Hochbegabtenförderung in Frankfurt
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 13.10.2008, B 641
Betreff: Hochbegabtenförderung in Frankfurt Vorgang: A 612 FDP Auch heute ist es leider noch nicht selbstverständlich, dass Kinder, die einen besonderen Förderbedarf haben, diesen auch erhalten. In Frankfurt wurde die Notwendigkeit erkannt, Kinder mit besonderer Begabung adäquat zu fördern, damit sie ihr vorhandenes Potenzial entwickeln und nutzen können. Mit der Einrichtung des Hochbegabtenzentrums wurde eine Anlaufstelle für hochbegabte Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern initiiert, die hessenweit Vorbildcharakter hat. Zu Frage 1: Eine Hochbegabung liegt vor, wenn ein Mensch in einem genormten, geeichten und somit anerkannten Testverfahren einen Punktwert von 130 erreicht hat. Ein gängiges Testverfahren kann lediglich den kognitiven Bereich abbilden und nur eine erfahrene und geübte Testperson (Diplompsychologe/in) kann darüber hinaus noch andere Faktoren mit einbeziehen. Da Reihentestierungen sehr aufwendig und kostenintensiv sind, gibt es bislang für Frankfurt keine eigens erhobenen Zahlen zur Hochbegabung. Es wird davon ausgegangen, dass weltweit 2,2% der Bevölkerung das oben beschriebene Kriterium der Hochbegabung erfüllen. Die Übertragung dieses Prozentwertes auf die Frankfurter Schülerinnen und Schüler liefert einen ungefähren Anhaltspunkt. Zu Frage 2: Das Thema Hochbegabung ist in den letzten fünf Jahren stärker in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Dazu haben Presse, Funk und Fernsehen in erheblichem Maß beigetragen. Eltern möchten ihre Kinder unterstützen und ihnen die Chance geben, in Themenfeldern, die die Schule nicht bearbeiten kann, Erfahrungen zu sammeln. Vor diesem Hintergrund hält die VHS ein Kursangebot von rund 100 Kursen pro Halbjahr für diese spezifische Zielgruppe vor. In der Ausbildung von Lehrer/innen stellt das Thema Hochbegabung immer noch ein Randgebiet dar. Das Hochbegabtenzentrum hat gemeinsam mit Referenten/innen zwei Basismodule entwickelt, die Schulen auf Nachfrage buchen können. Zudem finden pro Halbjahr drei bis vier Themenschwerpunktabende statt, an denen sowohl Eltern als auch Pädagogen/innen teilnehmen können. Diese Informationsabende werden im Schnitt von 60 - 80 Teilnehmern besucht.
Zu Frage 3: Trotz des mittlerweile ausgeweiteten Kursangebots kommt es vor, dass die Nachfrage nach bestimmten Themen nicht sofort befriedigt werden kann. Dem begegnet das HBZ, indem Kurse mit dem gleichen Themenschwerpunkt nachgeplant werden, oder aber die Teilnehmer, deren Wunsch nicht realisiert werden konnte, im kommenden Angebotshalbjahr vor dem Erscheinen des Programms über die neuen Termine informiert werden und somit die Möglichkeit haben, ihren Kurswunsch zu realisieren. Zu Frage 4: Es gibt immer wieder Anfragen aus dem Umland, aber auch aus ganz Hessen. Seit der organisatorischen Einbindung des Hochbegabtenzentrums in die Volkshochschule stehen die Kurse allen hochbegabten und an spezifischen Themen interessierten Kindern offen. Kinder, deren Hauptwohnsitz in Frankfurt ist, erhalten eine Schülerermäßigung von 20% und auch alle anderen Ermäßigungsgründe werden nur Kindern, die in Frankfurt ihren Hauptwohnsitz haben, zuteil. Die Kurse werden zu ca. zwei Dritteln von Kindern aus Frankfurt und von einem Drittel von Kindern aus dem Umland belegt. Zu Frage 5: Das HBZ ist darum bemüht, Themen anzubieten, die nicht dem Schulstoff vorgreifen, der curricular vorgeschrieben ist. Ziel ist es, Kindern und Jugendliche Räume zu eröffnen, an eigenen Themen -und Interessensgebieten arbeiten zu können. Um diesen Vorsatz zu realisieren, steht das HBZ in engem Kontakt mit dem Schulpsychologischen Dienst und ebenso im regen Austausch mit Schulleiter/innen. Zu Frage 6: Fünf Frankfurter Schulen nehmen am Gütesiegelprogramm der hessischen Landesregierung teil und haben dies, nachdem Sie die Kriterien, die damit verbunden sind, erfüllt haben, auf die Dauer von 3 Jahren verliehen bekommen. Im Grundschulbereich sind dies die: Ø Isaak - Emil - Lichtigfeld-Schule Ø Friedrich - List-Schule Ø Humperdinck-Schule Hinzu kommen die Gesamtschulen: Ø IGS Nordend Ø Ernst-Reuter-Schule Das Hochbegabtenzentrum ist in alle Initiativen des Hessischen Kultusministeriums eingebunden und nimmt an allen einschlägigen Tagungen teil. Die Konferenzen der Gütesiegelschule finden in einem regelmäßigen Turnus im Hochbegabtenzentrum statt. Zu Frage 7: Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich das Engagement der Landesregierung in Bezug auf das Thema Hochbegabung auch pekuniär niederschlagen würde, da der Erfolg, den das Hochbegabtenzentrum zu verzeichnen hat, gleichzeitig auch den vorhandenen Bedarf, weit über Frankfurt hinaus, deutlich macht. Das hessische Kultusministerium übernimmt jährlich die Kosten für zwei Fortbildungseinheiten, die für die HBZ - Referenten/innen stattfinden. Desweiteren fördert es die Zusammenarbeit und enge Kooperation mit Brain-Marburg, einem Projekt, das seinerseits in erheblichem Umfang durch Zuschüsse des hessischen Kultusministeriums gefördert wird. Zu Frage 8: Das Hochbegabtenzentrum arbeitet in engem Kontakt und Austausch mit dem Schulpsychologischen Dienst, den Erziehungsberatungsstellen und den Jugendämtern zusammen. Es pflegt Kontakte zu Mensa Frankfurt, Common Purpose, der hessischen Studienstiftung, der DGhK (Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind). Kooperationen sind im Aufbau mit dem Dr. Hoch`s Konservatorium in Zusammenarbeit mit der Musterschule. Diese bindet wiederum die Polytechnische Gesellschaft mit ein, da ein Projekt der Musterschule zur Förderung musikalisch hochbegabter Kinder unterstützt wird. Durch den Umstand, dass Professor Dr. Rost Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Hochbegabtenzentrums ist, findet auch enger Austausch mit Brain - Marburg statt. In Bezug auf das Schülerstudium für besonders Begabte steht das Hochbegabtenzentrum mit der Goethe - Universität in Kontakt und ist Ansprechpartner für Jugendliche, die sich parallel zur 11. Klasse Gymnasium an der Universität immatrikulieren möchten. Zu Frage 9: Aufgrund der begrenzten personellen Ressourcen kann das Hochbegabtenzentrum sich nur in eingeschränktem Umfang in regionalen oder überregionalen Gremien engagieren. Sofern Veranstaltungen mit thematischem Bezug stattfinden, ist das Hochbegabtenzentrum vertreten. Das Hochbegabtenzentrum ist in den vom HKM eingerichteten Arbeitsgruppen vertreten und stellt dort auch seine Programme vor. Es nimmt an allen Fachtagungen und Fachforen teil, besucht Kongresse der DGhK und die Karg-Fachforen. Zu Frage 10: Das Hochbegabtenzentrum kooperiert eng mit den genannten Gütesiegelschulen und engagiert sich im Arbeitskreis Hochbegabung, an dem die für das Themenfeld beauftragten Lehrer/innen und Lehrer, der Schulpsychologische Dienst und Vertreter des SPZ teilnehmen. Auf Nachfrage konzipiert das HBZ Kurse, die nach dem Motto "Kurze Wege für kurze Beine" in den Gütesiegelschulen und in Schulen, die das Thema Hochbegabung in ihre Schulkonzepte mit aufgenommen haben, stattfinden. Zu Frage 11: Das Hochbegabtenzentrum hat am 30.Mai 2008 einen wissenschaftlichen Beirat gegründet dem Prof. Dr. Rost (Leiter der Forschungsstelle Brain - Marburg) Prof. Dr. Buch (Universität Saarbrücken) Ministerialrat Walter Diehl (Hessisches Kultusministerium) Babara Cakir-Wahl (Leiterin der Volkshochschule) Dr. Michael Damian (Büroleiter Dezernat Bildung und Frauen) Petra Laubenstein (Leiterin des Hochbegabtenzentrums) angehören. Der Beirat unterstützt und berät das Hochbegabtenzentrum. Er informiert über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung. Aufgabe des Beirats ist es, die Entwicklung des HBZ in allen Aspekten wissenschaftlich zu begleiten und eigene Anregungen und Aktivitäten zu fördern. Zum Profil des Beirats trägt besonders Prof. Dr. Rost bei, der zu den bekanntesten pädagogischen Psychologen Deutschlands zählt und führend in der Hochbegabtenforschung ist.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 6. August 2008AA 612Hochbegabtenförderung in FrankfurtSTVV-Anfrage · FDP
- 13. Oktober 2008Sie sind hierBB 641Hochbegabtenförderung in FrankfurtMagistratsbericht
- 31. Oktober 2008AA 730HochbegabtenschuleSTVV-Anfrage · FDP
- 20. Februar 2009Antwort des Magistrats · nach 28 WochenBB 115HochbegabtenschuleMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf6 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD und FDP gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung); LINKE. (= Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP (= Kenntnis)