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Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main. Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming

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Inhalt

Bericht des Magistrats vom 08.05.2006, B 250

Betreff:

Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main. Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming

Vorgang:

l. Beschl. d. Stv.-V. vom 13.06.2005, § 9329

- NR 645 CDU und GRÜNE, NR 756 SPD, B 310/05 -

Ausgehend vom Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 29. August 2002, wonach Gender Mainstreaming (GM) in allen Bereichen und auf allen Ebenen der Stadtverwaltung Frankfurt umgesetzt werden soll, wurde im Rahmen verschiedener Informationsveranstaltungen für die politische Ebene (Magistrat und Stadtverordnetenversammlung) sowie für die Leitungsebene der Stadtverwaltung das Prinzip selbst sowie Methoden zur Umsetzung von Gender Mainstreaming auf den betreffenden Ebenen thematisiert. Ziel der Veranstaltungen war, das Bewusstsein und den Blick für die unterschiedlichen Ausgangslagen und Interessen von Männer und Frauen und Jungen und Mädchen in den verschiedenen Fachgebieten zu schärfen und insgesamt die Akzeptanz für die Methode und das Prinzip des Gender Mainstreaming zu erhöhen und die Einleitung von Modellprojekten in verschiedenen Ämtern der Stadt vorzubereiten.

Unter Anderem als Folge dieser Veranstaltungen kann eine Reihe von Beschlüssen der Stadtverordneten zur Berücksichtigung des Gender Mainstreaming Prinzips in der Berichterstattung der Stadtverwaltung gewertet werden. Die zuständigen Ämter sind zukünftig gehalten, folgende Berichtsvorlagen unter Berücksichtigung des Gender Mainstreaming Prinzips zu verfassen:

- Nahverkehrsplan der Stadt Frankfurt,

- Bericht zur Strukturierung des Gesamtverkehrssystems (jährlich),

- Integrationsbericht (jährlich),

- Bericht zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt (2-jährlich),

- Jahresbericht zur Beschäftigungsförderung[1],

- Bauleitplanung [2]

Gender Mainstreaming und die Zielgenauigkeit von Verwaltungshandeln

Die Umsetzung von Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen Planungen, Beschlüssen, Maßnahmen sowie der Evaluation des politischen und Verwaltungshandelns in der Stadtverwaltung Frankfurt den Geschlechteraspekt zu berücksichtigen. Neben der Förderung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit ist die Erhöhung der Zielgenauigkeit von Planungen, Beschlüssen und Maßnahmen das Ziel von Gender Mainstreaming.

Bei der Aufstellung des Doppelhaushalts 2005 / 2006 wurden im Bereich der Zuschüsse an Dritte im Verwaltungshaushalt die Auflistungen um Angaben über die jeweiligen Zielgruppen nach Geschlecht ergänzt. Die Ämter waren aufgefordert entsprechende Einschätzungen vor.zunehmen.

Konkret wurden die Ämter bezüglich der Zuschüsse an Vereine, Verbände u. ä. gefragt:

"Ist Ihnen bekannt, wie sich die Zielgruppe(n), die von der bezuschussten Maßnahme profitier(t)en, nach den Kategorien "männlich/ weiblich“ zusammensetzen?“

Als Antwortmöglichkeiten standen zur Verfügung:

1. "Ja, weiß ich genau = J/

2. Ja, weiß ich ungefähr (Schätzung) = S/

3. Nein, weiß ich nicht und kann ich nicht schätzen = N

4. Falls Ja (1. "weiß ich genau/ 2. weiß ich ungefähr“): Wie ist die Zusammensetzung der Zielgruppe nach Kategorien weiblich/ männlich (in %)?“

Zielsetzung der Angaben ist, den Entscheidungsträgern standardisierte Informationen zur Verteilung der Zuschüsse bzw. Zuschussempfängerarten nach Geschlecht zur Verfügung zu stellen.

Die Anwendung von Gender Mainstreaming ist eine Methode zur Erhöhung der Zielgenauigkeit von Projekten und Organisationen. Ihre Anwendung setzt eine genaue Zielgruppenanalyse in geplanten Projekten, Maßnahmen u. ä. voraus. Durch die Umsetzung und die Anwendung von Gender Mainstreaming in allen Bereichen und auf allen Ebenen städtischer Aktivitäten kann diesem Bedarf zukünftig Rechnung getragen werden.

Modellprojekte der Ämter

Nach der Durchführung von Informationsveranstaltungen für die politischen und administrativen Führungsebenen wurde im Jahre 2004 in verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung mit der Durchführung von Modellprojekten begonnen. Durch die Anwendung von Gender Mainstreaming in geplanten Projekten der Ämter soll die Methode erprobt werden, bevor eine obligatorische Anwendung bei den Aktivitäten der Stadtverwaltung insgesamt erfolgen wird (Mainstreaming).

Die Anwendung des Gender Mainstreaming Prinzips in den Modellprojekten erfolgt dabei INDEX nach den folgenden 7 Schritten:

1. Prüfung und Feststellung der geschlechtsspezifischen Relevanz

- Betrifft der Vorschlag/das Projekt/die politische Entscheidung eine oder mehrere Zielgruppen und hat er/es/sie Einfluss auf das tägliche Leben eines Teils/ von Teilen der Bevölkerung?

- Gibt es in dem jeweils in Frage stehenden Bereich Unterschiede zwischen Männern und Frauen (im Hinblick auf Rechte, Ressourcen, Beteiligung, Werte und Normen)?

Kann eine der beiden Fragen bejaht werden, so gibt es eine geschlechtsspezifische

Komponente in diesem Bereich. In diesem Fall sollte eine Bewertung des möglichen geschlechtsspezifischen Einflusses auf den Vorschlag, das Projekt oder die politische Entscheidung durchgeführt werden.

2. Geschlechtsspezifische Analyse der Zielgruppe:

- Wie setzt sich die Zielgruppe zusammen und welche Untergruppen lassen sich identifizieren?

- Welche Untergruppen sind bislang unter Gleichstellungsgesichtspunkten in besonderer Weise negativ betroffen (Anteil Frauen/Männer in Korrelation zur jeweiligen Nationalität, zur jeweiligen Verteilung von Altersgruppen, zum jeweiligen Ausbildungs- und Beschäftigungsstatus, zum jeweiligen Grad der Erreichbarkeit, zu vorhandenen Förderungsmöglichkeiten etc.)?

3. Benennung der konkreten gleichstellungspolitischen Zielsetzungen:

- Welcher Sollzustand hinsichtlich der Gleichstellungsfrage wird durch das Vorhaben angestrebt?

4. Benennung der möglichen Probleme und Schwierigkeiten bei der Umsetzung

der gleichstellungspolitischen Ziele:

- Welches sind die möglichen konkreten und wesentlichen Hemmnisse und Probleme auf dem Weg zur Erreichung der jeweiligen konkreten gleichstellungspolitischen Zielsetzungen (geschlechtsspezifische kulturelle Schranken, geschlechtsspezifische Verteilung der vorhandenen Ressourcen: personelle und sächliche Ausstattung und Kompetenz der für die Arbeits- und Ausbildungsförderung zuständigen Institutionen, Ausbildungs-/ Arbeitsplatzangebot etc.)?

5. Analyse der voraussichtlichen Auswirkungen der vorgeschlagenen Maßnahmen auf die Frage von Gleichstellung sowie Entwicklung eines Lösungsvorschlags:

- Mittels welcher Ergänzungen und Veränderungen lassen sich die anvisierten Zielsetzungen voraussichtlich realisieren?

- Welche Option lässt den höchsten Zielerreichungsgrad erwarten?

6. Umsetzung der getroffenen Entscheidung

7. Evaluation und Erfolgskontrolle:

- Wurden die angestrebten Ziele erreicht? Welches sind die Ursachen für die Nicht- bzw. Teilzielerreichung? Welche Veränderungen, anderen Maßnahmen sind zukünftig erforderlich?

Für das Jahre 2005 melden die Ämter in diesem Zusammenhang folgende Aktivitäten:

Bei der Aufstellung des Haushaltsplans 2005/2006 wurde erstmalig bei allen Zuschüssen an Dritte im Verwaltungshaushalt Angaben darüber abgefragt, wie sich die Zielgruppen, die von der Bezuschussung profitieren, nach den Kategorien weiblich / männlich zusammensetzen. (siehe oben)

Es ist beabsichtigt diese Angaben pro Zuschussempfänger bzw. Zuschussempfängerart auch nach der Umstellung auf die Doppik weiterhin im Haushaltsplan abzubilden. Dadurch stehen den Entscheidungsträgern weiterhin standardisierte Informationen zur Verteilung der Zuschüsse nach Geschlecht zur Verfügung.

Das Energiereferat und das Frauenreferat beteiligten sich an dem von der Europäischen Kommission (DG Beschäftigung und Soziales) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekt "Climate for change“.

Langfristiges Ziel des Projektes ist die ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern an klimaschutzrelevanten Entscheidungsprozessen, speziell im Bereich der kommunalen Klimaschutzpolitik. Die starke Unterrepräsentanz von Frauen in diesen technisch dominierten Arbeitsbereichen (Energie, Verkehr, Bauen) kann dazu führen, dass im Klimaschutz genderspezifische Aspekte und Wirkungen nicht berücksichtigt werden.

Die Analyse zeigte sehr unterschiedliche Frauenanteile in diesem Bereich in verschiedenen EU-Ländern. Die wichtigsten Ergebnisse sind Hinweise für Frauenförderinstrumente (z.B. Mentoring) und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Beschäftigten (z.B. Kinderbetreuung). Im Rahmen der inhaltlichen Arbeit zeigt sich, dass ein integriertes Verständnis von Klimaschutz Frauen einen besseren Zugang zum Thema Klimaschutz bietet. Ein integriertes Verständnis von Klimaschutz in diesem Zusammenhang bedeutet, dass neben den bislang dominierenden technischen Aspekten auch die sozialen Auswirkungen, wie z. Bsp. Nutzungskomfort, Lebensqualität, Nutzbarkeit des ÖPNV, aufgegriffen sowie Kommunikation und disziplinübergreifendes Arbeiten stärker in die Tätigkeit einbezogen werden.

An dem Projekt waren die Städte Frankfurt am Main, München, Dresden, Berlin, Venedig, Ferrara, Neapel, Genua, Lahti beteiligt sowie die Union of Baltic Cities und Life e.V. sowie das FrauenUmweltNetz. Koordiniert wurde das Projekt durch das Klima-Bündnis europäischer Städte. Beim Energiereferat ist ein Endbericht für Frankfurt und eine Broschüre mit Hinweisen zu Förderinstrumenten für Frauen in Führungspositionen (nicht nur) im Klimaschutz erhältlich. (Weitere Informationen www.climateforchange.net)

Nach der Phase der gleichstellungspolitischen Analyse, der Benennung der entsprechenden Zielsetzung sowie der möglichen Schwierigkeiten und der entsprechenden Lösungsmöglichkeiten im Rahmen des Projektes "Climate for Change“ stehen als die nächsten Schritte im Gender Mainstreaming Prozess die Umsetzung und die Erfolgskontrolle auf der Tagesordnung dieses Modellprojektes.

Das Personal- und Organisationsamt hat das Thema Gender Mainstreaming in seinen Veranstaltungskatalog aufgenommen und organisiert in Kooperation mit dem Frauenreferat die entsprechenden Fortbildungsveranstaltungen.

Eine erste Informationsveranstaltung wurde im September 2005 mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordnungsamtes zur Vorbereitung des Modellprojektes durchgeführt. Nachdem sich zeigte, dass ein halber Tag für diese Fortbildungen nicht ausreichte, wird die Fortbildung seither ganztägig angeboten.

Das Stadtschulamt führte im Berichtszeitraum eine Untersuchung unter den männlichen Beschäftigten der Frankfurter Kindertagesstätten durch. Eine erste INDEX geschlechtsspezifische Analyse der Belegschaften hatte ergeben, dass lediglich rund 10 % des Personals aus männlichen Fachkräften besteht. Obwohl dieser Anteil im Hessen- und Bundes-Vergleich (rund 6 %) zunächst hoch erscheint, wird er den zu betreuenden Kindern nicht gerecht. Mädchen und Jungen fehlt es in den Frankfurter Kindertagesstätten an männlichen Bezugspersonen und Vorbildern.

Die Untersuchung sollte Anhaltspunkte dafür liefern, wie Maßnahmen zur Gewinnung von männlichem Personal und damit zur Erhöhung des Männeranteils (INDEX gleichstellungspolitische Zielsetzung) unter den Beschäftigten gestaltet werden müssen um erfolgreich zu sein.

Neben der Motivationslage derjenigen männlichen Beschäftigten, die gegenwärtig bereits im Bereich der Kindertageseinrichtungen in Frankfurt am Main tätig sind, wurden die Strategien des Personalmanagements verschiedener Frankfurter Träger von Kindertagesstätten exemplarisch ermittelt. Realschulabgänger, Abiturienten und Fachschüler wurden darüber hinaus nach ihren Einschätzungen und Assoziationen zum Tätigkeitsfeld Erzieher/ Erzieherin befragt.

Die Durchführung der Untersuchung wurde in enger Abstimmung und Kooperation zwischen dem beauftragten Forschungsteam, dem Stadtschulamt und den privaten Frankfurter Trägern von Kindertagesstätten umgesetzt. Die Untersuchung wurde im Berichtszeitraum abgeschlossen. Der Forschungsbericht ist im Stadtschulamt erhältlich.

Im nächsten Schritt wird es darum gehen, gemeinsam mit den Trägern von Kindertagesstätten konkrete INDEX Umsetzungsmaßnahmen zur Gewinnung von geeignetem männlichem Personal zu erarbeiten und zu gegebener Zeit eine INDEX Erfolgskontrolle der angewendeten Maßnahmen vorzunehmen.

Das Grünflächenamt hatte sich bereits 2004 zur Aufgabe gemacht, den nächsten in Planung befindlichen Spielplatz unter Geschlechtergesichtspunkten zu gestalten und entsprechende allgemeine Vorgaben für die Planung und Realisierung von Spielplätzen im Stadtgebiet zu erarbeiten. Mädchen und Jungen des Stadtteils sollen zu diesem Zweck zu ihren Vorstellungen und Wünschen befragt werden.

Für die Neugestaltung des Spielplatzes Taunusblick in Zeilsheim wurden im Berichtszeitraum von dem beauftragten Planungsbüro unter Beteiligung des Grünflächenamtes erste Grundsatzgespräche mit der Projektgruppe "Betreutes Spielen“ geführt. Die ersten Entwürfe werden nach deren Fertigstellung der Projektgruppe vorgestellt und diskutiert. Der Baubeginn ist für den Sommer 2006 geplant.

In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Wiesbaden/ Landschaftsarchitektur führt das Grünflächenamt darüber hinaus für die Dauer eines halben Jahres eine so genannte Nutzungskartierung der Waldspielparks durch. Aufgabe der Kartierung ist es, die Frequenz der unterschiedlichen Nutzer/-innengruppen (Eltern, Kinder, Betreuungspersonen etc.), den räumlichen Bezug der Nutzung, die Tätigkeiten und Aktionen der Nutzer/-innengruppen sowie die sozialen Strukturen der Parkbenutzung geschlechterspezifisch zu erheben.

Auf Grundlage dieser Analyse werden Vorschläge zur größeren Zielgenauigkeit der Angebote entwickelt, die direkt in die Planung der ab 2007 anstehenden Umgestaltung der Waldspielparks einfließen.

Im Jahresbericht 2004 hatte das Sportamt bereits festgestellt, dass Frauen tendenziell mehr Wert auf Körpererfahrung und soziales Erleben beim Sport legen und Männer den sportlichen Wettkampf bevorzugen (INDEX Analyse). Hieraus ergeben sich Anforderungen an die Gestaltung von Sportstätten. Diese Ergebnisse sollen beim zukünftigen Sportstättenbau, bzw. bei der Sanierung von vorhandenen Sportstätten zukünftig berücksichtigt werden. Das Sportamt setzt sich u. a. dafür ein, dass im Rahmen der räumlichen und finanziellen Mittel Sportanlagen vor allem angstraumfrei und einladend, kommunikations- und kinderfreundlich gestaltet werden.

Beim Amt für Wohnungswesen werden im Rahmen der Aufgabenerfüllung die Ziele und Vorgaben zur Umsetzung von Gender Mainstreaming berücksichtigt. Spezielle Maßnahmen sind darüber hinaus im Jahr 2005 nicht erfolgt.

Das Referat für Internationale Angelegenheiten ist Mitglied in der Koordinierungsgruppe für Pilotprojekte der städtischen Ämter und Betriebe, die im Rahmen der zentralen Umsetzung von Gender Mainstreaming durchgeführt werden. Die Rolle des Referates besteht vor allem in der Recherche und Weitergabe von Informationen über mögliche Förderung von EU-Projekten.

