Eventuelle Auswirkungen der .Korridorstudie Mittelrhein. des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur auf die Main-Weser-Bahnstrecke im Ortsbezirk 9
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Stellungnahme des Magistrats vom 24.07.2015, ST 1091
Betreff: Eventuelle Auswirkungen der "Korridorstudie Mittelrhein" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur auf die Main-Weser-Bahnstrecke im Ortsbezirk 9 Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat die Studie "Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den Eisenbahnkorridor Mittelrheinachse - Rhein/Main - Rhein/Neckar - Karlsruhe" (Korridorstudie Mittelrhein) im März 2015 im Internet veröffentlicht. (Link zum Abschlussbericht:
http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/korridor-mittelrhei n-schlussbericht.pdf?__blob=publicationFile) Die Aufgabenstellung der Studie wird im Abschlussbericht (S. 233) wie folgt kurz zusammengefasst: "Aufgabenstellung dieser Studie war die Entwicklung eines neuen Zielkonzeptes für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Eisenbahnkorridor Mittelrheinachse - Rhein/Main - Rhein/Neckar - Karlsruhe. Dieses Zielkonzept soll die Netzkapazitäten bedarfsgerecht erhöhen, die überregionalen Bedienungs- und Transportangebote sowie die regionale Erschließung verbessern und gleichzeitig die Belastungen der Anwohner durch den Verkehr vermindern." Zur weiteren Verwendung der Ergebnisse der Studie führt das BMVI im Internet aus: "Das Ergebnis der Studie wird zusammen mit den eingegangen Kommentaren die Grundlage für die Bewertung von Maßnahmen zur Optimierung des Mittelrheinkorridors im neuen Bundesverkehrswegeplan sein." Insofern entfaltet die Studie keine unmittelbare Wirkung auf die Main-Weser-Bahn. Die Wirkungen der untersuchten Maßnahmen entstehen nur dann, wenn bei der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) den Maßnahmenvorschlägen der Gutachter gefolgt wird und das vorgeschlagene Zielkonzept oder untersuchte Planfallmaßnahmen in den BVWP aufgenommen und realisiert werden. Die Studie untersucht verschiedene Planfallvarianten für eine Neubaustrecke (NBS) Rhein/Main - Rhein/Neckar und dazu ergänzende oder alternative Planfälle im Zentral- und Südkorridor (südlich der Mainlinie) Planfall 1a: NBS Rhein/Main - Rhein/Neckar "pur" mit SPFV tags und SGV nachts (redaktionelle Anmerkung: SPFV bedeutet SchienenPersonenFernVerkehr, SGV bedeutet SchienenGüterVerkehr), Planfall 1b: Planfall 1a mit Nord- und Südanbindung von Darmstadt Hbf, Planfall 1c: Planfall 1a mit der Spange Weiterstadt - NBS, Planfall 1d: Güterverkehrs-NBS Rhein/Main - Rhein/Neckar, Planfall 1e: Schienenanbindung von Terminal 3 des Flughafens Frankfurt, Planfall 1f: Wallauer Spange und Nordanbindung von Darmstadt Hbf, Planfall 1g: Güterverkehrs-NBS Rhein/Main - Rhein/Neckar mit verbesserter SPFV-Anbindung von Darmstadt Hbf. Sie untersucht außerdem Planfallvarianten für eine Güterverkehrsneubaustrecke im Nordkorridor und als Alternative Maßnahmen auf der Ausbaustrecke (ABS) Köln/Hagen-Siegen-Gießen-Friedberg-Hanau (nördlich der Mainlinie) Planfall 2a: Güterverkehrs-NBS linksrheinisch lang, Planfall 2b: Güterverkehrs-NBS linksrheinisch kurz und Ertüchtigung der Alternativroute Bingen - Hochspeyer - Karlsruhe, Planfall 2c: Güterverkehrs-NBS rechtsrheinisch, Planfall 3a Ausbaustufe 1 der ABS Köln/Hagen - Siegen - Gießen - Hanau, Planfall 3b Ausbaustufen 1 und 2 der ABS Köln/Hagen - Siegen - Gießen - Hanau. Darüber hinaus werden in der Korridorstudie Mittelrhein gutachterliche Empfehlungen zu weiteren möglichen Ausbaumaßnahmen - Alternativroute Betzdorf - Burbach - Haiger, - Entlastungsmöglichkeiten des Mittelrheinkorridors durch Elektrifizierung und zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke, - Multitunnelkonzept im Mittelrheinkorridor gegeben. Die Wirkungen der o.g. Planfälle werden in Beziehung gesetzt zu einem Bezugsfall "Mittelrhein". Auf der Basis des Prognosejahres 2025 berücksichtigt dieser Bezugsfall sowohl die Verkehrsnachfragemengen aus der "Prognose der deutschlandweiten Verkehrsverflechtungen 2025", er enthält aber auch relevant für das Frankfurter Stadtgebiet folgende Infrastrukturmaßnahmen - nordmainische S-Bahn, - Zweigleisige Ausfädelung Galluswarte, - Zweigleisiger Ausbau Homburger Damm, - Zweite Ausbaustufe Frankfurt-Stadion: Zwei zusätzliche Gleise zwischen Frankfurt-Stadion und Abzweig Gutleuthof inkl. 3. Niederräder Brücke, niveaufreie