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Invasiv aber angepasst - Die Spätblühende Traubenkirsche

Vorlagentyp: STMagistrat
23 Wochen bis zur Antwort4 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Die Stadt Frankfurt am Main plant die mechanische Entfernung der invasiven Spätblühenden Traubenkirsche im Stadtwald, um die Etablierung heimischer Baumarten zu fördern. Dies geschieht im Einklang mit FSC-Standards und ohne den Einsatz von Herbiziden. Ziel ist es, die Biodiversität zu erhalten und Monokulturen zu vermeiden.

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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgen

Stellungnahme des Magistrats

Zu 1: Im Frankfurter Stadtwald wird die Spätblühende Traubenkirsche (STK) konform zu den strengen FSC-Standards für die Waldbewirtschaftung mechanisch und ohne Chemieeinsatz entfernt. Das heißt, sie wird von einem Bagger mit verlängertem Greifarm, welcher auf fest vorgegebenen Rückegassen fährt, samt Wurzeln gezogen. Anschließend werden die bearbeiteten Flächen mit trockenheitstoleranten Waldbaumarten im engen Pflanzverband bepflanzt, um die STK auszudunkeln. Um die gepflanzten jungen Bäume gegen die schnell wiederkehrende und sehr schnell wachsende STK etablieren zu können, müssen die Flächen bis zur Erreichung eines Kronenschlusses (ca. 3-5 Jahre) gepflegt werden, indem wieder auflaufende Traubenkirschensämlinge gezupft, geknickt oder zurückgeschnitten werden. Die Stadt Frankfurt am Main hat sich mit der FSC-Zertifizierung freiwillig selbst dazu verpflichtet, keine Herbizide zu verwenden.

Zu 2: Die Abteilung Stadtforst steht in Sachen Traubenkirschenbekämpfung im Austausch mit diversen Forstämtern in der Rhein Main Ebene. Im Zuge der Beantwortung der vorliegenden Anfrage wurde mit Kollegen der Berliner Forsten, welche an den Versuchen mit dem Violetten Knorpelschichtpilz beteiligt waren, Kontakt aufgenommen. Die Versuche fanden bis vor ca. 10 Jahren mit guten Erfolgen statt. Diese Erfolge sind jedoch an eine Vielzahl von Bedingungen geknüpft. Das Projekt wurde eingestellt, weil die Kosten dieser Methode die Kosten einer mechanischen Entfernung überschreiten.

Zu 3: Die Unterlassung der Bekämpfung der STK stellt aus Sicht des Umweltdezernates keine Option dar. Auf den trockenen Sandböden im Frankfurter Unterwald in den Revieren Goldstein und Schwanheim sind in den vergangen Trockenjahren sehr viele Bäume, teils flächig abgestorben. Auf diesen kargen Flächen verbreitet sich die enorm konkurrenzstarke STK stark invasiv und verhindert die Etablierung heimischer Waldbaumarten. Es sind diese Flächen, auf denen das Umweltdezernat durch Aufforstungen mit klimaangepassten Waldbaumarten Walderhalt betreibt. Ein Durchwachsen lassen der STK würde eine Monokultur rein aus dieser Baumarten ohne Beimischung anderer Baumarten bedeuten. Dies hätte zudem Auswirkungen auf die den heimischen Baumarten angepasste Fauna. Forstwirtschaftlich lässt sich die STK nicht verwerten, da sie vor allem buschartig wächst und nur sehr selten verwertbares Stammholz bildet. Mit der Zertifizierung nach FSC hat sich die Stadt Frankfurt am Main zudem dazu verpflichtet, den Anteil fremdländischer Baumarten, insbesondere mit solch stark invasiver Natur, zu begrenzen und deren Verbreitung entgegenzuwirken.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 27. November 2020BB 626Maßnahmen für den Frankfurter StadtwaldMagistratsbericht
  2. 31. Dezember 2020OFOF 1322/2Invasiv aber angepasst - Die Spätblühende TraubenkirscheOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  3. 22. Februar 2021VV 1937Invasiv aber angepasst - Die Spätblühende TraubenkirscheAnfrage
  4. 7. Mai 2021Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 23 Wochen
    STST 1053Invasiv aber angepasst - Die Spätblühende Traubenkirsche
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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