Notrufleitstelle - Antwort der Dezernentin mit Klärungsbedarf
Zusammenfassung
Der Bericht des Magistrats befasst sich mit der Notrufleitstelle in Frankfurt am Main und deren strukturiertem Abfragesystem. Es wird festgestellt, dass die Qualität der Notrufabfrage hoch ist und kontinuierlich verbessert wird, um den Anforderungen gerecht zu werden.
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Thema Sicherheit verfolgenBericht
- Trifft es zu, dass die Notrufleitstelle in Frankfurt, im Gegensatz zu vielen anderen Leitstellen, keinerlei strukturiertes oder standardisiertes Abfragesystem hat?
Nein. Die Zentrale Leitstelle der Branddirektion wendet die strukturierte Notrufabfrage an. Bezüglich der Methodik und ihrer Unterscheidung zur standardisierten Notrufabfrage verweist der Magistrat auf seine Antwort vom 19.09.2024 im Rahmen der Fragestunde auf die Frage Nr.
2689.
- Zu 1.: Trifft es ggf. zu, dass ein solches von der Belegschaft der Notrufleitstelle befürwortet wird?
Nein. Es entspricht der Meinung der weit überwiegenden Mehrheit der Mitarbeitenden in der Zentralen Leitstelle, dass die in Frankfurt am Main praktizierte strukturierte Notrufabfrage der standardisierten Abfrage vorzuziehen ist. Sie stärkt insbesondere die Handlungskompetenz der Einsatzbearbeiterinnen und Einsatzbearbeiter, indem sie individuelles Reagieren auf sehr unterschiedliche Notrufsituationen ermöglicht. Zur weiteren Information verweist der Magistrat auf den Bericht "In Frankfurt ist die 112 überlastet - Viele Anrufe sind keine Notfälle", Frankfurter Neue Presse vom 26.03.2025.
- Wie bewertet der Magistrat die Aussage, dass durch schnelle und unqualifizierte Abfragen die Gefahr der Entsendung falscher Hilfskräfte deutlich höher ist als mit Notrufabfragesystemen?
Bewertungen zu allgemeinen und in dem Kontext zusammenhanglosen, inhaltlich irreführenden Fragestellungen gibt der Magistrat nicht ab. Dem Magistrat sind keine Zentralen Leitstellen in Deutschland bekannt, in denen Notrufe grundsätzlich unqualifiziert bearbeitet werden.
- Wie bewertet der Magistrat die Aussage, dass ein aussagekräftiges Qualitätsmanagement nur und ausschließlich nach einer standardisierten Notrufabfrage durchgeführt werden kann?
Die Aussage trifft nicht zu. Ein zielführendes Qualitätsmanagement im Sinne einer eigenständigen Methode zur Planung, Umsetzung, Sicherung, Überprüfung und Verbesserung von Prozessen ist sowohl bei der standardisierten Notrufabfrage, als auch bei der strukturierten Notrufabfrage ohne weiteres möglich.
- Welche Bedeutung hat ein "Reanimationsregister" in Bezug auf die Arbeit und Qualität der Notrufleitstelle?
Das Deutsche Reanimationsregister ist eine Datenbank zur Erfassung von Einsatzdaten aus an der Kooperation teilnehmenden Leitstellen, dem Rettungsdienst und Kliniken, um insbesondere ein ganzheitliches Qualitätsmanagement (vom Eingang der Notfallmeldung bis zur Weiterversorgung in einer Klinik) durchführen zu können. Die Zentrale Leitstelle der Branddirektion steht hierzu in Kooperation mit dem Register und den übrigen am Rettungsdienst Beteiligten.
- Inwiefern hinkt die Frankfurter Leitstelle den anderen Kommunen in Sachen Qualität in der Notrufabfrage hinterher?
Die Frankfurter Zentrale Leitstelle hinkt im Vergleich mit Leitstellen anderer Kommunen keineswegs hinterher, sondern ist in Sachen Qualität und Weiterentwicklung in vielen Bereichen führend. Als Beispiel ist hier die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe "Qualität" des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz zu nennen, in der Kennzahlen für eine landesweite Leitstellenarbeit entwickelt werden. Zielsetzung der Branddirektion ist die Entwicklung von Messgrößen für die Arbeit von Zentralen Leistellen, die einen interkommunalen Vergleich objektiv ermöglichen.
Unbenommen davon wird die Notrufabfrage stetig weiterentwickelt und den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Die Arbeit der Zentralen Leitstelle wird derzeit durch eine Kommunikationswissenschaftlerin in den Schwerpunktbereichen Risiko- und Krisenkommunikation sowie insbesondere in der Schnittstellenkommunikation im Rahmen der Notfallrettung begleitet. Mit einer Ausbildungsstelle für Pflegekräfte für Menschen mit psychischer Erkrankung steht die Zentrale Leitstelle in einer weiteren Zusammenarbeit zur Stärkung von Kompetenzen in der Gesprächsführung mit psychisch Erkrankten. Psychische Erkrankungen und damit auch die Hilfeersuchen von Patienten mit entsprechenden Krankheitsbildern nehmen in der Notrufarbeit deutlich zu. Die Zentrale Leitstelle Frankfurt am Main ist zudem gefragter Ansprechpartner anderer hessischer Leitstellen und der Landesregierung; ferner arbeitet sie als Mitglied in weiteren Arbeits- und Austauschformaten mit.
- Zu 6.: Inwiefern geschieht dies ggf. mit vollem Wissen der Politik und der Führung der Berufsfeuerwehr Frankfurt?
Siehe Antwort zu Frage 6.
- Inwiefern sind Fachleute, Beteiligte und Fachfirmen hinsichtlich der Verbesserung der Arbeit und Qualität der Notrufleitstelle eingebunden?
Siehe Antwort zu Frage 6.
- Wie bewertet es der Magistrat, dass offensichtlich Mitarbeiter der Notrufleitstelle nur anonym ihre Meinung mitteilen?
Gelebte Eigenverantwortung, Reflexionsfähigkeit und Eigeninitiative der Mitarbeitenden sind ein großer Gewinn für jede Organisation. Dementsprechend begrüßt der Magistrat wertvolle Impulse aus dem Kreis der Mitarbeitenden, die mit dem Ziel eingebracht werden, Prozesse effizienter zu gestalten, die Qualität der Arbeitsergebnisse oder die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Viele Mitarbeitende nehmen die Möglichkeit wahr, Anregungen, aber auch kritische Anmerkungen im offenen Dialog, in der Regel mit den eigenen Führungskräften, konstruktiv vorzutragen und zu erörtern. Spekulationen über die Beweggründe Einzelner, andere Wege zu beschreiten, erscheinen dem Magistrat wenig zielführend.
- Welche Nachteile hätten Mitarbeiter der Notrufleitstelle ggf. zu befürchten, wenn diese z. B. über Parteien oder die Presse ihre Kritik und Änderungsvorschläge vorbringen würden?
Siehe zum Einbringen von Kritik und Änderungsvorschlägen zunächst die Antwort zu Frage 9. Die Frage 10 ist zu allgemein gehalten, um diese dezidiert beantworten zu können. Nachteile im Sinne rechtlicher bzw. disziplinarischer Konsequenzen kommen generell dann in Betracht, wenn Mitarbeitende die ihnen obliegenden Pflichten verletzen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
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Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und Stadtv. Bäppler-Wolf (= Kenntnis)