Fluglärmbelastung ist weiter gestiegen
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
E-Mail-Abo einrichtenInhalt
Bericht des Magistrats vom 22.12.2006, B 537
Betreff:
Fluglärmbelastung ist weiter gestiegen
Vorgang:
A 49 FAG
zur Frage 1:
Auch wenn das einzelne Lärmereignis durch modernere Flugzeuge im Laufe der Jahre in der Regel leiser geworden ist, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die absolute Zahl der Flugbewegungen und damit auch die Fluglärmbelastung für die Bürgerinnen und Bürger jährlich ansteigt. Die Tabelle 1 dokumentiert den Anstieg der Fluglärmbelastung in Frankfurt am Main an den beiden Messstationen 41 (Sachsenhausen - Stadtwald) und 45 (Oberrad). Zur Auswertung der Fluglärmmessungen der Fraport AG wird der äquivalente Dauerschallpegel Leq(4) für die sechs verkehrsreichsten Monate, das sind in der Regel die Monate Mai bis Oktober, berechnet. Diese Kenngröße berücksichtigt den maximalen Schallpegel des Einzelgeräusches, seine Dauer und Häufigkeit. Daneben werden die Einzelschallpegel im Tagesmittel der sechs verkehrsreichsten Monate betrachtet. Die bei Überflügen verursachten Maximalpegel werden in Klassen von 5 dB(A) zusammengefasst. Langjährige Aussagen können in Frankfurt am Main nur für die Station 41 im Stadtwald getroffen werden. Hier ist der Dauerschallpegel von 58 dB(A) im Jahr 1999 auf 61 dB(A) im Jahr angestiegen. Auch die Anzahl der Einzelschallpegel über 70 dB(A) ist in den Jahren 1999 bis 2005 deutlich gestiegen.
Tabelle 1: Fluglärm in Frankfurt am Main 1999 – 2005
Jahr
Äquivalenter Dauerschall-pegel Leq(4) in dB(A)
Anzahl der Einzelschallpegel
im Durchschnitt
Anzahl der Einzelschallpegel
im Durchschnitt
am Tag (6:00 - 22:00 Uhr)
in der Nacht (22:00 - 6:00 Uhr)
70-74 dB(A)
75-79 dB(A)
> 80 dB(A)
70-74 dB(A)
75-79 dB(A)
> 80 dB(A)
41
45
41
45
41
45
41
45
41
45
41
45
41
45
1999
58
-
52
-
16
-
2
-
11
-
2
-
0
-
2000
58
-
67
-
10
-
1
-
12
-
2
-
0
-
2001
58
-
60
-
11
-
1
-
12
-
1
-
0
-
2002
59
-
63
-
14
-
1
-
10
-
3
-
0
-
2003
60
52
74
8
18
10
2
3
10
1
4
1
0
0
2004
60
51
80
7
18
9
2
3
11
1
3
0
0
0
2005
61
53
95
10
26
11
4
5
15
1
4
1
1
0
(Fraport AG, 2006)
Der Magistrat ist der Auffassung, dass die Erhöhung der Fluglärmbelastung durch den Anstieg der Flugbewegungen hervorgerufen wurde.
Die Gesamtzahl der Flugbewegungen (zivil und militärisch) lag im Jahr 2005 bei 495.671. Im Durchschnitt wurden im Jahr 2005 täglich 1.358 Starts und Landungen auf dem Frankfurter Flughafen abgewickelt. Im Vergleich zum Jahr 1999 ist die Gesamtzahl der Flugbewegungen um etwa 12 % gestiegen. Im Vergleich wurden 2005 pro Tag 142 Flugbewegungen mehr durchgeführt als 1999.
Tabelle 2: Zivile und militärische Flugbewegungen 1999 bis 2005 auf dem Flughafen Frankfurt/Main
Anzahl
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
zivile Flugbewegungen
439.094
458.731
456.452
458.359
458.865
477.475
490.147
militärische Flugbewegungen
4.813
1.145
2.288
7.050
13.751
10.492
5.524
Gesamtzahl
443.907
459.876
458.740
465.409
472.616
487.967
495.671
Durchschnitt pro Tag
1.216
1.256
1.257
1.275
1.295
1.333
1.358
(Fraport AG, 2006 sowie Daten des Fluglärmschutzbeauftragten für das Jahr 1999)
zu den Fragen 2 und 3:
Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main versucht über die Mitarbeit in der Fluglärmkommission, eine Reduzierung von vermeidbarem Fluglärm für die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. In diesem Zusammenhang hat der Magistrat fünf Vorschläge eingereicht, die derzeit im Rahmen eines Katalogs von über achtzig kommunalen Fluglärmentlastungsvorschlägen intensiv geprüft und bewertet werden:
- Verlegung der Abflugroute 07-N(lang) nach Osten und Optimierung
- Probeweise Einführung des "Steilstartverfahrens“ und Optimierung der Startverfahren
- Verlegung von Flugbewegungen von der Abflugroute 07-N (lang) auf die Abflugroute 07-O nachts
- Gleichverteilung der Starts auf den beiden Abflugrouten 07-N(lang) und 07-N(kurz)
- Maximale Auslastung der Startbahn West bei Betriebsrichtung 07-Ost Darüber hinaus ist der Magistrat der Auffassung, dass das aus dem Jahr 1971 stammende Fluglärmgesetz kein geeignetes Instrumentarium ist, der heutigen Fluglärmrealität zu begegnen. Dringend notwendig sind neue gesetzliche Grundlagen, die den aktuellen Anforderungen gerecht werden und verbindliche Lärmgrenzwerte zum Schutz der Bevölkerung heute und in Zukunft festlegen. Um die Lebensqualität in Frankfurt am Main und in der Rhein/Main-Region in unmittelbarer Nachbarschaft zu Deutschlands größtem Flughafen nachhaltig zu verbessern und zu erhalten, müssen alle Möglichkeiten zur aktiven und passiven Reduzierung des Fluglärms ausgeschöpft werden. Nebenvorlage: Anregung vom 16.01.2007, OA 264 Anregung vom 19.01.2007, OA 283 Antrag vom 16.01.2007, OF 125/16 Antrag vom 19.01.2007, OF 187/5 Antrag vom 17.01.2007, OF 188/5
