Belastung des Urselbachs durch Abwasser
Zusammenfassung
Der Ortsbeirat beantragt eine Überprüfung der Wasserqualität des Urselbachs und mögliche Renaturierungsmaßnahmen, um die Wasserqualität zu verbessern und Fischsterben zu verhindern. Ziel ist es, die Belastungen durch Abwasser zu reduzieren und die Lebensqualität im Gebiet zu erhöhen.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenAntrag
Der Ortsbeirat wolle beschließen:
Nach Einschätzung der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt werden mit dem Abwasser aus der kommunalen Kläranlage Oberursel-Weißkirchen in der Regel die wasserbehördlich geforderten Ablaufwerte eingehalten, sodass aus dieser Quelle - ordnungsgemäßer Betrieb vorausgesetzt - keine entsprechende Belastung des Urselbachs erfolgt (ST 790 v. 25.03.2022). Gleichwohl sind in der jüngeren Vergangenheit immer wieder einmal Fischsterben und Verunreinigungen im Unterlauf des Urselbachs auf Frankfurter Gebiet vorgekommen. Auch die beste Kläranlage kann letztlich nicht alles filtern, zumal viele Menschen zum Beispiel Medikamente über die WC-Anlagen entsorgen. Auch ist es auf Oberurseler Gemarkung in der Vergangenheit zu einem Eintrag von belastetem Erdreich in den Urselbach gekommen (ehem. Firma Hessenglaswerke). Mit anderen Frankfurter Bächen wie Erlen- und Eschbach weist der Urselbach folglich problematische Keime auf, so dass er vom Frankfurter Gesundheitsamt die schlechteste von vier "Eignungsstufen" bekommen hat. In den Medien ist berichtet worden, nicht einmal Sportplätze dürften mit dem Wasser bewässert werden. Dagegen setzen vereinzelte Kommunen in Deutschland (z.B. München, aber auch Mörfelden-Walldorf und Bad Homburg) eine weitere, vierte Aufbereitungsstufe in ihren Kläranlagen ein. Das Abwasser erfährt eine spezielle Lichtbehandlung, die Keime abtötet. Das Verfahren ist technisch aufwendig und teuer. Eine Verbesserung der Wasserqualität kann aber auch durch Renaturierungen erreicht werden, wie sie durch das Landesprogramm "100 wilde Bäche" gefördert werden. Zum Beispiel könnte der Urselbach zwischen der Papiermühle und der Oberurseler Kläranlage in die Auen verschwenkt werden, was zusätzlich zum Hochwasserschutz als auch zum Artenerhalt beitragen würde.
Dies vorausgeschickt, fragt der Ortsbeirat den Magistrat:
- Wie oft wird die Wasserqualität im Urselbach durch welche Ämter gemessen?
- Wie hat sich die Wasserqualität in den zurückliegenden zehn Jahren verändert und kann dies in Zahlenstatistiken dem Ortsbeirat vorgelegt werden?
- Welche Renaturierungsmaßnahmen sind im Rahmen des Landesprogramms "100 Wilde Bäche" geplant bzw. ausgeführt? Findet dazu eine Abstimmung mit der Stadt Oberursel statt?
- Gab es nach dem Fischsterben am 03.06.2021 weitere solche Vorfälle? Wurde die Ursache dieses Fischsterbens aufgeklärt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
- Auf welchem Stand ist nach Kenntnis des Magistrats die Sanierung belasteter Uferflächen im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan Nr. 233 "Neumühle" der Stadt Oberursel?
- Ist bekannt, ob und für wann die Stadt Oberursel die vierte Reinigungsstufe in ihrer Kläranlage plant?
Begründung
Abwasser Der Ortsbeirat wolle beschließen: Nach Einschätzung der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt werden mit dem Abwasser aus der kommunalen Kläranlage Oberursel-Weißkirchen in der Regel die wasserbehördlich geforderten Ablaufwerte eingehalten, sodass aus dieser Quelle - ordnungsgemäßer Betrieb vorausgesetzt - keine entsprechende Belastung des Urselbachs erfolgt (ST 790 v. 25.03.2022). Gleichwohl sind in der jüngeren Vergangenheit immer wieder einmal Fischsterben und Verunreinigungen im Unterlauf des Urselbachs auf Frankfurter Gebiet vorgekommen. Auch die beste Kläranlage kann letztlich nicht alles filtern, zumal viele Menschen zum Beispiel Medikamente über die WC-Anlagen entsorgen. Auch ist es auf Oberurseler Gemarkung in der Vergangenheit zu einem Eintrag von belastetem Erdreich in den Urselbach gekommen (ehem. Firma Hessenglaswerke). Mit anderen Frankfurter Bächen wie Erlen- und Eschbach weist der Urselbach folglich problematische Keime auf, so dass er vom Frankfurter Gesundheitsamt die schlechteste von vier "Eignungsstufen" bekommen hat. In den Medien ist berichtet worden, nicht einmal Sportplätze dürften mit dem Wasser bewässert werden. Dagegen setzen vereinzelte Kommunen in Deutschland (z.B. München, aber auch Mörfelden-Walldorf und Bad Homburg) eine weitere, vierte Aufbereitungsstufe in ihren Kläranlagen ein. Das Abwasser erfährt eine spezielle Lichtbehandlung, die Keime abtötet. Das Verfahren ist technisch aufwendig und teuer. Eine Verbesserung der Wasserqualität kann aber auch durch Renaturierungen erreicht werden, wie sie durch das Landesprogramm "100 wilde Bäche" gefördert werden. Zum Beispiel könnte der Urselbach zwischen der Papiermühle und der Oberurseler Kläranlage in die Auen verschwenkt werden, was zusätzlich zum Hochwasserschutz als auch zum Artenerhalt beitragen würde.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 25. März 2022STST 790Gift-Gefahr für den Urselbach?Stellungnahme
- 20. Juni 2023Sie sind hierOFOF 313/8Belastung des Urselbachs durch AbwasserOrtsbeiratsantrag · CDU
- 13. Juli 2023VV 729Belastung des Urselbachs durch AbwasserAnfrage
- 30. Oktober 2023Antwort des Magistrats · nach 83 WochenSTST 2212Belastung des Urselbachs durch AbwasserStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme