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Direkte Umsetzung der Frankfurter Anpassungsstrategie an den Schulen im Ortsbezirk 8 - Praxisnahe Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen, Einbindung des…

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Direkte Umsetzung der Frankfurter Anpassungsstrategie an den Schulen im Ortsbezirk 8 - Praxisnahe Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen, Einbindung des Klimawandelaktionsplans (KWAP) und prioritäre Nutzung der kostenfreien städtischen Klimalotsen

Vorlagentyp: OFBFF-FREIE WAHLER
10 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Antrag fordert die Unterstützung der Frankfurter Anpassungsstrategie und des Klimawandelaktionsplans an Schulen im Ortsbezirk 8. Dies ist notwendig, um strukturelle Benachteiligungen zu vermeiden und akute Hitzebelastungen in Schulen zu bekämpfen. Die erwarteten Ergebnisse sind ein wirksamer Schutz für Schüler und Lehrkräfte sowie eine gezielte Priorisierung von Ressourcen für betroffene Schulen.

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Antrag

Der Ortsbeirat möge beschließen:

Der Magistrat wird gebeten, die an den Schulen im Ortsbezirk 8 bereits initiierten Schritte der Frankfurter Anpassungsstrategie sowie des Klimawandelaktionsplans (KWAP) aktiv zu unterstützen und die bezirklichen Schulen prioritär in die anstehenden Umsetzungs- und Messprogramme des Amtes für Bauen und Immobilien (ABI) aufzunehmen. Um das richtige Verhalten bei Extremhitze flächendeckend und ohne finanzielle Mehrbelastung der Stadt zu stärken, wird der Magistrat gebeten, das kostenfreie Angebot der städtischen Klimalotsen prioritär an die hiesigen Schulstandorte zu vermitteln. Bei der Verteilung von Haushaltsmitteln ab 2027 ist eine bedarfsgerechte Berücksichtigung des Ortsbezirks 8 im stadtweiten Vergleich sicherzustellen.

Dazu werden folgende Maßnahmen und Handlungsfelder vorgeschlagen:

  1. Nutzung bestehender Grundlagen und bezirkliche Priorisierung im ABI

Da die strategischen Voraussetzungen durch die "Frankfurter Anpassungsstrategie", die "Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen" sowie den stadtweiten "Klimawandelaktionsplan" (KWAP) bereits geschaffen sind, bedarf es keines zusätzlichen Strategiepapieres mehr. Der Fokus liegt nun vollständig auf der praktischen Umsetzung in Planung, Bau und täglichem Verhalten. Der Ortsbeirat 8 begrüßt das bestehende Engagement des Amtes für Bauen und Immobilien (ABI) ausdrücklich. Der Magistrat wird gebeten, dem Ortsbeirat 8 bis zum ersten Quartal 2027 eine bezirksspezifische Prioritätenliste des ABI vorzulegen, aus der hervorgeht, in welchem Maße und in welcher Reihenfolge die baulichen Hitzeschutzmaßnahmen an den hiesigen Schulen bereits in der mittelfristigen Investitionsplanung hinterlegt sind.

  1. Stärkung des Verhaltensschutzes durch kostenfreie städtische Klimalotsen

Die aktive Anwendung des richtigen Verhaltens bei Hitzeperioden steht im Fokus des städtischen KWAP. Um dies ohne bürokratischen und finanziellen Aufwand für die Stadt umzusetzen, soll die bestehende ehrenamtliche Infrastruktur genutzt werden:

Kostenfreie Nutzung der Klimalotsen Das bewährte, für die Stadt budgetneutrale Projekt der städtischen Klimalotsen (Gesundheitsamt in Kooperation mit dem Verein Kinder im Zentrum Gallus e.V.) soll gezielt und prioritär an die Schulen des Ortsbezirks 8 vermittelt werden. Die im Ehrenamt aktiven Lotsinnen und Lotsen leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Aufklärung und sollen zeitnah praxisnahe Schulungen und Vorträge zum Gesundheitsschutz bei Extremhitze für Schulleitungen, Lehrkräfte sowie Eltern anbieten (analog zu bewährten Abrufen wie V 114 2026). Die Klimalotsen wurden gerade ausgezeichnet.