Das Bürgeramt Statistik und Wahlen stellt geschlechtsspezifisch differenziertes Datenmaterial für Genderanalysen und –Projekte auf Anfrage zur Verfügung. Als einen Schwerpunkt untersucht und überprüft das Bürgeramt am Beispiel der Bereiche Arbeitsmarkt und Wirtschaft das vorliegende Datenmaterial hinsichtlich seiner geschlechtsspezifischen Differenziertheit.

INDEX Partizipative Altersplanung: Die vom Dezernat für Soziales und Jugend durchgeführten repräsentativen Telefonbefragungen (1011 auswertbare Interviews) und die explorative - untersuchende – Fragebogenaktion (1453 auswertbare Fragenbogen) zur Partizipativen Altersplanung mit Schwerpunktthemen wie Wohnen, soziale Kontakte, Sicherheit, Pflege, Gesundheit, Möglichkeiten der Mitbestimmung und Zufriedenheit, erfolgten geschlechterdifferenzierend.

Durch die Zielsetzung, u. a. geschlechterspezifische Aussagen über Frankfurter Bürgerinnen und Bürger im Alter 50+ zu erhalten, werden deren Belange auch unter diesem Aspekt gesondert ausgewertet und in ihrer Differenziertheit – d. h. unterschiedliche Lebens- und Erfahrungssituationen – wahrnehmbar.

Eine Auswertung und Analyse der Daten differenziert nach Geschlechtern kann Aufschluss über die aktuelle Situation und Hinweise für die künftige Gestaltung von Angeboten in Frankfurt am Main geben.

Die Partizipative Altersplanung wird in vier Teilberichten vorgelegt:

