Perspektiven für den Ortsbezirk 10 zur kommunalen Nah- und Fernwärme
Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt erarbeitet eine kommunale Wärmeplanung, die ab 2026 verpflichtend ist. Die Mainova AG unterstützt diesen Prozess und plant den Ausbau des Fernwärmenetzes, um mehr als 40 % des Wärmebedarfs der Stadt zu decken. Ziel ist die langfristige Sicherstellung einer klimaneutralen Wärmeversorgung.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenStellungnahme des Magistrats
Aktuell erarbeitet die Stadt Frankfurt die Kommunale Wärmeplanung. Nach dem vom Bundestag verabschiedeten und seit 01.01.2024 in Kraft getretenen Wärmeplanungsgesetz (WPG) ist dies für Frankfurt ab 2026 verpflichtend. Die Mainova AG unterstützt die Stadt Frankfurt bei der Erarbeitung der kommunalen Wärmeplanung mit ihrer Expertise. Ergänzend dazu hat die Mainova AG einen Fernwärme-Transformationsplan erarbeitet, in dem sowohl die Dekarbonisierung als auch der Ausbau des Netzes beschrieben werden. Der Fernwärme-Transformationsplan führt die Kundenbedarfe mit den mit aktuellen Wärmequellen in einer Gesamtplanung zusammen. Der Fernwärme-Transformationsplan wurde im Juli 2024 fertiggestellt. Demnach wird das aktuell über 310 Kilometer lange Fernwärmenetz in Frankfurt um weitere bis zu 450 Kilometer ausgebaut. Damit sollen mehr als 40 % des Wärmebedarfs der Stadt mit Fernwärme gedeckt werden. Die kommunale Wärmeplanung ist somit ein Prozess, um die lokale Wärmewende langfristig lenken und die Erreichung des klimaneutralen Wärmesektors sicherstellen zu können. Als solcher muss er fortlaufend weiterentwickelt werden. Das bedeutet auch, dass Planungen sowie größere städtebauliche Projekte in den Prozess integriert und die einzelnen Maßnahmen mit den jeweiligen Akteuren entsprechend abgestimmt werden. Dies geschieht unter anderem in der dezernatsübergreifenden "Task Force Wärmeplanung" (Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 19.09.2024 zur kommunalen Wärmeplanung, § 5194 (M 118)). Die Mainova AG setzt bei der Erzeugung von Fernwärme auf drei Säulen der Fernwärmeversorgung. Zum einen wird die Wärme aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Dafür werden im Müllheizkraftwerk Nordweststadt und im Biomassekraftwerk Fechenheim bereits heute emissionsarm Strom und Wärme erzeugt. Ergänzend dazu sollen langfristig weitere Quellen wie Geo- oder Solarthermie integriert werden. Insbesondere für die bessere Integration erneuerbarer Energiequellen in das Fernwärmesystem sind Wärmespeicher geplant. Zum anderen wird auch weiterhin konventionelle Kraftwerkstechnik in der Kraft-Wärme-Kopplung benötigt. Dies soll langfristig mit erneuerbaren Brennstoffen erfolgen. Zu diesem Zweck wird das Heizkraftwerk West zunächst auf Erdgas und perspektivisch auf Wasserstoff umgestellt. Außerdem soll Abwärme aus Rechenzentren verstärkt für die Wärmeversorgung eingesetzt werden. Schon heute nutzt die Mainova AG Abwärme aus Rechenzentren zu Heizzwecken. Diese kann entweder für Bestandsbauten, Neubauquartiere oder für die Einspeisung in das Fernwärmenetz verwendet werden. Hinsichtlich des Ausbaus der Fernwärme untersucht die Mainova AG jedes potenzielle Gebiet für Fernwärme genau und ermittelt bei Eignung, in welchem Zeitraum und mit welcher Priorität der Anschluss an das Fernwärmenetz erfolgen kann. Die Ergebnisse des Fernwärme-Transformationsplans sind daher in der Kommunalen Wärmeplanung zu berücksichtigen. In Berkersheim und Bonames ist auch langfristig kein Ausbau des Fernwärmenetzes vorgesehen. Aufgrund der vorhandenen Bebauungsstruktur sowie der zu großen Entfernung der Stadtteile vom aktuellen Fernwärme-Bestandsnetz der Mainova AG werden die anfallenden Anschlusskosten für die Kundinnen und Kunden als unwirtschaftlich bewertet. Die Mainova AG hat eine umfangreiche Informationsseite zur Fernwärme in Frankfurt aufgebaut, die wiederkehrend aktualisiert wird. Diese ist unter www.mainova.de/de/ihre-mainova/ueber-uns/waerme-stromversorgung/fernwaerme zu erreichen. In den Stadtteilen Frankfurter Berg und Preungesheim betreibt Mainova derzeit ein großes Nahwärmenetz. Über den Ausbau der Nahwärmeversorgung im Ortsbezirk 10 gibt es derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse. Grundsätzlich hat die Mainova AG Interesse, Blockheizkraftwerke und dazugehörige Nahwärmenetze zu errichten und zu betreiben. Dafür ist aus wirtschaftlichen Gründen ein ausreichend hoher Wärmebedarf in einem räumlich engen Cluster die Grundvoraussetzung. Derzeit bestehen im Ortsbezirk 10 keine konkreten Planungen für die Errichtung und den Betrieb von Blockheizkraftwerken.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 17. Juni 2024OFOF 856/10Perspektiven für den Ortsbezirk 10 zur Kommunalen Nah- und FernwärmeOrtsbeiratsantrag · CDU
- 5. November 2024OMOM 6047Perspektiven für den Ortsbezirk 10 zur kommunalen Nah- und FernwärmeDirektanregung
- 7. April 2025Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 42 WochenSTST 558Perspektiven für den Ortsbezirk 10 zur kommunalen Nah- und FernwärmeStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab