Projekt .Soziale Stadt.
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Thema Stadtplanung verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 03.03.2003, B 168
Betreff:
Projekt "Soziale Stadt"
Vorgang:
Beschl. d. Stv.-V. vom 29.08.2002, § 3544
- OA 870 OBR 3 -
Im Programm "Frankfurt - Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften" sind mittlerweile sechs Quartiere eingerichtet. Sie sind verteilt auf: Sossenheim (Carl-Sonnenschein-Siedlung), Fechenheim (Konstanzer-, Bregenzer-, Meersburger-Straße in Fechenheim Süd, Birsteiner-Straße 67-117, Wächtersbacher Straße 4 und 8 in Fechenheim Nord), Goldstein (Im Heisenrath/Am Kiesberg), Ginnheim (Platensiedlung), Bonames (Am Bügel) und Preungesheim (Karl-Kirchner-Siedlung). Nach 2-jähriger Laufzeit wurden im Sommer 2002 vier Verträge mit den Trägern des jeweiligen Quartiersmanagements verlängert. Weitere Vertragsverlängerungen stehen für den kommenden Sommer an.
Die Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager stehen als direkte Ansprechpartner den Bewohnerinnen und Bewohnern, Wohnungsunternehmen, Vereinen und Initiativen zur Verfügung. Sie initiieren, koordinieren, organisieren und realisieren Projekte mit den Akteuren vor Ort. Die Funktion des Quartiersmanagements im kommunalen Projekt "Frankfurt, Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften" wird von allen als Chance der aktiven Mit- und Ausgestaltung des unmittelbaren Lebensraumes begriffen. Als wichtige Partner für sie in diesem Zusammenhang sind vor allem die Bewohner und die Wohnungsbaugesellschaften zu nennen, ohne deren Kooperation keine nachhaltigen Veränderungen möglich sind.
Die Einrichtung von Büros in den Quartieren, die Präsenz des Quartiersmanagements und die regelmäßige Ansprechbarkeit erleichtern den Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und sind somit wichtige Unterstützungsmaßnahmen. Es werden Kontakte unter der Bewohnerschaft geschaffen mit dem Ziel, siedlungsspezifische Probleme mit deren Beteiligung zu lösen. Hierdurch haben sich Strukturen verfestigt, die, auch nach Ende der Vertragslaufzeit, nachhaltig ihre positive Wirkung im Stadtteil zeigen werden. Die Siedlungsverbundenheit, das Eintreten für die Gemeinschaft und das Knüpfen neuer Nachbarschaftsbeziehungen können als Alltäglichkeit fortgesetzt werden.
Neben der Stärkung der nachbarschaftlichen Belange, werden Beschäftigungsmaßnahmen und in großen Umfang Verbesserungen im Wohnumfeld angestrebt. Qualifizierungsangebote für Jugendliche oder Langzeitarbeitslose, Mieterbeteilungen, Pflege von Grünanlagen, Spielplatzgestaltung, gelegentliche Aufräumaktionen im Stadtteil sind nur ein kleiner Abriss der AufgabenINDEX .
Um eine effiziente Unterstützung zu gewährleisten, wurden zu Beginn des Projekts Bewohnerbefragungen in den einzelnen Quartieren durchgeführt. Die ermittelten Ergebnisse waren Grundlage für Rahmen- und Handlungskonzepte, welche Einfluss in die mit den Trägern des jeweiligen Quartiersmanagements geschlossenen Verträge gefunden haben.
Es ist zu beachten, dass begonnene Projekte sich durch die Beteiligung der verschiedenen Akteure im Quartier weiterentwickeln und sich somit zwangsläufig zeitliche und inhaltliche Neuplanungen in diesem Entwicklungsprozess ergeben. Bei den bisher erreichten Verbesserungen in den Quartieren handelt es sich um noch nicht absolut messbare Faktoren wie Stimmung in der Siedlung, Imageverbesserung und nachbarschaftlichen Zusammenhalt zwischen den Bewohnern.
