Belastung des Urselbachs durch Abwasser
Zusammenfassung
Der Magistrat wird gebeten, Informationen zur Wasserqualität des Urselbachs bereitzustellen, insbesondere zur Häufigkeit der Messungen und den Veränderungen über die letzten zehn Jahre. Zudem wird nach Renaturierungsmaßnahmen und der Planung einer vierten Reinigungsstufe in der Kläranlage gefragt, um die Wasserqualität zu verbessern.
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Thema Stadtplanung verfolgenFragen an den Magistrat
wird der Magistrat um Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:
- Wie oft wird die Wasserqualität im Urselbach durch welche Ämter gemessen?
- Wie hat sich die Wasserqualität in den zurückliegenden zehn Jahren verändert und kann dies in Zahlenstatistiken dem Ortsbeirat vorgelegt werden?
- Welche Renaturierungsmaßnahmen sind im Rahmen des Landesprogramms "100 Wilde Bäche" geplant bzw. ausgeführt? Findet dazu eine Abstimmung mit der Stadt Oberursel statt?
- Gab es nach dem Fischsterben am 03.06.2021 weitere solche Vorfälle? Wurde die Ursache dieses Fischsterbens aufgeklärt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
- Auf welchem Stand ist nach Kenntnis des Magistrats die Sanierung belasteter Uferflächen im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan Nr. 233 "Neumühle" der Stadt Oberursel?
- Ist bekannt, ob und für wann die Stadt Oberursel die vierte Reinigungsstufe in ihrer Kläranlage plant?
Kontext
Nach Einschätzung der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt werden mit dem Abwasser aus der kommunalen Kläranlage Oberursel-Weißkirchen in der Regel die wasserbehördlich geforderten Ablaufwerte eingehalten, sodass aus dieser Quelle - ordnungsgemäßer Betrieb vorausgesetzt - keine entsprechende Belastung des Urselbachs erfolgt (ST 790 v. 25.03.2022).
Gleichwohl sind in der jüngeren Vergangenheit immer wieder einmal Fischsterben und Verunreinigungen im Unterlauf des Urselbachs auf Frankfurter Gebiet vorgekommen. Auch die beste Kläranlage kann letztlich nicht alles filtern, zumal viele Menschen zum Beispiel Medikamente über die WC-Anlagen entsorgen. Auch ist es auf Oberurseler Gemarkung in der Vergangenheit zu einem Eintrag von belastetem Erdreich in den Urselbach gekommen (ehem. Firma Hessenglaswerke). Mit anderen Frankfurter Bächen wie Erlenbach und Eschbach weist der Urselbach folglich problematische Keime auf, sodass er vom Frankfurter Gesundheitsamt die schlechteste von vier Eignungsstufen bekommen hat. In den Medien ist berichtet worden, nicht einmal Sportplätze dürften mit dem Wasser bewässert werden.
Dagegen setzen vereinzelte Kommunen in Deutschland (z. B. München, aber auch Mörfelden-Walldorf und Bad Homburg) eine weitere, vierte Aufbereitungsstufe in ihren Kläranlagen ein. Das Abwasser erfährt eine spezielle Lichtbehandlung, die Keime abtötet. Das Verfahren ist technisch aufwendig und teuer. Eine Verbesserung der Wasserqualität kann aber auch durch Renaturierungen erreicht werden, wie sie durch das Landesprogramm "100 wilde Bäche" gefördert werden. Zum Beispiel könnte der Urselbach zwischen der Papiermühle und der Oberurseler Kläranlage in die Auen verschwenkt werden, was zusätzlich zum Hochwasserschutz als auch zum Artenerhalt beitragen würde.
Dies vorausgeschickt
Begründung
Vorgang: V 292/22; ST 790/22 Nach Einschätzung der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt werden mit dem Abwasser aus der kommunalen Kläranlage Oberursel-Weißkirchen in der Regel die wasserbehördlich geforderten Ablaufwerte eingehalten, sodass aus dieser Quelle - ordnungsgemäßer Betrieb vorausgesetzt - keine entsprechende Belastung des Urselbachs erfolgt (ST 790 v. 25.03.2022). Gleichwohl sind in der jüngeren Vergangenheit immer wieder einmal Fischsterben und Verunreinigungen im Unterlauf des Urselbachs auf Frankfurter Gebiet vorgekommen. Auch die beste Kläranlage kann letztlich nicht alles filtern, zumal viele Menschen zum Beispiel Medikamente über die WC-Anlagen entsorgen. Auch ist es auf Oberurseler Gemarkung in der Vergangenheit zu einem Eintrag von belastetem Erdreich in den Urselbach gekommen (ehem. Firma Hessenglaswerke). Mit anderen Frankfurter Bächen wie Erlenbach und Eschbach weist der Urselbach folglich problematische Keime auf, sodass er vom Frankfurter Gesundheitsamt die schlechteste von vier Eignungsstufen bekommen hat. In den Medien ist berichtet worden, nicht einmal Sportplätze dürften mit dem Wasser bewässert werden. Dagegen setzen vereinzelte Kommunen in Deutschland (z. B. München, aber auch Mörfelden-Walldorf und Bad Homburg) eine weitere, vierte Aufbereitungsstufe in ihren Kläranlagen ein. Das Abwasser erfährt eine spezielle Lichtbehandlung, die Keime abtötet. Das Verfahren ist technisch aufwendig und teuer. Eine Verbesserung der Wasserqualität kann aber auch durch Renaturierungen erreicht werden, wie sie durch das Landesprogramm "100 wilde Bäche" gefördert werden. Zum Beispiel könnte der Urselbach zwischen der Papiermühle und der Oberurseler Kläranlage in die Auen verschwenkt werden, was zusätzlich zum Hochwasserschutz als auch zum Artenerhalt beitragen würde.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 25. März 2022STST 790Gift-Gefahr für den Urselbach?Stellungnahme
- 20. Juni 2023OFOF 313/8Belastung des Urselbachs durch AbwasserOrtsbeiratsantrag · CDU
- 13. Juli 2023Sie sind hierVV 729Belastung des Urselbachs durch AbwasserAnfrage
- 30. Oktober 2023Antwort des Magistrats · nach 83 WochenSTST 2212Belastung des Urselbachs durch AbwasserStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Mit einer Anfrage verlangt der Ortsbeirat vom Magistrat schriftlich Auskunft. Die zuständigen Ämter erarbeiten eine Stellungnahme. Der Magistrat muss innerhalb von zwölf Wochen antworten — sonst kommt die Anfrage erneut auf die Tagesordnung des Ortsbeirats.
- 1Ortsbeirat beschließt Anfrage
- 2direkt an den Magistrat
- 3Ämter erarbeiten Stellungnahme
- 4Magistrat antwortet (12 Wochen)
Frist: 12 Wochen