Ein- bzw. Ausfädelung der Verbindungskurve Frankfurt-Niederrad - Abzweig Forsthaus, - Viergleisiger Ausbau Frankfurt-Süd - Frankfurt Hbf inkl. Anpassungsmaßnahmen in Frankfurt Hbf und Frankfurt-Süd, - S 6, systemeigene S-Bahngleise Frankfurt-West - Friedberg, - Trassenverschiebung Frankfurt Flughafen - Frankfurt-Stadion und neue Station Gateway Gardens, - Regionaltangente West, sowie eine Fülle von Infrastrukturmaßnahmen außerhalb des Stadtgebietes von Frankfurt am Main. Alle Infrastrukturmaßnahmen des Bezugsfalls sind nicht Gegenstand der Auswirkungsuntersuchungen der Korridorstudie Mittelrhein. Auf den Ergebnissen der Wirkungsuntersuchungen aufbauend wird von den Gutachtern ein Zielkonzept in zwei Entwicklungsstufen empfohlen und in der Korridorstudie Mittelrhein wie folgt beschrieben: Das von den Gutachtern vorgeschlagene Zielnetz in der Entwicklungsstufe 1 beinhaltet zunächst das entwickelte Zielnetz für den Zentral- und Südkorridor mit: - der NBS Rhein/Main - Rhein/Neckar mit Nutzung durch den SPFV tagsüber und den SGV nachts, - dem durchgehend zweigleisigen Ausbau der Strecke Mannheim-Käfertal - Mannheim Rbf, - einer Verknüpfung der Strecke Mainz-Bischofsheim - Aschaffenburg mit der NBS, - der Nordanbindung von Darmstadt Hbf an die NBS in Verbindung mit der Wallauer Spange, - dem eingleisigen Neubau eines S-Bahngleises Groß Gerau-Dornberg - Riedstadt-Goddelau, - der ABS Molzau - Graben-Neudorf - Karlsruhe und - einem dreigleisigen Ausbau zwischen Karlsruhe und Durmersheim. Das Zielnetz für den Zentral- und Südkorridor wird im Nordkorridor durch die Ausbaustufe 1 der ABS Köln/Hagen - Siegen - Hanau mit den folgenden Teilmaßnahmen ergänzt: zweigleisiger Ausbau der Abschnitte Blankenberg - Merten, Schladern - Rosbach und Siegen - Siegen Ost Gbf, Herstellung des KV-Profils P/C 400 in den Abschnitten Hagen - Siegen Ost Gbf, Au - Siegen - Siegen Ost Gbf und Siegen - Siegen-Weidenau, abschnittsweise Blockverdichtungen zur Erhöhung der Streckenleistungsfähigkeiten sowie höhenfreie Verknüpfungen mit dem bestehenden Streckennetz in Troisdorf und Friedberg. Ergänzend werden aus der Ausbaustufe 2 die folgenden Maßnahmen übernommen: - höhenfreie Verknüpfungen im bestehenden Streckennetz in Wetzlar, Dutenhofen, Großkrotzenburg sowie - 6 seitenrichtige Überholgleise zwischen Siegen und Dutenhofen. Das von den Gutachtern vorgeschlagene Zielnetz in der Entwicklungsstufe 2 beinhaltet: - die Maßnahmen des Zielnetzes Entwicklungsstufe 1, - eine zweigleisige Güterverkehrs-NBS von Troisdorf nach Mainz-Bischofsheim in Anlehnung an die BAB A3 und A671 und - ein zusätzliches Gleis auf dem Abschnitt Gremberg - Troisdorf. Aufbauend auf den zuvor beschriebenen Inhalten der Korridorstudie Mittelrhein wird zur Anregung wie folgt Stellung genommen: Zu
- Ein Planfall, die Main-Weser-Bahn auf dem Stadtgebiet der Stadt Frankfurt am Main als Entlastungsstrecke für die Güterzugstrecken am Mittelrhein zu nutzen, ist in der Korridorstudie nicht untersucht worden. Zu
- Für den Schienengüterverkehr (SGV) auf der Main-Weser-Bahn im Abschnitt zwischen Bad Vilbel und Frankfurt am Main ergeben sich nach den Untersuchungen der Korridorstudie Mittelrhein folgende Auswirkungen: SGV Züge/Tag Bezugsfall 89 Planfälle 1a 91 1b keine Angaben 1c 92 1d 93 1e keine Angaben 1f 94 1g 101 2a 68 2b 78 2c 86 3a 73 3b 78 Zielnetz Entwicklungsstufe 1 78 Entwicklungsstufe 2 64 Für das von den Gutachtern vorgeschlagene Zielnetz ergeben sich demnach aus der Korridorstudie Mittelrhein verglichen mit dem Bezugsfall Mittelrhein sowohl in der Entwicklungsstufe 1 und erst recht in der Entwicklungsstufe 2 im Güterzugverkehr auf der Main-Weser-Bahn im Ortsbezirk 9 verminderte Zugzahlen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 11. April 2015OFOF 912/9Eventuelle Auswirkungen der .Korridorstudie Mittelrhein. des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur auf die Main-Weser-Bahnstrecke im Ortsbezirk 9Ortsbeiratsantrag · FDP
- 23. April 2015OMOM 4075Eventuelle Auswirkungen der „Korridorstudie Mittelrhein“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur auf die Main-Weser-Bahnstrecke im Ortsbezirk 9Direktanregung
- 24. Juli 2015Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 15 WochenSTST 1091Eventuelle Auswirkungen der .Korridorstudie Mittelrhein. des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur auf die Main-Weser-Bahnstrecke im Ortsbezirk 9Stellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab