettkampf. Hieraus ergeben sich spezielle Anforderungen an die Gestaltung von Sportstätten. Diese Ergebnisse sollen beim zukünftigen Sportstättenbau, bzw. bei der Sanierung von vorhandenen Sportstätten berücksichtigt werden. Das Sportamt setzt sich dafür ein, dass im Rahmen der räumlichen und finanziellen Mittel Sportanlagen vor allem angstraumfrei und einladend, kommunikations- und kinderfreundlich gestaltet werden.

Das Grünflächenamt beabsichtigt, den nächsten in Planung befindlichen Spielplatz unter Geschlechtergesichtspunkten zu gestalten und entsprechende allgemeine Vorgaben für die Planung und Realisierung von Spielplätzen im Stadtgebiet zu erarbeiten. Mädchen und Jungen des Stadtteils sollen zu diesem Zweck zu ihren Vorstellungen und Wünschen befragt werden.

Das Umweltamt wird im Bereich "Umweltüberwachung" ein noch festzulegendes Projekt bearbeiten. Änderungen in den statistischen Erhebungen wurden bereits in Angriff genommen und haben erste Ergebnisse gezeigt.

Das Ordnungsamt und die Volkshochschule planen zunächst weitere Schulungen und Veranstaltungen zu Gender Mainstreaming für die Mitarbeiter(innen)ebene.

Im Übrigen plant das Ordnungsamt - mit Unterstützung des Frauenreferats - das Projekt "Rund ums Auto" unter den Kriterien des GM zu prüfen und ggf. zu entwickeln.

Die TraffiQ hat sich zum Ziel gesetzt im ersten Halbjahr 2005 ein Konzept für die Umsetzung eines Modellprojektes zu entwickeln.

In Folge der Impulsveranstaltungen für die Amtsleiterinnen und Amtsleiter werden gegenwärtig in verschiedenen weiteren Ämtern Überlegungen zu Themen und Konzepten für Modellprojekte angestellt. Es wurde verabredet, dass diese Überlegungen und Planungen zu Beginn dieses Jahres in konkrete Planungen und Entscheidungen münden sollen.

Einer der Schwerpunkte im Bereich der zentralen Umsetzung von Gender Mainstreaming wird im Jahr 2005 die fachliche Begleitung und Unterstützung der verschiedenen Modellprojekte der Ämter sein.

  1. Sister Cities Going Gender

Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit im Bereich Gender Mainstreaming bestand in der Durchführung des lokalen Projektes und der zentralen Leitung und Koordination des Projektes "Sister Cities Going Gender“. Das Projekt, das zu einem Anteil von ca. 80% aus Mitteln der EU-Kommission finanziert wird, wird im Frühjahr 2005 abgeschlossen werden. Über die Ergebnisse wird nach Abschluss des Projektes gesondert berichtet.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 8. Februar 2002BB 157Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt?Magistratsbericht
  2. 22. Mai 2002NRNR 645Gender Mainstreaming für FrankfurtSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
  3. 5. Dezember 2003BB 984Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt?Magistratsbericht
  4. 15. April 2005Sie sind hier
    BB 310Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt?
    Magistratsbericht
  5. 8. Mai 2006BB 250Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main. Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender MainstreamingMagistratsbericht
  6. 25. Juni 2007BB 437Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender MainstreamingMagistratsbericht
  7. 14. Juli 2008BB 438Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender MainstreamingMagistratsbericht
  8. 12. Oktober 2009Antwort des Magistrats · nach 400 WochenBB 879Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender MainstreamingMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf3 Beratungen
KAV
Sitzung 37 · 30.05.2005
TO II, TOP 21
Beraten
Die KAV hat zu der Vorlage B 310 keinen Beschluss gefasst.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Frauenausschusses
Sitzung 40 · 13.06.2005
TO I, TOP 11
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 310 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDP
Sonstige:
FAG (Kenntnis)REP (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE und FDP Sonstige Voten/Protokollerklärung: FAG und REP (= Kenntnis)

KAV
Sitzung 38 · 15.06.2005
TO II, TOP 30
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 310 dient zur Kenntnis. Beschlussausfertigung(en): § 9329,

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

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