Sanierung des Peterskirchhofes hier: Vorplanung
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Vortrag des Magistrats vom 13.06.2008, M 110
Betreff: Sanierung des Peterskirchhofes hier: Vorplanung I. Der vorliegenden Vorentwurfsplanung zur Sanierung des Peterskirchhofes wird zugestimmt. II. Der Magistrat wird beauftragt, auf der Grundlage der vorliegenden Vorentwurfsplanung eine Bau- und Finanzierungsvorlage zu erstellen. III. Es dient zur Kenntnis, dass die erforderlichen Mittel in Höhe von geschätzten 1.300.000 € der Produktgruppe 22.09 -Grün- und Freiflächen- per Sollveränderung aus der Produktgruppe 13.01 -Stadtplanung, Programm .Schöneres Frankfurt'- zur Verfügung gestellt werden. IV. Es dient weiterhin zur Kenntnis, dass sich die jährlichen Folgekosten auf 194.250 € belaufen werden. Produktgruppe 22.9 Grün- und Freiflächen Voraussichtlicher Kapitaldienst
191.750,- € Voraussichtliche Sachkosten: Kosten für Schließdienste
2.500,- € Die Deckung der anfallenden Sachkosten ist innerhalb des zur Verfügung gestellten Dezernatsbudgets sicherzustellen. Die endgültigen Mittel für den Kapitaldienst werden aus der Anlagenbuchhaltung ermittelt und in künftigen Haushalten berücksichtigt. Stellenplanmäßige Auswirkungen ergeben sich nicht.
Begründung: A. Zielsetzung Der Peterskirchhof, der sehr zentral in der Frankfurter Innenstadt liegt, wurde lange Jahre in seinen Qualitäten als wertvolle, wohnungs- und arbeitsstellennahe Erholungszone unterschätzt. Die Umfassungsmauern waren von Rankpflanzen überwuchert. Durch die vorhandene, dichte Bepflanzung wurde das unübersichtliche Parkgelände zur Hundetoilette, daneben boten die Flächen Platz für Drogenhandel und Drogenkonsum. Durch die in der Zwischenzeit durchgeführten Pflegemaßnahmen konnte diese Situation erheblich entschärft werden. Zusätzlich wurde vor kurzem die Möglichkeit geschaffen, den Peterskirchhof durch zwei Tore in der südlichen Mauer und ein Tor am nördlichen Zugang Bleichstraße abzuschließen. Damit kann diese öffentliche Grünfläche in den besonders brisanten Zeiträumen vollständig gesperrt werden. Dies schließt neben den Nachtstunden auch mögliche Großveranstaltungen in der Innenstadt ein. Es besteht aber jederzeit die fußläufige Verbindung zwischen Stephanstraße und Bleichstraße über die Brönnerstraße. In den vergangenen Jahren wurden der Peterskirchhof durch kleinere Einzelmaßnahmen aufgewertet, es fehlte bisher jedoch eine grundsätzliche Sanierung, die dem tatsächlichen Wert ausreichend Rechnung trägt. Neben dem städtebaulichen Aspekt eines innerstädtischen Grünraumes besitzt der Peterskirchof vor allem aber eine besondere geschichtliche Bedeutung, auf die nachfolgend kurz eingegangen werden soll: Der Peterskirchhof wurde 1452 angelegt. 1508 wurde der Friedhof nach Norden hin, unter Beibehaltung der heute noch teilweise erhaltenen nördlichen Grenzmauer erweitert. Die letzte Erweiterung des Friedhofs - wiederum nach Norden bis zum damaligen Seilergraben - heute Bleichstraße - erfolgte 1746. 1892 - 95 wurde in diesem Teil der Anlage die neue Peterskirche errichtet und nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg 1965 wieder aufgebaut. Der südliche und damit älteste Teil des Friedhofs wurde 1904 durch den Durchbruch von der Senckenbergstraße (heutige Stephanstraße) zur Schäfergasse abgeschnitten und existiert nicht mehr. Das ehemalige Friedhofsgelände wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts von einer Bestattungsanlage zum öffentlichen Park umgewidmet. Aufgrund der Geschichte des ehemaligen Kirchhofs und seiner zum Teil unersetzlichen alten Grabdenkmale an den Umfriedungen des verbliebenen Kirchhofs wurde im Rahmen eines Workshops "Öffentlicher Raum in Frankfurt" im Jahr 1999 die Umgestaltung und Neustrukturierung des Peterskirchhofs durch das Stadtplanungsamt planerisch begonnen. Im Jahr 2002 wurde das Projekt - Umgestaltung des Kirchhofsgeländes - dem Programm "Schöneres Frankfurt" zugeordnet. Die Grundlagen für die Vorplanung zur landschaftlichen Umgestaltung des Friedhofsgeländes wurden erarbeitet. Der Friedhof soll wieder als grüne Oase in der Stadt erlebbar gemacht werden. Hierfür ist es erforderlich, die Freiflächen einer grundsätzlichen Überarbeitung und Sanierung zu unterziehen. B. Alternativen: -keine- C. Lösung: Die Umgestaltung des Friedhofs wird voraussichtlich in mehreren Abschnitten erfolgen: Dabei liegt das Hauptgewicht der geplanten Umgestaltung auf einer verbesserten Strukturierung der einzelnen noch erhaltenen Friedhofsbereiche. Die vorgesehene Sanierung nimmt Rücksicht auf die vorhandenen Strukturen des Peterskirchhofes. Die Wegebeziehungen bleiben erhalten, ebenso wird sich der Grünflächenanteil nicht maßgeblich verringern. Aufgrund der an der Peterskirche erforderlichen Umbaumaßnahmen zur Jugendkulturkirche gab und gibt es Überschneidungen mit der geplanten Sanierungsmaßnahme Peterskirchhof: Bei dem Bauvorhaben Umbau der Peterskirche zur Jugendkulturkirche (Vorhaben des Evangelischen Regionalverbandes in Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt) ergab sich bei der Prüfung der Feuerwehrzufahrten zur Kirche im Brandfall, dass die von den Architekten vorgesehene Feuerwehrzufahrt über die Bleichstraße auf das Podest der Kirche nicht nutzbar ist. Die Statik des Podestes der Kirche lässt ein Befahren aufgrund des Gewichtes der Fahrzeuge nicht zu. Die Feuerwehrzufahrten müssen deshalb von der Stephanstraße aus durch den Park zu beiden Seiten des Kirchenpodestes geführt werden. In drei Bereichen wurden in den letzten Wochen Aufstellflächen für Feuerwehrfahrzeuge integriert. Die ursprüngliche Idee, den Hauptdurchgang zwischen Stephansstraße und Bleichstraße als erhöhten Weg gestalterisch zu betonen, musste deshalb zwischenzeitlich aufgegeben werden. Diese Wegachse soll nun durch die Verwendung eines entsprechenden Wegebelages, z.B. Naturstein, hervorgehoben und aufgewertet werden. Zusätzlich soll die vorhandene Beleuchtung durch eine neue, attraktive Beleuchtung ersetzt werden, deren Unterhaltungskosten geringer sind. Die gesamte Fläche des Friedhofes wurde nach dem 2. Weltkrieg mit Abraummaterialien aufgefüllt. Seit diesem Zeitpunkt leiden sämtliche Mauern unter Nässe im Bereich des Mauerfußes. Im Zuge der Neugestaltung werden die Mauersockel freigelegt und somit nachhaltig geschützt. Der nordwestliche Teil des Friedhofs soll besonderen Grabsteinen und Epitaphien vorbehalten sein. Dieser Bereich wird durch die bereits teilweise wieder errichtete Mauer und durch zwei neu einzusetzende Tore, die nur zu Führungen geöffnet werden, ein geschütztes Areal bilden. Neben den bereits vorhandenen Grabmälern sollen noch z. Zt. im Depot des Historischen Museums befindliche Grabmale auf der dann wieder hergerichteten Grünfläche ausgestellt werden. Weiterhin wird die Umgestaltung des Friedhofsgeländes bis zur Mauer an der Stephanstraße erfolgen. Dabei ist vorgesehen, das Niveau des Friedhofs im Bereich der Mauern abzusenken und die an der Mauer angebrachten Grabmale über Treppenstufen erlebbar und lesbar zu machen. Die Hervorhebung der Grabmale und der Mauer durch eine Beleuchtung ist wünschenswert. Verschiedene Grabmale an dieser Mauer konnten bereits durch Sponsoring wieder teilweise restauriert werden. Mit Informationstafeln an den Grabmalen sollen die Besucher/-innen zukünftig auf Details hingewiesen werden. Die Einfassungen der Grünflächen innerhalb dieses Friedhofsbereiches sowie die der vorhandenen Wege werden überarbeitet. Das am südöstlichen Sockel der Peterskirche bereits vorhandene Aids-Memorial wird in Abstimmung mit dem Verein AIDS-Hilfe Frankfurt erweitert. Die vorgelagerte Fläche wird befestigt und das Memorial ebenfalls mittels gerichtetem Licht hervorgehoben. Den letzten Umgestaltungsabschnitt stellt die Fläche zwischen der südlichen Mauer des ehemaligen Friedhofsgeländes und der Stephanstraße dar. In einem ersten Schritt wurde bereits im südwestlichen Mauerabschnitt der Fuß der Mauer freigelegt. Um an die Mauer und die dort befindlichen Grabmale herantreten zu können, sind 3 Stufen zwischen dem Niveau der Grünfläche und dem Fuß der Mauer zu überwinden. Auch hier sollen die Grabmale nach Fertigstellung der Gesamtanlage mittels Bodenstrahlern in den Abendstunden beleuchtet werden. Die bereits vorhandene Grünfläche um die