19 Euro am Tag: Was Frankfurt für dich ausgibt

Ein Stadthaushalt klingt nach trockener Buchhaltung, ist aber im Kern eine einfache Frage: Was macht Frankfurt mit deinem Geld? Für 2025 plant die Stadt rund 5,6 Milliarden Euro Ausgaben. Auf die etwa 776.000 Einwohner umgerechnet sind das gut 19 Euro pro Kopf und Tag, dein Anteil an Schulen, Kitas, Feuerwehr, Bussen und Grünflächen. 2018 waren es noch 14,61 Euro. Der Haushalt ist nichts anderes als diese Summe, sortiert nach 21 Themen, von Soziales bis Denkmalschutz. Genau diese Themen haben wir aus tausenden Seiten Haushalts-PDFs ausgelesen und in einer interaktiven Analyse sichtbar gemacht.
Dieser Beitrag ist nur der Aufmacher
Den ganzen Haushalt interaktiv erkunden
Treemap zum Klicken, dein Anteil pro Kopf, wohin jedes Thema fließt und wie es sich seit 2015 verändert hat: alle Zahlen und Diagramme auf einer Seite.
Zur Haushaltsanalyse →Großer Etat, begrenzter Spielraum
Zwei Themen füllen mehr als die Hälfte: Soziales (1,45 Mrd) und Bildung (1,04 Mrd). Ein großer Posten bedeutet aber nicht automatisch, dass die Stadt dort viel selbst entscheidet. Von den 1,45 Milliarden für Soziales gehen 1,15 als Sozialleistungen direkt an die Bürger: Grundsicherung, Wohngeld, Jugendhilfe, weitgehend gesetzlich festgelegt. Bei Bildung fließen 649 Millionen als Zuschüsse an Einrichtungen, vor allem an Kitas (rund 520 Mio) und Schulen (109 Mio). Wo Frankfurt dagegen selbst betreibt, etwa bei Grünflächen, Feuerwehr oder Ordnung, entscheidet die Stadt unmittelbar über die Ausgaben. Die Höhe eines Postens sagt also wenig darüber, wie viel davon lokal gestaltet wird. Was die Stadt weiterreicht und was sie selbst betreibt, zeigt die Analyse.
Diskutiert wird über Verkehr, ausgegeben für Soziales
Dazu passt ein Muster aus unserer Vorlagen-Datenbank: Über Verkehr wird mit Abstand am meisten beraten, 19.981 politische Vorlagen seit 2021, gegenüber 5.862 beim fast fünfmal so großen Sozialetat. Wo die Stadt selbst entscheidet, bei Straßen, Radwegen und Plätzen, fallen viele einzelne lokale Beschlüsse an. Wo sie gesetzliche Leistungen auszahlt, gibt es vor Ort weniger zu bestimmen, obwohl das meiste Geld dorthin fließt. Die Gegenüberstellung von Debatte und Geld stellt beides nebeneinander.
Zehn Jahre: wer gewinnt, wer verliert
Über zehn Jahre verschieben sich die Prioritäten. Real, also nach Abzug der Inflation, wuchs die Wirtschaftsförderung um 162 Prozent und Wohnen um 50, während Kultur und Gesundheit schrumpften. Der Vergleich beruht auf den tatsächlich eingeplanten Ausgaben von 2015 und 2025, nicht auf Ankündigungen.
Der Haushalt, wo du ihn brauchst
Diese Zahlen bleiben nicht auf dieser einen Seite. Wir haben den Haushalt quer durch Frankfurt Gestalten eingebaut: Bei jeder einzelnen Vorlage zeigt eine Box, wie viel Geld im betroffenen Bereich steckt und ob es real gewachsen oder geschrumpft ist. Und auf jeder Themenseite läuft der passende Haushaltsposten mit. So steht die politische Debatte direkt neben der Zahl, um die es geht, statt getrennt in einem eigenen Finanzbericht.
Alle Zahlen stammen aus den offiziellen Haushalts-PDFs der Stadt, maschinell ausgelesen und mit automatischen Kontrollrechnungen geprüft (Quellen und Methodik). Findest du etwas, das nicht stimmen kann? Sag uns über das Feedback-Formular Bescheid. Bei einem Projekt wie diesem ist jedes kritische Auge Gold wert.