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Neue Fakten zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens in den Bebauungsplan Nr..847 - Rund um den Henninger Turm einarbeiten

Vorlagentyp: OFGRÜNELINKEFAGSPD
14 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren1 SitzungAngenommen

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Begründung

Kritiker der gigantischen Erweiterungspläne des Frankfurter Flughafens haben seit Jahren auf den hohen Preis dieses Mammutprojektes hingewiesen, den insbesondere die Bewohner der südlichen Stadtteile zu tragen haben. Es ist zu befürchten, dass die negativen Folgen der Verlärmung der Region und der zunehmenden Verschmutzung der Luft erstmals auch finanzielle Folgen für die Stadt Frankfurt selbst haben werden. Haben die bisherigen Vorplanungen „nur“ Tausende von Arbeitsplätzen in der Region betroffen, beispielsweise konnten Gewerbegebiete in Anrainer-Orten des Flughafens wie Kelsterbach nicht ausgebaut werden, das Chemiewerk Ticona muss verlagert werden etc., so war es von Teilen der politischen Mandatsträger doch mehr als naiv zu glauben, der Kelch werde schon irgendwie an Frankfurt vorübergehen und Lärm und Dreck würden schon nicht so gravierend ausfallen. So sehr der Ortsbeirat auch die Entwicklung nach der Schließung der Henninger Brauerei begrüßt hat, auf dem Gelände ein dringend benötigtes Wohngebiet mit Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern und vielen Freiflächen zu errichten, so sehr wird die massive Gefährdung des Projektes durch die Folgen des Planfeststellungsbeschlusses zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens bedauert. Es dürfte äußerst schwer fallen, Bewohner für die geplanten teils hochpreisigen Objekte zu gewinnen, wenn es noch nicht einmal gelungen ist, deren Nachtruhe zu gewährleisten. Es steht zu befürchten, dass ein wesentlicher Teil des geplanten Neubaugebietes direkt in der neuen Einflugschneise innerhalb des Siedlungsbeschränkungsbereiches liegt! Selbst wenn diese Siedlungsbeschränkung aufgrund „rechtzeitiger Beschlüsse“ auf dieses Gebiet nicht mehr angewandt werden kann, dürften die in anderem Zusammenhang gerne beschworenen Gesetze des Marktes zur mäßigen Käufernachfrage auf dem verlärmten Gelände führen. Schon die Erstellung des Bebauungsplanentwurfs hatte sich über mehrere Jahre hingezogen. Für Investoren in Frankfurt schwer nachvollziehbar. Nun liegt er vor und ist durch die neue Faktenlage schon wieder überarbeitungsbedürftig.

Inhalt

Antrag vom 26.02.2008, OF 497/5

Betreff:

Neue Fakten zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens in den Bebauungsplan Nr. 847 - Rund um den Henninger Turm einarbeiten

Der Ortsbeirat bittet die Stadtverordnetenversammlung zu beschließen:

