Beruf und Pflege vereinbaren
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 08.07.2019, B 240
Betreff: Beruf und Pflege vereinbaren Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 04.04.2019, § 3883 - NR 766/19 CDU/SPD/GRÜNE - Die Maßnahmen und Angebote für städtische Beschäftigte zu Fragen der "Vereinbarkeit von Beruf und Pflege" erfolgen unter Berücksichtigung und Einbeziehen vorhandener städtischer Strukturen und fachlicher Kompetenzen unterschiedlichster Fachstellen. Bei der Stadt Frankfurt am Main gibt es vielfältige, auf verschiedenen Stufen zusammenwirkende Unterstützungsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Angehörige pflegen bzw. sich auf eine Pflegesituation vorbereiten wollen. Diese reichen vom Aufklären und Enttabuisieren, über Hilfestellung geben, Leistungsfähigkeit erhalten bis zum Fördern einer lebensphasen- und damit auch pflegesensiblen Organisationskultur. Die einzelnen Handlungsfelder im Überblick: - Information und Kommunikation rund um das Thema Beruf und Pflege über eine eigene Intranetseite mit zentraler Ansprechstelle im Aufgabenbereich "Vereinbarkeit von Familie und Beruf"; Informationsveranstaltungen, die zum Thema sensibilisieren, u. W. . Mit der Intranetseite zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird Übersicht zu Rahmenbedingungen wie flexiblen Möglichkeiten zu Zeitbedarfen, Infrastrukturen, Leistungen, Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige mit Adressen zu Beratungsstellen und Kontakten für eine Vielzahl an individuellen Fragestellungen und Bedarfslagen je nach Lebensphase und Lebenssituation gegeben. Die Seiten werden kontinuierlich weiterentwickelt. Der Aufgabenbereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt über zentrale, feste Ansprechpartner/-innen Orientierung und ist persönlich wie auch über eine zentrale E-Mailadresse erreichbar. - Beratungsangebote zu verschiedensten Lebenssituationen und Lebenslagen innerhalb der bei der Stadt vorhandenen Strukturen und Fachbereiche - Rahmenbedingungen zu zahlreichen Modellen der Arbeitsorganisation mit flexiblen Arbeitszeitmöglichkeiten und flexiblem Arbeitsort bei zeitgemäßer Weiterentwicklung der Möglichkeiten (aktuell mobiles Arbeiten) - Gesundheitsförderung - Angebote der Personalentwicklung - Familienbewusstes/ pflegesensibles Führen mit entsprechendem Führungsverständnis - Angebote und Services der Stadt Frankfurt für die Einwohnerinnen und Einwohner, die auch von städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt werden (können). Basierend auf diesen Angeboten und Leistungen werden folgende ergänzende Serviceleistungen angeboten: Pflegebedürftige haben einen Anspruch auf individuelle Information und Beratung durch ihre Pflegekasse. Der Anspruch wird bei Bedarf auf pflegende Angehörige übertragen. Die Information und Beratung liegt in der originären Kompetenz der Kranken-/ Pflegekassen und der regionalen Pflegestützpunkte. Die Pflegeberater dort beraten individuell - am Telefon, im persönlichen Gespräch und zielführend auch in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen. Sie sind Fachkräfte, die sich in der jeweiligen Region, in der Pflegebedürftige leben, auskennen und so gezielt und rasch weiterhelfen. Um Hilfesuchende möglichst individuell, unkompliziert und umfassend zu unterstützen, arbeiten die Berater/-innen mit allen regionalen Anbietern im Unterstützungssystem zusammen. Dazu gehören kommunale Beratungsstellen oder sozialpsychiatrische Dienste, Leistungserbringer wie Ärzte, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Hilfsmittelanbieter und Apotheker, aber auch mobile Essensdienste, Selbsthilfegruppen, Seniorenbeiräte oder ehrenamtliche Gruppen. Die Experten unterstützen, indem sie z. B. - einen individuellen Versorgungsplan mit Angaben zum pflegerischen Hilfebedarf sowie zum Heilmittel-, Hilfsmittel- oder Rehabilitationsbedarf und zu notwendigen Maßnahmen der Behandlungspflege erstellen - die Organisation der notwendigen Maßnahmen einleiten sowie Unterstützung bei Formalitäten wie dem Ausfüllen eines Antrages bieten - Kontakt zu weiteren Beteiligten, zum Beispiel zum Pflegedienst, aufnehmen - Anpassungen der Versorgung und des Versorgungsplans vornehmen, wenn sich der Bedarf des Pflegebedürftigen ändert Über die qualifizierten Beratungsangebote und Möglichkeiten der Pflegekassen hinaus verfügt die Stadt Frankfurt am Main mit dem Pflegestützpunkt im Rathaus für Senioren (Jugend- und Sozialamt) über geeignete Strukturen einer professionellen, kostenfreien sowie wettbewerbsneutralen Beratung zur Pflegesituation - auch auf dem kurzen Weg. Hier können sich pflegebedürftige Menschen und Angehörige, Menschen mit Behinderung und Pflegende umfassend beraten lassen. Das Team - in gemeinsamer Trägerschaft der Pflegekassen und aus Mitarbeiter/-innen der Stadt - berät fachkompetent und unabhängig die Einwohner/-innen der Stadt Frankfurt sowie auch städtische Mitarbeiter/-innen. Terminvereinbarungen zur Beratung sind individuell möglich. Termine können bei Bedarf im Stadtgebiet als Hausbesuche erfolgen. Der Pflegestützpunkt übernimmt auch Lotsenfunktion im bereits bestehenden Frankfurter Beratungs- und Vermittlungssystem und zu weiteren Pflegestützpunkten der jeweiligen Landkreise oder kreisfreien Städte in Hessen, in denen ggf. d. zu pflegende Angehörige wohnt. Bei Bedarf erhalten Familien/pflegende Angehörige Hilfe durch die Sozialbezirksvorsteherinnen und Sozialbezirksvorsteher in Frankfurt am Main, in der Region über vergleichbare Ansprechstellen. Deren Kenntnisse über den Lebensraum der Familien in ihrem Sozialbezirk sind dabei eine gute Grundlage. Sie erleichtern es, Brücken zu schlagen zu den Hilfsangeboten der zuständigen Stellen sowie den Einrichtungen der Träger der freien Jugendhilfe und der Verbände der freien Wohlfahrtspflege. Hier werden regelmäßig Sprechzeiten angeboten, zu denen sie - meist nach telefonischer Vereinbarung - für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Wenn es gewünscht wird oder notwendig ist, machen auch sie Hausbesuche. Diese und weiterführende Informationen sind für Mitarbeitende der Stadt Frankfurt auf der Intranetseite "Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Pflege von Angehörigen - zusammengestellt. Die zentralen Ansprechpartnerinnen des Aufgabenbereiches im Personal- und Organisationsamtes geben ebenfalls Orientierung, damit die Anfragenden zügig relevante Informationen erhalten. Ferner werden Entlastungsangebote für Mitarbeitende orientiert am konkreten Bedarf der Mitarbeitenden und im Rahmen der vorhandenen Strukturen, z. B. der zentralen Personalentwicklung, des Betriebliches Gesundheitsmanagements und des Aufgabenbereichs Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder auch der Personalberatungsstelle regelmäßig angeboten und weiterentwickelt. - Thema: Was tun im Pflegefall? Organisatorische, finanzielle und rechtliche Aspekte - Ein vergleichbares Angebot wird regelhaft 2 x pro Jahr durchgeführt. Bei entsprechendem Bedarf werden weitere Seminare dazu eingerichtet (Arbeitstitel bei der Stadt Frankfurt am Main: Pflege - Kompetenz gewinnen). - Thema: Stressbewältigung: Fit für die Doppelbelastung Beruf und Pflege - 2 - 3 x pro Jahr wird der Nachfrage entsprechend das Seminar "Beruf und Familie - Innere Balance halten" umgesetzt - das Angebot bietet Raum für die Reflexion zu den Mehrfachherausforderungen der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf mit Austausch in der Gruppe. Im laufenden Jahr wird ein Angebot "Älter werdende Eltern begleiten" erarbeitet. Angebote zur Stressbewältigung im Rahmen der Gesundheitsförderung werden ebenfalls regelmäßig angeboten. Individuelle Beratung, Coaching und Information zu beruflichen und persönlichen Anliegen (psychischen und körperlichen, persönlichen und familiären Belastungen einschließlich Trauerbewältigung) bietet die Personalberatungsstelle vertraulich, diskret, kompetent und lösungsorientiert. - Thema: Führungskräfteseminar: Pflegende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Herausforderung für den/die Vorgesetzte/-n Die Führungskräfte der Stadt Frankfurt am Main sind in ihrer Führungsaufgabe u. a. auch durch vielfältige Anforderungen einer von Diversität und unterschiedlichen