Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin: Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das .Audit Beruf & Familie.
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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 16.08.2002, B 864
Betreff:
Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin:
Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das "Audit Beruf & Familie"
Vorgang:
Beschl. d. Stv.-V. vom 31.01.2002, § 1891
- NR 314 GRÜNE -
- Familienfreundliche Personalpolitik ; hier: a) Zielsetzung eines Audits "Beruf und Familie" b) Grundsätzliches zum Anspruch der Stadt Frankfurt als familienbewusste Arbeitgeberin Mit dem Audit "Beruf & Familie" soll mittels eines Kriterienkataloges systematisiert und gewichtet werden, welche familienbewussten Maßnahmen und Angebote Firmen und Institutionen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bieten. Darüber hinaus soll mit Hilfe des Audits ein Prozess in Gang gesetzt oder fortgesetzt werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Das Audit "Beruf & Familie" bezeichnet somit eine Art Betriebsprüfung und soll Instrument der Verbesserung einer innovativen Personalpolitik sein. Es soll den Status quo der familienorientierten Maßnahmen erfassen und das jeweilige Entwicklungspotential ermitteln. Untersucht werden sollen hierbei insbesondere die neun genannten Handlungsfelder: 1. Arbeitszeit 2. Arbeitsabläufe und Arbeitsinhalte 3. Arbeitsort 4. Informations- und Kommunikationspolitik 5. Führungskompetenz 6. Personalentwicklung 7. Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen 8. Flankierender Service für Familien 9. Betriebsspezifika. Ein Audit "Beruf & Familie" zielt darauf ab, schon vorhandene familienorientierte Maßnahmen und Angebote transparent zu machen. Darüber hinaus sollen Anregungen zu einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aufgegriffen sowie eine Steigerung der Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht werden. Nicht zuletzt soll die Durchführung eines Audits zu einer Imagestärkung des Unternehmens in der Öffentlichkeit führen. In aktuellen Veröffentlichungen zum Audit "Beruf & Familie" wird insbesondere an Unternehmen und Unternehmensverbände appelliert, sich verstärkt für die Thematik einzusetzen, da damit auch die Wettbewerbsfähigkeit von deutschen und europäischen Unternehmen gesichert werden kann. Für die Stadtverwaltung Frankfurt am Main kann vergleichsweise mit anderen Institutionen festgestellt werden, dass bereits in der Vergangenheit aus eigener Initiative heraus umfassende Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf durchgeführt wurden. Im Gegensatz zur Privatindustrie gilt seit Ende 1993 für alle hessischen Kommunen das Hessische Gleichberechtigungsgesetz (HGlG), in dem die Erfüllung des familienpolitischen Auftrags verankert ist. Betont sei an dieser Stelle, dass die Stadt Frankfurt als familienbewusste Arbeitgeberin diesem nunmehr bestehenden Gesetzesauftrag seit jeher nachweislich in hohem Maße gerecht geworden ist und auch zukünftig sein wird. Um mögliche Wiederholungen zu vermeiden, wird hinsichtlich der Darstellung der Bemühungen und Ergebnisse der Stadt Frankfurt, Familie und Beruf besser in Einklang bringen zu können, auf die Ausführungen in dem vorliegenden Bericht B 817 vom 05.08.2002 zum thematisch gleichgelagerten Antrag der CDU-Fraktion NR 418 (Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 31.01.2002, § 1914) hingewiesen.
- Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das Audit; Kosten Den ausgewerteten Unterlagen über die Durchführung des Audits "Beruf & Familie" ist der besondere Hinweis zu entnehmen, dass bei großen Unternehmen mit den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern oder einer dezentralen Organisation in der Regel mehrere Audits notwendig sind. Zwar kann das Audit auch nur in einzelnen Bereichen durchgeführt werden, jedoch können die Ergebnisse dann grundsätzlich nicht auf alle anderen Bereiche übertragen werden. Eine gewünschte unternehmens- bzw. stadtweite familienbewusste Personalpolitik auf Grundlage eines Audits mit entsprechender Zertifizierung wäre somit grundsätzlich nicht möglich. Zur Durchführung des Audits wäre eine Projektgruppe einzurichten, die mit Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Unternehmens und unter Berücksichtigung aller Interessensgruppen besetzt werden sollte. Dabei wird eine Zusammensetzung von ca. 15 Personen empfohlen. In großen Unternehmen mit ausgeprägter dezentraler Struktur wären mehrere Audits mit der entsprechenden Anzahl von Projektgruppen notwendig. Die Auditierung zum Grundzertifikat soll in der Regel bis zu vier Monate dauern. Die Erfahrungen zeigen allerdings auch, dass der Zeitraum von der Entscheidung zur Auditierung bis zur Verleihung des Grundzertifikats in einigen Unternehmen weit über ein Jahr umfassen kann. Nach einer erfolgreichen Auditierung wird das Grundzertifikat verliehen. Die Vergabe des Grundzertifikats besagt lediglich, dass sich das Unternehmen dem Prozess der Auditierung gestellt, sich Ziele gesetzt und nach Möglichkeit weiterführende Maßnahmen erarbeitet hat, die in den nächsten drei Jahren verwirklicht werden sollten. Das Grundzertifikat ist drei Jahre gültig, danach ist eine Re-Auditierung möglich (Soll/Ist-Vergleich). Des Weiteren muss das Unternehmen der Beruf & Familie gemeinnützige GmbH einmal jährlich ab Erhalt des Grundzertifikats einen kurzen Zwischenbericht über die Weiterentwicklung seiner familienbewussten Personalpolitik abgeben. Erfolgt diese Berichterstattung nicht, so kann dem Unternehmen das Grundzertifikat zum Audit "Beruf & Familie" wieder aberkannt werden. Mit dem Zertifikat zum Audit "Beruf & Familie" werden Unternehmen ausgezeichnet, die das Grundzertifikat erhalten haben und in den folgenden drei Jahren gezielt an der Balance von Erwerbsarbeit und Familie weitergearbeitet haben. Das Zertifikat wird jedoch nur dann erteilt, wenn nach der Bewertung des Audit-Rates nachweisbare Fortschritte gemacht wurden. Nach Erhalt des Zertifikats zum Audit "Beruf & Familie" muss das Unternehmen der Beruf & Familie gemeinnützige GmbH wiederum einmal jährlich einen Zwischenbericht über die Weiterentwicklung seiner familienbewussten Personalpolitik senden. Erfolgt diese Berichterstattung nicht, so kann dem Unternehmen das Zertifikat zum Audit "Beruf & Familie" ebenfalls wieder aberkannt werden. Die Kosten für eine Auditierung dürften sich einschließlich Mehrwertsteuer und Reisekosten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der externen Beratungsfirma auf ca. 16.000,- Euro belaufen. Öffentliche oder gemeinnützige Institu.tionen mit über 500 Beschäftigten können nach Erhalt des Grundzertifikats bei der Beruf & Familie gemeinnützige GmbH einen Antrag auf Kostenförderung stellen. Die Förderung beträgt nach derzeitigem Kenntnisstand insgesamt maximal 2.500,- Euro.
