Öffentliches Ärgernis Baustelle in der Wallanlage am Opernplatz Wann werden die Bäume endlich geschützt?
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Anfrage vom 23.07.2012, A 182
Betreff: Öffentliches Ärgernis Baustelle in der Wallanlage am Opernplatz Wann werden die Bäume endlich geschützt? Vorgang: Zwischenbescheid des Magistrats vom 19.10.2012 In der FAZ vom 11.7.2012 wird im Artikel "Jedem Bauzaun folgt eine Rechnung fürs Grün" publiziert, dass das Grünflächenamt über die Hotelbaustelle in den Wallanlagen am Opernplatz sehr verärgert sei und die öffentliche Anlage durch Zurücksetzung des Bauzauns wieder zugänglich machen wolle. Zitat: "Eine Baustelle, die dem Grünflächenamt viel Ärger bereitet hat, befindet sich zwischen Opernhaus und Alter Oper: Gemeint sind Abriss und Neubau des Mainova-Umspannwerks und der nun folgende Bau eines Luxushotels an der Alten Oper. Für das neue Umspannwerk waren acht große Platanen gefällt worden. Von einer sei anfangs die Rede gewesen, sagt Heldmann. "Das Fällen ist auch uns schwergefallen." In diesem Frühjahr folgten 18 weitere Bäume für den Hotelbau. Grund dafür sind Pläne, die Tiefgarage des Gebäudes unmittelbar an der Grundstücksgrenze zu den Wallanlagen zu bauen. Das Grünflächenamt drängt darauf, die große Baustellenfläche in den Wallanlagen, die für den Abriss der Altbauten benötigt wurde, erheblich zu verkleinern und den Bauzaun auf ein verträglicheres Maß zurückzusetzen. So könnte das Entrée zur Bockenheimer Anlage ein wenig aufgewertet werden und das Amt dort die ersten Flächen - zumindest provisorisch - wieder einsäen. Denn das Hotel, so heißt es vom Projektentwickler Cells Bauwelt, wird voraussichtlich erst 2015 eröffnet, die Wallanlagen blieben also an dieser Stelle drei weitere Jahre eine Baustelle." Bereits die Mainova-Baustelle für das unterirdische Umspannwerk hat in den Jahren 2008 - 2010, also drei lange Jahre lang, eine große Fläche der Bockenheimer Anlage durch Absperrungen und hässliche Zäune für die Öffentlichkeit unzugänglich gemacht. Diese hässlichen Zäune sind übergangslos für den neuen Investor in der öffentlichen, denkmalgeschützten Anlage stehengeblieben. 23 Bäume wurden Ende Februar in die Baugrube gekippt (M 3/2012). Es gab erheblichen öffentlichen Protest dagegen. Die Initiativgruppe "Rettet die Bäume - Rettet die Wallanlagen" sammelte binnen weniger Tage 400 Unterschriften gegen die Fällung bzw. für zeitnahe Ersatzpflanzungen. Es wurde auch die Zurücksetzung der Bauzäune gefordert! Mittlerweile sind weitere fünf Bäume in der Wallanlage am Absterben. Schweres Baugerät, Material, Müll und PKW`s parken unter den Bäumen, so dass an den weiteren kostbaren, denkmalgeschützten Bäumen innerhalb des Zauns nicht wieder gut zu machender Schaden entsteht. Bisher war nicht bekannt, dass sich das Umweltdezernat mit der bisherigen Dezernentin und das Landesdenkmalamt zum Schutz der Wallanlagen auch während der Bauzeit in der Bockenheimer Anlage am Opernplatz einsetzt. Das Ergebnis rund um das unterirdische Mainova-Umspannwerk ist weder denkmalgerecht noch umweltgerecht. Für die Bevölkerung haben die Wallanlagen einen unersetzlichen Wert als Naherholungsgebiet. Entsprechend hoch ist das Entsetzen über die gesamte Situation in der Bockenheimer Anlage. Die Bewerbung zum "Green City Capital Award " war in Anbetracht des rücksichtslosen Umgangs des Frankfurter schwarz-grünen Magistrats mit den denkmalgeschützten Bäumen und Wallanlagen eine makabre Anekdote. Der Magistrat wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten: A) Wie lauten die Bescheide des Landesdenkmalamtes: 1. zu dem unterirdischen Mainova-Umspannwerk und der oberirdischen Wiederherstellung der Baumstandorte und der Grünflächen? Wurde ein großer Parkplatz beim Umspannwerk in den Wallanlagen genehmigt, auf dem bis zu sechs Autos stehen können? Wie sollte die Oberfläche der Zufahrt zum Umspannwerk gestaltet sein, die jetzt aus Betonsteinen besteht, so dass Regenwasser nicht versickern kann? Wurde der oberirdische Baukörper des Umspannwerks in dieser Größe und Form genehmigt? Wurden oder werden heute bei neuerlicher Betrachtung Begrünungsmaßnahmen vorgeschlagen, um den hässlichen Baukörper zu verstecken? 2. zu der Treppe zwischen Teich und Hochstraße, die traditionell zum Park gehört? Sollte sie auch während der langen Bauzeit des Hotels gesperrt sein? 3. Was teilt das Landesdenkmalamt dazu mit, dass im Januar 2012 drei Platanen - sehr verdichtet zwischen andere Bäume - in die Bockenheimer Anlage gesetzt wurden, die aber laut Beschluss der Stadtverordnetenversammlung (§ 3011 vom 15.11.2007) als Teil-Ersatz für 8 gefällte Platanen an der Hochstraße gepflanzt werden müssen? Anders gefragt: Entsprechen die Standorte, an denen dieses Jahr drei riesige Platanen gepflanzt wurden, dem Denkmalschutz in den Wallanlagen, obwohl dort bisher keine Bäume standen? B) Mit welcher Fristsetzung wird der Magistrat die Bauzäune nahe an die Baustelle zurücksetzen lassen, so dass auch die öffentliche Treppe zwischen Teich und Hochstraße endlich wieder zugänglich ist? (Zurzeit müssen alle über einen steilen Hang.) C) Wer kommt für die enormen Schäden an Bäumen und Erdboden in der Liesel-Christ-Anlage innerhalb des jetzigen Bauzauns auf? Wie hoch wird der Schaden an Bäumen und Böden beziffert? Wer zahlt die Bodenbearbeitung und die Begrünung? D) Wird der Magistrat bei der Genehmigung der Tiefgarage auf die max. 15 m Tiefe bestehen, die in der Wallservitut festgeschrieben ist? E) Welche Ergebnisse liegen bezüglich der Grundwasserproben vor? Wird zum Schutz der grünen Wallanlage mit den denkmalgeschützten Bäumen eine Absenkung des Grundwassers nicht genehmigt? F) Mit welcher Bauzeit für Hotel und Wohn-/Geschäftshaus rechnet der Magistrat? Wann steht der Bevölkerung also eine ruhige, nicht von Baulärm und Baudreck verseuchte Wallanlage an der Alten Oper wieder uneingeschränkt zur Verfügung?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 23. Juli 2012Sie sind hierAA 182Öffentliches Ärgernis Baustelle in der Wallanlage am Opernplatz Wann werden die Bäume endlich geschützt?STVV-Anfrage · LINKE.
- 15. März 2013Antwort des Magistrats · nach 34 WochenBB 143Öffentliches Ärgernis: Baustelle in der Wallanlage am Opernplatz Wann werden die Bäume endlich geschützt?Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, Piraten und RÖMER