Drogenhilfeeinrichtungen im Bahnhofsviertel auch nachts öffnen!
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Stellungnahme des Magistrats vom 02.12.2013, ST 1622
Betreff: Drogenhilfeeinrichtungen im Bahnhofsviertel auch nachts öffnen! Die Konsumräume in der Elbestraße 38 und der Niddastraße 49 decken täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, Zeiten zwischen 6.00 Uhr am Morgen bis 23.00 Uhr am Abend ab. Somit bleibt ein Zeitfenster von 7 Stunden ohne Konsumraumangebot. Die Spitzenzeiten in den Konsumräumen belaufen sich in der Regel auf die späten Nachmittags- und frühen Abendstunden. Entsprechend sind die Öffnungszeiten der drei Konsumräume abgestimmt, um hier in den Zeiten des größten Andrangs das größtmögliche Angebot vorhalten zu können. Während der Nacht stehen insgesamt 40 Notbetten in den Einrichtungen Elbestraße 38 (Drogennotdienst) und Mainzer-Landstraße 93 (La Strada) zur Verfügung. Weitere 71 Betten gibt es in der Schielestraße 22-26 (Eastside), hier verkehrt ein Shuttlebus zweimal pro Nacht zwischen der Einrichtung und dem Bahnhofsviertel. Stadtpolizei und Polizei würden längere Öffnungszeiten der Drogenhilfe, besonders der Konsumräume begrüßen. Die Öffnungszeiten der Konsumräume orientieren sich aber bereits jetzt an den Bedarfen. Der weitaus größte Anteil der Konsumvorgänge findet täglich zwischen 16.00 und 19.00 Uhr statt. In den frühen Morgen- und späten Abendstunden werden vergleichsweise wenige Konsumvorgänge registriert. Die gegenwärtigen Öffnungszeiten der Konsumräume tragen diesen Umständen Rechnung. Befragungen durch das Personal des Shuttlebusses ergaben im Jahr 2011, dass die Personen, die sich nachts im Bahnhofsviertel aufhalten, in der Regel keine Hilfsangebote annehmen möchten. Verlängerungen der Öffnungszeiten von Einrichtungen, speziell in den Nachtstunden, schlagen mit exorbitant hohen Kosten zu Buche. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten im Konsumraum Niddastraße um zwei Stunden (23.00 bis 01.00 Uhr) würde beispielsweise pro Jahr mehr als 200.000 Euro kosten. Eine Nachfrage bei der FES ergab: die Reinigung der Straßen und Gehwege sowie die Entleerung der Papierkörbe im Bahnhofsviertel beginnt werktäglich um 4.30 Uhr im Bereich der Nidda-, Elbe- und Moselstraße. Im weiteren Verlauf der Frühreinigung werden auch die anderen Straßen des Bahnhofsviertels, je nach Aufkommen bis 6.00 oder 7.00 Uhr gereinigt. Ab 8.00 Uhr ist eine Zwischenschicht im Einsatz, ab 11.30 Uhr werden zwei bis drei sogenannte "Picker" eingesetzt, die im Fußgängerraum befindliche Abfälle mit Greifstöcken aufsammeln. Ab 17.30 Uhr wird nochmals im Bereich des Konsumraums Niddastraße 49 gereinigt. Neben der FES ist auch die Fegerflotte werktäglich zwischen 7.00 und 14.00 Uhr im Bahnhofsviertel aktiv. Die Fegerflotte ist ein Projekt der Drogenhilfe. Hier entsorgen ehemalige Drogenabhängige Konsumrückstände im Bahnhofsviertel. Das Projekt ist über die Einrichtung "Kontaktladen mit medizinischer Ambulanz" des Vereins Arbeits- und Erziehungshilfe zu erreichen. Hinweise auf drogenkonsumbedingte Verunreinigungen werden unter der Telefonnummer 23 03 17 entgegengenommen. Innerhalb der genannten Zeiten wird zeitnah Abhilfe geschaffen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 9. Juni 2013OFOF 310/1Drogenhilfseinrichtungen im Bahnhofsviertel auch nachts öffnen!Ortsbeiratsantrag · SPD
- 27. August 2013OMOM 2391Drogenhilfeeinrichtungen im Bahnhofsviertel auch nachts öffnen!Direktanregung
- 2. Dezember 2013Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 25 WochenSTST 1622Drogenhilfeeinrichtungen im Bahnhofsviertel auch nachts öffnen!Stellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab