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Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin: Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das .Audit Beruf & Familie.

Vorlagentyp: B
56 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren2 Sitzungen

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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgen

Inhalt

Bericht des Magistrats vom 12.09.2003, B 761

Betreff:

Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin: Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das "Audit Beruf & Familie"

Vorgang:

l. Beschl. d. Stv.-V. vom 17.06.2003, § 5513

- NR 884 GRÜNE, B 864/02 -

Im Hinblick auf den direkten Zusammenhang der Thematik Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Beschäftigten der Stadt Frankfurt a.M. und dem Antrag NR 884 vom 21.01.2003 zur Zertifizierung der familienbewussten Personalpolitik durch das "Audit Beruf & Familie“ ist insbesondere auf den ergangenen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 26.09.2002, § 3711 ("Die Stadt Frankfurt als familienbewusste Arbeitgeberin“ – Antrag der CDU-Fraktion NR 418 vom 05.12.2001) hinzuweisen.

Als Fazit des in diesem Zusammenhang beschlossenen Berichts des Magistrats B 817 vom 05.08.2002 ist u.a. das Nachstehende festgehalten:

"Insgesamt ist festzustellen, dass die Stadt Frankfurt am Main eine Vielzahl von familienbewussten Möglichkeiten und Regelungen anbietet und auf diesem Wege sowohl ihrem Anspruch als auch der damit verknüpften Verantwortung als familienbewusste Arbeitgeberin gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Familie bisher gerecht worden ist und weiterhin gerecht bleiben wird.

Die Förderung und Umsetzung familienorientierter Maßnahmen für die städtischen Bediensteten wird als ein fortwährender Prozess verstanden, in dessen Entwicklung einerseits die persönlichen Interessen und andererseits die rechtlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowie die Belange einer am Bürgerservice orientierten Verwaltung vor dem Hintergrund der finanziellen Möglichkeiten einbezogen werden. Die Fortsetzung einer ganzheitlichen und systematischen Personalpolitik, gerade auch unter bewusster Berücksichtigung der Belange von Beschäftigten mit Familie, ist bei der Stadt Frankfurt am Main insbesondere durch das im öffentlichen Dienst geltende Hessische Gleichberechtigungsgesetz, den Frauenförderplan sowie durch das Grundlagen- und Realisierungskonzept zur Personalentwicklung in besonderer Weise gewährleistet.

Den vorstehenden Ausführungen ist im Ergebnis zu entnehmen, dass die bisherigen familienorientierten Regelungen als sehr umfassend und verantwortungsvoll zu beurteilen sind. Der seit Jahren beschrittene Weg der fortwährenden Umsetzung familienfreundlicher Entscheidungen wird auch in Zukunft unter Berücksichtigung der dienstlichen Erfordernisse sowie der rechtlichen und finanziellen Vorgaben zu einer Verbesserung der Kombinierbarkeit von Beruf und Familie beitragen.“

Insbesondere vor diesem Hintergrund und wegen der äußerst prekären Haushaltslage der Stadt Frankfurt am Main erscheint es weiterhin fraglich, ob die Durchführung eines oder mehrerer Audits Beruf & Familie mit dem Ziel einer Zertifizierung in einem vertretbaren Verhältnis zum entstehenden personellen und finanziellen Aufwand steht.

Nach den vorliegenden offiziellen Unterlagen zum "Audit Beruf & Familie“ wird der Nutzen des Audits wie folgt bezeichnet:

"Als Ergebnis des Audits Beruf & Familie verfügt Ihr Unternehmen über eine differenzierte Analyse des Entwicklungspotenzials, Impulse für Ihre spezifischen Handlungsstrategien, einen systematischen und gewichteten Maßnahmenkatalog, konkrete Ansätze für die verbesserte Personal- und Organisationsentwicklung, Kennziffern für die betriebsspezifische Kosten-Nutzen-Analyse, erhöhte Kompetenzen der Führungskräfte, eine gezielte Weiterentwicklung des Unternehmensleitbildes.

Nach erfolgreicher Durchführung des Audits Beruf & Familie erhalten Sie das Recht, das europaweit anerkannte Markenzeichen auf Veröffentlichungen und Druckschriften in den nächsten drei Jahren zu kommunizieren.

. .

Mit dem Führen des Markenzeichens zum Audit Beruf & Familie profilieren Sie sich nachhaltig auf drei Ebenen:

bei Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, weil Sie so Ihr Engagement für eine familienbewusste Unternehmenskultur deutlich machen;

bei der Gewinnung qualifizierten Nachwuchses, weil der Einklang von professionellen Interessen und familiären Bedürfnissen immer stärker die Karriereplanung beeinflusst;

bei Ihren Kundinnen und Kunden, weil Sie einen wichtigen Imagegewinn als verantwortliches Unternehmen erzielen.“

Der beschriebene "Nutzen“ der Durchführung eines Audits Beruf & Familie ist bei der Stadt Frankfurt am Main bereits weitestgehend erfüllt, wie die Ausführungen im bereits erwähnten Bericht des Magistrats B 817 vom 05.08.2002 ("Die Stadt Frankfurt als familienbewusste Arbeitgeberin“) zeigen.

Sinn und Zweck des Audits ist es, mit einer Zertifizierung einen wesentlichen Imagegewinn als Arbeitgeberin auch nach "außen“ zu erzielen, um auf dem Arbeitsmarkt qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.

Auf Grund einer aktuellen Auswertung ist festzustellen, dass der Anteil der Beschäftigten mit Wohnsitz in Frankfurt im Verhältnis zu den Beschäftigten mit Wohnsitz im Umland jährlich zugunsten der Letztgenannten steigt. So erhöhte sich der Anteil der Bediensteten mit Wohnsitz im Umland von 46,91 % zum 01.07.2001 bis auf 48,52 % zum 01.07.2003. Der Einzugsbereich reicht seit jeher weit über die Stadtgrenzen hinaus und zieht sich z.B. über Darmstadt, Bensheim, Dieburg, Erbach, Aschaffenburg, Fulda, Marburg, Giessen, Wetzlar, Limburg, Koblenz, Wiesbaden, Bingen, bis Bad Kreuznach und sogar noch über die aufgezählten Gemeinden hinaus. Die Attraktivität und Bekanntheit der Stadt Frankfurt als Arbeitgeberin wird auch damit nachhaltig belegt. Weitere Schritte zu einer noch ausgeprägteren Imagesteigerung der Stadtverwaltung Frankfurt am Main werden im Lichte der äußerst restriktiven Vorgaben des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport im Genehmigungserlass zum Haushaltsplan 2002 und der vom Magistrat beschlossenen Wiederbesetzungssperre und weiterer Sparmaßnahmen nicht für notwendig erachtet.

Die angeführte Vergleichbarkeit anderer Stadtverwaltungen, wie z.B. Hanau und Darmstadt, die sich zur Durchführung eines Audits entschlossen haben, ist auf Grund der Größe und unterschiedlichen Strukturen und Gegebenheiten nicht möglich; so hatte z.B. die Stadt Hanau zur Zeit der Durchführung des Audits ca. 1.460 Bedienstete und Darmstadt ca. 2.190 Beschäftigte.

Hinsichtlich des Zeitraumes der Durchführung "eines“ Audits wird in den offiziellen Unterlagen von i.d.R. drei Monaten gesprochen; nach Informationen über die Durchführung des Audits in Hanau ist festzustellen, dass die Auditierung von der politischen Entscheidung bis zur Verleihung des Grundzertifikats insgesamt fast 16 Monate und in Darmstadt rund 13 1/2 Monate in Anspruch genommen hat.

Die feststehenden Kosten stellen sich wie folgt dar:

Kosten der Auditierung 11.890 Euro inkl. MwSt.

(10.250 € + MwSt.)

abzüglich

evtl. Zuschussgewährung 2.500 Euro

Der Zuschuss muss beantragt werden und kann erst nach erfolgreichem Abschluss des durchgeführten Audits gewährt werden; ein Rechtsanspruch auf die Gewährung eines Zuschusses besteht nicht

Weitere für die Stadt Frankfurt am Main anfallende zusätzliche Kosten sind:

Reisekosten der Auditoren bzw. Mitarbeiter/innen der Beratungsfirma

Reisekosten der Mitarbeiter/innen der Stadt Frankfurt zu externen Terminen (z.B. Orientierungsgespräch, Workshop, Präsentationsworkshop usw.)

Personalkosten der mit der Durchführung und Umsetzung des Audits betrauten Mitarbeiter/innen der Stadt Frankfurt am Main.

Die im Bericht des Magistrats B 864 vom 16.08.2002 veranschlagten ca. 16.000 Euro (noch abzüglich des Zuschusses von 2.500 Euro) sind hinsichtlich der anfallenden Reisekosten geschätzt, beinhalten jedoch noch nicht die Personalkosten der durch die Auditierung seitens der Stadt Frankfurt gebundenen Beschäftigten. In Hanau waren zunächst 15 Beschäftigte und nach Verleihung des Grundzertifikats dauerhaft 7 Beschäftigte mit der Umsetzung der Ergebnisse aus dem Audit gebunden; in Darmstadt wurde ebenfalls in entsprechender Weise vorgegangen. Im Ergebnis wären die Kosten unter Berücksichtigung der der Stadt Frankfurt am Main entstehenden Personalkosten der mit der Durchführung und Umsetzung des Audit betrauten Mitarbeiter/innen noch erheblich höher anzusetzen.

Im Hinblick auf die Größe und die dezentrale Organisationsstruktur der Stadtverwaltung Frankfurt führt die Realisierung mehrerer erforderlicher Audits mittels externer Unterstützung zudem zu einer Vervielfachung der beschriebenen Kosten.

Des Weiteren wird auf die maßgebenden Ausführungen im Bericht B 817 vom 05.08.2002, Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 29.09.2002, § 3711, und im Bericht B 864 vom 16.08.2002, Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 17.06.2003, § 5513 (Ziffer 1), hingewiesen.

Der Bedarf an einer zeit- und kostenaufwendigen Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das Audit "Beruf & Familie“ und der voraussichtlich zu erwartende Nutzen für die Stadt Frankfurt a.M. wird nicht gesehen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 16. August 2002BB 864Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin: Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das .Audit Beruf & Familie.Magistratsbericht
  2. 21. Januar 2003NRNR 884Audit Beruf & FamilieSTVV-Antrag · GRÜNE
  3. 12. September 2003Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 56 Wochen
    BB 761Die Stadt Frankfurt als beispielhafte Arbeitgeberin: Zertifizierung familienbewusster Personalpolitik durch das .Audit Beruf & Familie.
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf2 Beratungen
Ausschusses für Verwaltungsreform, Personal- und Organisationsangelegenheiten
Sitzung 24 · 13.10.2003
TO I, TOP 14
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 761 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDFDPFAG
Ablehnung:
Grüne
Sonstige:
REP (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, FDP und FAG gegen GRÜNE (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP (= Kenntnis)

Frauenausschusses
Sitzung 24 · 13.10.2003
TO I, TOP 9
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 761 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDFDPFAG
Ablehnung:
Grüne
Sonstige:
REP (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, FDP und FAG gegen GRÜNE (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP (= Kenntnis)

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