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 20. Oktober 2006AA 49Fluglärmbelastung ist weiter gestiegenSTVV-Anfrage · FAG
- 22. Dezember 2006Sie sind hierBB 537Fluglärmbelastung ist weiter gestiegenMagistratsbericht
- 16. Januar 2007OFOF 125/16Fluglärmbelastung ist weiter gestiegenOrtsbeiratsantrag · fwf
- 16. Januar 2007OAOA 264Fluglärmbelastung ist weiter gestiegen Bericht des Magistrats vom 22.12.2006, B 537Anregung
- 17. Januar 2007OFOF 188/5Welche konkreten Maßnahmen zur aktiven und passiven Reduzierung des Fluglärms wird der Magistrat für den Frankfurter Süden veranlassen?Ortsbeiratsantrag · FAG
- 19. Januar 2007VV 230Welche konkreten Maßnahmen zur aktiven und passiven Reduzierung des Fluglärms wird der Magistrat für den Frankfurter Süden veranlassen?Anfrage
- 19. Januar 2007OAOA 283Fluglärmbelastung ist weiter gestiegen Bericht des Magistrats vom 22.12.2006, B 537Anregung
- 19. Januar 2007OFOF 187/5Fluglärmbelastung ist weiter gestiegenOrtsbeiratsantrag · GRÜNE, FAG, SPD
- 5. April 2007STST 543Welche konkreten Maßnahmen zur aktiven und passiven Reduzierung des Fluglärms wird der Magistrat für den Frankfurter Süden veranlassen?Stellungnahme
- 25. Mai 2007Antwort des Magistrats · nach 31 WochenSTST 931Fluglärmbelastung ist weiter gestiegenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf9 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und BFF gegen LINKE.WASG (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme zu 2. SPD, WBE und fwf gegen 2 CDU, und GRÜNE (= Ablehnung) bei 3 Enthaltungen CDU
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme zu 2. Einstimmige Annahme zu 3. CDU, SPD, GRÜNE, FAG und LINKE.WASG gegen FDP (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP, FAG und BFF zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP, FAG und BFF zu 3. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP, FAG und BFF
Ganzen Sammelbeschluss anzeigen (3 Punkte, betrifft überwiegend andere Vorlagen)
1. Die Vorlage B 537 wird auf die Tagesordnung II der nächsten turnusmäßigen Sitzung vertagt. 2. Die Vorlage OA 264 wird auf die Tagesordnung II der nächsten turnusmäßigen Sitzung vertagt. 3. Die Vorlage OA 283 wird auf die Tagesordnung II der nächsten turnusmäßigen Sitzung vertagt.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP, FAG, BFF, REP und NPD zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP, FAG, BFF, REP und NPD zu 3. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP, FAG, BFF, REP und NPD
Ganzen Sammelbeschluss anzeigen (3 Punkte, betrifft überwiegend andere Vorlagen)
1. Die Vorlage B 537 dient zur Kenntnis. 2. a) Die Ziffer 1. der Vorlage OA 264 wird abgelehnt. b) Die Ziffer 2. der Vorlage OA 264 wird im vereinfachten Verfahren erledigt. 3. Der Vorlage OA 283 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, GRÜNE, FDP und FAG gegen SPD, LINKE.WASG und BFF (= Zurückweisung) zu 2. zu a) CDU, GRÜNE und FDP gegen SPD, LINKE.WASG, FAG und BFF (= Annahme) zu b) CDU und GRÜNE gegen SPD, LINKE.WASG, FAG und BFF (= Annahme) sowie FDP (= Ablehnung) zu 3. SPD, LINKE.WASG, FAG und BFF gegen FDP (= Ablehnung); CDU und GRÜNE (= Enthaltung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP (B 537 = Kenntnis, OA 264 und OA 283 = Ablehnung) NPD und ÖkoLinX/E.L. (B 537 = Zurückweisung, OA 264 und OA 283 = Annahme)
Ganzen Sammelbeschluss anzeigen (3 Punkte, betrifft überwiegend andere Vorlagen)
1. Die Vorlage B 537 dient zur Kenntnis. 2. a) Die Ziffer 1. der Vorlage OA 264 wird abgelehnt. b) Die Ziffer 2. der Vorlage OA 264 wird im vereinfachten Verfahren erledigt. 3. a) Der Vorlage OA 283 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. b) Die Wortmeldung des Stadtverordneten Dr. Dr. Rahn dient zur Kenntnis.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, GRÜNE, FDP, FAG und REP gegen SPD, LINKE.WASG, BFF, NPD und E.L. (= Zurückweisung) zu 2. zu a) CDU, GRÜNE, FDP und REP gegen SPD, LINKE.WASG, FAG, BFF, NPD und E.L. (= Annahme) zu b) CDU und GRÜNE gegen SPD, LINKE.WASG, FAG, BFF, NPD und E.L. (= Annahme) sowie FDP und REP (= Ablehnung) zu 3. zu a) SPD, LINKE.WASG, FAG, BFF, NPD und E.L. gegen FDP und REP (= Ablehnung); CDU und GRÜNE (= Enthaltung)