Lebensphasen geprägten Mitarbeiterschaft alltäglich gefordert. Über Angebote der zentralen Personalentwicklung werden Führungsnachwuchskräfte und Führungskräfte entsprechend sensibilisiert, gefördert und unterstützt, um auch in anspruchsvollen Situationen angemessen agieren zu können. Mit dem Fokus auf den Themen "Gesund führen", "Stärkung der Resilienz" und dem Erwerb bzw. der Weiterentwicklung der sozialen Kompetenzen, wie beispielsweise der Kommunikationskompetenz, erfährt darüber hinaus der Kernsatz "Im Mittelpunkt steht der Mensch" des stadtweiten Führungsverständnisses seine Ausgestaltung gleichermaßen hinsichtlich der Führungskräfte als auch der Mitarbeitenden. Exemplarisch sind die Angebote FiF (Fit in Führung) - "Gesundheit und Führung" sowie "Vereinbarkeit von Familie und Beruf - familien-"bewusst" führen" mit dem Angebot "Pflege - das Thema geht uns alle an" zu nennen. - Thema: Grundlagen der Pflege und Betreuung - Praktische Alltagstipps werden von den Pflegekassen als kostenfreie Schulungen angeboten. In den Kursen werden Kenntnisse vermittelt und vertieft, die zur Pflegetätigkeit in der häuslichen Umgebung der oder des Pflegebedürftigen notwendig und hilfreich sind. Sofern keine Kurse zeitgerecht zur Verfügung stehe, besteht die kostenfreie Möglichkeit, sich zu Hause von speziell qualifizierten Pflegefachkräften zur persönlichen pflegerischen Situation beraten und schulen zu lassen. So können zum Beispiel bestimmte Pflegetätigkeiten vor Ort erlernt werden. Während der Beratung kann die Pflegefachkraft die persönlichen Problembereiche der häuslichen Pflegesituation besprechen. Gemeinsam können Lösungen für spezielle Fragen erreicht werden. In der Pflegesituation stellt es sich zudem häufig dar, dass die Pflegeperson wenig Zeit hat, Seminare zu besuchen. Daher ist die Vor-Ort-Schulung ein bevorzugt angenommenes Angebot. - Herausforderung Demenz: Anzeichen erkennen und verstehen In Frankfurt am Main und auch regional gibt es von spezialisierten Anbietern qualifizierte Beratung, Seminare, Gruppen und offene Sprechstunden. Beispielhaft sind hier die Alzheimer Gesellschaft Frankfurt/ Selbsthilfe Demenz zu nennen https://www.frankfurt-alzheimer.de/angebote/ oder auch die Caritas mit ihren umfänglichen Angeboten https://www.caritas-frankfurt.de/ich-suche-hilfe/senioren-und-pflege/angehoerige / angehoerige. Aktuelle Themen werden impulsgebend auch über das Seniorenrathaus mit der Leitstelle Älter werden und den Veranstaltungsreihen des Frankfurter Forums für Altenpflege /"Würde im Alter" (z. B. Demenz-Jahr) angeboten. Mit Beratungsmobilen wie dem HILDA-Mobil in Frankfurt bewegen sich Beratungsstellen im öffentlichen Raum jeweils in der unmittelbaren Nähe der betroffenen Menschen und deren Angehörigen. Sie sind in den Stadtteilen unterwegs und tragen somit zur Auseinandersetzung der Bevölkerung mit dem Thema "Demenz" bei. Damit kann auch die Enttabuisierung der Krankheit "Demenz" vorangetrieben werden. Menschen mit und ohne Demenzerfahrung können einander begegnen und sich austauschen. Informationen zu spezialisierten Anbietern mit deren Angeboten finden sich auf der Intranetseite "Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Die zentralen Ansprechpartner/-innen des Aufgabenbereichs übernehmen bei Bedarf Lotsenfunktion. Schließlich werden Möglichkeiten eines betrieblichen Betreuungsangebotes für pflegebedürftige Angehörige von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zurzeit überprüft. Der Magistrat wird über die Ergebnisse der Prüfung unaufgefordert berichten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 21. Februar 2019NRNR 766Bohrungen für Bodenproben und Sickertest im InnovationsviertelSTVV-Antrag
- 7. Juni 2019STST 1129Bohrung für Bodenproben und Sickertest im InnovationsviertelStellungnahme
- 8. Juli 2019Sie sind hierBB 240Beruf und Pflege vereinbarenMagistratsbericht
- 15. August 2022Antwort des Magistrats · nach 182 WochenBB 316Beruf und Pflege vereinbarenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FDP und FRANKFURTER (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRANKFURTER (= Kenntnis)