Mehr Schutz vor Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt
Zusammenfassung
Der Antrag fordert Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Frankfurt. Angesichts der alarmierenden Statistiken ist es wichtig, die Präventionsarbeit zu intensivieren und auf Schulen auszuweiten. Ziel ist es, betroffenen Frauen und Mädchen Unterstützung zu bieten und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.
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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Der Magistrat wird aufgefordert, die Verhütung und die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen bis hin zu Femiziden sowie häuslicher Gewalt (und Beziehungsgewalt) weiterhin intensiv zu verfolgen und die Präventionsarbeit auszuweiten.
- Die bestehende Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit beim Thema häusliche Gewalt wird auf Schulen ausgeweitet. Bestehende Flyer und Infobroschüren werden inhaltlich und sprachlich für Jugendliche und junge Erwachsene aufbereitet. Außerdem werden wirksame Plakataktionen im öffentlichen Raum veranlasst, die insbesondere auf die Notwendigkeit polizeilicher Anzeigen von Gewaltstraftaten gegen Frauen hinweisen, damit Täter nicht unentdeckt und unbestraft bleiben.
- Die Stadt Frankfurt prüft die Einführung des Projekts "StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt", um Gewalt an Frauen und Kindern, Partnergewalt und Femizide zu verhindern.
- Die Stadt Frankfurt weitet mit Kooperationspartnern das erfolgreiche Training mit gewaltgeneigten Männern zur Vermeidung häuslicher Gewalt aus, damit sie lernen, Konflikten gewaltfrei zu begegnen.
Begründung
Als Frau sicher leben zu können ist ein Grundrecht. Die Zahlen sind jedoch erschütternd. In 2020 wurden in Frankfurt 1264 Fälle von häuslicher Gewalt, 550 Fälle von sexualisierter Gewalt, 140 Stalking-Opfer, 5 Femizide - darunter 3 Mordversuche an Frauen - registriert. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Angesichts dieser Fakten ist es wichtig, als Stadt Frankfurt Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Frauen und Mädchen zu zeigen und die Öffentlichkeit weiter zu sensibilisieren. Die Stadtgesellschaft darf die Frauen nicht alleine lassen und muss ihnen Wege aus der Gewalt aufzeigen. Die Umsetzung der Istanbul-Konvention ist konsequent fortzusetzen. Die zahlreichen Hilfs- und Beratungsangebote in Frankfurt sollten in Absprache mit der Koordinatorin häusliche Gewalt am Polizeipräsidium Frankfurt auch auf Schulen ausgeweitet werden. Junge Frauen sind oftmals schon selbst betroffen oder sie erleben Gewalt gegenüber anderen Frauen in der Familie. Diese Mädchen und jungen Frauen schon frühzeitig über die rechtlichen Grundlagen (Gewaltschutzgesetz, Wegweisung etc.) zu informieren und ihnen Beratung anzubieten, können zielführende Elemente der Präventionsarbeit sein. Die Initiative "StoP", die 2018 in Wien-Margareten gestartet wurde, setzt da an, wo häusliche Gewalt passiert, am Wohnort und in der Nachbarschaft. Menschen von nebenan können einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von häuslicher Gewalt leisten, wenn sie motiviert, sensibilisiert und informiert werden, wie Gewalt aktiv erkannt und unterbrochen werden kann. Das auch in Deutschland verbreitete Projekt versteht sich als Ergänzung der bestehenden Opferschutzarbeit. Experten raten außerdem dazu, sich intensiver mit den Tätern zu beschäftigen und auch ihnen professionelle Hilfsangebote zu machen. Durch die Ausweitung der sogenannten Täter-Trainings könnte man erreichen, dass Täter ihr Verhalten reflektieren und idealerweise dauerhaft verändern können.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 18. Mai 2022Sie sind hierNRNR 399Mehr Schutz vor Gewalt gegen Frauen und häuslicher GewaltSTVV-Antrag · CDU
- 25. November 2022Antwort des Magistrats · nach 27 WochenBB 447Mehr Schutz vor Gewalt gegen Frauen und häuslicher GewaltMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf9 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, Volt und ÖkoLinX-ELF gegen CDU (= Annahme im Rahmen der Vorlage NR 399) und AfD (= Ablehnung) zu 2. GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (NR 368 = Prüfung und Berichterstattung) FRAKTION (NR 368 = Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, Volt und ÖkoLinX-ELF gegen AfD (= Ablehnung) und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) zu 2. GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, BFF-BIG und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und Gartenpartei (NR 368 = Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, Volt, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und Gartenpartei gegen AfD (= Ablehnung) sowie BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt und FRAKTION
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., AfD und Volt
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu a) GRÜNE, SPD, FDP, AfD und Volt gegen CDU, LINKE., und FRAKTION (= Annahme) zu b) GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, LINKE. und FRAKTION (= Annahme) sowie AfD (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Annahme) Gartenpartei (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu a) GRÜNE, SPD, FDP, AfD und Volt gegen CDU, LINKE., ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION (= Annahme) zu b) GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, LINKE., ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION (= Annahme) sowie AfD (= Prüfung und Berichterstattung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu a) GRÜNE, SPD, FDP, AfD und Volt gegen CDU, LINKE., ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG, FRAKTION und Gartenpartei (= Annahme) zu b) GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, LINKE., ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG, FRAKTION und Gartenpartei (= Annahme) sowie AfD (= Prüfung und Berichterstattung)