Zusammenarbeit mit Schulgemeinden und Best-Practices Schulelternbeiräte (SEB) und Schülervertretungen (SV) sind als Multiplikatoren eng einzubinden. Bestehende Erfahrungswerte vor Ort - wie das Hitzeschutz-Netzwerk Frankfurt an der Französischen Schule (Westhausen) oder die Hitzeschutz-AG der Liebigschule (Mess- und Protokollpraxis) - sollen als Orientierung dienen.

  1. Teilnahme am städtischen Hitzemessprogramm

Der Ortsbeirat begrüßt, dass sich ein städtisches Projekt zur Erfassung und Messung der Temperaturen an Frankfurter Schulen derzeit in Arbeit befindet. Der Magistrat wird gebeten, die Schulen des Ortsbezirks 8 prioritär in dieses Messprogramm aufzunehmen. Zur raschen, datenschutzkonformen Umsetzung wird eine Ausstattung mit einfachen, kostengünstigen und datenschutzkonformen Messgeräten (Datenloggern) zur Erfassung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Klassen- und Betreuungsräumen angestrebt (unter Verzicht auf aufwendige WLAN-Infrastrukturen). Die Messdaten dienen der Überprüfung der Richtwerte gemäß der Arbeitsstättenregel (ASR A3.5) und werden über analoge/digitale Protokollbögen dokumentiert, um ab einer Raumtemperatur von 25 Grad im kommenden Sommer gezielte Schutzmaßnahmen in Kooperation mit dem Gesundheitsamt und den Warnwegen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einzuleiten.

  1. Standortspezifische Umsetzung und Fürsorge im Bezirk

In direkter Anwendung der planerischen Grundlagen des ABI und analog zu bereits beschlossenen Hitzeschutzmaßnahmen in anderen Stadtteilen (z. B. Bornheim/Ostend V 82 2026; Brüder-Grimm-Schule OM 382 2026) wird um die prioritäre Berücksichtigung hiesiger Einrichtungen gebeten:

Mosaikschule (Förderschule) Besondere und vordringliche Unterstützung bei der Erstellung eines spezialisierten, barrierefreien Hitzeaktionsplanes unter Einbeziehung des Pflegepersonals. Da Kinder mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung medizinisch eine Hochrisikogruppe darstellen, sind sie im Sinne des neuen kommunalen Vulnerabilitätsregisters prioritär zu schützen.

Ernst-Reuter-Schule I und II Bereitstellung von Haushaltsmitteln durch das ABI für kurzfristig wirksame, passive Übergangslösungen (z. B. außenliegende Sonnenschutzfolien, mobile Verschattungen) für die stark aufheizenden Bestandsbauten der 1960er-Jahre bis zum Beginn der im Koalitionsvertrag vereinbarten beschleunigten Schulsanierungen.

Robert-Schumann-Schule und Heinrich-Kromer-Schule Beschleunigte Umsetzung von baulichen Verschattungsmaßnahmen und innovativen Begrünungskonzepten. In direkter Anwendung der koalitionären "3-30-300"-Regel sind gezielte Dachbegrünungen (z. B. System ENERGY ROOFS) und vertikale Fassadenbegrünungen (z. B. System ENERGY WALLS) zu prüfen, um neben sommerlicher Kühlung spürbare Energie- und Heizkosteneinsparungen zu erzielen.

  1. Technischer Hitzeschutz, Bürgerenergie und Trinkwasseroffensive

Passiver Hitzeschutz & Schnittstellen Das ABI wird gebeten, bei anstehenden Sanierungen, Teilsanierungen (gemäß V 120 2026) and Fensteraustauschen konsequent Hitzeschutzfenster mit selektiver Sonnenschutzverglasung einzusetzen. Bei der Planung von Dach- und Fassadenbegrünungen sind das städtische Klimareferat sowie lokal erfahrene Unternehmen (wie die in Frankfurt ansässige GREEN ROOFING Schulz & Schulz GbR) frühzeitig einzubinden. Modulare Systeme - wie die sofortige Begrünung von Container-Dächern innerhalb von zwei Wochen oder flexibel per Hubwagen aufstellbare Sonnensegel mit integrierten Sitzgelegenheiten auf den Schulhöfen - erzielen einen sofortigen Kühleffekt und reduzieren die Energiepreise merklich.