Kreuzigungsgruppe vor der Mauer wird ebenfalls überarbeitet. Durch die Aufnahme der Formensprache des Friedhofes besteht die Möglichkeit der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, dass auch der Straßenraum zum ursprünglichen Peterskirchhof gehörte. Im Rahmen dieses Gestaltungsabschnittes ist u. a. geplant, ein altes Portal an der westlichen Grenze des Friedhofs in den Fußwegbereich zu setzen, um damit ebenfalls zu dokumentieren, dass der ehemalige Friedhof über die südliche Mauer hinweg einen weiteren Bereich beinhaltete. Die benannten Gesamtkosten beinhalten auch einen Ansatz für die Kampfmittelsondierung bzw. -räumung. Der angenommene Betrag von ca. 18.000,- € kann sich in Abhängigkeit von den Untersuchungsergebnissen verringern oder erhöhen. Diese Maßnahme ist sehr umfangreich, da durch die Auffüllungen nach dem 2. Weltkrieg sehr viel Abraumaterial eingebracht wurde, in dem auch Metallreste zu vermuten sind. Außerdem wurden die Bestattungen z.T. in Zinksärgen vorgenommen, sodass die Einschätzung, ob es sich um .Metall' oder um Bomben - Blindgänger handelt entsprechend schwierig sein wird. Die statischen Probleme mit den Stützmauern an der Bleichstraße könnten zu einer Verzögerung der Sanierung des Peterskirchhofes führen. Der Magistrat hat ein Sanierungskonzept beauftragt. Es muss nach derzeitiger Einschätzung davon ausgegangen werden, dass zuerst die Mauern zu sanieren sind. Da die Andienung dieser Baustelle vom Peterskirchhof aus erfolgen muss, kann erst mit dem Abschluss dieser Arbeiten die Sanierung des Peterskirchhofes beginnen. D. Kosten
- Geschätzte Gesamtkosten = 1.300.000,- €
- Finanzbedarfszeitraum/Jahresraten Jahr Verpflichtung Mittelabfluss 2008 1.000.000 € 500.000,- € 2009 300.000 € 800.000,- € 1.300.000 € 1.300.000,- € 3.1 Jahresfolgekosten Produktgruppe 22.9 -Grün- und Freiflächen
- a)Personelle Ausgaben - keine, da die Anlage vorhanden ist - 0,- €
- b)Sachkosten für die Gesamtmaßnahme zusätzlicher Schließdienst 2.500,- €
- c)Kapitaldienst c.1.) Kapitaldienst für die Gesamtmaßnahme von 1.300.000,- € c.1.1) Kalkulatorische Verzinsung 4,75 % von 1.300.000,- € = 61.750,- € c.1.2) Abschreibung 10 % von 1.300.000,- € = 130.000,- € Der voraussichtliche Kapitaldienst bei der Produktgruppe 22.9 für die Gesamtmaßnahme beläuft sich auf 191.750,- €
- Jahreserträge - keine -
- Leistungen Dritter - keine -
- Stellenplanmäßige Auswirkungen - keine -
- Sonstiges - entfällt - Anlage Kostenberechnung (nicht öffentlich - ca. 17 KB) Anlage Kostenschaetzung (nicht öffentlich - ca. 5 KB) Anlage Vorentwurf (ca. 416 KB)Nebenvorlage: Antrag vom 27.08.2008, NR 1044
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 13. Juni 2008Sie sind hierMM 110Sanierung des Peterskirchhofes hier: VorplanungMagistratsvortrag
- 27. August 2008NRNR 1044Sanierung des Peterskirchhofes: BewässerungsanlageSTVV-Antrag · CDU
- 16. Januar 2009Antwort des Magistrats · nach 31 WochenBB 27Sanierung des Peterskirchhofes hier: VorplanungMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine Beschlussvorlage, die der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung vorlegt — für Angelegenheiten, die deren Zustimmung brauchen. Sie wird in Ausschüssen und im Plenum beraten, dann entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.
- 1Magistrat legt Vortrag vor
- 2Ausschüsse beraten
- 3Plenum entscheidet
Beratungsverlauf9 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG und BFF gegen LINKE. (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und NPD (M 110 und NR 1044 = Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FAG und BFF gegen LINKE. und FDP (= Annahme ohne Zusatz) zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FAG und BFF gegen LINKE. und FDP (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: NPD (M 110 und NR 1044 = Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG und BFF gegen LINKE. (= Prüfung und Berichterstattung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG, BFF und NPD zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG, BFF und NPD gegen LINKE. (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP (M 110 und NR 1044 = Annahme)