In den Quartieren wurden im Laufe des Jahres 2002 im Rahmen der vertraglich vereinbarten Projektarbeit folgende Schwerpunkte gesetzt:
- Konfliktvermittlung
Aufgrund der durchgeführten Erhebungen war deutlich, dass in den Quartieren ein großer Bedarf an einer Nachbarschaftskonfliktvermittlung besteht. Für dieses Projekt konnten Bewohner gewonnen werden an einer Schulung zum Nachbarschafts-konfliktvermittler teilzunehmen. Die Konfliktvermittlung wird in Koordination mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten durchgeführt. Darüber hinaus wurden in verschiedenen Fällen Konfliktvermittler spontan im Haus, bei Festen, auf Spielplätzen deeskalierend tätig. Die im Jahr 2002 gemachten Erfahrungen bestätigen, dass die Nachbarschaftskonfliktvermittlung eine gute Hilfe ist, die Kommunikation zwischen Konfliktparteien wieder in Gang zu setzen und somit nachbarschaftliche Beziehungen wieder zu beleben.
- Qualifizierungsmaßnahmen
Im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen werden Deutsch- und Computerkurse angeboten und durchgeführt. Ziel ist es Anwohner für die Aufnahme einer Beschäftigung zu qualifizieren bzw. Wiedereinsteigern den Weg in das Erwerbsleben zu erleichtern. Durch das Quartiersmanagement wurde eine Konzeption für ein Beratungs- und Schulungsangebot erstellt und Fördermittelakquise betrieben. Als Nebenaspekt der Sprachkurse konnte durch den Abbau von Sprachbarrieren auch der nachbarschaftliche Zusammenhalt verbessert werden.
Die folgenden Schwerpunkte haben, neben begonnenen bzw. abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand durch die Wohnungsgesellschaften, zu einer Verbesserung des Wohnumfeldes und damit zur Zielerreichung beigetragen.
- Spielplatzbau/ -sanierung
In einer Bewohnerbefragung wurden insgesamt die fehlenden Spielflächen und benutzbaren Freizeitflächen für die hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen bemängelt. Insbesondere sind ausreichende Spielmöglichkeiten und Freiflächen für größere Kinder und Heranwachsende der verschiedenen Altersgruppen nicht vorhanden. Mittlerweile wurden in Quartieren Kleinkindspielplätze in Zusammenarbeit mit den Wohnungsgesellschaften unter Beteiligung der Bewohner durch den Verein discorso e.V. neu gestaltet und Aufenthaltsmöglichkeiten für ältere Jugendliche mit deren Beteiligung geschaffen . Die Anlegung bzw. Sanierung weiterer benötigter Spielplätze in Kooperation mit dem Grünflächenamt ist in Planung.
- Sportangebote/Bolzplätze
Innerhalb der Quartiere wurde eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der Möglichkeiten sportlicher Betätigung gemacht. Es zeigte sich ein Mangel an solchen Einrichtungen. INDEX Teilweise wurden bereits Bolzplätze für die Jugendlichen wieder hergerichtet. Der Aufbau weiterer Bolzplätze befindet sich in Planung. Im Bereich des Quartiers Fechenheim wurde eine Skateranlage erstellt, welche von der Zielgruppe sehr gut frequentiert ist. Diese Anlage wurde im Sommer des Jahres 2002 in Betrieb genommen.
Die Einrichtung von Mitternachts-/Nachmittagssport in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sportjugend für die Quartiere ist in der Planung. In diesem Zusammenhang ist die Schaffung weiterer Qualifizierungsmaßnahmen für Jugendliche als Jugendleiter vorgesehen.
- Müllentsorgung/Sperrmüll
Ein wichtiger Punkt war und ist das Problem der Müll-, Sperrmüllsituation und die allgemeine Sauberkeit und Ordnung im Quartier. Dies war immer wieder Kritikpunkt von Bewohnern und Anlass für viele Beschwerden. In den Quartieren wurden bereits mehrfach Aufräumaktionen in Kooperation mit den Kinder- und Jugend.einrichtungen und Wohnungsgesellschaften durchgeführt. Es ist angestrebt in Kooperation mit der Werkstatt Frankfurt und den Quartieren ein Umsetzungskonzept der Projektidee zum Thema Sauberkeit und Müllentsorgung im Rahmen der "Schnellen Hilfe“ zu entwickeln.
Darüber hinaus wurde im Gebiet der Platensiedlung in Ginnheim der Kindermitmachzirkus ZARAKALI etabliert. Das Zelt des Zirkus` bietet eine Möglichkeit Kulturveranstaltungen ins Quartier zu holen, und einen größeren Raum für Versammlungen zur Verfügung zu haben. Außerdem hat die Attraktivität des Kinderzirkus dazu beigetragen, das Image des Quartiers über den Stadtteil hinaus zu verbessern. Weiterhin wurde dort als Pilotprojekt wegen fehlender kultureller Einrichtungen ein Kinoprojekt ins Leben gerufen. In einer Testphase im Oktober und November 2002 wurde das Interesse an einem solchen Angebot ermittelt. Es wurde von den Bewohnern sehr gut angenommen und das Projekt soll fortgeführt werden. Die Anschaffung einer mobilen Vorführanlage ist geplant und ein Verleih an Bewohner für Open-Air-Vorführungen im Rahmen von Nachbarschaftsfesten ist vorgesehen. Außerdem soll ein Verleih an andere Quartiere erfolgen.
Öffentlichkeitsarbeit für sämtliche Quartiere erfolgt über einen Internetauftritt, der sich auf der Website www.frankfurt-sozialestadt.de wiederfindet. Diese Präsentation wird in Kooperation zwischen dem Amt für Wohnungswesen und den Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanagern ständig aktualisiert.
Quartiersbezogene Öffentlichkeitsarbeit findet mittlerweile durch die Unterstützung von mietergetragenen Quartierszeitungen wie z. B. "Carlson" in Sossenheim und "Der heiße Draht" im Quartier Im Heisenrath statt. Die Beteiligung von Mietern an diesen Medien unterstützt und fördert nachhaltig die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Lebensumfeld in dem Quartier.
Nebenvorlage: Antrag vom 19.05.2003, NR 1011
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar. Nach der letzten Antwort wurde das Thema erneut aufgegriffen.
- 3. März 2003Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 0 WochenBB 168Projekt .Soziale Stadt.Magistratsbericht
- 19. Mai 2003NRNR 1011Die Ergebnisse der Projekte .Soziale Stadt. müssen bei der künftigen Stadtteilplanung berücksichtigt werden!STVV-Antrag · FAG
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf14 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG und REP zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, FDP, FAG und REP
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, FDP und FAG gegen GRÜNE (= Ablehnung der Zurückstellung) zu 2. CDU, SPD, FDP und FAG gegen GRÜNE (= Ablehnung der Zurückstellung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP und REP gegen FAG (= Kenntnis als Zwischenbericht) zu 2. Ziffern 1., 2. und 5.: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und REP gegen FAG (= Annahme) Ziffern 3., 4. und 6.: CDU, SPD, FDP und REP gegen FAG und GRÜNE (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE und FDP gegen FAG (= Kenntnis als Zwischenbericht) zu 2. Ziffern 1., 2., 5. und 6.: CDU, SPD, GRÜNE und FDP gegen FAG (= Annahme) Ziffern 3. und 4.: CDU, SPD und FDP gegen GRÜNE und FAG (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP (B 168 = Kenntnis, NR 1011 = Ablehnung) PDS, ÖkoLinX-ARL und E.L. (B 168 = Kenntnis als Zwischenbericht, NR 1011 = Annahme) BFF (B 168 = Kenntnis, NR 1011 = Enthaltung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, FDP, REP und BFF gegen FAG, PDS, ÖkoLinX-ARL und E.L. (= Kenntnis als Zwischenbericht) zu 2. Ziffern 1., 2., 5. und 6.: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und REP gegen FAG, PDS, ÖkoLinX-ARL und E.L. (= Annahme); BFF (= Enthaltung) Ziffern 3. und 4.: CDU, SPD, FDP und REP gegen GRÜNE, FAG, PDS, ÖkoLinX-ARL und E.L. (= Annahme); BFF (= Enthaltung)