Invasiv aber angepasst - Die Spätblühende Traubenkirsche
Zusammenfassung
Der Magistrat wird gebeten, die Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche zu überprüfen und alternative Methoden, wie die biologische Bekämpfung mit dem Violetten Knorpelschichtpilz, in Betracht zu ziehen. Ziel ist es, die Kosten und den personellen Aufwand der Bekämpfung zu evaluieren und gegebenenfalls in andere wichtige Aktivitäten der Walderhaltung zu investieren.
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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgenFragen an den Magistrat
1. wie genau besagte Baumart bekämpft wird; 2. ob auch eine biologische Bekämpfung mit dem Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum) in Betracht gezogen wird und ob in diesem Zusammenhang ein Austausch mit den Berliner Forsten besteht, die diese Bekämpfung erproben. Falls dies mit Nein beantwortet wird, wird der Magistrat gebeten, diesen Kontakt aufzunehmen; 3. ob auch das Unterlassen der Bekämpfung eine Option darstellt, damit die damit verbundenen Kosten und der personelle Aufwand in andere wichtige Aktivitäten der Walderhaltung investiert werden können. Falls dies mit Nein beantwortet wird, wird um eine hinreichende Begründung gebeten.
Kontext
Der Magistrat wird bezüglich der im Bericht B 626 vom 27.11.2020 erwähnten Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina) gebeten, zu prüfen und berichten,
Begründung
Die Spätblühende Traubenkirsche ist sehr wohl eine invasive Art, die durch ihren dichten Wuchs andere nachwachsende Baumarten behindert. Gleichwohl scheint, wie dem Magistratsbericht zu entnehmen ist, diese Baumart sehr gut an hiesige klimatische Bedingungen angepasst zu sein. Insofern stellt sich schon die Frage, warum diese Baumart noch bekämpft wird, wo wir doch um den Erhalt eines jeden Baumes intensiv ringen. Die herkömmliche Bekämpfung durch Abholzung des Baumes, kleinräumiger Herbizidausbringung über dem zurückbleibenden Stumpf und Abdecken mit einer dicken Folie ist, wie ebenfalls aus dem Bericht hervorgeht, zeit-, arbeits- und damit kostenintensiv. Daher stellt sich hier aufgrund chronisch angespannter Haushaltslage der Wald- und Grünpflege die Kosten-Nutzen-Frage. Da die derzeitige Bekämpfung sehr langwierig erscheint ("Die [. .] Bekämpfung dieser invasiven Art und die Wiederaufforstung und Sicherung der Kulturen mit heimischen Baumarten erfordert über lange Jahre einen hohen personellen und finanziellen Aufwand."), sind hier vielleicht auch neue Wege zu gehen, wie die in Ziffer 2. angesprochene Bekämpfung mit dem Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum). Diese wird als durchaus effektiv gegen die Spätblühende Traubenkirsche angesehen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 27. November 2020BB 626Maßnahmen für den Frankfurter StadtwaldMagistratsbericht
- 31. Dezember 2020OFOF 1322/2Invasiv aber angepasst - Die Spätblühende TraubenkirscheOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 22. Februar 2021Sie sind hierVV 1937Invasiv aber angepasst - Die Spätblühende TraubenkirscheAnfrage
- 7. Mai 2021Antwort des Magistrats · nach 23 WochenSTST 1053Invasiv aber angepasst - Die Spätblühende TraubenkirscheStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Mit einer Anfrage verlangt der Ortsbeirat vom Magistrat schriftlich Auskunft. Die zuständigen Ämter erarbeiten eine Stellungnahme. Der Magistrat muss innerhalb von zwölf Wochen antworten — sonst kommt die Anfrage erneut auf die Tagesordnung des Ortsbeirats.
- 1Ortsbeirat beschließt Anfrage
- 2direkt an den Magistrat
- 3Ämter erarbeiten Stellungnahme
- 4Magistrat antwortet (12 Wochen)
Frist: 12 Wochen