  1. Lebenslagen und gesellschaftliche Teilhabe
  2. Selbstbestimmtes und selbständiges Leben zu Hause
  3. Angebote und Hilfen zur selbstbestimmten Lebensführung in stationären Einrichtungen
  4. Gesundheitliche Versorgung Die Berücksichtigung von Gender-Aspekten ist in den vier Arbeitsgruppen erfolgt. Ein fünfter Teilbericht wird u. a. die sog. "Querschnitt-Themen“ der Partizipativen Altersplanung behandeln, die in den Teilberichten I – IV nicht ausreichend angesprochen wurden (Menschen mit Behinderungen; Kultursensible Aspekte: Migrantinnen und Migranten/Schwule, Lesben; Ehrenamt; Netzwerke) und eine Bewertung der Handlungsempfehlungen aus den vier Berichten hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit enthalten. In diesem Kontext werden auch Aspekte des Gender Mainstreaming einbezogen, um eine gerontologische Genderperspektive stärker in die kommunale Altenpolitik und -arbeit einzubeziehen und die jeweils damit zusammenhängenden z. T. erheblichen Unterschiede in den Selbsthilfe- und Produktivitätspotentialen angemessen berücksichtigen zu können. INDEX Förderprogramm LOS (Lokales Kapital für Soziale Zwecke): Das Jugend- und Sozialamt koordiniert seit Juli 2003 das Förderprogramm LOS (Lokales Kapital für Soziale Zwecke) in Unterliederbach und im Gallusviertel. LOS ist ein Ergänzungsprogramm des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt“ und läuft bis Juni 2007. Mit dem Programm werden beschäftigungswirksame und integrationsfördernde Kleinprojekte bis zu einer Fördersumme von 10.000,-- € unterstützt. Voraussetzung für die Bewilligung der Projekte ist u. a. die Gleichstellung von Männern und Frauen in der Zielsetzung der Projektkonzepte. INDEX Sozialberichterstattung: Abschließend ist hervorzuheben, dass in fast allen Vorhaben, Untersuchungen und Planungen und insbesondere im Rahmen der Sozialberichterstattung dem Aufspüren von Benachteiligungen auf Grund des Geschlechts und der Benennung möglicher Maßnahmen zu ihrer Beseitigung besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. INDEX Studie Freizeitwelten: Voraussetzung für die gezielte Ansprache und Förderung von Mädchen und Jungen in der Jugendhilfe ist die Kenntnis von den vielfältigen und unterschiedlichen Lebenslagen, Interessen und Bedürfnissen. Hier setzt die Untersuchung "Freizeitwelten“ des Frauenreferates und der Jugendhilfeplanung an. Die Datenerhebung hierzu konnte im April 2005 abgeschlossen und im Sommer 2005 mit der Datenauswertung begonnen werden. Die Auswertung ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden voraussichtlich in diesem Jahr den zuständigen Ausschüssen und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. INDEX Mädchen- und Jungenarbeit: Im Zusammenhang mit der langjährig praktizierten Mädchenarbeit und der Jungenarbeit gibt es einige Entwicklungen, die der Umsetzung von Gender Mainstreaming entsprechen, wobei sich beide Bereiche (GM und Mädchen-/Jungenförderung) als unterschiedliche Strategien zur Erreichung des Zieles der "Chancengleichheit“ gegenseitig unterstützen können. Die Entwicklungen in der Praxis gehen zum einen in die Richtung einer verstärkten Zusammenarbeit von Mädchen- und Jungenarbeit und zum anderen soll ein Konzept für geschlechterbewusste Kinder- und Jugendarbeit im koedukativen Rahmen erstellt werden. Im Dezember 2005 gab es eine gemeinsame Sitzung des Mädchenarbeitskreises der koedukativen Einrichtungen und des Jungenarbeitskreises. Es wurde eine kontinuierliche Zusammenarbeit vereinbart mit den Zielen sich über die Mädchenarbeit und Jungenarbeit auszutauschen, gemeinsame Veranstaltungen zu planen und eine geschlechterbewusste Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln. Zu diesem Zweck wird sich eine Arbeitsgruppe gründen, bestehend aus 2 bis 3 Personen je Arbeitskreis und aus dem zuständigen Mitarbeiter für Jungenarbeit und der Fachstelle Mädchenarbeit im Amt 51. Neben MezzoMezzo, einer Jugendeinrichtung mit dem Schwerpunkt geschlechtsbezogener Arbeit, gibt es zunehmend Kinder- und Jugendeinrichtungen, in denen es sowohl Mädchen- und Jungenarbeit, als auch Ansätze einer gemeinsamen geschlechterbewussten Arbeit im koedukativen Rahmen gibt. Einige dieser Beispiele sollen mit dem Fokus auf die Mädchenarbeit im nächsten Bericht zur Umsetzung der "Frankfurter Leitlinien zur Förderung der Mädchenarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe“ beschrieben werden. Neben der Arbeit im koedukativen Rahmen wird auch weiterhin die Förderung von Mädchen und jungen Frauen in Mädcheneinrichtungen unterstützt. Dies entspricht dem Prinzip von GM, dass Chancengleichheit durch eine Doppelstrategie von GM und Frauen- und Mädchenförderung erreicht werden soll. Darüber hinaus werden gegenwärtig im Rahmen des Jugendamtes Leitlinien zur Förderung der Jungenarbeit entwickelt. INDEX Berichtswesen: Gender Mainstreaming bedeutet die durchgehende Differenzierung nach Geschlecht bei allen Planungen sowie bei der Durchführung und Auswertung von Vorhaben. Dem entsprechend ist das neue Berichtswesen für den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit durchgängig differenziert nach Geschlecht, sodass nicht mehr nur über "Kinder“ und "Jugendliche“, sondern auch über "Jungen“ und "Mädchen“ berichtet wird. Mit Hilfe der differenzierteren Angaben können detaillierte quantitative Angaben zur geschlechterbewussten Arbeit erwartet werden. INDEX Planung 2006: Entsprechend dem Prinzip von Gender Mainstreaming, dass die Umsetzung in einer Verwaltung von oben nach unten erfolgen soll und entsprechend der Notwendigkeit einer geschlechterbewussten Sichtweise als Voraussetzung für die Umsetzung, soll im Jugend- und Sozialamt ein Gendertraining mit Leitungskräften als "Gender Mainstreaming Projekt“ durchgeführt werden. Neben einigen Grundinformationen sollen vor allem "Geschlechteraspekte in den verschiedenen Arbeitsbereichen“ Thema sein. Das Ordnungsamt ist sehr daran interessiert, "bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vorneherein und regelmäßig zu berücksichtigen.“ Deshalb wurde gemeinsam mit dem Personal- und Organisationsamt im September 2005 eine halb-tägige Einführungsveranstaltung mit dem Thema "Gender Mainstreaming in Politik und Verwaltung“ mit den Fachbereichs- und Abteilungsleitern sowie den Verantwortlichen für das Projekt "Rund ums Auto“ und der Personalentwicklungsabteilung durchgeführt. Durch diese Impulsveranstaltung wurden die Entscheidungsträger des Amtes für das Themenfeld informiert. Das Ordnungsamt prüft gegenwärtig die Anwendung der Kriterien des Gender Mainstreaming in dem Pilotprojekt "Rund ums Auto“. In einem Neubau, der sich gegenwärtig in der Planung befindet, sollen alle Dienste des Amtes, die mit Kraftfahrzeugen befasst sind (Zulassung, Sonderparkberechtigungen, Führerschein etc.) räumlich in einem Gebäude zusammengefasst werden. Bisher fanden in diesem Zusammenhang vier Arbeitssitzungen mit dem Frauenreferat statt. Ziel der Beratungen ist es, Gender Mainstreaming für die weitere Planung greifbar und damit konkreter zu machen und somit Handlungsansätze zu gewinnen. Es konnten dabei u. a. Erkenntnisse hinsichtlich der Bedürfnisse von Kundinnen und Kunden und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgezeigt werden. Die Umsetzungsphase wird jedoch erst Ende 2006 beginnen. Eine Inspektorenanwärterin des Amtes absolvierte darüber hinaus ihre Diplomarbeit im Themenfeld Gender Mainstreaming. Der Titel der Arbeit lautet: "Strategische Grundlagen und praktische Beispiele zur Implementierung und Evaluation von Maßnahmen des Gender Mainstreaming in der Kommunalverwaltung. Hier: Projekt Rund ums Auto im Ordnungsamt.“ Die Unterlagen hierzu können im Ordnungsamt bei der Personalentwicklungsabteilung eingesehen werden. Das Umweltamt hat im Aufgabenbereich der Umweltüberwachung die Lärmminderungsplanung als Gender Mainstreaming Projekt ausgewählt und das Gender Mainstreaming Prinzip erstmals im Rahmen der Lärmminderungsplanung in Sachsenhausen angewendet. Bei den Rückmeldungen zu den im Stadtteil verteilten Faltblättern gab es keine erkennbaren geschlechterspezifischen Auffälligkeiten. Bei der Auswahl des "Runden Tisches Lärmminderungsplanung Sachsenhausen“ wurden Frauen und Männer nahezu im idealen 50:50 Verhältnis berücksichtigt. Im Rahmen der konkreten Arbeit des Runden Tisches wurden wiederholt Genderaspekte diskutiert. Hier handelte es sich u. a. um den Aspekt, dass Frauen - statistisch betrachtet – häufiger den ÖPNV nutzen und sich zu Tageszeiten häufiger zu Hause aufhalten als Männer. Daneben spielten bei der Diskussion von Genderaspekten unterschiedliche Wegebeziehungen und ein anderes Freizeitverhalten eine Rolle. Im Ergebnis der Arbeit hat sich dabei allerdings kein signifikant anderes Ergebnis als in vergleichbaren anderen Stadtteilen ergeben. Bei den noch nicht bearbeiteten Stadtteilen wird das Vorgehen konsequent fortgesetzt. Die statistischen Erfassungen von Nutzerinnen und Nutzern der Serviceleistungen des Umweltamts ergaben die nachfolgend aufgeführten Ergebnisse: Am Umwelttelefon gingen im Jahre 2005 insgesamt 9.607 Anrufe ein, davon 4.025 von Frauen und 5.582 von Männern; von den insgesamt 1.660 eingegangenen E-Mails waren 770 weiblichen und 797 männlichen Absendern zuzuordnen. Diese Zahlen sind allerdings stark überlagert von der Hotline-Funktion im Zusammenhang mit der neuen Straßenreinigungssatzung und der neuen Abfallgebührenstruktur. Eine geschlechterspezifische Auswertung für die klassischen Themenbereiche am Umwelttelefon wird deshalb erst für das Jahr 2006 möglich werden. Die Veranstaltungen des Programms "Entdecken, Forschen und Lernen im Frankfurter GrünGürtel“ wurden von 3.188 Kindern besucht, davon 1.497 Mädchen und 1.691 Jungen. Noch lassen sich die Erkenntnisse und Erfahrungen nicht sicher verallgemeinern, aber es wurde auf jeden Fall eine deutlich größere Sensibilisierung bei allen Betei.ligten erreicht. Der Grundsatz des Gender Mainstreaming, die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip der eigenen Arbeit, wird durch die Volkshochschule Frankfurt am Main (Vhs) nachdrücklich befürwortet. Die Vhs erarbeitet deshalb die Grundzüge für ein eigenes GM-Projekt mit folgenden Elementen: Gender-Fortbildungen: Beginnend mit dem Leitungsteam, sollen zunächst als Auftakt eine Reihe von Fortbildungen zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in der VHS durchgeführt werden. Geschlechterdifferenzierende Kundenbefragung: Um eine bedarfsgerechte bzw. nachfrageorientierte Angebotsplanung zu entwickeln, die den Interessen der unterschiedlichen Adressatinnen und Adressaten gerecht wird, soll eine Befragung durchgeführt werden. Themen sollen die Wünsche und Interessen von potentiellen Kundinnen und Kunden in Bezug auf ihren Weiterbildungsbedarf und auf den Kundenservice sowie ihre Erwartungen an die Gestaltung der VHS als Einrichtung sein. Geschlechterdifferenzierende Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Im Mai / Juni 2006 wird in Kooperation mit der Universität Frankfurt eine Befragung zur Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter/innen und Kursleiter/innen durchgeführt, die im Rahmen des Qualitätstestierungsprozesses der VHS ohnehin geplant war. Die Ergebnisse dieser Befragung werden erstmalig geschlechtsspezifisch ausgewertet. Verbindung von Gender Mainstreaming mit dem Qualitätstestierungsprozess: In die Entwicklung des Gender Mainstreaming-Projektes sollen die Erfahrungen der VHS mit dem bislang erfolgten und fortzusetzenden Qualitätstestierungsprozess einbezogen werden. In Kooperation von Stadtgesundheitsamt, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Frauenreferat, Jugend- und Sozialamt und dem Selbsthilfeverein afrikanischer Frauen Maisha e.V. wurde im Stadtgesundheitsamt ein Beratungs- und Gesundheitshilfeangebot für afrikanische Frauen implementiert. Entsprechend den Prinzipien des Gender Mainstreaming hat sich die Afrikasprechstunde inzwischen zu einer Gesundheitsberatungsstelle für afrikanische Frauen, Männer und Familien entwickelt und versteht sich als Clearingstelle für Gesundheitsversorgungsfragen und -probleme. Das Stadtgesundheitsamt, die Hessische Krebsgesellschaft e.V., das Feministische Frauengesundheitszentrum e.V. und das Frauenreferat werden gemeinsam im Frühjahr 2006 einen Wegweiser "Leben mit Krebs in Frankfurt“ veröffentlichen. Die Krebsbroschüre, die ursprünglich als Hilfestellung für Frauen mit Brustkrebs konzipiert war, soll zukünftig auch krebserkrankten Männern, den Angehörigen krebskranker Menschen und Fachkräften im Sozial- und Gesundheitswesen eine Orientierung und hilfreiche Unterstützung sein. Sie enthält Hinweise zu unterschiedlichen, kompetenten Organisationen und Gruppen, die Betroffene auf bestmögliche Weise betreuen und unterstützen können und auch spezielle Angebote, die sowohl ausschließlich für Frauen als auch Angebote nur für Männer enthält (Bsp.: Brustkrebs/ Prostatakrebs). Die stadtnahe Verkehrsgesellschaft traffiQ hat in Zusammenarbeit mit dem Frauenreferat und dem Büro für Nahverkehr am 2. Dezember 2004 alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Gender Mainstreaming informiert. Als Folge dieser Informationsveranstaltung wurde ein fachübergreifendes Modellprojekt ausgewählt, um den "Genderblick“ in die alltägliche Arbeit zu integrieren. Dieses Projekt beschäftigt sich im Zuge der zurzeit im Bau befindlichen neuen S-Bahn-Station Zeilsheim mit der Überplanung des Busnetzes in Zeilsheim für den Fahrplanwechsel im Dezember 2006. Die fünfköpfige Projektgruppe berichtet regelmäßig in einem erweiterten Kreis (sog. "Lenkungsausschuss“) über den Fortgang des Projektes. Folgende Ziele wurden bei der Bearbeitung des Projektes verfolgt: 1. Planung eines kundenfreundlichen, angebotsorientierten Busangebotes unter Anbindung der neuen S-Bahn-Station Zeilsheim unter besonderer Berücksichtigung von Gender-Aspekten. 2. Optimierung von Kundenfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit Der planerische Teil des Projektes ist inzwischen abgeschlossen. Dabei wurden in dem neuen Buskonzept, die Linienwege optimiert, die Abfahrtspositionen der verschiedenen Linien vereinheitlicht (bisher fuhren verschiedenen Linien mit derselben Fahrtrichtung an verschiedenen Halstestellen ab), die Takte auf Anschlusspunkte abgestimmt (Übergänge zu S-Bahnen und Straßenbahnen), wobei Wert auf leicht merkbare Takte gelegt wurde, und ein Anschlusskonzept für die Schwachverkehrszeit erarbeitet, das Anschlüsse innerhalb einer Übergangszeit von maximal acht Minuten bietet. Die Priorisierung genderrelevanter Aspekte erleichterte der Projektgruppe bestimmte Entscheidungen z.B. in Bezug auf Wartezeiten, Taktfamilien und Anschlusskonzepte. Der nächste Schritt besteht für die Projektgruppe darin, sich mit der Vermarktung und Kommunikation des Konzeptes zu beschäftigen. Nach Abschluss des Modellprojekts ist die Erstellung eines Abschlussberichts vorgesehen, in dem u. a. die Erfahrungen mit der Anwendung der Instrumente zum Gender Mainstreaming dargestellt werden. Anhand dieser Erfahrungen wird über die Implementierung in das tägliche Arbeiten bei INDEX traffiQ entschieden. Einmal im Vierteljahr findet ein Treffen von Vertreterinnen und Vertretern der Modellprojekte der Ämter im Frauenreferat statt. Das Treffen dient dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch. International Im Jahre 2005 konnte das Projekt INDEX Sister Cities Going Gender , das zu einem Anteil von rund 80 % aus Mitteln der EU-Kommission finanziert wurde, abgeschlossen werden. Das Städtenetzwerk, das dieses Projekt durchführte, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Implementierung von Gender Mainstreaming auf der kommunalen Ebene in Europa zu unterstützen. Beteiligt waren Städte mit europäischer Ausstrahlung: Im Süden die Städte Rom, Venedig und Turin, im Osten die Stadt Wien, im Westen die Stadt Rotterdam und als Repräsentantin der Mitte Europas Frankfurt. Eine enge Kooperation dieser Städte fand im Rahmen des Projektes mit assoziierten Partnerinnen im Norden Europas (Stockholm, Helsinki) und mit dem INDEX Council of European Municipalities and Regions (CEMR) statt. (Ergebnisse des Projektes sind unter www.sister-cities-going-gender .org veröffentlicht.) Die INDEX Stadt Frankfurt hatte dabei die Aufgabe übernommen, ein modell.haftes Implementierungsverfahren für Gender Mainstreaming für europäische Städte zu entwickeln. Der Umsetzungsprozess von Gender Mainstreaming in Frankfurt während des Projektzeitraums Januar 2004 bis Februar 2005 wurde wissenschaftlich begleitet. Die dabei gewonnenen Erfahrungen der Stadt wurden in einem Handbuch veröffentlich und anderen europäischen Städten für ihren Prozess zur Verfügung gestellt. Gender Mainstreaming ist insbesondere auch in der Frauenbewegung Europas nicht unumstritten. Viele Kolleginnen befürchten – und haben in Einzelfällen auch bereits einschlägige Erfahrungen gemacht – dass frauenspezifischen Projekten mit dem Verweis auf Gender Mainstreaming öffentliche Mittel entzogen wurden. Der INDEX Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, Wien (Österreich), erstellte in diesem Zusammenhang eine Expertise mit dem Ziel, positive und negative politische Rahmenbedingungen bei der Implementierung von Gender Mainstreaming in europäischen Großstädten zu formulieren. Politik generell und Politik für Gleichberechtigung entscheidet sich letztendlich durch den Einsatz und die Verteilung von öffentlichen Mitteln. Der Realisierung von geschlechtergerechten öffentlichen Haushalten kommt deshalb eine be.sondere Bedeutung zu. In den Projekten in den INDEX Städten Rom (Italien) und INDEX Rotterdam (Niederlande) ging es deshalb um die Einführung der Methode des Gender Budgeting in ausgewählten kommunalen Bereichen. Insbesondere durch Experten-/Expertinnengespräche in INDEX Schweden und INDEX Finnland wurde die Erfahrung gemacht, dass die erfolgreiche Umsetzung und Anwendung von Gender Mainstreaming in kommunalen Entscheidungsverfahren eng verknüpft ist mit der Frage, wie kommunale Entscheidungsgremien unter Geschlechtergesichtspunkten zusammengesetzt sind. Je ausgewogener die Beteiligung von Männern und Frauen in der personellen Besetzung von Entscheidungsgremien ist, desto größer ist die Chance, dass die Methode des Gender Mainstreaming in der Entscheidungsfindung auch tatsächlich zur Anwendung kommt und die verschiedenen Interessen von Männern und Frauen auch tatsächlich Berücksichtigung finden. Aus diesem Grund ist es entscheidend, dass die Einführung von Gender