Abwasserreinigungsanlage Niederrad/Griesheim Stand der Maßnahmen zur Vermeidung von Geruchsemissionen
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Bericht des Magistrats vom 04.12.2009, B 1025
Betreff: Abwasserreinigungsanlage Niederrad/Griesheim Stand der Maßnahmen zur Vermeidung von Geruchsemissionen Der Magistrat berichtet hiermit über den aktuellen Stand der Maßnahmen zur Vermeidung von Geruchsemissionen der Abwasserreinigungsanlage Frankfurt Niederrad/Griesheim. In Abwasserreinigungsanlagen (ARA) kann es aufgrund des Mediums Abwasser systembedingt zu Geruchsemissionen (Geruchsausträge) kommen. Art und Umfang der Gerüche hängen jedoch von einer Vielzahl von Faktoren ab, z. B. der Abwasserzusammensetzung, den Abwasserzuflüssen, den einzelnen Behandlungsstufen und darüber hinaus in starkem Maße von meteorologischen Randbedingungen wie Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Inversionswetterlagen und Temperatur. Weiterhin spielt der Abstand zwischen der Anlage und der Bebauung eine Rolle. Durch technische Maßnahmen können Geruchsemissionen zwar sehr weitgehend reduziert werden, eine völlige Vermeidung ist selbst bei ordnungsgemäßem Betrieb nicht gänzlich zu erreichen. Bei Abwasserreinigungsanlagen sind mehrere Bereiche wegen möglicher Geruchsemissionen besonders kritisch. Dies sind der Zulauf mit der mechanischen Reinigung, die erste biologische Stufe und dann die Klärschlammbehandlung als Endstufe des Reinigungsprozesses. Deshalb wurden in der Vergangenheit bei der ARA Niederrad/Griesheim bereits erhebliche Investitionen getätigt, um die Geruchsemissionen aus den kritischen Bereichen zu vermeiden. - Der Zulaufbereich der Anlage mit Rechen und Sandfang an der Lyoner Straße ist seit Mitte der 90iger Jahre in einem Gebäude untergebracht. Die hier anfallende Abluft wird gefasst und mit einer chemischen Wäsche gereinigt. - Die erste biologische Stufe wurde bereits mit dem Ausbau der ARA in 1985 abgedeckt. Die Abluft wird einer entsprechenden Behandlung (Wäscher mit Ozon) zugeführt. - Für die Klärschlammbehandlung wurden die noch aus dem Jahr 1981 stammenden Schlammstapelbehälter inzwischen komplett erneuert. Die Behälter sind jetzt luftdicht abgeschlossen und deren Abluft wird in der dazugehörigen Abluftbehandlungsanlage (Biofilter mit speziellem Füllmaterial) mit Hilfe von Mikroorganismen gereinigt. Der Neubau mit Gesamtkosten von rund 6,5 Mio. € wurde Anfang 2006 abgeschlossen. Mit den geschilderten Maßnahmen ist ein sehr weitgehender Stand der Minderung von Geruchsemissionen erreicht. Die Anzahl der Beschwerden ist seit der Fertigstellung der neuen Schlammstapelbehälter äußerst gering. Dennoch sollen noch weitergehende Maßnahmen ergriffen werden, um auch bei der unmittelbar angrenzenden Bebauung Belästigungen auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Die Geruchsquellen für derzeit noch mögliche Beeinträchtigungen und die Auswirkungen auf die Umgebung können jedoch nicht mit einfachen Methoden eindeutig erfasst werden. Außerdem sind alle weiteren Maßnahmen mit erheblichen Investitionen verbunden. Deshalb wurden zunächst in einem umfassenden Messprogramm die Geruchseinwirkungen (Immissionen) im Umfeld der Abwasserreinigungsanlage Niederrad/Griesheim ermittelt. Zusätzlich wurden Messungen des Geruchsaustrags (Emissionen) an den einzelnen Anlagenteilen der Abwasserreinigungsanlage vorgenommen. Die Untersuchungen liefen über mehrere Jahre, um u. a. die unterschiedlichen meteorologischen Bedingungen repräsentativ zu erfassen. Unter Verwendung der Messergebnisse konnten dann mit mathematischen Simulationsmodellen verschiedene Minderungsmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit in der Umgebung berechnet werden. Die Ergebnisse liegen seit Anfang 2007 vor. Die Abstimmungen mit der Aufsichtsbehörde zum weiteren Vorgehen sind jedoch bisher noch nicht abgeschlossen. Als Konsequenz ist aber bereits geplant, die bisher noch offenen Vorklärbecken abzudecken. Die hier anfallende Abluft soll abgesaugt und behandelt werden. Für diese Maßnahme ist die Entwurfsplanung parallel zu den Abstimmungen mit der Aufsichtsbehörde erstellt und gerade abgeschlossen worden. In einem zweiten Schritt soll die vorhandene und seit 1985 in Betrieb befindliche Abluftbehandlungsanlage für die erste biologische Stufe erneuert werden. Auch hierfür wurde die Planung begonnen. Diese beiden Maßnahmen werden zusammen nach derzeitigen Kostenschätzungen rund 11,5 Mio. € kosten. Mit den ersten Baumaßnahmen kann, wenn alle Zustimmungen von Seiten der Behörden zügig erteilt werden Ende 2010 begonnen werden. Eine weitere Maßnahme betrifft die sogenannte Zwischenklärung der ARA Niederrad. Hierbei handelt es sich um Becken mit einer Fläche von ca. 14.000 m2. Die Geruchsemissionen sind zwar gering, können sich jedoch rechnerisch aufgrund der großen offenen Wasserfläche soweit aufsummieren, dass bei einer Simulationsrechnung die heute üblichen Richtwerte für Geruchsimmissionen in unmittelbarer Nähe zur Kläranlage überschritten werden. Ob diese theoretischen Ergebnisse dann mit den tatsächlichen Wahrnehmungen übereinstimmen, kann nicht sicher prognostiziert werden. Eine Abdeckung dieser Gesamtfläche und Behandlung der Abluft würde nach heutigem Kenntnisstand nochmals Investitionen in Höhe von ca. 15 Mio. € notwendig machen. Aus wirtschaftlichen Gründen ist deshalb vorgesehen, vor einer solchen Maßnahme zunächst die Wirksamkeit der zuvor beschriebenen Abdeckung der Vorklärung und Erneuerung der Abluftbehandlung der ersten biologischen Stufe abzuwarten und ggf. erneut Messungen im Umfeld der ARA vorzunehmen. Dieses schrittweise Vorgehen bedarf noch der endgültigen Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde. Trotz all der erwähnten Bemühungen kann auch zukünftig nicht jederzeit eine "geruchslose" Abwasserreinigungsanlage gewährleistet werden. Die Verfahren, ob abwasser- oder ablufttechnisch, entsprechen dem heutigen Stand der Technik. Die Stadtentwässerung ist stets darauf bedacht, Geruchsbelästigungen auf einem Minimum zu halten und sie auch weiterhin zu reduzieren. Dazu gehören selbstverständlich auch betriebliche Maßnahmen wie z. B. die regelmäßige Wartung der bestehenden Abluftbehandlungsanlagen der ARA Niederrad/Griesheim. Auftretende Störungen werden durch die Mitarbeiter/innen umgehend behoben. Zudem sind die Mitarbeiter/innen angehalten, bei Anrufen und Beschwerden entsprechende Auskünfte zu geben und den Ursachen unverzüglich nachzugehen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 17. August 2009NRNR 1502Lyoner Viertel im Dunst der KläranlageSTVV-Antrag · Freie_Wähler
- 4. Dezember 2009Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 16 WochenBB 1025Abwasserreinigungsanlage Niederrad/GriesheimStand der Maßnahmen zur Vermeidung von GeruchsemissionenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP und Freie Wähler Sonstige Voten/Protokollerklärung: FAG und NPD (= Kenntnis)