- Erfordernis eines Audits "Beruf und Familie" Im Hinblick auf die Größe und die dezentrale Organisationsstruktur der Stadtverwaltung Frankfurt führt die Realisierung mehrerer erforderlicher Audits mittels externer Unterstützung zu einer Vervielfachung der oben dargestellten Kosten. Die erhebliche Bindung von Personal in den einzurichtenden Projektgruppen würde weitere nicht konkret bezifferbare Aufwendungen verursachen. Insgesamt erscheint es nach derzeitigem Kenntnisstand und Informationen über das Audit "Beruf & Familie" sowie insbesondere vor dem Hintergrund der bereits bei der Stadt Frankfurt am Main vorhandenen vielfältigen familienbewussten Maßnahmen und Angeboten (vgl. auch Bericht zum Antrag der CDU-Fraktion NR 418 - Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 31.01.2002, § 1914) fraglich, ob die Durchführung mehrerer Audits mit einer möglichen Zertifizierung in einem vertretbaren Verhältnis zum entstehenden personellen und finanziellen Aufwand steht. Gerade in Zeiten knapper finanzieller Ressourcen bedarf jede Entscheidung zur Durchsetzung einer bestimmtem Maßnahme der besonderen Abwägung zwischen dem einzusetzenden personellen und finanziellen Aufwand und dem voraussichtlich zu erwartenden Nutzen. Mit einer Reihe von politischen Entscheidungen und Beschlüssen sind bereits die Voraussetzungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen worden. Beispielhaft genannt seien hier die Dienstvereinbarung Nr. 183 über Ziele der und Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung (keine betriebsbedingten Kündigungen, Aufrechterhaltung sozialer Leistungen, Erhalt der Interessen und des Schutzes der Beschäftigten etc.), der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung (§ 7292 vom 12.12.1996) und der Magistrats-Beschluss vom 13.07.1998 über die Einführung der Personalentwicklung in der Stadtverwaltung Frankfurt a.M., der zur Zeit gültige Frauenförderplan der Kämmereiverwaltung auf der Grundlage des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes sowie die Dienstvereinbarung Nr. 204 zur Flexibilisierung der Arbeitszeit und zur Einführung automatisierter Zeiterfassung. Dabei kommt den beiden zuletzt genannten Regularien sowie den beschrittenen Wegen in der Personalentwicklung eine besondere Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund wird der Bedarf an einer zeit- und kostenaufwendigen Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das Audit "Beruf & Familie" gegenwärtig nicht gesehen. Eine regelmäßige Berichterstattung über familienpolitische Maßnahmen erfolgt jeweils schon in entsprechender Form im Rahmen anderer Veröffentlichungen, wie zum Beispiel der Berichterstattung nach dem Frauenförderplan, den jährlichen Berichten der Dezernate zum Stand der Personalentwicklung und dem Personal- und Organisationsbericht (herausgegeben im März 2002). Nebenvorlage: Antrag vom 21.01.2003, NR 884
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 29. Oktober 2001NRNR 314Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin: Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das .Audit Beruf & Familie.STVV-Antrag · GRÜNE
- 16. August 2002Sie sind hierBB 864Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin: Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das .Audit Beruf & Familie.Magistratsbericht
- 21. Januar 2003NRNR 884Audit Beruf & FamilieSTVV-Antrag · GRÜNE
- 12. September 2003Antwort des Magistrats · nach 98 WochenBB 761Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin: Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das .Audit Beruf & Familie.Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf20 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE und FDP
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE und FDP
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE und FDP
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE und FDP zu 2. CDU, SPD, GRÜNE und FDP
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE und FDP zu 2. CDU, SPD, GRÜNE und FDP
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD und FDP gegen GRÜNE (= Zurückweisung) und FAG (= Kenntnis als Zwischenbericht) zu 2. zu a): CDU, SPD, FDP und FAG gegen GRÜNE (= Annahme) zu b): SPD, GRÜNE und FAG gegen CDU und FDP (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, FDP und FAG gegen GRÜNE (= Zurückweisung) zu 2. zu a): CDU, SPD, FDP und FAG gegen GRÜNE (= Annahme) zu b): SPD, GRÜNE und FAG gegen CDU und FDP (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und ÖkoLinX-ARL (B 864 = Kenntnis, NR 884 = Ablehnung) PDS (B 864 = Kenntnis, NR 884 = Ziffer 1. Ablehnung, Ziffer 2. Prüfung und Berichterstattung) BFF (B 864 = Enthaltung) E.L. (B 864 = Zurückweisung, NR 884 = Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, FDP, FAG, REP, PDS und ÖkoLinX-ARL gegen GRÜNE und E.L. (= Zurückweisung); BFF (= Enthaltung) zu 2. a) CDU, SPD, FDP, FAG, REP, PDS und ÖkoLinX-ARL gegen GRÜNE und E.L. (= Annahme) b) SPD, GRÜNE, FAG und PDS gegen CDU, FDP, REP und ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung) sowie E.L. (= Annahme)