Mainstreaming immer auch mit spezifischen Maßnahmen zur Förderung von Frauen bei der Besetzung von Leitungspositionen verknüpft werden muss. Mit dieser Thematik haben sich die Städte INDEX Turin und INDEX Venedig im Rahmen des Projektes Sister Cities Going Gender beschäftigt. Die INDEX Stadt Turin (Italien) erarbeitete eine vergleichende Analyse von Auswahlmechanismen und Karriereentwicklungen von Frauen und Männern in drei verschiedenen Typen von Organisationen (Verwaltung, Non-Profit und Profit Sektor). Ziel war es, effektive Instrumente zur Überwindung der "gläsernen Decke“ (glass ceiling) zu entwickeln. Um den Anteil von Frauen in politischen Führungspositionen zu erhöhen, bietet die INDEX Stadt Venedig (Italien) eine Politikschule für Frauen in kommunaler Verwaltung und Politik an, dessen Konzeption im Rahmen des Projektes Sister Cities Going Gender entwickelt und erprobt wurde. Durch die Pilotprojekte von INDEX Sister Cities Going Gender sowie durch die Kooperation der Städte untereinander erhielten die Geschlechterpolitiken und die Implementierungsprozesse von Gender Mainstreaming in den beteiligten Städten wichtige neue Impulse. Die Verbreitung der Erkenntnisse und Erfahrungen erfolgte im Rahmen der Abschlusskonferenz des Projektes, die in Kooperation mit dem INDEX Council of European Municipalities and Regions (CEMR) in Brüssel durchgeführt wurde, und wird mit Hilfe der Web-Site des Projektes, INDEX www.sister-cities-going-gender.org, seit Juni 2005 fortgesetzt. Ein durchgängiges Problem bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming auf der kommunalen Ebene in Europa ist die mangelnde Beteiligung der männlichen Beschäftigten der Städte. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, sollen im Rahmen eines Folgeprojektes die Motivationslage von Männern bezüglich der Geschlechterfrage eruiert und die Grundlage für ein europäisches Netzwerk von Männern der Kommunalverwaltungen in Europa gelegt werden. Ein entsprechender Antrag zur Finanzierung des Projektes, an dem die Städte Frankfurt (Antragstellerin und Koordinatorin), Stockholm (Nordeuropa), Florenz (Südeuropa), Prag (Osteuropa) und Luxemburg (Westeuropa) beteiligt sind, wurde im Rahmen des Städtenetzwerkes Sister Cities Going Gender bei der EU-Kommission eingereicht. Mit der Beteiligung weiterer Ämter an der Erprobungsphase entwickelte sich der Prozess zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im Berichtszeitraum zunehmend in die Breite. Im bundesweiten Vergleich ist die Stadt Frankfurt am Main die Stadt mit der größten Anzahl von Modellprojekten. In anderen deutschen Städten wurden bislang nur jeweils vereinzelte Projekte begonnen bzw. durchgeführt. Auch wenn im Rahmen der Modellprojekte die Vorteile des Gender Mainstreaming sowohl für Gleichberechtigung und Chancengleichheit als auch bezüglich der Zielgenauigkeit und Effektivität von städtischen Maßnahmen und Projekten in zunehmendem Maße erkannt werden, fehlt es in einigen Fällen noch an der nötigen Nachhaltigkeit im Umsetzungsprozess. Anstatt den Prozess als Aufgabe der Gesamtverwaltung und des eigenen Amtes zu begreifen und das Frauenreferat und das Gender-Team des Frauenreferates als Ressource zu nutzen, wird der Prozess zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in vielen Fällen noch als eine Aufgabe des Frauenreferates wahrgenommen, bei dem das eigene Amt lediglich unterstützend tätig ist. So wurden in einem Falle zum Beispiel die eigenen Aktivitäten eingestellt, nachdem sich das Frauenreferat aus personellen Gründen aus dem Modellprojekt zurückgezogen hatte. In einem anderen Falle wurde das Modellprojekt als beendet erklärt, nachdem der erste von sieben Umsetzungsschritten getan war. Die Einrichtung einer Magistratskommission ist beabsichtigt. Aufgabe der Magistratskommission ist die politische Anleitung und Steuerung des Gender Mainstreaming Prozesses in Frankfurt. Neben der Stärkung der politischen Führung und Anleitung verspricht sich der Magistrat durch die Einrichtung der Magistratskommission, in der alle Dezernate vertreten sein sollen, auch eine größere Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit im Umsetzungsprozess.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 8. Februar 2002BB 157Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt?Magistratsbericht
  2. 22. Mai 2002NRNR 645Gender Mainstreaming für FrankfurtSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
  3. 5. Dezember 2003BB 984Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt?Magistratsbericht
  4. 15. April 2005BB 310Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt?Magistratsbericht
  5. 8. Mai 2006Sie sind hier
    BB 250Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main. Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming
    Magistratsbericht
  6. 25. Juni 2007BB 437Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender MainstreamingMagistratsbericht
  7. 14. Juli 2008BB 438Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender MainstreamingMagistratsbericht
  8. 12. Oktober 2009Antwort des Magistrats · nach 400 WochenBB 879Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik in Frankfurt am Main Wann werden Ergebnisse vorgelegt? hier: Jährlicher Bericht zur Umsetzung von Gender MainstreamingMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf3 Beratungen
KAV
Sitzung 5 · 29.05.2006
TO II, TOP 21
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 250 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Ausschusses für Wirtschaft und Frauen
Sitzung 1 · 13.06.2006
TO I, TOP 27
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 250 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneLinke.wasgFDPFAG
Sonstige:
REP (Kenntnis)NPD (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP und FAG Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und NPD (= Kenntnis)

Jugendhilfeausschusses
Sitzung 45 · 27.06.2006
TO I, TOP 7
Zur Kenntnis
Der Abschnitt des Dezernates VIII (Seite 4 bis 7) der Vorlage B 250 dient zur Kenntnis. Beschlussausfertigung(en): § 186,

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

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