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Frankfurter Westen: Über Ergebnisse Ultrafeinstaubbelastung informieren

Vorlagentyp: STMagistrat
56 Wochen bis zur Antwort7 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Der Magistrat informiert über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Ultrafeinstaubbelastung im Rhein-Main-Gebiet, die durch den Frankfurter Flughafen verursacht wird. Eine umfassende Studie zur UFP-Belastung wird durchgeführt, um die gesundheitlichen Auswirkungen zu bewerten und Maßnahmen zur Emissionsminderung zu ergreifen.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Stellungnahme des Magistrats

In seiner Stellungnahme vom 24.04.2023, ST 959, hat der Magistrat über den aktuellen Status wissenschaftlicher Untersuchungen zur Ultrafeinstaubbelastung, die durch den Frankfurter Flughafen verursacht wird, ausführlich informiert. Zum aktuellen Status wissenschaftlicher Untersuchungen zur Ultrafeinstaubbelastung im Rhein-Main-Gebiet, kann mitgeteilt werden, dass aufbauend auf den Messergebnissen des Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) das Forum Flughafen und Region (FFR) im Auftrag der hessischen Landesregierung eine Studie zur UFP-Belastung sowie deren potenziell gesundheitlichen Wirkung in der Rhein-Main-Region durchführen soll. Dies ist auch im Koalitionsvertrag der Landesregierung verankert. Um das Vorhaben seitens FFR begleiten zu können, erfolgte die Einrichtung eines Arbeitskreises UFP am Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) in Kelsterbach mit den folgenden Akteuren: Fluglärmkommission, DFS, Fraport AG, Lufthansa, HLNUG sowie Vertreter der umliegenden Kommunen am Flughafen Frankfurt. Im April 2023 startete mit der vom UNH beauftragten "UFP-Belastungsstudie" das erste von zwei zentralen Vorhaben zur Beurteilung der Belastung der Region mit ultrafeinen Partikeln (UFP) und deren gesundheitlicher Auswirkungen. Die Belastungsstudie wird von einem Konsortium unter der Federführung des Leibniz‐Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) durchgeführt. Mit dem Abschluss der Belastungsstudie ist im Jahr 2026 zu rechnen. Mit Beginn der Belastungsstudie ging auch eine UFP-Webseite des FFR online, auf der alle relevanten Informationen und Veröffentlichungen zur UFP-Studie zu finden sind: https://www.ultrafeinstaub-studie.de/. Das aktuelle Transparenzpapier beschreibt die Studie umfassend: https://www.umwelthaus.org/download/?file=ffr-transparenzpapier-version-3_stand_maerz2023_3.pdf. Die breit angelegte Studie wird auch die Belastungen durch Bodenvorgänge, wie insbesondere den Betrieb der Hilfstriebwerke (APU - Auxiliary Power Units) oder Belastungen durch den Triebwerkseinsatz bei Rollvorgängen (taxiing) und deren Verminderung untersuchen. Bereits heute werden Maßnahmen ergriffen, um bei diesen Bodenvorgängen Energie zu sparen und die Freisetzung von UFP zu vermindern. Das Projekt zu elektrisch angetrieben Flugzeugschleppern wurde keinesfalls beendet, lediglich kommen sogenannte "Taxibots" nicht weiter zum Einsatz. Die Fraport AG hat dem Magistrat hierzu folgenden aktuellen Sachstand mitgeteilt: "Bezugnehmend auf das Thema "Electric Taxiing" am Flughafen Frankfurt: Bei Lufthansa wurde in einem Projekt, welches seit 2016 abgeschlossen ist, der Einsatz eines Taxibots getestet. Das Taxibot ist ein Diesel-Hybrid-Flugzeugschlepper (nicht batterie-elektrisch), der vom Flugzeugpiloten gesteuert wurde, so dass es lediglich zu einer Emissionsminderung aufgrund des späteren Einschaltens der Haupttriebwerke kommt. Im Probebetrieb kam es immer wieder zu Ausfällen des Taxibots, so dass der Rollverkehr gestört wurde und es zu deutlichen Verlängerungen der Rollzeiten geführt hat. Problematisch am Konzept des Taxibots ist, dass diese Fahrzeuge nach abgeschlossenem Schleppvorgang wieder zur nächsten Flugzeugaufnahme zurückgeführt werden müssen. Die Nutzung des Taxibots hatte sich damals als nicht wirtschaftlich rentabel erwiesen und war insbesondere für zeitkritische Flüge ungeeignet. Des Weiteren war dieser Schlepper nur auf ältere Modelle der Boeing B737 abgestimmt, welche die Lufthansa ausgeflottet hat. Dennoch ist Fraport als Flughafenbetreiber grundsätzlich um Emissionsminderungen bemüht und arbeitet stets daran durch betriebliche Optimierungen der Bodenprozesse, u.a. Standzeiten im Leerlauf und unnötige Rollzeiten zu vermeiden. Die Partner Fraport AG, Lufthansa Group und das Land Hessen haben zum Ziel, Bodenemissionen rund um die komplette Flugzeugabfertigung langfristig zu reduzieren. Ein neues Projektvorhaben ist die Umstellung von Volldiesel-Flugzeugschleppern auf vollelektrische Flugzeugschleppern, die die Flugzeuge zwischen Abstellflächen, Wartungshangars und Abflugpositionen bewegen (aber kein Schlepp zur Startbahn). Seit Frühjahr 2023 hat Lufthansa LEOS, der Lufthansa Bodenabfertigungsspezialist der Lufthansa Group, neben den zwei Hybrid-Diesel-Schleppfahrzeugen zwei vollelektrische Schlepper im Einsatz. Die beiden rein batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeuge sind aktuell über 10 Stunden pro Tag am Flughafen Frankfurt im Einsatz und können Flugzeuge bis zu einem Startgewicht von 350 Tonnen schleppen. Ebenfalls findet der Einsatz stationärer Stromversorgungspunkte bereits heute breite Anwendung, um den Betrieb der APU (Auxiliary Power Units) zu vermindern. Fraport teilt hierzu mit: "Die APU der Flugzeuge dienen nicht nur zum Start der Haupttriebwerke, sondern auch zur bodenseitigen stationären Stromversorgung und Klimatisierung der Flugzeuge. Um den Einsatz von APU zu reduzieren sind alle Gebäudepositionen und auch die Mehrzahl der Außenpositionen mit stationärer Bodenstromversorgung ausgestattet. An manchen terminalfernen Vorfeldpositionen werden Flugzeuge über mobile Bodenstromgeräte (GPU von engl. Ground Power Units) versorgt, die zukünftig durch batterieelektrische Geräte ersetzt werden. Aktuell sind bei Fraport bereits sieben elektrisch betrieben GPU im Einsatz." Der Einsatz der APU kann deutlich reduziert, aber nicht vollständig vermieden werden. Bei besonders warmen oder zu kalten Außentemperaturen kommen die APU weiter zu Klimatisierungs- oder Heizzwecken zum Einsatz. Der Magistrat, welcher selbst in der Steuerungsgruppe "Arbeitskreis Ultrafeinstaub" des Umwelt- und Nachbarschaftshauses (Auftraggeberin der Ultrafeinstaubstudie) mitwirkt, wird die vom Ortsbeirat aufgegriffenen Maßnahmen bei Bodenvorgängen weiterverfolgen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 12. Januar 2023OFOF 647/5Auskunftsersuchen bezüglich Belastungen durch Feinstaub und UltrafeinstaubOrtsbeiratsantrag · LINKE.
  2. 27. Januar 2023VV 596Auskunftsersuchen bezüglich Belastungen durch Feinstaub und UltrafeinstaubAnfrage
  3. 2. April 2023OFOF 750/6Frankfurter Westen: Über Ergebnisse Ultrafeinstaubbelastung informierenOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  4. 24. April 2023STST 959Auskunftsersuchen bezüglich Belastungen durch Feinstaub und UltrafeinstaubStellungnahme
  5. 25. April 2023OMOM 3840Frankfurter Westen: Über Ergebnisse Ultrafeinstaubbelastung informierenDirektanregung
  6. 7. August 2023STST 1675Frankfurter Westen: Über Ergebnisse Ultrafeinstaubbelastung informierenStellungnahme
  7. 5. Februar 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 56 Wochen
    STST 317Frankfurter Westen: Über Ergebnisse Ultrafeinstaubbelastung informieren
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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