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Fragen zur Jugendkriminalität im Ortsbezirk 1

Vorlagentyp: STMagistrat
18 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren
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Zusammenfassung

Die Stellungnahme des Magistrats befasst sich mit der Jugendkriminalität im Ortsbezirk 1 und stellt fest, dass seit 2019 kein signifikanter Anstieg zu beobachten ist. Um die Jugendkriminalität zu bekämpfen, werden verschiedene Maßnahmen und Einrichtungen der Jugendarbeit gefördert, die präventiv wirken sollen.

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Stellungnahme des Magistrats

In der statistischen Auswertung der Jugendhilfe im Strafverfahren (JuhiS) werden die Wohnorte der straffälligen jungen Menschen und nicht die Tatorte erfasst. Stadtweit betrachtet ist seit 2019 kein signifikanter Anstieg der Jugendkriminalität zu beobachten. Hier die Verfahren des gesamten Stadtgebietes in den Jahren 2019 - 2022: 2019 1.880 2020 1.685 2021 1.783 2022 1.704. Es ist zu berücksichtigen, dass sich in der Innenstadt und im Bahnhofsviertel, besonders an den Wochenenden, sehr viele junge Mensch aufhalten, die nicht in Frankfurt am Main leben. Um der Jugendkriminalität zu begegnen und sie einzudämmen, setzt die Stadt Frankfurt am Main auf die Häuser des Jugendrechts (HdJR). In den Häusern arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendhilfe im Strafverfahren, Täter-Opfer-Ausgleich und der Verein Kinder- und Jugendhilfe unter einem Dach. Die Idee des Hauses des Jugendrechts war die Verkürzung der Reaktion auf eine Straftat zu einer passgenauen Konsequenz. Die Mitarbeiter:innen aller Institutionen in den Häusern des Jugendrechts stehen als Ansprechpartner:innen in den jeweiligen Stadtteilen zur Verfügung. Im Juni 2021 wurde das 3. Haus des Jugendrechts, Frankfurt-Süd eröffnet. Dieses ist für das Gallusviertel, das Guleutviertel, das Bahnhofsviertel und Europaviertel zuständig. Die Arbeit im Haus des Jugendrechts Mitte/ Ost wurde im Januar 2022 aufgenommen. Das HdJR Mitte/Ost ist für die Altstadt und die Innenstadt zuständig. In den zum Ortsbezirk 1 gehörigen Stadtteilen befinden sich die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit. Jugendarbeit hat zum Ziel, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern und zu mehr Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement hinzuführen. Daher können die Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit auch in Teilen präventiv bezogen auf Jugendkriminalität wirken. Folgende Einrichtungen werden im Einzugsbereich des Ortsbeirats 1 durch das Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt am Main gefördert: Name der Einrichtung / des Angebots Stadtteil Träger DGB Jugendclub U 68 Bahnhofsviertel DGB Jugendclub U 68 Region Frankfurt Rhein-Main Internationales Kinderhaus Wiesenhüttenstraße Bahnhofsviertel Evangelischer Verein für Jugendsozialarbeit in Ffm e.V. Jugendhaus Gallus Gallus Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Frankfurt e.V. Gallus Zentrum Gallus Gallus Zentrum Internationale Solidarität e.V. TeenieClub Galluspark Gallus IB Südwest gGmbH Falkenheim (offene Arbeit) Gallus Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus e.V. KiZ Gallus Gallus Kinder im Zentrum - Gallus e.V. Kinderhaus Gallus Gallus Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Frankfurt am Main Box- und Tischtenniscamp Gallus Gallus Sportjugend Frankfurt im Sportkreis FFM im LSBH e.V. Bolzplatz Galluspark-Sozialpädagogische Begleitung Gallus Sportkreis Frankfurt am Main e.V. Jugendzentrum Gutleut Gutleutviertel IB Südwest gGmbH Schülerhilfe Gutleutstrasse Gutleutviertel IB Südwest gGmbH Schülertreff am Maintower Innenstadt Evangelischer Verein für Innere Mission Streetwork Innenstadt/Bahnhofsviertel Innenstadt Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Frankfurt am Main Kinderhaus Innenstadt Innenstadt Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Frankfurt am Main Jule-Treff im LIBS Innenstadt LIBS - Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V. KUSS 41 Queeres Jugendzentrum Innenstadt AHF - Aids Hilfe Frankfurt e.V. In den Stadtteilen Gutleut und Gallus ist seit Jahren ein Quartiersmanagement etabliert. In Stadtteilen, in denen ein Quartiersmanagement eingerichtet ist, besteht eine Vielzahl an Angeboten, die auch Jugendkriminalität entgegenwirken können. Insbesondere durch Beteiligung Jugendlicher an Aktionen werden Verbesserungen erzielt. Im Quartier wird Vandalismus entgegengewirkt und Jugendlichen eine positive Selbstwirksamkeitserfahrung ermöglicht. Durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Kontaktbeschränkungen und Verbote konnten viele bewährte Angebote und Veranstaltungen der Quartiersmanagements nicht durchgeführt werden. Seit 2022 finden zunehmend wieder Veranstaltungen statt; Aktionen und Angebote, die sich auch an Jugendliche richten, werden wieder durchgeführt. Bahnhofsviertel Als Reaktion auf die Entwicklung im Bahnhofsviertel wurde im Februar 2022 vom Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt am Main die Koordinierungsstelle Jugendhilfe im Bahnhofsviertel eingerichtet. Die Zielgruppe der Koordinierungsstelle Jugendhilfe im Bahnhofsviertel sind minderjährige Jugendliche und junge Volljährige, die sich im Bahnhofsviertel aufhalten. Das vorrangige Ziel der Koordinierungsstelle ist die Erhöhung des Schutzes der Minderjährigen und die Unterstützung beim Ausstieg aus dem Umfeld des Bahnhofsviertels. Langfristig sollen die jungen Menschen für das System der Jugendhilfe und zur Annahme von Hilfen (wieder) motiviert werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Koordinierungsstelle Jugendhilfe im Bahnhofsviertel ist die Netzwerk- und Gremienarbeit, damit die Schnittstellen schneller und effektiver miteinander arbeiten können. Gallus: Für die Bewohner:innen, und hier speziell für junge Menschen, existieren zu wenig Aufenthaltsmöglichkeiten ohne Konsumzwang im Stadtteil. Insbesondere südlich der Mainzer Landstraße bietet das dicht besiedelte Gallus kaum öffentlich nutzbare Räume. Für die wenigen öffentlichen Räume, die zur Verfügung stehen, entstehen oftmals Konflikte unterschiedlicher Nutzer:innengruppen zu denen auch Jugendliche gehören. Folgende Gegenmaßnahmen wurden ergriffen: Belebung Gustavsburgplatz Das Areal Gustavsburgplatz mit der angrenzenden Gustavsburgstraße ist einer der wenigen zur Verfügung stehenden öffentlichen Räume südlich der Mainzer Landstraße, der jedoch nur wenig genutzt wird. Nach Anregung durch den Ortsbeirat 1 in 2021 wurde das Konzept zur "Gustavs Lounge" durch das Quartiersmanagement Gallus und den IB Jugendmigrationsdienst im Quartier entwickelt. Ein Abschluss des Gestattungsvertrages erfolgte 2023. Nach dem erfolgreichen Projektstart 2023 wird das Areal mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten und unter Einbindung der Bewohner:innen, insbesondere der Jugendlichen, sowie diverser Stadtteilakteur:innen weiter gestaltet und belebt. Information der Bewohner:innen im Stadtteil Das Gallus verfügt über zahlreiche Akteur:innen im Stadtteil, die Angebote für Jugendliche vorhalten; z.B.: IB Jugendmigrationsdienst im Quartier, AWO Jugendhaus, Gallus Zentrum, Jugend-Kultur-Werkstatt-Falkenheim, Offene Jugendarbeit und Nachhaltigkeitslabor Mehrgenerationenhaus. Um die Angebote auch in Siedlungsgebieten innerhalb des Gallus, in denen nur wenige soziale Akteur:innen präsent sind, weiter bekannt zu machen, finden regelmäßige aufsuchende Kontaktarbeit in den betroffenen Siedlungen statt und es werden Flyer und Plakate im Stadtteil verteilt. Gutleut: Nach Auskunft der Quartiersmanager:innen im Gutleut sind Jugendliche im öffentlichen Raum des Stadtteils wenig anzutreffen. Es gibt nur wenige öffentliche Flächen, die von Jugendlichen genutzt werden könnten, und die wenigen, die existieren (z.B. Bolzplatz), werden aufgrund ihrer Lage in Mainnähe von Jugendlichen der ganzen Stadt genutzt. Die Jugendlichen nutzen stark das Angebot des Jugendhauses für Gutleut und Bahnhofsviertel. Hier besteht auch ein guter Austausch mit dem "Schutzmann vor Ort". Netzwerk Im Gutleut gibt es ein effektives Netzwerk der lokalen Kinder- und Jugendeinrichtungen, in dem auch der Kinderbeauftragte des Gutleutviertels und der "Schutzmann vor Ort" vertreten sind. Das Netzwerk profitiert vom kollegialen Austausch über gemeinsame Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Ukraine-Krieg und Folgen der Corona-Pandemie. Bewegungsangebote Ein frei zugängliches und kostenfreies Angebot an attraktiven Bewegungsmöglichkeiten ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung. Durch die Nähe zum Mainufer und den 2021 neu eröffneten Skatepark unter der Friedensbrücke gibt es bereits einige niedrigschwellige Bewegungsangebote im öffentlichen Raum, die insbesondere Jugendliche ansprechen. Was im Gutleutviertel jedoch fehlt, sind Sportvereine sowie einfach zugängliche Orte für Sport bzw. nutzbare Sporthallen, da die beiden bestehenden Sporthallen (Werner von Siemens Schule und die im angrenzenden Bahnhofsviertel gelegene Turnhalle der Karmeliterschule) von externen Vereinen belegt werden und für Menschen im Viertel nicht zugänglich sind. Angeleitete Sportangebote sowie geschützte Räume zur Bewegungsförderung sind im Gutleut kaum zu finden. Die Fachstelle Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft und das Quartiersmanagement ist an dem kooperativen Projekt mit dem Gesundheitsamt und Sportamt VERBUND (niedrigschwellige Bewegungsförderung) beteiligt. Nächstes Jahr beginnt die Umsetzungsphase, in welcher niedrigschwellige Zugänge zu Bewegung geschaffen werden sollen. Aufgrund der Bauarbeiten an der Camberger Brücke ist der Weg ins Gallus, wo mehr Sportangebote stattfinden, erschwert worden. Der bereits genannte Skatepark soll 2024 mit einem Angebot für Jugendliche in Kooperation mit dem Quartiersmanagement umgesetzt werden. Das Quartiersmanagement ist bemüht, Möglichkeiten für Sportangebote zu identifizieren und Menschen zu finden, welche diese umsetzen können. Teilweise ist das für andere Zielgruppen bereits gelungen (z.B. Sitzyoga). Müllproblematik Vermüllte Plätze und Grünflächen und Jugendkriminalität stehen nicht zwingend in einem kausalen Zusammenhang. Dennoch wird hier am Beispiel des Schönplatzes geschildert, wie der Müllproblematik im Stadtteil entgegengewirkt werden soll: Die durch das Quartiersmanagement unterstützten Schönplatz-Paten sorgten mit sechs Einsätzen pro Woche für die Sauberkeit des Platzes. Eine durch das Nachbarschaftsbüro organisierte Aufräumaktion um den Schönplatz fand 2022 mit Unterstützung durch Menschen aus der Nachbarschaft statt. Die Aufräumaktion endete in einem durch Anwohner:innen initiierten und durch das Quartiersmanagement organisatorisch und finanziell unterstütztem gemeinsamen "Nachbarschaftspicknick". Abschließend bleibt noch anzumerken, dass es im Gallusviertel und im Bahnhofsviertel jeweils einen vom Frankfurter Präventionsrat organisierten Regionalrat gibt.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 24. September 2023OFOF 1024/1Fragen zur Jugendkriminalität im Ortsbezirk 1Ortsbeiratsantrag · CDU
  2. 10. Oktober 2023OMOM 4587Fragen zur Jugendkriminalität im Ortsbezirk 1Direktanregung
  3. 26. Januar 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 18 Wochen
    STST 182Fragen zur Jugendkriminalität im Ortsbezirk 1
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

Mitdiskutieren

Ortsbeiratssitzung
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