  1. Der Magistrat wird beauftragt, die neue Faktenlage, die mit dem Planfeststellungsbeschluss zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens vom 18.12.2007 geschaffen worden ist, in den Bebauungsplan Nr. 847 – Rund um den Henninger Turm – einzuarbeiten. Insbesondere ist dabei die neue Berechnung des Siedlungsbeschränkungsgebietes zu beachten, um sowohl für den Investor wie dessen potentielle Kunden Planungssicherheit zu gewährleisten. Die Korrektur sollte auch die zusätzlichen Lärmbelastungen dieses Gebietes durch die faktische Abkehr von der Zusage eines Nachtflugverbotes berücksichtigen.
  2. Der Magistrat wird aufgefordert, nachfolgende Fragen zum Bebauungsplan Nr. 847 zu beantworten: 2.1 In welchem Regionalplan (genaue Fundstelle mit Seitenzahl) findet sich die in der Magistratsvorlage M 4 vom 14.01.2008 beschriebene Ausweisung des derzeitigen Siedlungsbeschränkungsbereichs? 2.2 Auf welchen der drei im Mediationsbericht genannten kritischen Schwellenwerte (60 dB, 62 dB oder 65 dB) bezieht sich die Magistratsvorlage M4 bei den Ausführungen über die zukünftig zu erwartende Lärmbelastung? 2.3 Auf welche Lärmberechnung (bitte Quellenangabe und Berechnunsgrundlage nennen) bezieht sich die Magistratsvorlage M4 bei den Ausführungen über die zukünftig zu erwartende Lärmbelastung?
  3. Die Vorlage M 4 wird solange zurückgestellt bis die unter 1. genannten Änderungen in den Bebauungsplanentwurf eingearbeitet und die unter 2. aufgeführten Fragen beantwortet worden sind. Begründung: Kritiker der gigantischen Erweiterungspläne des Frankfurter Flughafens haben seit Jahren auf den hohen Preis dieses Mammutprojektes hingewiesen, den insbesondere die Bewohner der südlichen Stadtteile zu tragen haben. Es ist zu befürchten, dass die negativen Folgen der Verlärmung der Region und der zunehmenden Verschmutzung der Luft erstmals auch finanzielle Folgen für die Stadt Frankfurt selbst haben werden. Haben die bisherigen Vorplanungen "nur“ Tausende von Arbeitsplätzen in der Region betroffen, beispielsweise konnten Gewerbegebiete in Anrainer-Orten des Flughafens wie Kelsterbach nicht ausgebaut werden, das Chemiewerk Ticona muss verlagert werden etc., so war es von Teilen der politischen Mandatsträger doch mehr als naiv zu glauben, der Kelch werde schon irgendwie an Frankfurt vorübergehen und Lärm und Dreck würden schon nicht so gravierend ausfallen. So sehr der Ortsbeirat auch die Entwicklung nach der Schließung der Henninger Brauerei begrüßt hat, auf dem Gelände ein dringend benötigtes Wohngebiet mit Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern und vielen Freiflächen zu errichten, so sehr wird die massive Gefährdung des Projektes durch die Folgen des Planfeststellungsbeschlusses zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens bedauert. Es dürfte äußerst schwer fallen, Bewohner für die geplanten teils hochpreisigen Objekte zu gewinnen, wenn es noch nicht einmal gelungen ist, deren Nachtruhe zu gewährleisten. Es steht zu befürchten, dass ein wesentlicher Teil des geplanten Neubaugebietes direkt in der neuen Einflugschneise innerhalb des Siedlungsbeschränkungsbereiches liegt! Selbst wenn diese Siedlungsbeschränkung aufgrund "rechtzeitiger Beschlüsse“ auf dieses Gebiet nicht mehr angewandt werden kann, dürften die in anderem Zusammenhang gerne beschworenen Gesetze des Marktes zur mäßigen Käufernachfrage auf dem verlärmten Gelände führen. Schon die Erstellung des Bebauungsplanentwurfs hatte sich über mehrere Jahre hingezogen. Für Investoren in Frankfurt schwer nachvollziehbar. Nun liegt er vor und ist durch die neue Faktenlage schon wieder überarbeitungsbedürftig. Hauptvorlage: Vortrag des Magistrats vom 14.01.2008, M 4 Beratung im Ortsbeirat: 5

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 26. Februar 2008Sie sind hier
    OFOF 497/5Neue Fakten zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens in den Bebauungsplan Nr..847 - Rund um den Henninger Turm einarbeiten
    Ortsbeiratsantrag · GRÜNE, LINKE., FAG, SPD
  2. 14. März 2008OAOA 624Neue Fakten zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens in den Bebauungsplan Nr..847 - Rund um den Henninger Turm - einarbeiten Vortrag des Magistrats vom 14.01.2008, M.4Anregung
  3. 3. Juni 2008Antwort des Magistrats · nach 14 WochenSTST 944Neue Fakten zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens in den Bebauungsplan Nr. 847 - Rund um den Henninger Turm - einarbeitenStellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

OFAntrag aus dem Ortsbeirat

Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ortsbeirat berät & beschließt
  3. 3wird zu OA, OM, OI oder V
  4. 4Magistrat setzt um oder berichtet
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
OBR 5
Sitzung 21 · 14.03.2008
TO I, TOP 17
Angenommen
Anregung OA 624 2008 Anregung an den Magistrat OM 2112 2008 1. Die Vorlage M 4 wird abgelehnt. 2. Die Vorlage NR 818 wird abgelehnt. 3. Die Vorlage OF 495/5 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen. 4. Die Vorlage OF 497/5 wird mit der Maßgabe beschlossen, dass im Tenor Ziffer 3. ersatzlos gestrichen wird.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
SPDGrüneFAGLinke
Ablehnung:
CDUFDP
zu 2)
Zustimmung:
GrüneFAGFDP
Ablehnung:
CDULinke
Enthaltung:
SPD
zu 3)
Zustimmung:
Alle
zu 4)
Zustimmung:
SPDGrüneFAGLinke
Ablehnung:
CDUFDP
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. SPD, GRÜNE, FAG und LINKE. gegen CDU und FDP (= Annahme) zu 2. GRÜNE, FAG und FDP gegen CDU und LINKE. (= Annahme) bei Enthaltung SPD zu 3. Einstimmige Annahme zu 4. SPD, GRÜNE, FAG und LINKE. gegen CDU und FDP (= Ablehnung)

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