Nutzung von Bürgerenergie: Für die energetische Ausstattung und solare Verschattung von Schulgebäuden ist die Kooperation mit der Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft (FraBeG) zu prüfen. Deren Solaranlagen-Konzept an der nahen Josephine-Baker-Schule auf dem Riedberg hat bereits im ersten Jahr (Stand Nov. 2025) erfolgreich über 49 MWh grünen Strom produziert.

Trinkwassergarantie nach Koalitionsvertrag In Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausweitung öffentlicher Trinkwasserangebote hat der Magistrat über das ABI sicherzustellen, dass jede Schule über ausreichend frei zugängliche, moderne und hygienische Trinkbrunnen und Wasserspender verfügt. Diese sind bei Neubauten und Sanierungen von Anfang an mitzuplanen. Langfristig ist im Zuge der Modernisierungen die Ausstattung jedes Unterrichtsraums mit einem Waschbecken anzustreben.

  1. Abgestuftes Kühlprogramm für Extremräume und Eigenbudget

Für nachweislich extrem überlastete Räume (wie Containeranlagen), in denen Nacht- und Querlüftung versagen, ist ein abgestuftes Notprogramm zu etablieren:

Kurzfristige Ausstattung mit leisen, geeigneten Deckenventilatoren.

Bereitstellung von mobilen Kühlgeräten bzw. Mietkühlungen als temporäre Übergangslösung zur Abwendung akuter Gefahren für das Kindeswohl (unter Nutzung des entsprechenden Förderprogramms des Landes).

Bereitstellung von städtischen Ausweichräumen binnen sechs Monaten, abrufbar über die Behördennummer 115.

Der Magistrat prüft die Einrichtung eines dezentralen, selbst verwalteten Hitzeschutz-Budgets für die Schulen zur schnellen Umsetzung kleinerer, lokaler Sofortmaßnahmen. Der Magistrat berichtet im Zuge der jährlichen Überprüfung des Sofortprogramms gesondert über den Umsetzungsstand an den Schulen im Ortsbezirk 8.

Begründung

Der vorliegende Antrag konkretisiert das von der Römer-Koalition vorgelegte Hitze-Sofortprogramm auf lokaler Ebene. Er übersetzt die im Koalitionsvertrag 2026-2031 verankerten Klimaanpassungs- und Fürsorgeziele partnerschaftlich und lösungsorientiert in die Praxis, da die strategischen Rahmenbedingungen stadtweit bereits erfolgreich geschaffen wurden. Es gilt nun, diese im Ortsbezirk aktiv anzuwenden und umzusetzen.

Dass akuter Handlungsbedarf in der Bau- und Planungsphase besteht, belegen die offiziellen Zahlen des Magistrats: Beim Amt für Bauen und Immobilien (ABI) gingen bereits Beschwerden von rund 70 Frankfurter Schulen wegen unerträglicher Hitzebelastung ein. Die Erfahrungen aus der Schulpraxis zeigen, dass bei Raumtemperaturen von über 30 Grad am Morgen regulärer Unterricht kaum mehr möglich ist. Die daraus resultierenden Kurzstunden führen zu massiven Stoffausfällen. In unverschatteten Containerbauten oder bei Passivhaus-Hitzestaus werden teilweise gesundheitsgefährdende Extremtemperaturen erreicht - dies berührt die gesetzliche Fürsorgepflicht und das Kindeswohl unmittelbar. Gemäß den rechtlichen Rahmenbedingungen für reguläre Arbeitsplätze (F 198 2026) müssen Schutzmaßnahmen bei steigenden Temperaturen greifen; diese Fürsorgepflicht gilt für Schülerinnen, Schüler, Lehr- und Betreuungskräfte gleichermaßen.

Ein wesentlicher Kern dieses Antrags ist die Vermeidung einer strukturellen Benachteiligung des Ortsbezirks 8 bei der Zuteilung von Ressourcen. Ein Blick auf die parlamentarischen Initiativen anderer Ortsbeiräte zeigt, dass das Thema Hitzeschutz stadtweit bereits mit Nachdruck vorangetrieben wird (vgl. u. a. V 82 2026 für Bornheim/Ostend, V 114 2026 für den OBR 9 sowie OM 382 2026 für die Brüder-Grimm-Schule). Die Schulen im Ortsbezirk 8 (wie die Ernst-Reuter-Schulen, die Robert-Schumann-Schule, die Heinrich-Kromer-Schule und insbesondere die Mosaikschule als Förderschule mit medizinisch hochvulnerablen Kindern) stehen vor exakt denselben klimatischen Herausforderungen.

Um den Schulen sofortige, spürbare Unterstützung zukommen zu lassen und ein faires, stadtweit ausgewogenes Verfahren bei der Klimaanpassung zu garantieren, setzt dieser Antrag auf den Ausbau bereits bestehender, bewährter Instrumente. Die gezielte Einbindung der städtischen Klimalotsen ermöglicht eine hocheffektive Verhaltensaufklärung direkt vor Ort, ohne dass der Stadt hierdurch zusätzliche Kosten entstehen oder Pflichten unangemessen auf neue, zivilgesellschaftliche Ehrenämter verlagert werden. Gleichzeitig klinkt dieser Antrag den Ortsbezirk 8 direkt in die aktiven Beratungs-, Mess- und Bauprogramme der Stadt Frankfurt am Main ein.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 26. Juli 2026OFOF 33/4Hitzeschutzmaßnahmen für Schulen und Kitas in Bornheim und im OstendOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  2. 26. Juli 2026OFOF 34/4Hitzeschutzmaßnahmen für die Brüder-Grimm-SchuleOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  3. 9. August 2026OFOF 94/9Zumindest bei Teilsanierungen und Neubauten von Schulen auf Hitzeschutz achtenOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  4. 18. August 2026VV 82Hitzeschutzmaßnahmen für Schulen und Kitas in Bornheim und im OstendAnfrage
  5. 18. August 2026OMOM 382Hitzeschutzmaßnahmen für die Brüder-Grimm-SchuleDirektanregung
  6. 20. August 2026VV 114Welche Maßnahmen sind für den Hitzeschutz in Schulen und Kindertagesstätten im Ortsbezirk 9 vorgesehen?Anfrage
  7. 20. August 2026FF 198Für Arbeitnehmer*innen generell gibt es Regelungen, dass und welche Maßnahmen bei steigenden Temperaturen am ArbeitsplatFragestunde-Frage
  8. 20. August 2026VV 120Zumindest bei Teilsanierungen und Neubauten von Schulen auf Hitzeschutz achtenAnfrage
  9. 6. Oktober 2026OFOF 89/8Priorität für das Kindeswohl bei der Haushaltsplanung: Pflicht-Hitzemessung, Integration von KLUG- und HAGE-Vorgaben und Bereitstellung eines sofortigen Sonderbudgets für den Hitzeschutz in städtischen Kindertagesstätten (Kita Frankfurt) im Ortsbezirk 8 –Ortsbeiratsantrag · BFF-FREIE WAHLER
  10. 6. Oktober 2026Sie sind hier
    OFOF 87/8Direkte Umsetzung der Frankfurter Anpassungsstrategie an den Schulen im Ortsbezirk 8 – Praxisnahe Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen, Einbindung des Klimawandelaktionsplans (KWAP) und prioritäre Nutzung der kostenfreien städtischen Klimalotsen
    Ortsbeiratsantrag · BFF-FREIE WAHLER

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

OFAntrag aus dem Ortsbeirat

Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ortsbeirat berät & beschließt
  3. 3wird zu OA, OM, OI oder V
  4. 4Magistrat setzt um oder berichtet
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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